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Samstag, 30. Mai 2020

Das bedeutet Weihnachten: Es gibt kein Leben ohne Leiden

Die Geschichte von Jesus Christus ist die Geschichte der Menschheit, des Lebens: Die unbedingte Liebe und Hingabe an etwas – an das, was man landläufig als Glaube umschreibt. Doch was ist Glaube? Glaube ist das individuellste, das es im Leben gibt. Glaube ist allumfassend. Es kann der Glaube an die Liebe des Lebens sein. Es kann der Glaube an unterschiedliche Energiefelder – also dem, was man als Gut und Böse umschreibt – sein. Es kann der Glaube an sich selbst, der Glaube an andere, der Glaube sein, dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt, die Unrecht sühnt und dem Recht zum Durchbruch verhilft. Als das verkörpert Weihnachten.

Ein Mensch muss nicht in die Kirche gehen, die Moschee, die Synagoge, den Tempel, um glauben zu können. Weihnachten erinnert zumindest die Milliarden Christen auf diesem Globus, dass Glaube auch Aufopferung bedeutet. Wer nicht bedingungslos hingeben kann, der glaubt auch nicht. Weihnachten – das ist der weltbekannte Spruch: „Christus ist auferstanden.“ Doch vor der Auferstehung steht auch das „Gelitten unter Pontius Pilatus“. Christen wissen: Das Leiden Jesus wird im Apostolischen Glaubensbekenntnis zu Papier gebracht – sage und schreibe 500 Jahre nach Chrisi Geburt. Pontius Pilatus steht für das Schlechte im Menschen: Verrat, Neid, Mord, Hinrichtung. Es ist der Mann mit dem eigentlich niemand etwas zu tun haben möchte.

Auch heute gibt es noch solche Menschen. Sie verkörpern das Böse, laufen häufig herum, als seien sie die Gutmenschen: Sie grinsen, spielen harmlose Familienwelt und sind doch Abgrund schlecht. Das zieht sich durch alle Berufsgruppen: Es können Köche sein, genauso wie Anwälte oder Straßenbahnfahrer. Es können aber auch Polizisten sein oder der engste Freund der böses im Schilde führt.

Gekreuzigt, gestorben, in das Reich des Todes hinabgestiegen – aber auch wieder auferstanden

Pontius Pilatus steht für ur-menschliche wölfische Instinkte: Die Zerstörung dessen, wofür es sich eigentlich zu leben lohnt. Es ist Anfang und Ende des Weltenlaufs. Keine Neugeburt ohne Tod. Christus ist gekreuzigt, gestorben, in das Reich des Todes hinabgestiegen.

Wofür fragen sich viele? Wofür hat Christus das auf sich genommen? Die Antwort ist simpel: Für die Menschheit, für das Leben, für die Welt. Es gibt keine tiefere Symbolik als die Leiden Christi. Sie sind gleichzeitig für uns alle Vorbild: Wer nicht leidet und bereit ist, Leid für andere zu ertragen, der lebt nicht. Ein berühmter Schlagersatz von Udo Jürgens lautet: „Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden“. Doch: Wünschen wir das wirklich? Was wäre denn das Leben, wenn es nicht ab und an auch Leiden gebe? So singt denn auch Udo Jürgens weiter: „Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden. Und daß dir nie die Hoffnung fehlt. Und daß dir deine Träume bleiben…“.

Darum geht es: Dass wir die Hoffnung auch im Leid nicht verlieren. Die Hoffnung ist die stärkste Kraft im Leben. Die Hoffnung ist die stärkste Kraft der Mutigen. Sie ist die Kraft, die die Welt nach vorne bringt, die die Menschheit nach vorne bringt. Ohne Visionen lässt sich nichts aufbauen. Menschen, die Visionen haben, sind das Glück dieser Welt. Pontius Pilatus ist letztlich ein Außenseiter. Er ist es seit 2000 Jahren und wird es immer bleiben. Denn egal, was diese Pontius Pilatus-Typen in der Welt versuchen: Letztlich zeigen wir ihnen jedes Jahr aufs Neue an Weihnachten: Die Bejahung des Lebens, der Gemeinschaft, des Nach-Vorne-Strebens triumphiert letztlich über die Boshaften auf dieser Welt.



Kommentare (1)


Stefan Wehmeier 25. Dezember 2012 um 18:24

Über die Bäume des Paradieses

„Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen.“

Diese wundervolle Poesie (Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses) ist nicht in der Bibel zu lesen; sie wurde erst 1945 als Bestandteil der „Schriften von Nag Hammadi“ (wieder-)gefunden, die im Nachhinein betrachtet als der wertvollste archäologische Fund aller Zeiten anzusehen sind, denn sie beinhalten mit dem Philippusevangelium (NHC II,3) das vergessene Wissen der Urchristen (Gnostiker = Wissende) und mit dem Thomas-Evangelium (NHC II,2) die wahre und ebenso vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth – und damit den Schlüssel zur Überwindung der Erbsünde und der Verwirklichung des „Himmels auf Erden“! Doch beschäftigen wir uns zunächst mit den „Bäumen des Paradieses“, die in der Genesis nicht näher beschrieben sind. „Apfelbäumchen“ sind es nicht, aber auch die Zypresse (immergrüner Nadelbaum) und der Feigenbaum (Laubbaum, der seine Blätter im Winter abwirft) sind wiederum nur Symbole für etwas sehr viel Grundlegenderes. Wörtlich übersetzt aus dem Althebräischen heißt der Baum des (ewigen) Lebens „Baum, der Frucht ist und Frucht macht“. Es gibt keinen Baum in der Natur, der gleichzeitig „Frucht ist und Frucht macht“, aber der Geldkreislauf in einer Volkswirtschaft ist der Gewinn und macht wieder Gewinn! Der Baum der Erkenntnis ist eigentlich der „Baum, der Frucht macht“. Das machen zwar viele Bäume in der Natur, aber von der Hypothese, dass es sich bei den „Pflanzen“ in der Genesis um natürliche Gewächse handelt, können wir uns jetzt verabschieden. Der Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) ist der Zinsgeldverleih und seine „Frucht“ ist der Zins, genauer: der Urzins (Silvio Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (John Maynard Keynes, 1935)!

Ab jetzt lassen sich alle anderen Bilder und Metaphern der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, stringent und lückenlos erklären:

deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

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