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Montag, 25. Juni 2018

Papst Rücktritt: Wurde Papst Benedikt erpresst?

Es mehren sich die Stimmen, die befürchten, dass der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. („Pope Benedict“), beziehungsweise des ehemaligen deutschen Kardinals Joseph Ratzinger, nicht ganz freiwillig geschehen sein könnte. Zu ungewöhnlich ist die Zeremonie, zu überhastet wirkt das alles.

Dies umso mehr, als dass der Papst noch vergangene Woche sehr vital Gäste empfangen hat – darunter die Ministerpräsidentin aus dem Saarland. Es wäre nicht das erste Mal, dass in der katholischen Kirche Intrigen zum Rücktritt höchster Würdenträger geführt haben. Allerdings wäre es in der Region des Papstes äußerst außergewöhnlich. Es ist der erste Papst-Rücktritt seit bald 800 Jahren. Zuletzt war im Jahr 1294 ein Papst zurückgetreten. Die anderen Päpste starben entweder eines natürlichen Todes, wurden vergiftet oder anderweitig ermordet. Absolut nicht glaubhaft wirkt deshalb, wenn die Massenmedien davon schreiben, die Last des Alters wäre für Papst Benedikt – ausgerechnet ihn, den die Medien als Gottes Rottweiler bezeichneten – zu viel. Gerade Papst Benedikt hat immer gesagt: Der Tod gehört zum Leben dazu. So ein Mann tritt nicht einfach zurück. Es ist völlig undenkbar. Gerade in der Katholischen Kirche. Es wäre so, als ob Jesus Christus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung in Golgatha das Kreuz hingeworfen hätte und gesagt hätte: Ich trete als Sohn Gottes zurück, ich schwöre ab. „Bis das der Tod euch scheidet“. Das, was als beschwörendes Band jede Ehe von Gottes Würdenträgern mit auf den Weg bekommt, gehört um ein Tausendfaches mehr zum höchsten Amt in der Katholischen Kirche.

Sollte Papst Benedikt tatsächlich mit irgendeiner Intrige zum Rücktritt gezwungen worden sein, so bleibt zu hoffen, dass die Täter früher oder später demaskiert werden. Eine Rolle könnte die schurkenhafte Entwendung von Unterlagen des Papstes aus seinen Privatgemächern vor einigen Monaten spielen. Doch wie auch immer: Es ist tragisch dass ein solch humanistisch gebildeter, wenn auch umstrittener Papst, auf diese Art und Weise möglicherweise aus dem Amt gedrängt wurde.

Für Deutschland ist der möglicherweise erzwungene Rücktritt besonders tragisch. Ist doch Papst Benedikt der erste deutsche Papst seit fast 500 Jahren. Sein „Nachfolger“ solle möglicherweise aus Südamerika kommen.

Derweil erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch: „Die Nachricht vom Rücktritt unseres Heiligen Vaters bewegt mich zutiefst. Papst Benedikt gibt aller Welt ein leuchtendes Beispiel wirklichen Verantwortungsbewusstseins und lebendiger Liebe zur Kirche. Christus hat ihm durch die Kardinäle das Petrusamt anvertraut. In der Stunde, in der seine Kräfte zu gering werden, um der Kirche den erforderlichen Dienst zu erweisen, legt er dieses Amt zurück in Gottes Entscheiden. Es ist eine große menschliche und religiöse Geste. Wir deutschen Bischöfe danken dem Heiligen Vater für seinen Dienst auf dem Stuhl Petri und sind erfüllt von großem Respekt und von Bewunderung für seine Entscheidung….“.

„Regelrecht schockiert“ zeigt sich der Kölner Kardinal Joachim Meisner vom Rücktritt von Papst Benedikt XVI. schreibt der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Rücktrittserklärung ist einfach zu kurz

Die offizielle Rücktrittserklärung des Papstes ist auch erstaunlich kurz – und ebenfalls ein Hinweis, dass hier möglicherweise erpresserische Kräfte am Gange waren. Denn eines dürfte klar sein: Ein so gebildeter und an der Welt interessierter Mann wie Papst Benedikt hätte der Welt sicherlich mehr mit zuteilen, als ein paar dürre Worte zum Abschied. So äußert er keinen einzigen Satz zum Zustand der Katholischen Kirche, zum Zustand der Welt, zu dem, was er der Welt und den Menschen für die Zukunft wünscht….

„Liebe Mitbrüder!

Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, daß ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. Im Bewußtsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so daß ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muß.

Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.

Aus dem Vatikan, 10. Februar 2013″



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Kommentare (1)


Elke Greding 28. Februar 2018 um 22:11

Fur mich ganz klar, Papst Benedikt XVI wurde bedroht und musste abdanken. Das oder er ware ermordet worden.
Leider wird es wohl nie raus kommen, zumindestens nicht in den nachsten 25 Jahren.

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