Skip to main content
Sonntag, 23. Juni 2019

Kriegsberichterstatter des Westens getötet / Todenhöfer fordert vom Westen Dialog statt Krieg

Syria. Palmyra (Tadmor). The central part of the Great Colonnade leading along main street. This site is on UNESCO World Heritage List

Sie haben hoch gepokert, sind illegal nach Syrien eingereist und mussten nun mit dem Leben dafür bezahlen: Zwei Kriegsberichterstatter aus jenen Ländern, die bereits in Libyen an vorderster Kriegsfront waren – den USA und Frankreich. 
Bei einem Granatenangriff in der hart umkämpften syrischen Oppositionshochburg Homs sind sie nun ums Leben gekommen. Getroffen hat es die US-amerikanische Kriegsberichterstatterin und Kriegsreporterin Mary Colvin, welche für die britische „Sunday Times“ schrieb und den französischen Fotoreporter Rémi Ochlik. Zudem sei eine Reporterin der französische Tageszeitung „Le Figaro“ verletzt worden. Alle drei gelten als äußerst erfahrene Kriegsberichterstatter.

Die Journalisten hatten sich auf das Abenteuer eingelassen, illegal gemeinsam mit Waffenlieferanten des Westens die syrische Grenze zu übertreten und wollten ein westliches Medienzentrum der Regime-Gegner in Homs besuchen. Dorthin waren sie von den Gegnern des regierenden syrischen Präsidenten Baschar Hafiz al-Assad (arabisch: ‏ بشار حافظ الأسد) illegal geschleust worden, heißt es. 
Todenhöfer kritisiert Westen
Derweil hat sich der angesehene Autor und Nahost-Experte Jürgen Todenhöfer kritisch über den Westen in einem Interview mit dem Online-Nachrichtenportal „derwesten“geäußert. So sagte er auf die Frage, wer besonders ein Interesse am Sturz des Regimes um Baschar Hafiz al-Assad habe: „Besonders die sunnitischen Länder des Nahen Ostens, allen voran Saudi-Arabien. Sie wollen die Macht der Schiiten in der Region eindämmen. Das Assad-Regime ist Partner des schiitischen Iran, der auch im Irak immer mehr Einfluss gewinnt. Iran hat ja den Irakkrieg gewonnen, ohne sich daran beteiligt zu haben.“

Todenhöfer sagte weiter: „Die Vereinigten Staaten wollen Iran schwächen und unterstützen die Rebellen. In Syrien geht es im Grunde um den Iran. Die Rechnung: Übernimmt die sunnitische Mehrheit in Syrien die Macht, verliert Iran seinen wichtigsten Verbündeten und auch den Einfluss auf die Hisbollah im Libanon. Damit wäre auch Israel geholfen. Aber diese Strategie ist gefährlich… Am Ende ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass nach einem Bürgerkrieg Fundamentalisten die Macht übernehmen. Eine weitere Bewaffnung der Rebellen würde zu Zehntausenden Toten führen. Wenn auch noch Iran angegriffen wird, haben wir die gefährlichste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.“ 

Im Gegensatz zu einer kriegstreiberischen Kommentatorin der ARD Tagesthemen, die in einem am 22. Februar 2012 veröffentlichten Kommentar zwischen den Zeilen einen NATO-Krieg gegen Syrien als eine zu verfolgende Option guthieß und damit wohl auch Tausende Tote in Kauf nehmen möchte, sagte Todenhöfer, der Weg hin zu einer Demokratie müsse in Syrien über einen Dialog erfolgen: „Selbst Assad hält Demokratie für unverzichtbar. Er hat angekündigt, im März ein Referendum über eine demokratische Verfassung und danach Parlamentswahlen abzuhalten. Außerdem ist er bereit, mit seinen politischen Gegnern in Moskau Gespräche zu führen. So wie es Russlands Außenminister Lawrow vorgeschlagen hat“.
Das ganze Interview mit Todenhöfer unter:
derwesten.de/politik/verhandelt-mit-assad-experte-warnt-vor-syrien-krieg-id6333611.html 
Foto: © istockphoto/Witold Ryka
 



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Sonntag, 28. April 2019

Todesfall UKE Hamburg + Wollte Ärztin Psychopharmaka mit Gewalt in den Mund stopfen lassen?

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versinkt in einem Skandal. Wie die linksalternative Tageszeitung taz berichtet, habe sich ein unglaublicher Vorfall an der „Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ mit Todesfolge eines Patienten ereignet.[i] Für die psychiatrische Klinik des UKE verantwortlich wird auf der Homepage des UKE Klinikdirektor Univ-Prof. Dr. Jürgen Gallinat genannt.[ii] Der Arzt lässt sich auch auf der […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]