Skip to main content
Dienstag, 19. Juni 2018

Israel-Kritik: Günter Grass behält seinen Nobelpreis

Zuerst stellte Israel den deutschen Literaturnobelpreisträger und Literaturstar Günter Grass auf eine Stufe mit palästinensischen Terroristen und verbot ihm auf Grund seines umstrittenen Israel-Gedichtes die Einreise. Dann regten besonders schlaue Politiker in Israel auch noch an, dem weltweit angesehenen deutschen Literaten den Nobelpreis wieder abzuerkennen.

Geht’s noch peinlicher? Das mag sich nun auch das Nobelpreiskomittee in Stockholm gedacht haben und erteilte dem Ansinnen aus Israel eine glatte Abfuhr. Es gäbe, wurde nun mitgeteilt, überhaupt keinen Anlass Günter Grass den Nobelpreis wieder abzuerkennen. Man habe Grass den Nobelpreis auf Grund seiner zweifelsfreien weltweiten literarischen Verdienste verliehen, teilte das Komitee mit.

Israel stört sich an dem aktuellen Grass-Text „Was gesagt werden muss“ , da Grass Israel darin hart kritisiert, da das Land plant, militärisch gegen den souveränen Staat Iran, loszuschlagen. Damit möchte Israel – voraussichtlich offen oder weniger offen im Verbund mit den USA – den Iran daran hindern, Atomwaffen zu bauen. Was viele weltweit stört, ist jedoch, dass Israel selbst sich gegen das Völkerrecht verstoßend, Atombomben zulegte. Israel rechtfertigt dies damit, dass man sich von Feinden umzingelt sähe, die mehrmals betont hätten, Israel müsse von der Landkarte verschwinden.

Allerdings: Mit solchen haarsträubenden Maßnahmen, wie einem Einreiseverbot eines bekanntermaßen eher politisch links verankerten, als rechts verankerten Günter Grass, macht sich Israel keine Freunde weltweit. Im Gegenteil.

Das Nobelpreiskomittee sagte deshalb: „Unter Bezugnahme auf die jüngste Debatte über Günter Grass´ Gedicht ‚Was gesagt werden muss‘ erlaube ich mir festzustellen, dass Herr Grass den Nobelpreis für Literatur des Jahres 1999 aufgrund literarischer Verdienste, und ausschließlich aufgrund literarischer Verdienste, erhalten hat – was, nebenbei gesagt, für alle Preisträger gilt. Die Schwedische Akademie sieht heute wie zukünftig keinen Anlass für eine Diskussion, ihm diesen Preis in irgendeiner Weise streitig zu machen.“



Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí -

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch" -

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt -

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]

Donnerstag, 12. April 2018

Razzia beim Trump-Anwalt: Wie das FBI in seiner Hexenjagd auf Trump den Rechtsstaat zerstört

Kommentar – Es ist schon unglaublich,wie fachlich unwissend, flach und teils sogar falsch Deutschlands, aber auch die sonstigen weltweiten Massenmedien, über die aktuelle Razza bei einem Rechtsanwalt des US-Präsidenten Donald Trump, bei Michael Cohen, berichten. Sie schwafeln davon, wonach die amerikanische Bundespolizei FBI wegen Trump eine Razzia bei seinem Anwalt gemacht habe. Ganz so, als ob die Razzia wegen Trump […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*