Skip to main content
Montag, 24. Juni 2019

Oman, das Land von Sultan Quaboos, hat keine West-Demokratie und ist trotzdem glücklich

Oman - Jugendliche-Wasserpfeife

Aber auch der Staat fördert Bildung und Eigentum. Schwierig ist es dennoch für die ärmeren Familien. So müssen beispielsweise junge Männer, die heiraten möchten, mindestens eine Mitgift von 7000 Euro mitbringen. Doch das ist für viele Menschen im Oman kaum aufzubringen – bei einem durchschnittlichen Lohn von um die 200 Euro im Monat. Wenn also die Familie nicht zusammen mit anpackt, wird es häufig schwierig. Doch in der Regel funktionieren diese Familiensysteme, die es oft sogar Jugendlichen ermöglichen, dass sie schon in einem sehr frühen Alter eigene Autos geschenkt bekommen.

Dass der Oman im Gegensatz zu zahlreichen anderen arabischen Staaten immer noch recht stabil ist, liegt an der behutsamen Modernisierung dieses Landes unter Sultan Quaboos. So ließ er zahlreiche Straßen, auch Autobahnen, bauen, modernisierte die Infrastruktur in den Städten und Dörfern und öffnete das Land besonders für den Tourismus. Sultan Quaboos ist ein westlich geprägter Monarch, dem nachgesagt wird, er habe auch in München ein Haus.

Zahlreiche Familienmitglieder von Quaboos bekleiden wichtige Staatsämter. Staatliche Repression bekommen Touristen nirgends zu spüren. Dafür ist das Land viel zu modern und offen. Selbst die jungen Islam-Schülerinnen sprechen sehr gut englisch und sprechen Touristen auf der Straße an – im Auftrag ihrer Schulen, um den kulturellen Dialog zu fördern. Dabei erklären sie den Touristen, was sich für einen Mann schickt und was nicht. So dürfen beispielsweise Frauen und Mädchen gar nicht berührt werden.

Der Oman ist ein Land, das reich mit wunderbarer Natur gesegnet ist. Obendrein wird es von Menschen bevölkert, die weltweit sicherlich zu den attraktivsten gehören. Omanis sind hübsch. Die Mädchen sehen auch in ihren Schleiern immer noch sehr attraktiv aus, die jungen Männer laufen häufig in traditionellen weißen Röcken herum. Oft sehen sie aus wie kleine Prinzen – die Bevölkerung ist, wie in vielen arabischen Ländern, überdurchschnittlich jung.

Der Oman ist ein materialistisches Land, in dem Frauen zwar überwiegend modern erzogen werden, aber die Führungsrolle des Mannes steht ganz außer der Frage. Der Mann sagt, wo es lang geht in Familie und Beruf. Dabei haben es die Frauen aber durchaus nicht schlecht. Viele Frauen genießen es im Oman, dass der Mann für ein bequemes Zuhause sorgt, dass er das Geld mit bringt. Sie kümmern sich um die Kinder und den Haushalt. Allerdings werden Ehen dort auch weitaus seltener geschieden, als in westlichen Staaten. „In guten wie in schlechten Zeiten“ ist dort nicht nur eine Heiratsfloskel, sondern das wird täglich gelebt. Deshalb ist der Zusammenhalt in den Familien auch um vieles größer. Das bietet den Frauen, die nicht arbeiten gehen, eher Schutz und sie haben dadurch weniger Angst vor einer Ehe-Trennung und dem sozialen Abstieg.

Westliche Werte von Demokratie spielen im Oman keine große Rolle – zumindest so lange nicht, wie es den Menschen gut geht. Es ist ein Land das geradezu vorbildlich das zeigt, was bereits vor vielen Jahren der deutsche Dichter Bert Brecht sagte: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Da niemand im Oman hungern muss – es gibt staatliche Zuwendungen für jeden – vermissen viele auch gar nicht die parlamentarische Partizipation.

Diese gibt es zwar zumindest theoretisch in westlichen Ländern wie Deutschland. Doch werden schon heute rund 86 Prozent der Gesetzte von der EU erlassen, welche demokratisch auch nicht ausreichend legitimiert ist.  Deshalb gehen auch in Deutschland immer weniger Bürger wählen, wie nun die Wahl in Bremen wieder gezeigt hat. Die Wahlbeteiligung lag bei gerade einmal rund 50 Prozent. Der Oman als Monarchie und Deutschland als Demokratie haben also weitaus mehr gemeinsam, als einige annehmen. Wir haben also keinen Grund, mit dem Finger auf ein System wie das im Oman zu zeigen.

oman-jugendliche-wasserpfeife-kriegsberichterstattung1-150x150



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]