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Mittwoch, 03. Juni 2020

Gericht in Singapur verurteilt drei Briten zu acht Stockschlägen und sechs Jahren Gefängnis

Gilt als barbarische Strafe: Stockschläge auf den nackten Hintern.

Wer nach Singapur reist, um dort zu feiern, sollte vorsichtig sein. Denn jetzt wurden drei Männer, alle unter 25, zu jeweils sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, da sie mit einer Frau aus Malaysia Sex gehabt haben sollen. [1]

Die Frau war stark alkoholisiert gewesen und habe, behauptet sie, anfänglich nur zugestimmt, mit einem der drei Männer, den sie in einem Nachclub kennengelernt hatte, Sex haben zu wollen. Am Ende sei sie aber im Hotelzimmer des Mannes aufgewacht und habe festgestellt, dass ein anderer – ein Kumpel des Bekannten von ihr – auf ihr gesessen habe.

Deshalb kam das Gericht zu dem Urteil: Khong Tam T., Vu Thai S. und Michael L. hätten die Frau im September 2016 in ihrem Hotelzimmer letztlich vergewaltigt und ihren Rauschzustand, der angeblich ins Bewusstlose gegangen sein soll, ausgenutzt.

Die Strafe in Höhe von sechseinhalb Jahren Gefängnis beinhaltet acht Schläge mit dem Stock.

Die drei Verurteilten kamen mit sechseinhalb Jahren Gefängnis und den acht Stockschlägen für Singapurer Verhältnisse noch recht gut weg. Grund:

Alkohol ist in Singapur nicht unbedingt überall erwünscht, auf harte Drogen stehen bis zu lebenslange Haftstrafen, ebenso auf Vergewaltigung. Als Strafmindernd wertete das Gericht, dass die drei jungen Männer gestanden hätten, mit der Frau Sex gehabt zu haben und dass die Frau anfänglich selbst zugestimmt habe, mit einem der dreien Sex haben zu wollen.

Hintergründe Singapur

Singapur heißt in Asien auch ɹɪˈpʰʌb.lɪkʰ.əv.ˈsɪŋ.(g)ə.pʰɔː, beziehungsweise auf chinesisch  新加坡共和国.

In dem Stadtstaat wohnen 5,6 Millionen Menschen, wovon rund 1,2 Millionen Gastarbeiter sind. 77% der Einwohner sind Chinesen, 14% Malaien, 8% Inder und 1% stammen aus sonstigen Ländern. [2]

Am weitesten Verbreitet sind in Singapur folgende Religionen:

  • Der Buddhismus mit 33 % der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren.
  • Es folgen das Christentum mit 18 %.
  • Der Islam mit 15 %.
  • Der Taoismus mit 11 %.
  • Und der Hinduismus mit 5,1 %.
  • Weitere 17% der Bevölkerung sind offiziell keiner Religion zugehörig. [2]

Singapur ist keine richtige Demokratie, sondern eine Mischung zwischen Erbmonarchie, Diktatur und Demokratie.

Das Land gehört zu den reichsten weltweit und ist entsprechend teuer. Jährlich kommen über 11 Millionen Touristen in die Stadt. Als eine der spektakulärsten Touristenattraktionen gehört seit einigen Jahren eines der bemerkenswertesten Hotels der Welt – das Marina Bay Sands.

Das besondere am Marina Bay Sands ist ein großer Swimmingpool auf dem Dach des dreigliedrigen Wolkenkratzers, welcher alle drei Türme wie schwebend verbindet.

Singapur gilt neben einigen britischen Überseeinseln (wie den Bermuda Inseln oder den Cayman Inseln), Irland, Luxemburg oder Panama, zu einer der weltweit von Reichen und Mächtigen am meisten genutzten Steueroasen.

Erst vor zwei Jahren waren zwei junge Deutsche aus Leipzig in Singapur ebenfalls zur Prügelstrafe, beziehungsweise Stockschlägen, verurteilt worden, da sie Graffiti gesprüht hatten. Außerdem wurden zahlreiche weitere westliche Bürger, darunter Australier oder Amerikaner, in Singapur zur Prügelstrafe verurteilt (zweites Video von oben hier eingeblendet).

Bei Stockschlägen müssen die Bestraften ihre Hosten komplett ausziehen, sich nach vorne in ein Holzgerüst beugen und dann schlägt ein Gefängniswärter mit voller Wucht mit einem langen Stock auf den nackten Hintern.

Diese Strafen sind extrem schmerzhaft und oftmals sollen die Hintern stark blutende Wunden und lebenslange Narben aufweisen. Wer nach Singapur reist, sollte auch beachten: Offene Wifi-Netze, die nicht für einen bestimmt sind, dürfen nicht genutzt werden, sonst droht ein Prozess wegen Hackertums (Video unten).

Einzelnachweise

[1] „Three Britons sentenced to jail and caning in Singapore„, in: BBC vom 15.08.2017. Abgerufen am 15.08.2017.

[2] „Singapur„, in: Wikipedia.

Bildnachweis: YouTube-Video zu Stockschlägen in Singapur („caning in Singapore“) von Selva Moses vom 02.02.2017 („Corporal Punishment in Singapore“). Video ist oben eingeblendet.



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