Skip to main content
Sonntag, 15. Juli 2018

Saudi-Arabien soll mehrere Prinzen und Geschäftsleute verhaftet haben

Saudi-Arabien erpresst seit Jahrzehnten im Rahmen der Opec auch den Westen aus, um sein Öl möglichst teuer im Rahmen eines Kartells zu verkaufen. Hier eine Luxus-Spa-Halle im Ritz-Carlton-Hotel in Riad. (Bild: pixabay.com | CC0 Creative Commons)

Bildunterschrift: Saudi-Arabien erpresst seit Jahrzehnten im Rahmen der Opec auch den Westen aus, um sein Öl möglichst teuer im Rahmen eines Kartells zu verkaufen. Hier eine Luxus-Spa-Halle im Ritz-Carlton-Hotel in Riad. (Bild: pixabay.com | CC0 Creative Commons)

Saudi-Arabien ist keine Demokratie. Es ist eine erzkonservative islamische Erbdiktatur. Deshalb lassen aktuelle Meldungen aus Saudi-Arabien aufhorchen, wenn die Rede davon ist, dass Mitglieder des Herrscherhauses verhaftet werden. So scheint es sich am Samstag in dem Wüstenreich zugetragen zu haben:

Angeblich, berichten mehrere arabische Medien, hätten die Polizeibehörden von Saudi-Arabien im Auftrag des herrschenden Königs mehrere Prinzen, Geschäftsleute und höchste Beamte verhaftet. (1, 2) Der König ist faktisch ein Diktator mit absolutistischen Vollmachten.

Als Prinzen werden in Saudi-Arabien unter anderem Kinder des Königs, seine Enkel oder die Kinder oder Enkel seiner Brüder oder Schwestern bezeichnet.

In die Wege geleitet worden seien die Verhaftungen durch eine angebliche „Antikorruptionskommission“, heißt es. Die Kommission sei auf Erlass des absolutistischen Königs Salman bin Abdulaziz tätig geworden.

Die ominöse Kommission, die eher nach einer Art Säuberungs-Kommission aussieht, soll von einem Kronprinz Mohammed bin Salman geleitet werden. Mitglieder dieser Kommission sollen auch diverse saudische „Fürsten“ und „Minister“ sein.

Als Gründe für die Verhaftungswellen nennen diverse arabische Medien angebliche illegale Waffengeschäfte und Dokumentenfälschungen.

Ebenso ist die Rede von angeblicher Geldwäsche sowie von fiktiven angeblichen Transaktionen. Angeblich habe es beispielsweise betrügerische Auftragsvergaben an fiktive Unternehmen gegeben, werde zumindest behauptet, schreiben arabische Medien. (1 f, 2f)

Unter den Suspendierten oder Verhafteten soll der ehemalige Chefs des Royal Court sein, also der Oberste Richter des Obersten Gerichtshofs von Saudi-Arabien. Auch ihm werde angebliche Korruption und angebliche Bestechung von Geschäftsleuten vorgeworfen.

Zudem soll unter den Verhafteten der Eigentümer der größten saudi-arabischen Fernsehgruppe sein.

Anmerkung und weitere Hintergründe

kriegsberichtersatttung.com hatte keine Möglichkeit die aktuellen Meldungen aus Riad zu überprüfen. Da sie jedoch von mehreren arabischen großen Medien verbreitet werden, gehen wir davon aus, dass es sich bei den Verhaftungs-Berichten um Schilderungen tatsächlicher Vorgänge handelt.

Dass auch der Chef der größten saudischen Fernsehkette verhaftet worden sein soll, ebenso der ehemals höchste Richter im Lande, könnte darauf hindeuten, dass es sich um politische Säuberungswellen handelt. Möglicherweise werden also die Korruptionsbehauptungen nur vorgeschoben.

Wir schließen aber genauso wenig aus, dass es sich wirklich um Korruptionsfälle handeln könnte.

Allerdings ist Korruption in arabischen Ländern so oder so eher Alltag als die Ausnahme. Geht der Staat deshalb gegen einzelne Personenkreise vor, sind die Gründe nicht selten eben doch primär politischer Natur.

Einzelnachweise

(1, 1f) السلطات السعودية تعتقل عدداً من الأمراء بتهم مختلفة, übersetzt Saudische Behörden verhaften mehrere Prinzen wegen verschiedener Anklagen, in: almanar.com vom 04.11.2017. Abgerufen am 04.11.2017.

(2, 2 f) السعودية توقف أمراء ومسؤولين ورجال أعمال بتهم فساد, übersetzt: Saudi-Arabien suspendierte Prinzen, Beamte und Geschäftsleute wegen Korruptionsvorwürfen, in: lebanon24.com vom 04.11.2017. Abgerufen am 04.11.2017.



Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel -

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí -

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch" -

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt -

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*