Politiker aus der SPD und den GRÜNEN kritisieren das von Israel gegen den deutschen Literaturnobelpreisträger verhängte Einreiseverbot nach Israel scharf: Es sei unangemessen und unsouverän. Selbst der israelische Historiker Tom Segev hält das Einreiseverbot gegen Grass für überzogen und falsch, ähnlich lässt sich Dr. Rolf Mützenich von der SPD unter „Handelsblatt online“ zitieren.

Scharf kritisiert auch Volker Beck, der langjährige Parlamentarische Geschäftsführer der GRÜNEN im Bundestag, das Einreiseverbot: „Das ist unsouverän und demokratisch nicht klug. Ich hoffe, dass man das noch einmal überdenkt.“
Ungewöhnlich distanzlos hatte die israelische Regierung Grass mit den Worten attackiert, Günter Grass solle „seine verqueren und lügnerischen Werke“ doch „aus dem Iran“ verbreiten. Auch in Spiegel-Online sind kritische Worte gegen das Einreiseverbot zu lesen. So lässt sich dort der israelische Historiker Tom Segev mit den Worten zitieren, es sei ein „absolut zynischer und alberner Schritt des Innenministeriums“.

Grass kritisiert Israel für seine Angriffspläne gegen den Iran in einem stilistisch nicht gerade umwerfenden Text, der am Mittwoch in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist. Grass sagte, mit den möglichen Angriffen destabilisiere Israel die Region erheblich, was letztlich in einem unkontrollierbaren Krieg enden könne.

Fröhliches Grass-Bashing der Kulturschaffenden

Derweil geht das fröhliche Grass-Bashing unter mehr oder weniger prominenten Kulturschaffenden fröhlich weiter. Der eine spricht von „Scham“ (Rolf Hochhuth), der andere wirft Grass das Bedienen von „Vorurteilen“ vor (Daniel Jonah Goldhagen) und Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sprach von einem „ekelhaftes Gedicht“.

Unterstützung erhält Grass von zahlreichen Friedensaktivisten auf den Ostermärschen. Willi van Ooyen von der Informationsstelle Ostermarsch wird mit den Worten zitiert, Grass habe in seinem Text „ein richtiges Wort“ gesagt. Auch könnten Grass Äußerungen nicht als „antisemitisch“ hingestellt werden. Letztlich helfe nur eine komplette Demilitarisierung im Nahen Osten.

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