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Dienstag, 13. November 2018

Plus für Flüge nach Nordafrika und Nahen Osten

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Obgleich es in Nordafrika und im Nahen Osten immer noch regelmäßig Auseinandersetzungen zwischen den Regierenden und Bürgern gibt, fliegen wieder mehr Deutsche nach Nordafrika und den Nahen Osten. Das hat jetzt auch eine Studie des großen deutschen Flugportals www.fluege.de (2,13 Mio. Nutzer im Monat) ergeben: Besonders in den bei Touristen beliebten Ländern wie Ägypten oder Tunesien geht es mit den Flügen wieder bergauf – trotz der teils immer noch gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Die Reisen in den Bahrain, Jemen oder Syrien nehmen ebenfalls Monat für Monat wieder etwas zu. Insgesamt reisten im ersten Halbjahr 2010 von deutschen Flughäfen noch 796.350 Personen in die sechs von Unruhen betroffenen Länder, gab jetzt Deutschlands großes Flugportal, fluege.de, bekannt. Ein Jahr später waren es nur noch 497.136 Passagiere – das sind 38% weniger. Basis für die fluege.de-Studie ist eine aktuelle Befragung der neun größten deutschen Flughäfen.

Ergebnis: Lag das Reiseminus aus Deutschland im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vergleichsquartal 2010 bei dramatischen 44%, ging es im zweiten Quartal auf lediglich 32% zurück.

Ägypten

Beispiel: Flogen  im ersten Quartal 2011 nur 165.808 Deutsche nach Ägypten, waren es im zweiten Quartal – also von April bis Juni – bereits wieder 196.015 Personen. Der Gesamtrückgang betrug gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 insgesamt 36%. Die meisten Deutschen flogen 2011 ab Frankfurt a.M. nach Ägypten (104.643 Passagiere), gefolgt von den Flughäfen München (70.401), Düsseldorf (60.000), Nürnberg (41.000), Hannover (20.785), Köln/Bonn (17.898), Hamburg (16.711), Berlin-Schönefeld (15.865) und Berlin-Tegel (14.520). Zählt man die beiden Berliner Flughäfen zusammen, landet die deutsche Hauptstadt nach Nürnberg lediglich auf dem 5. Platz.

Tunesien

Das zweitwichtigste Touristenland der Deutschen in Nordafrika, Tunesien, hatte mit einem Passagierminus von 43% im ersten Halbjahr 2011 prozentual mehr Touristen verloren, als Ägypten (36%). Das heißt: Tunesien verlor im Vergleich mit Ägypten 19% mehr Touristen. Politische Unruhen, besonders wenn sie gewalttätig sind, beeinflussen das Reise-Buchungsverhalten der Deutschen massiv, was auch diese Studie bestätigt. So zogen die Flugpassagierzahlen bereits im zweiten Quartal 2011, nachdem sich die Lage in Ägypten und Tunesien stabilisiert hatte, wieder leicht an: Das Minus gegenüber dem Vergleichsquartal 2010 betrug in Ägypten nur noch 29% im zweiten Quartal, während es im ersten noch 43% waren. In Tunesien sank die Zahl von 57% im ersten Quartal auf noch 35% im zweiten Quartal.

Beim Passagieraufkommen gibt es große Unterschiede von Flughafen zu Flughafen in Deutschland: Besonders drastisch ist die Situation in Berlin-Tegel: Flogen im ersten Quartal 2010 noch 1.189 Passagiere nach Tunesien, waren es im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 122. Das ist ein Rückgang von 90 Prozent. Auch der Flughafen Hannover hatte drastische Passagierrückgänge von bis zu 82% zu verzeichnen. Für Tunesien hat dies schlimme wirtschaftliche Auswirkungen: Leben doch bis zu 400.000 Personen direkt vom Tourismus.

Syrien

Das von starken Unruhen gebeutelte Syrien ist, trotz seiner zahlreichen antiken Sehenswürdigkeiten, derzeit ein Touristen-Schreck. Das Fluggast-Aufkommen brach hier im ersten Halbjahr 2011 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 um 49% ein – von 9.417 Passagieren auf 4.838. Die bürgerkriegsähnlichen Szenen in Syrien hatten im zweiten Quartal an Dramatik zugenommen. Das zeigte sich auch an den Passagierzahlen: War im ersten Quartal 2011 im Vergleich zu 2010 nur ein Minus von 27% bei den Fluggast-Zahlen aus Deutschland zu verzeichnen, war das Minus im zweiten Quartal bereits auf 64% angestiegen. Nach Syrien kann von Deutschland aus lediglich ab Frankfurt a.M., München oder Berlin geflogen werden. Die meisten Personen starteten ab Berlin, nämlich 2.735 im ersten Halbjahr 2011.

Jemen

Mit einem Minus von 51% hat sich das Flugpassagier-Aufkommen von Deutschland in den Jemen innerhalb eines Jahres geradezu halbiert. Insgesamt flogen im ersten Halbjahr 2011 lediglich 3.428 Personen von Deutschland (Frankfurt a.M.) in den Jemen. Im Vergleichszeitraum 2010 waren es noch 6.977.

Libyen

Da mit Beginn der kriegerischen Angriffe der NATO gegen Libyen eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen wurde, brachen die Flug-Passagierzahlen im zweiten Quartal 2011 komplett ein. Noch im ersten Quartal waren 3.730 Personen von Deutschland nach Libyen geflogen, so fluege.de. Das waren aber bereits 35% weniger als im Vergleichszeitraum 2010 (5.718 Personen). Laut Auskunft des Frankfurter Flughafenbetreibers, Fraport AG, ging der letzte Flug nach Tripolis am 23.02.2011. Da Libyen vor gut 2000 Jahren einst römische Provinz war, sind dort besonders für Individual-Touristen noch einige beeindruckende großflächige antike Stadt-Überreste zu bewundern.

Bahrein

Am geringsten sind die Rückgänge der Flugpassagiere in das kleine Land Bahrain. So flogen im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 27.225 Personen von Deutschland in das ölreiche Königreich. Im Vergleichszeitraum 2010 waren es 33.520 Personen. Das entspricht einem Rückgang an deutschen Touristen oder Geschäftsreisenden von 19%.

Das Flugbuchungsportal fluege.de steht trotz der positiven Reisetenden Reisen nach Nordafrika oder den Nahen Osten skeptisch gegenüber und rät vor allem von Flügen in den Jemen, Libyen oder nach Syrien komplett ab. In den Staat Libyen gibt es momentan allerdings sowieso keine öffentlichen Flugangebote mehr.

* Alle Angaben ohne Gewähr.



Kommentare (1)


Wind 13. September 2011 um 22:34

I’m ralely into it, thanks for this great stuff!

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