Aktuell nehmen Warnungen vor einer Teehaus-Mafia in Chinas Hauptstadt Peking zu (keywords: tea house mafia Beijing, tea house mafia asia, Beijing Tea Scam). Betroffen sind Touristen von Teehaus-Abzocke – auf englisch „Tea Scam“ – aber auch in Shanghai oder anderen Städten Asiens. Wie kriegsberichterstattung.com erfuhr (english letter see end of text / englischer Brief am Ende dieses Textes), ist die Strategie, Touristen vor allem aus Europa, Australien oder den USA abzuzocken, dabei häufig die gleiche:

Unschuldig aussehende Chinesen sprechen Touristen auf dem Tiananmen-Platz an, dem sogenannten „Platz der Himmlischen Friedens“. Ihre einführende Frage: Ob die Touristen das erste Mal in Peking seien. In der Regel ist das der Fall. Dann behaupten die Chinesen, sie seien das erste Mal ebenfalls in Peking, stammten original aus Hongkong und würden sich aber bereits ganz gut in der Stadt auskennen. Ist nach den ersten Satzwechseln eine kleine Vertrauensbasis geschaffen, bieten die Chinesen den Touristen an, ob sie diese nicht mal durch die Pekinger Altstadt führen dürften, welche unmittelbar an den Tiananmen-Platz anschließt.

Nicht selten wird ein solcher Rundgang durch ein Essen in einem billigen guten chinesischen Restaurant bei Hot-Pot-Essen unterbrochen. Müde vom vielen Laufen fragen die Chinesen dann früher oder später, ob die Touristen denn nicht Lust auf ein original chinesisches Teehaus hätten. Wer dann ja sagt, tappt bereits in die Falle. Beliebt bei der chinesischen Teehaus-Mafia ist ein „Teehaus“ direkt über einer Drogerie in der Pekinger berühmten Fußgängerzone namens Dazhalan. Sie ist seit der Ming-Dynastie Einkaufsstraße. Hier befinden sich so beeindruckende alte Geschäfte wie der Lebensmittelhändler Liubijü, 1530 gegründet – am Eingang der Dazhalan. Der Laden bietet Vielerlei von Gemüse bis Süßwaren.

Vorsicht!!! caution!!! This is one of the chinese tea scam houses / Das ist eines der Pekinger Tee-Betrugs-Häuser. Von außen wirkt es wie eine Drogerie. Über eine schmale Treppe geht es hinauf ins Abzockzimmer das angeblich ein besonderes Teehaus sei.

In unmittelbarer Nähe liegt ein bekannter Schuhladen. Hier kauften bereits viele wichtige Personen aus der Pekinger Parteispitze ihre berühmten Stoffschuhe ein. Das belegen Fotos. Etwas weiter entfernt liegt eine der ältesten Apotheken Pekings, 1669 gegründet. Sie gehört weltweit zu den ältesten. In diesem beeindruckenden Ambiente zwischen alten Gebäuden und chinesischen roten Lampions werden auch die härtesten vielreisenden Touristen melancholisch und verspüren nur noch einen Drang: Sich dieser großen Kulisse hinzugeben. Ein Tässchen Tee zu nehmen und zu verschnaufen. Das wissen auch die unbestellten Hongkonger Stadtführer. So kommt denn auch recht zügig die Frage, ob man sich nicht endlich bei einem Tässchen Tee ausruhen möge? Es folgt parallel ein Fingerzeig auf ein angebliches Teehaus, das man gerade zufällig erspäht habe. In besonders dreisten Fällen ist das sogenannte „Teehaus“ lediglich eine über einer Drogerie eingerichtete Etage, die den Eindruck an ein Teehaus erwecken soll, in anderen Fällen können es auch einmal schönere „Teehäuser“ sein. Im dokumentierten Fall handelte es sich um das „Bei Jing Lu Yu Quan Tea House“ (Name dürfte mittlerweile geändert sein).

Die Masche mit der chinesischen Tracht

Gemeinsam ist ihnen: Wenn sich die Touristen vom Kellner oder der Kellnerin, häufig in traditionellen chinesischen Trachten gekleidet, nicht umgehend die Menükarte mit Preisen zeigen lassen, und diese auch bei Tisch behalten, kann nach spätestens 40 Minuten netter Tee-Zeremonie das böse Erwachen mit der Rechnung kommen. Touristen berichteten kriegsberichterstattung.com von Rechnungen die um die 280 Euro betragen haben.

 


Sehen harmlos aus: Doch diese beiden haben es faustdick hinter den Ohren. Nach drei Stunden Stadt-Besichtigung werden sie den deutschen Touristen in der Mitte in die Tee-Falle locken.

These guys are part of the tea house scam in asia. Here with a German tourist. After three hours sightseeing they will bring him to the tea scam house.

Zum Vergleich: Ein Chinese verdient durchschnittlich nicht mehr als 150 bis 200 Euro im Monat! In unserem Beispiel der Hongkong-Chinesen war natürlich die Rechnungslegung von Anfang an geplant. Auf Protest der Europäer, man sehe nicht ein, solch völlig überzogene Rechnungen zu begleichen, folgen theatralische Einführungen der chinesischen jungen Altstadtführer, man solle das doch bitte bezahlen, die Chinesen verlören ansonsten „ihr Gesicht“.

Großzügig bieten sie dann noch an, die Hälfte der Rechnung zu begleichen, außerdem erhielten die Touristen noch vom Teehaus ein kostenloses Geschenk, eine Teepackung. Wer sich dann immer noch weigert, dem wird am Treppenausgang in einer Ecke ein großes ein Meter mal 50 Zentimeter breites Plakat gezeigt, welches aber nur beim Verlassen des Teehauses einzusehen ist.

Daneben hängt in der gleichen Größe ein weiteres Plakat, welches unverschämter Weise darauf hinweist, der Kunde möge sich doch bitte grundsätzlich vor dem Teetrinken die Preise zeigen lassen. Fühle man sich einmal ungerecht behandelt, könne man sich bei einem Konsumentenverein (Dahilan Branch of Xuanwu Consumer Association) beschweren. Doch viele Reisende berichteten kriegsberichterstattung.com: Wer das tat, ob auf Englisch oder Chinesisch, bekam nie eine Antwort. Denn diesen Verein gibt es gar nicht (Plakat „Expense prompt“).

 

Consumer fake phrases: Everything what is written on this poster is wrong – there is no „Dashilan Industry & Commerce Institute“ or „Dashilan Branch of Xuanwu Consumer Association“ in Beijing / Peking. Dieses Plakat, gut versteckt in einer Ecke an der Treppe im „Teehouse“ dient nur der Verbraucher-Täuschung. Eine Beschwerde beim angeblichen Verbraucher-Verein „Dashilan Industry & Commerce Institute or Dashilan Branch of Xuanwu Consumer Association ist sinnlos. Denn der Verein ist Bestandteil der Abzock-Mafia.

Kriegsberichterstattung.com warnt deshalb Reisende:

Lassen Sie sich nicht von Fremden, seien sie auch noch so nett, ansprechen und zu Stadttouren überreden. Lassen Sie sich immer eine Menükarte zeigen mit Preisen. Den Glauben, ein Tässchen Tee könne nicht die Welt kosten, haben in China bereits viele Touristen teuer bezahlen müssen. Kommt es aber dennoch einmal zu einer Auseinandersetzung, schicken Sie zunächst eine SMS an andere Touristen oder nach Hause, und teilen Sie mit, wo Sie sich gerade befinden – mit der Adresse – und war passiert ist.

Rufen Sie anschließend über Ihr Mobiltelefon die chinesische Polizei und erzählen Sie, dass Sie sich hier abgezockt fühlen. Erstatten Sie Anzeige. Informieren Sie zudem die deutsche Botschaft und möglichst Reise-Seiten wie kriegsberichterstattung.com. Machen Sie die Dinge öffentlich! Und: Bezahlen Sie nicht mit Kreditkarte. Wenn Sie das unterzeichnet haben, kommen Sie aus der Sache nicht mehr raus. Die Kreditkarten-Unternehmen werden sich weigern, den Betrag dann wieder zurückzurufen.

Anbei ein Brief von einem Geschädigten, der kriegsberichterstattung.com erreichte:

„Dear travelers, dear Publishers from kriegsberichterstattung.com, I visited Beijing with a friend in 2009. At the Tiananmen-Place two guys, around 30, told us, they were from Hongkong and visited Beijing for the first time. They asked us, if they should show us the old city of Beijing. After three hours they asked us, to visit a “teahouse” named Beijing Luyuquan Tea House (in the famous Dazhalan-Street). After 40 minutes and tasting 6 kinds of tea in very small tea-cups (~2cl) and eating a few peanuts, the waitress presented to us the bill of ¥2800 (~€280 or 350 US$) for four persons. We were shocked, because we knew, that Chinese people do usually not earn more than 200 Euro (250 US $) a month. We asked for a formal and detailed receipt listing the individual services. We got it, but didn’t want to pay because it was obviously that these were special “tourist-prices”. Finally we were afraid to get into trouble, so we decided to pay the amount with credit card in order to get out of this. We hope, that you will publish this on your travel-Homepage kriegsberichterstattung.com.“

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