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Mittwoch, 18. Juli 2018

Bild des Tages: Die Millionen-Euro-Döner-Bude in Berlin mit dem angeblich besten Döner in Berlin

Wir wissen nicht, wie viel Umsatz diese Dönerbude in Berlin macht. Nur so viel: Sie wird in vielen Reiseführern als kulinarischer „Geheimtipp“ erwähnt – weltweit. Hier gäbe es Berlins „besten Döner“ schreiben international Dutzende Journalisten jedes Jahr in Zeitungsartikeln und teuren Reiseführern. Dabei dürfen wir annehmen, dass wahrscheinlich die wenigstens Journalisten jemals in Berlin an dieser Dönerbude einen Döner gegessen haben. Ist aber auch egal: Die Wahrheit interessiert die meisten Menschen sowieso nicht. Das gilt natürlich auch für einen Döner. Die Vorstellung, Teil eines großen Ganzen, Teil des besten Döners von Berlin, ja vielleicht sogar der Welt, zu sein, genügt.

Mit in Zeitungsartikeln und Reiseführern redaktionell empfohlenen Dönerbuden ist es, wie in der Kriegsberichterstattung: Niemand weiß es so ganz genau, aber alle schreiben voneinander ab. So kommt es, dass die Menschenschlange Hungernder vor dieser Dönerbude lang und länger wird. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit man vorbeikommt: Immer stehen hier Menschenmengen – Deutsche, Italiener, Spanier, Amerikaner oder Briten. Mit einem seligen Blick stehen sie hier, im Winter bei minus 20 Grad genauso, wie im tristen Schmuddelwetter eines regnerischen Berliner Märzes. Sie alle wollen das Highlight ihres Lebens in Berlin nicht verpassen. Wir geben unumwunden zu: Vor dieser Berliner Dönerbude gibt es den wahrscheinlich weltweit einzigen Döner-Krieg. Gleichzeitig sind wir Zeuge wie mächtig und mobilisierend Journalismus – und sei er manchmal noch so einfältig – sein kann.

Dabei ist der dort angepriesene Döner sogar nur ein Gemüsedöner – für 2,50 Euro. kriegsberichterstattung.com hat sich den Spaß gemacht, einmal den Umsatz dieser Dönerbude auszurechnen: Bei angenommenen 1000 Käufern pro Tag, müsste ein schöner Umsatz von täglichen 2.500 Euro hängenbleiben (Getränke nicht mitgerechnet). Im Jahr sind das also knapp 1 Mio. Euro Umsatz. Dieser Dönerbuden-Inhaber dürfte also längst Multimillionär sein. Wir gratulieren. Für uns ist es das Bild des Tages. Aufgenommen wurde es übrigens am 31. März 2011. Wo genau diese Dönerbude steht, behalten wir für uns. Wir wollen nicht Bestandteil dieses Medienwahnsinns sein. Doch bei aller sachter Kritik – etwas Schönes dokumentiert dieses Bild: Die Menschen brauchen nicht Millionen um glücklich zu sein. Manchmal genügt auch schon ein öder Döner, empfohlen in einem Reiseführer oder Zeitungsartikel.



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Kommentare (3)


Zombie 11. April 2012 um 12:21

endlich weiss ich warum sich die leute dort die beine in den bauch stehen, kann man prima beobachten wenn man ein paar meter weiter eine currywurst kauft…die ist übrigens sehr zu empfehlen, ist die zweitbeste in berlin! achso, wer das bild aufmerksam betrachtet bekommt schnell raus wo es ist, auch als nicht-berliner ist es mit google recht leicht…

Antworten

Döner 9. April 2012 um 9:30

Man nennt das Humor:)

Antworten

Frank Walter 9. April 2012 um 8:52

Seit wann muss vor Dönerbuden gewarnt werden ? Das ist doch keine Reisewarnung.

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