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Donnerstag, 21. Juni 2018

Oman, das Land von Sultan Quaboos, hat keine West-Demokratie und ist trotzdem glücklich

Oman - Jugendliche-Wasserpfeife

Aber auch der Staat fördert Bildung und Eigentum. Schwierig ist es dennoch für die ärmeren Familien. So müssen beispielsweise junge Männer, die heiraten möchten, mindestens eine Mitgift von 7000 Euro mitbringen. Doch das ist für viele Menschen im Oman kaum aufzubringen – bei einem durchschnittlichen Lohn von um die 200 Euro im Monat. Wenn also die Familie nicht zusammen mit anpackt, wird es häufig schwierig. Doch in der Regel funktionieren diese Familiensysteme, die es oft sogar Jugendlichen ermöglichen, dass sie schon in einem sehr frühen Alter eigene Autos geschenkt bekommen.

Dass der Oman im Gegensatz zu zahlreichen anderen arabischen Staaten immer noch recht stabil ist, liegt an der behutsamen Modernisierung dieses Landes unter Sultan Quaboos. So ließ er zahlreiche Straßen, auch Autobahnen, bauen, modernisierte die Infrastruktur in den Städten und Dörfern und öffnete das Land besonders für den Tourismus. Sultan Quaboos ist ein westlich geprägter Monarch, dem nachgesagt wird, er habe auch in München ein Haus.

Zahlreiche Familienmitglieder von Quaboos bekleiden wichtige Staatsämter. Staatliche Repression bekommen Touristen nirgends zu spüren. Dafür ist das Land viel zu modern und offen. Selbst die jungen Islam-Schülerinnen sprechen sehr gut englisch und sprechen Touristen auf der Straße an – im Auftrag ihrer Schulen, um den kulturellen Dialog zu fördern. Dabei erklären sie den Touristen, was sich für einen Mann schickt und was nicht. So dürfen beispielsweise Frauen und Mädchen gar nicht berührt werden.

Der Oman ist ein Land, das reich mit wunderbarer Natur gesegnet ist. Obendrein wird es von Menschen bevölkert, die weltweit sicherlich zu den attraktivsten gehören. Omanis sind hübsch. Die Mädchen sehen auch in ihren Schleiern immer noch sehr attraktiv aus, die jungen Männer laufen häufig in traditionellen weißen Röcken herum. Oft sehen sie aus wie kleine Prinzen – die Bevölkerung ist, wie in vielen arabischen Ländern, überdurchschnittlich jung.

Der Oman ist ein materialistisches Land, in dem Frauen zwar überwiegend modern erzogen werden, aber die Führungsrolle des Mannes steht ganz außer der Frage. Der Mann sagt, wo es lang geht in Familie und Beruf. Dabei haben es die Frauen aber durchaus nicht schlecht. Viele Frauen genießen es im Oman, dass der Mann für ein bequemes Zuhause sorgt, dass er das Geld mit bringt. Sie kümmern sich um die Kinder und den Haushalt. Allerdings werden Ehen dort auch weitaus seltener geschieden, als in westlichen Staaten. „In guten wie in schlechten Zeiten“ ist dort nicht nur eine Heiratsfloskel, sondern das wird täglich gelebt. Deshalb ist der Zusammenhalt in den Familien auch um vieles größer. Das bietet den Frauen, die nicht arbeiten gehen, eher Schutz und sie haben dadurch weniger Angst vor einer Ehe-Trennung und dem sozialen Abstieg.

Westliche Werte von Demokratie spielen im Oman keine große Rolle – zumindest so lange nicht, wie es den Menschen gut geht. Es ist ein Land das geradezu vorbildlich das zeigt, was bereits vor vielen Jahren der deutsche Dichter Bert Brecht sagte: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Da niemand im Oman hungern muss – es gibt staatliche Zuwendungen für jeden – vermissen viele auch gar nicht die parlamentarische Partizipation.

Diese gibt es zwar zumindest theoretisch in westlichen Ländern wie Deutschland. Doch werden schon heute rund 86 Prozent der Gesetzte von der EU erlassen, welche demokratisch auch nicht ausreichend legitimiert ist.  Deshalb gehen auch in Deutschland immer weniger Bürger wählen, wie nun die Wahl in Bremen wieder gezeigt hat. Die Wahlbeteiligung lag bei gerade einmal rund 50 Prozent. Der Oman als Monarchie und Deutschland als Demokratie haben also weitaus mehr gemeinsam, als einige annehmen. Wir haben also keinen Grund, mit dem Finger auf ein System wie das im Oman zu zeigen.

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