Teehaus-Abzocke Peking-Touristen / 280 Euro für Teetrinken

Peking Teehaus-Abzocke -kriegsberichterstattung

Aktuell nehmen Warnungen vor einer Teehaus-Mafia in Chinas Hauptstadt Peking zu (keywords: tea house mafia Beijing, tea house mafia asia, Beijing Tea Scam). Betroffen sind Touristen von Teehaus-Abzocke – auf englisch „Tea Scam“ – aber auch in Shanghai oder anderen Städten Asiens. Wie kriegsberichterstattung.com erfuhr (english letter see end of text / englischer Brief am Ende dieses Textes), ist die Strategie, Touristen vor allem aus Europa, Australien oder den USA abzuzocken, dabei häufig die gleiche:

Unschuldig aussehende Chinesen sprechen Touristen auf dem Tiananmen-Platz an, dem sogenannten „Platz der Himmlischen Friedens“. Ihre einführende Frage: Ob die Touristen das erste Mal in Peking seien. In der Regel ist das der Fall. Dann behaupten die Chinesen, sie seien das erste Mal ebenfalls in Peking, stammten original aus Hongkong und würden sich aber bereits ganz gut in der Stadt auskennen. Ist nach den ersten Satzwechseln eine kleine Vertrauensbasis geschaffen, bieten die Chinesen den Touristen an, ob sie diese nicht mal durch die Pekinger Altstadt führen dürften, welche unmittelbar an den Tiananmen-Platz anschließt.

Nicht selten wird ein solcher Rundgang durch ein Essen in einem billigen guten chinesischen Restaurant bei Hot-Pot-Essen unterbrochen. Müde vom vielen Laufen fragen die Chinesen dann früher oder später, ob die Touristen denn nicht Lust auf ein original chinesisches Teehaus hätten. Wer dann ja sagt, tappt bereits in die Falle. Beliebt bei der chinesischen Teehaus-Mafia ist ein „Teehaus“ direkt über einer Drogerie in der Pekinger berühmten Fußgängerzone namens Dazhalan. Sie ist seit der Ming-Dynastie Einkaufsstraße. Hier befinden sich so beeindruckende alte Geschäfte wie der Lebensmittelhändler Liubijü, 1530 gegründet – am Eingang der Dazhalan. Der Laden bietet Vielerlei von Gemüse bis Süßwaren.

Vorsicht!!! caution!!! This is one of the chinese tea scam houses / Das ist eines der Pekinger Tee-Betrugs-Häuser. Von außen wirkt es wie eine Drogerie. Über eine schmale Treppe geht es hinauf ins Abzockzimmer das angeblich ein besonderes Teehaus sei.

In unmittelbarer Nähe liegt ein bekannter Schuhladen. Hier kauften bereits viele wichtige Personen aus der Pekinger Parteispitze ihre berühmten Stoffschuhe ein. Das belegen Fotos. Etwas weiter entfernt liegt eine der ältesten Apotheken Pekings, 1669 gegründet. Sie gehört weltweit zu den ältesten. In diesem beeindruckenden Ambiente zwischen alten Gebäuden und chinesischen roten Lampions werden auch die härtesten vielreisenden Touristen melancholisch und verspüren nur noch einen Drang: Sich dieser großen Kulisse hinzugeben. Ein Tässchen Tee zu nehmen und zu verschnaufen. Das wissen auch die unbestellten Hongkonger Stadtführer. So kommt denn auch recht zügig die Frage, ob man sich nicht endlich bei einem Tässchen Tee ausruhen möge? Es folgt parallel ein Fingerzeig auf ein angebliches Teehaus, das man gerade zufällig erspäht habe. In besonders dreisten Fällen ist das sogenannte „Teehaus“ lediglich eine über einer Drogerie eingerichtete Etage, die den Eindruck an ein Teehaus erwecken soll, in anderen Fällen können es auch einmal schönere „Teehäuser“ sein. Im dokumentierten Fall handelte es sich um das „Bei Jing Lu Yu Quan Tea House“ (Name dürfte mittlerweile geändert sein).

Die Masche mit der chinesischen Tracht

Gemeinsam ist ihnen: Wenn sich die Touristen vom Kellner oder der Kellnerin, häufig in traditionellen chinesischen Trachten gekleidet, nicht umgehend die Menükarte mit Preisen zeigen lassen, und diese auch bei Tisch behalten, kann nach spätestens 40 Minuten netter Tee-Zeremonie das böse Erwachen mit der Rechnung kommen. Touristen berichteten kriegsberichterstattung.com von Rechnungen die um die 280 Euro betragen haben.

 


Sehen harmlos aus: Doch diese beiden haben es faustdick hinter den Ohren. Nach drei Stunden Stadt-Besichtigung werden sie den deutschen Touristen in der Mitte in die Tee-Falle locken.

These guys are part of the tea house scam in asia. Here with a German tourist. After three hours sightseeing they will bring him to the tea scam house.

Zum Vergleich: Ein Chinese verdient durchschnittlich nicht mehr als 150 bis 200 Euro im Monat! In unserem Beispiel der Hongkong-Chinesen war natürlich die Rechnungslegung von Anfang an geplant. Auf Protest der Europäer, man sehe nicht ein, solch völlig überzogene Rechnungen zu begleichen, folgen theatralische Einführungen der chinesischen jungen Altstadtführer, man solle das doch bitte bezahlen, die Chinesen verlören ansonsten „ihr Gesicht“.

Großzügig bieten sie dann noch an, die Hälfte der Rechnung zu begleichen, außerdem erhielten die Touristen noch vom Teehaus ein kostenloses Geschenk, eine Teepackung. Wer sich dann immer noch weigert, dem wird am Treppenausgang in einer Ecke ein großes ein Meter mal 50 Zentimeter breites Plakat gezeigt, welches aber nur beim Verlassen des Teehauses einzusehen ist.

Daneben hängt in der gleichen Größe ein weiteres Plakat, welches unverschämter Weise darauf hinweist, der Kunde möge sich doch bitte grundsätzlich vor dem Teetrinken die Preise zeigen lassen. Fühle man sich einmal ungerecht behandelt, könne man sich bei einem Konsumentenverein (Dahilan Branch of Xuanwu Consumer Association) beschweren. Doch viele Reisende berichteten kriegsberichterstattung.com: Wer das tat, ob auf Englisch oder Chinesisch, bekam nie eine Antwort. Denn diesen Verein gibt es gar nicht (Plakat „Expense prompt“).

 

Consumer fake phrases: Everything what is written on this poster is wrong – there is no „Dashilan Industry & Commerce Institute“ or „Dashilan Branch of Xuanwu Consumer Association“ in Beijing / Peking. Dieses Plakat, gut versteckt in einer Ecke an der Treppe im „Teehouse“ dient nur der Verbraucher-Täuschung. Eine Beschwerde beim angeblichen Verbraucher-Verein „Dashilan Industry & Commerce Institute or Dashilan Branch of Xuanwu Consumer Association ist sinnlos. Denn der Verein ist Bestandteil der Abzock-Mafia.

Kriegsberichterstattung.com warnt deshalb Reisende:

Lassen Sie sich nicht von Fremden, seien sie auch noch so nett, ansprechen und zu Stadttouren überreden. Lassen Sie sich immer eine Menükarte zeigen mit Preisen. Den Glauben, ein Tässchen Tee könne nicht die Welt kosten, haben in China bereits viele Touristen teuer bezahlen müssen. Kommt es aber dennoch einmal zu einer Auseinandersetzung, schicken Sie zunächst eine SMS an andere Touristen oder nach Hause, und teilen Sie mit, wo Sie sich gerade befinden – mit der Adresse – und war passiert ist.

Rufen Sie anschließend über Ihr Mobiltelefon die chinesische Polizei und erzählen Sie, dass Sie sich hier abgezockt fühlen. Erstatten Sie Anzeige. Informieren Sie zudem die deutsche Botschaft und möglichst Reise-Seiten wie kriegsberichterstattung.com. Machen Sie die Dinge öffentlich! Und: Bezahlen Sie nicht mit Kreditkarte. Wenn Sie das unterzeichnet haben, kommen Sie aus der Sache nicht mehr raus. Die Kreditkarten-Unternehmen werden sich weigern, den Betrag dann wieder zurückzurufen.

Anbei ein Brief von einem Geschädigten, der kriegsberichterstattung.com erreichte:

„Dear travelers, dear Publishers from kriegsberichterstattung.com, I visited Beijing with a friend in 2009. At the Tiananmen-Place two guys, around 30, told us, they were from Hongkong and visited Beijing for the first time. They asked us, if they should show us the old city of Beijing. After three hours they asked us, to visit a “teahouse” named Beijing Luyuquan Tea House (in the famous Dazhalan-Street). After 40 minutes and tasting 6 kinds of tea in very small tea-cups (~2cl) and eating a few peanuts, the waitress presented to us the bill of ¥2800 (~€280 or 350 US$) for four persons. We were shocked, because we knew, that Chinese people do usually not earn more than 200 Euro (250 US $) a month. We asked for a formal and detailed receipt listing the individual services. We got it, but didn’t want to pay because it was obviously that these were special “tourist-prices”. Finally we were afraid to get into trouble, so we decided to pay the amount with credit card in order to get out of this. We hope, that you will publish this on your travel-Homepage kriegsberichterstattung.com.“

23 Replies to “Teehaus-Abzocke Peking-Touristen / 280 Euro für Teetrinken”

  1. Wenn sich erst mal vom Schock der Abzockerei erholt hat und dann noch genug dreist ist, kann man sich das Geld zurückholen, selbst wenn man keine Quittung hat. Vorraussetzung: mindestens 5 Personen gehen dahin (davon wenn möglich jemand, der Chinesisch kann) und treten entschlossen auf: in 10 Minuten wollen wir das Geld (die müssen es evtl. auch beim Chef oder vom Automaten holen), sonst rufen wir die Polizei (Tel 110)

  2. This happen not only in Beijing, also in Shanghai, especially on the river side. Fortunately I know this trick from my colleagues. In my case it was a Chinese Art Company with a nice climatized room and a lady, master of tea cermonie. I let me shown the menu card, but 49 RMB for a cup of tea? Good chinese tea is available for 125 RMB for 250g, and this is very fine stuff. I end the discussion, because I want more a beer, the people said: we lost our face and so on. But, for me now way. This case starts with: Can you please make a photo from me and my friends. Be carefull!!!

  3. Erst gestern in Shanghai passiert. Eine Frau mittleren Alters war die Englischlehrerin, die gerade mit zwei ihrer Schüler (ein junges Mädchen und ein Junge, beide Anfang 20) unterwegs war und uns ansprach. Zunächst ging es nur um ein simples Foto das wir mit deren Kamera machen sollten. Dann wurden wir in ein Gespräch verwickelt, woher kommt ihr, was macht ihr usw. Sie sagten, sie würden sich eine chinesische Teezeremonie anschauen und ob wir nicht mitgehen wollten. Mein erster unbewusster Reflex war zwar „Besser nicht mitgehen“, aber da meine Freundin ebenfalls ja sagte verstummten die Alarmglocken. Der Trick lag primär darin, dass ständig absolut unverfängliche Fragen gestellt wurden: Was machst du, woher kommst du, wie alt, wie ist dein Name. Sie gaben auch einiges scheinbar persönliches von sich Preis (zb. Foto des Kindes von der angeblichen Englisch-Lehrerin). Die Teezeremonie fand dann ganz in der Nähe des Yu Garden statt, war aber im Prinzip irgendein Privathaus mit einem Schild drauf, alle 5 in ein Kämmerlein und 20 Minuten später waren wir beide um etwa 500 RMB erleichtert – für 5 verschiedene Teesorten. Interessant dabei war, dass die anderen drei auch zahlten, als alles ganz normal wäre. Aber zur Info für andere Reisende: für 500 RMB gehen vier Leute sehr gut Abendessen. Ein Kollege, der in Shanghai schon Jahre arbeitet, hat uns folgendes erklärt, als ich ihm die Geschichte erzählte: Er traut keiner unbekannten Person auf der Straße. Sein Tipp: Die Leute einfach ignorieren, auch wenn sie scheinbar so nett oder auch gut gekleidet sind. Zweiter Tipp: Sollte man noch rechtzeitig den Nepp entdecken, kann man sich ruhig trauen, energisch aufzutreten, denn anscheinend gehen die Chinesen ungern einen derartigen Streit ein. Sie reagieren dann nicht wie Leute in Indien oder Pakistan….. 😉 Dennoch: Shanghai ist eine Reise wert, aber bitte sehr gut aufpassen!

  4. Mir (30, m) ist heute Ähnliches in Shanghai passiert. Zwei Damen gaben sich als Toruristinnen aus der Provinz Harbin aus und wollten zunächst, dass ich ein Foto von Ihnen mit ihrem Handy mache. Danach verwickelten sie mich in ein Gespräch und erzählten, dass sie nun in ein Teehaus gehen wollten. Sie fragten mich, ob ich nicht mitkommen wollte, da das doch DIE Attraktion schlechthin in Shanghai sei. Nichtsahnend und im Glauben, dass die Rechnung für europäische Verhältnisse in China ja bestimmt nicht sehr hoch sein würde, ließ ich mich darauf ein und in einem nahegelegenen Laden mit pompösem Eingangsbereich erfolgte dann in einem kleinen Raum die Teeverkostung. Der Tee war lecker und alles wirkte sehr professionell. Die angeblichen Touristinnen erläuterten mir das Geschehen und erklärten mir dessen scheinbare buddhistische Bedeutung. Danach wurde Tee zum Verkauf angeboten für Preise, die im Rahmen waren. Schließlich kam dann aber eine total überteuerte Rechnung für die "Teezeremonie". Nachdem ich die Anwesenden ungläubig anschaute, meinten sie dann, sie übernähmen einen Teil meiner Rechnung, letztlich zahlte ich aber 1100 CNY, wobei ich noch Tee und ein billiges Tellerset "geschenkt" bekam. Die Damen zahlten scheinbar ähnlich viel, wobei im Nachhinein betrachtet wohl abgekartet war. Alles in allem war die Masche sehr professionell durchgezogen. Das Gespräch und sein Zustandekommen wirkten durchaus authentisch, Das Englisch der Damen war für chinesiche Verhätnisse sehr gut und sie erzählten detailliert von ihren angeblichen euopäischen Studentenfreunden. Es war so, wie ähnliche Gespräche, die ich schon mit chinesichen Studenten geführt hatte. Letztich sehr schade, denn diese Abzocke erzeugt großes Misstrauen. Falls mich mal jemand wirklich jemand in China einladen wollte, würde ich nun prinzipiell ablehnen.

  5. Ich hatte auch schon von dieser Masche gehört und war stets misstrauisch. Aber da ich schliesslich mehrere gute Erfahrungen gemacht habe mit Chinesen, war ich bei 2 Personen „angeblich aus Schanghai“ zu wenig misstrauisch. Bedenken hatte ich erst als ich sie wiederholt etwas hingehalten hatte mit Extrarouten und sie dabei ungeduldig wurden.
    Als ich verlangte statt in „ihren Keller“ in ein Restaurant meiner Wahl zu gehen wurden sie agressiv. Da ich absichtlich ihre Zeit verschwende drohten sie mir damit Komplizen zu rufen. Ich konnte sie dann jedoch mit 200 Yen (ca.25€) besänftigen.

    Wenn man sich nicht ganz sicher ist:
    -Hotel nicht angeben!!
    -Aufentshaltdauer verschweigen!
    -keinen Blick auf Geld-beutel/versteck zulassen!
    -falschen Namen verwenden

    Dadurch ist man weniger erpressbar und kann die Notbremse ziehen, wenn man Bedenken hat!

  6. Hallo,
    ich kann das noch toppen.
    Ich habe grad meine Kreditkartenabrechnung in der Hand mit 11200 CNY also 1333,49 EUR.
    Ich bin mir sicher das ich für 1120 CNY unterschrieben habe.
    Es gab dafür eine Flasche Wein, Cola, Tee, Kaffee und 2 Teller Dumpling.
    2 Mädels fragten ob ich mit kommen möchte die Altstadt angucken am Platz des Him.Friedens.
    Dann ging es in ein Kellerlokal zu Teetrinken dann begann die Abzocke.
    Die Mädels bestellten eifrig und man hat sich nett unterhalten.
    Dann kam die Rechnung fand ich zwar sehr hoch mit 133 EUR aber ok, also mit Karte bezahlt und auf der Abrechnung ist nun eine Null mehr dahinter.
    Mal sehen ob Mastercard hier helfen kann, es bleibt spannend

  7. Der Beitrag hat nicht an Aktualität verloren! Auch ich habe in Shanghai Bekanntschaft mit 2 Jungs und einem Mädel gemacht. Die drei wurden zufällig von meiner Kamera abgeknipst, bevor diese uns angesprochen haben. Und auch die „Teezeremonie-Meisterin“ ist in Großformat auf einem anderen Bild abgelichtet. Das war ihr zwar unangenehm, hat aber nichts weiter unternommen.
    *** Ich würde die Bilder gerne hier allen zugänglich machen, mal kucken ob’s funktioniert: http://www.image-load.net/show/img/SmWtB3O507.JPG

  8. Hallo,

    das ist mir leider auch passiert. In Shanghai haben mich irgendwelche Leute nett angesprochen und ich war dann 100 Euro los. Das war am People’s Square kurz bevor ich ins Shanghai Museum gehen wollte 🙁 Ich hab mich nicht getraut, es nicht zu bezahlen.

    Viele Gruesse,

  9. Mir ist heute das selbe passiert. Lief ähnlich ab. Habe 55 € bezahlt (die beiden chinesen haben „ihren“ teil bezhalt). Fand den preis eigentlich ganz in ordnung, vllt etwas zu hoch, aber nicht dramatisch zu viel, war daher gar nicht allzu misstrauisch. Erst im nachhinein kamen die zweifel. Die 55€ sind mir eigentlich ziemlich egal. Fand das war die darbietung sogar wert. Bin nur etwas besorgt, weil ich unter die rechnung meine unterschrift gesetzt habe (die beiden chinesen auch, sie meinten das solle man machen, wenn man zufrieden mit dem service war….ich weiß, war dumm…) nichtsdestotrotz, habe in bar bezahlt und meine kreditkarte nicht herausgegeben, haben also nicht meine kreditkarten informationen. Die frage die ich mir stelle ist, wozu sie die unterschrift haben wollten. Zu dem zeitpunkt hatte ich bereits in bar bezahlt, sie hatten also nicht meine kreditkarteninformationen. Habt ihr eine idee? Besten dank für die hilfe!

  10. Uns (zwei deutsche Studentinnen) ist heute in Peking am Platz des Himmlischen Friedens genau das gleiche passiert. Zwei Studentinnen in unserem Alter haben uns angesprochen und nach einem kurzen Gespräch gefragt, ob wir gemeinsam etwas trinken gehen möchten. In einem recht schäbig aussehendem Lokal haben wir 2 Bier (zu je 20 Yuan) und die beiden je einen Saft bestellt. Danach haben sie 2 Kannen Tee bestellt – ohne uns zu fragen – und vier Gläser damit befüllt. Es wirkte so, als ob sie uns auf diese Kannen einladen, da sie nie gefragt haben, ob wir Tee möchten. Als er dann vor uns stand, haben wir auch nicht geahnt, dass er 400 Yuan pro Kanne kosten würde. Die Rechnung betrug am Ende 1000 Yuan und die Mädels haben direkt vorgeschlagen, den Betrag mit Karte zu zahelen und zu vierteln. Da wir so viel Geld nicht dabei hatten, haben wir also mit Karte bezahlt – dummerweise sind wir in dem Schockzustand nicht darauf gekommen zu behaupten, dass wir keine Karte dabei hätten. Ich habe mir zwar noch einmal die Getränkekarte zeigen lassen, weil ich bei der Rechnung natürlich stutzig wurde, aber auf der Karte sind die Tees mit 300-500 Yuan pro Kanne verzeichnet. Da kann man sich schwer wehren. Die Mädels verteidigten daraufhin das Angebot, es sei ja eine feine Gegend, man dürfe so oft nachfüllen wie man wolle und so lange bleiben wie man möchte. Im Endeffekt sind wir mit 30 EUR pro Person ja noch verhältnismäßig billig weggekommen – wenn man die anderen Berichte hier so liest. Leider liest man diese aber auch erst dann, wenn man schon zum Opfer geworden ist und sich total missbraucht fühlt.

  11. Ich (männlich, 26) war beruflich für einen Tag und zum ersten Mal in Peking, und wollte die Verbotene Stadt besuchen. Kaum ausgestiegen an der Tiananmen-Subway-Station, sprachen mich zwei junge Leute (um die 30), angeblich Cousin und Cousine an, woher ich denn komme. Leider liess ich mich auf ein Gespräch ein, worin sie behaupteten, sie seien aus Shanghai und auch zum ersten mal hier, und sie wollten natürlich auch die Verbotene Stadt besuchen, ob ich sie denn nicht begleiten wolle. Kaum hundert Meter gelaufen, fragten sie schon, ob ich denn nicht mit ihnen einen Kaffee trinken wolle. Natürlich wieder eingewilligt und schwups, in einem winzigen Raum in einer Seitengasse gelandet. Ich hab mir einen Kaffee bestellt, der Junge ein Bier und die Frau Tee. Nach 30 Minuten Gespräch dann die gesalzene Rechnung von RMB 1990 oder € 250!
    Ich versuchte mich dann zu wehren, wobei Argumente kamen, der Tee sei sehr gut und teuer hier in der Gegend, oder die Nummer mit der arg beleidigten Art und agressiven Frage, ob ich denn das Gefühl habe, Chinesen könnten sich ein solches „Teekränzchen“ nicht leisten. Ebenfalls das Angebot, jeder bezahle einen Drittel. Als mir das immer noch zu viel war, immer wieder die Frage, wer denn meinen Teil bezahlen soll?
    Etwas Bange vor den Konsequenzen, wenn ich „nur“ RMB 200 liegen lasse und einfach gehe, liess ich dann RMB 400 (€50) liegen und konnte mich dann aus dem Staub machen.
    Im nachhinein frage ich mich, wie ich mich nur so einfach verschaukeln lassen konnte. Aber viel schlimmer ist noch das Gefühl, etwa eine Stunde lang in vollem Vertrauen mit Leuten gesprochen zu haben, die von Anfang an nur schlechte Absichten mit mir hatten.
    Hütet euch!

  12. Meiner Freundin und mir ist es erst Ende März in Peking passiert. Es haben uns direkt am Platz des himmlischen Friedens zwei Mädels angequatscht, die angeblich aus Shanghai kommen, sich mittlerweile aber sehr gut in Peking auskennen. Nach einem Small-Talk fragten sie uns, ob wir nicht gemeinsam einen Kaffee trinken möchten. Tja und da ging’s dann los. Wir wurden in einen Raum geführt, der recht simpel aussah und irgendwie hatte der ganze Laden nicht unbedingt das Flair eines Chinesischen Teehauses. Aber gut, ich hatte zwei Bier, meine Freundin eine Cola und die Mädels hatten noch für uns alle Tee bestellt. Um es abzukürzen hatten wir dann eine Rechnung von 500RMB, was für das bisschen höllenteuer war und vor allem hatten die Mädels die Erwartungshaltung, dass wir alles bezahlen. Ich sagte dann nur, dass sie uns doch gefragt hatten, ob wir nicht einen Kaffee trinken möchten, warf jedoch trotzdem 300RMB auf den Tisch. Nach kurzer Verabschiedung und totaler Irritation machte ich mich dann auf ins Internet und fand die hier aufgeführten Beiträge. Tja und dann mussten wir feststellen, dass wir als vermeintlich Reiseerfahrene den Beiden ebenfalls auf den Leim gegangen sind, auch wenn es in unserem Fall letzten Endes „nur“ um 300RMB ging. Daher meine Empfehlung! Lasst Euch auf so ein Gequatsche niemals ein, auch wenn Eure Freundin noch so mit Komplimenten überhäuft wird. Das sind alles Verbrecher, denen man das Handwerk legen müsste. Nie wieder passiert uns sowas! Zumindest nehmen wir uns das vor:-)

  13. The same happened to me today in Shanghai. The only good thing was that i did not have much cash in my purse and so they did not know what to do. It was still about USD 80 I paid but at least not the USD 200 they set me up for. I cant believe I fell for this. Please be careful out there.

  14. Uns ist gestern das gleiche passiert, hätten wir den Artikel bloß mal vorher gelesen…
    Bei uns wars die Nummer mit Cousin und Cousine, die uns in ein Gespräch verwickelt haben, nachdem wir netterweise ein Photo von ihnen gemacht hatten.
    Dann schnell in ein Teahouse gelockt und 1800 abgezogen.
    Unser Tip: Das Geld mit Kreditkarte bezahlen (dann kann man es zur Not noch zurückbuchen) und anschließend zur Polizei, zur Not auch am nächsten Tag. In der Shanxi Road sprechen sie Englisch und kennen diese Betrüger wohl auch schon. Man sollte sich auf jeden Fall die Straße des Teahouses merken, das macht die Sache eifacher. Bei uns war es eine Sache von 20 min um unser Geld wieder zu bekommen. Alleine (auch nicht zu fünft) würde ich da NIE hingehen, besser man klärt das über die Polizei!
    Viel Erfolg!

  15. Bei mir wurde es zweimal versucht, erst ein Typ aus Shanghai, dem ich leider teilweise auf dem Leim gegangen bin. Erst ein Teehaus, wo die Rechnung 500 Yuan betrug anschließend Karaoke, Rechnung ca. 3000 Yuan. Zum Glück hatte ich nur ca. 1000 Yuan mit und ihm davon erst später erzählt. Er hat dann den Rest per Kreditkarte gezahlt. Muss ein ärgerlicher Abend für ihn gewesen sein. Gestern war ich wieder da, weil ich eig alleine nochmal Old Beijing besuchen wollte. Dann kamen 2 jüngere auf mich zu, einer behauptete In Shenzen Geschichte zu studieren und ein Mädchen mit orangenen Haaren Kunst. Rein zufällig wollten sie mit mir ins selbe Teehaus.

    Also Leute seid vorsichtig!

  16. Ich bin den Typen aus Shanghai auch auf den Leim gegangen. Lief aber etwas anders, die Rechnung war ok, aber dann war der Betrag auf der Kreditkartenrechnung viel höher. Ich habe dies nicht gemerkt, habe unterschrieben und nun kann und will die Kreditkartenfirma nichts machen.
    Ich werde beruflich wohl noch mal in China sein. Macht es Sinn mit der Polizei zu den Läden zu gehen, um das Geld einzufordern. Hat da jemand Erfahrungen?

    Danke

  17. Erst gestern in Beijing passiert.
    Angebliche Computerspezialisten aus Shanghai.
    Angtroffen am Platz des himmlischen friedens und dann ab in die Altstadt im süden.
    Gleiche Strasse gleiche Masche.
    Zum Glück hatten wir nur wenig Zeit im Keller des Teehauses verbracht und die Umgebung war sehr unagenehm. Ständig kamen die auf TEE preise zu sprechen und wollten unsere Kreditkarten sehen weil sie angeblich noch nie welche gesehen haben.
    Gott sei dank hab ich meine Karten nie dabei!!!
    Am ende war die Überraschung. 375 RMB pro Person!
    Wir sollten dann noch bleiben weil einer der beiden Betrüger mit Karte bezahlt hat aber wir sind dann so schnell es ging geflohen.

  18. Hi Leute,

    ist mir auch ebenfalls passiert, Teehaus und danach Karaoke bar, ingsesamt fast 2000 yuan was ungefaehr fast 250 Euro bedeutet!

    BE CAREFUL!!

  19. Der Artikel schildert sehr gut das Vorgehen dieser Leute und die Stimmungen, die einen Touristen dazu verleiten, so irrational zu handeln.
    In Shanghai passiert die Geschichte offenbar auch häufig; ich habe sie viermal gehört. Z.B. diejenigen von einem gut Englisch sprechenden angeblicher Medizinstudent, der einem zuerst gerne zu Fuss allerlei Sehenswürdigkeiten zeigt und auch vor übertriebenen Preisen, z.B. für Perlen warnt. Wenn das zum Schluss erfolgte Zerimoniell je 10 Tassen für „Touristenführer“ und Kunde beinhaltet und man auch noch 3 Packungen als Geschenk bestellt hat (die Preise sind für 50 g angegeben, die Packungen aber 200 g), dann kann man auch auf doppelt so viel die oben genannte Ziffer kommen.

  20. Hallo,bin gerade in Peking. Die Masche wurde, wenn ich mich nicht verzählt habe, sieben mal probiert. Zum Glück waren die ersten die mich angesprochen haben recht unsympathisch, und nach dem dritten mal der gleichen Geschichte merkt merkt dann auch jeder, dass da irgendwas nicht stimmt. Eine weitere Gefahr sind die Rikschafahrer vor der verbotenen Stadt. Sie wollten uns für 3 Yuan/Person vom Ausgang (wo uns der Taxifahrer abgesetzt hat) zum Eingang bringen. Nach ein paar Meter wechselten die Fahrer und ab ging es in ein Gewirr von kleinen Gassen. Dann hielten sie auf einmal an und wollten 300 Yuan. Zum Glück konnten wir die Hauptstrasse sehen, wir haben dann 5 Yuan/Person hingeschmissen, goßzügig aufs Wechselgeld verzichtet, und nichts wie weg. Ansonsten super Stadt !!! Viel Spass Mara

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