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Sonntag, 17. Februar 2019

Pfleger missbraucht kranke Kinder – anschließend verstümmelte er sich

BW portrait of sad crying little boy covers his face with hands

Was geht nur in einem Kopf eines erwachsenen Mannes vor, wenn er kranke Kinder sexuell in einem Krankenhaus missbraucht? Das versucht derzeit ein Gericht in Berlin zu klären. Am Donnerstag war Prozessauftakt. Mit Baseballkappe und Sonnenbrille bestückt, versuchte sich der Angeklagte vor der Öffentlichkeit zu schützen.

Drei kleine Jungen soll er in einer Berliner Klinik missbraucht haben. Doch die Strafe, die er sich selber zufügte, ist grausam: Er verstümmelte sich hüftabwärts und sitzt seither im Rollstuhl, ist gelähmt. Deshalb sind alle Beteiligten Gefangene einer Tragödie, die nun vor Gericht mühsam betrachtet werden muss. Keine leichte Aufgabe für Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung.

Es ist eine Schicksalsgemeinschaft von Gezeichneten, die nun vor Gericht da zusammensitzt. Wegen seiner furchtbaren Selbst-Zerstümmelungen bekam der Pfleger Haftverschonung. Dass der Pfleger alles andere als eine Bestie ist, sondern auch Opfer seiner eigenen krankhaften Fantasien, zeigt sich spätestens, als er vor Gericht anfing zu erzählen: Er habe schon immer davon geträumt, mit blonden, blauäugigen Jungen Sex zu haben. Während er dies erzählt, berichten Gerichtsreporter, seien ihm die Tränen heruntergelaufen.

Doch später wurde aus den Phantasien grausame Wirklichkeit. Auf der Kinder-Intensivstation des Helios-Klinikums in Buch nahm er sich gewaltsam, was er sich schon Jahre vorher vorgestellt hatte und verging sich an den Jungen.

Nach der Festnahme verstümmelte er sich, jetzt ist er gelähmt

Kurz nach der Festnahme hatte er versucht, sich zu kastrieren, seitdem ist er hüftabwärts gelähmt. Wegen der schweren Verstümmelung erhielt er Haftverschonung. Seither lebt der 29-jährige Mann bei seiner Mutter, die sich um ihn kümmert. Seinen ersten Übergriff auf die kranken Kinder schilderte er nach einem Zeitungsbericht so: „Ich wusste: Wer einmal übergriffig wird, wird es auch ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein viertes Mal… Ich wusste: Jetzt ist der Teufel nicht mehr im Zaum zu halten.“

Pädophilität gilt als Krankheit. Deshalb gibt es beispielsweise seit 2005 an dem Berliner Krankenhaus Charité ein Präventionsprojekt für pädophile Männer.



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