Skip to main content
Dienstag, 23. April 2019

Lockern SPD und CDU Tattoo-Regeln für Polizei Berlin?

Nicht jede Tätowierung muss anstößig sein. Kippt Berlin die regiden Tattoo-Regeln?

Das Berliner Boulevardblatt B.Z. (Axel Springer SE) berichtet, wonach die Mehrheit der Berliner Polizeibeamten für eine Lockerung der Regel für Tattoos sei.

Bislang gelte, dass Berliner Polizisten und Polizistinnen ihre Tätowierungen so zu tragen hätten, dass diese während des Dienstes nicht zu sehen seien, sofern die Polizeibeamten eine Uniform tragen. Doch ist das noch zeitgemäß? Besonders unangenehm ist die Regel in Berlin für Polizeibeamte während des Sommers, dann nämlich, wenn die Hitze in der Hauptstadt drückend wird und eigentlich Zeit für kurze Hemden ist.

Doch wenn Polizeibeamte ihre Unter- oder Oberarme mit Tätowierungen verziert haben, müssen die Hemden auch in den Sommermonaten lang bleiben. Keine Tatoos dürfen ebenso auf dem Hals, Kopf oder den Händen zu sehen sein. Die BZ schreibt, 60 Prozent von 5.211 befragten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen seien dafür, dass die rigiden Berliner Senatsregeln in Bezug auf sichtbare Tätowierungen gelockert werden sollten. Ihr Argument: Die Versteck-Regel sei nicht mehr zeitgemäß.

Allerdings gibt es nicht nur Zustimmung zu den Lockerungen. Die BZ zitiert beispielsweise einen Polizisten mit den Worten: „Ein Polizist muss Ordentlichkeit vermitteln. Tattoos im Gesicht oder an den Unterarmen sind da nicht okay.“ Dem widerspricht allerdings Peter M., ebenfalls ein Berliner Polizeibeamter.

Er sagte gegenüber dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com: „Ich finde es sollte stärker differenziert werden. So könnte man bezüglich erlaubter oder unerlaubter Tattoo-Motive diskutieren. Natürlich geht es nicht, wenn ein Polizeibeamter mit nackten in die Haut tätowierten Frauen auf den Unterarmen zu Bürgern geht. Aber wenn es seriöse Tattoos sind, die beispielsweise abstrakte Muster, keine Namen der oder des Angebeteten zeigen und auch kein recht eindeutiges parteipolitisches Statement abgeben, sollte die Regel deutlich liberaler sein.“

Derzeit ist nicht bekannt, wie die regierende Koalition aus SPD und CDU das Thema Tattoos bei der Berliner Polizei einschätzt und ob sie eine beamtenfreundlichere Regel befürwortet. Regierunder Bürgermeister in Berlin ist der SPD-Politiker Michael Müller. Während es in der Berliner SPD eher Zustimmung zur Lockerung der Tattoo-Regel unter Polizeibeamten geben könnte, dürfte das bei der eher spießiger ausgerichteten CDU schon schwieriger werden. Als liberal in Bezug auf Tätowierungen gelten auch Parteien in der Opposition des Berliner Senats, wie die LINKEN, GRÜNEN oder PIRATEN.

Die Sitzverteilung im Berliner Abgeordnetenhaus sieht wie folgt aus: SPD (46 Sitze), CDU (39), GRÜNE (29), LINKE (19), PIRATEN (15) und fraktionslos (1). Die Fraktionsvorsitzenden in Berlin sind:

Raed Saleh (SPD), Florian Graf (CDU), Ramona Pop (GRÜNE) und Antje Kapek (GRÜNE), Udo Wolf (LINKE), Alexander Spies (PIRATEN) und Martin Delius (PIRATEN).

Senatoren in Berlin sind neben Müller: Frank Henkel (Bürgermeister und Senator für Inneres und Sport; CDU), Dilek Kolat (Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen; SPD), Andreas Geisel (Senator für Stadtentwicklung und Umwelt; SPD), Sandra Scheeres (Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft; SPD), Dr. Matthias Kollatz-Ahnen (Senator für Finanzen; SPD), Mario Czaja (Senator für Gesundheit und Soziales; CDU), Thomas Heilmann (Senator für Justiz und Verbraucherschutz; CDU) und Cornelia Yzer (Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung; CDU).



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]