Skip to main content

Waffenlobby USA: Waffen sollen Kinder schützen / Lehrerverbände für Nonnen, Psychologen

Die US-Waffenlobby, die Bürgervereinigung National Rifle Association (NRA), hat gefordert, dass amerikanische Schulen künftig bewaffnetes Sicherheitspersonal positionieren solle, um Schulmassaker wie an der Grundschule „Sandy Hook Elementary School“ in Connecticut, zu vermeiden. Über diese Forderung ist nun in den USA eine hitzige Debatte entbrannt, einige sprechen von einem „Entsetzen“. So wird die Lehrervereinigung von Philadelphia (Philadelphia Federation of Teachers) mit den Worten zitiert, „Waffen und bewaffnetes Personal hilft den Schülern nicht in ihrem täglichen Leben und den damit auftretenden Problemen“. New Yorks Bürgermeisters ist gegen bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Allerdings klingt die Forderung der mächtigen amerikanischen Bürger-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) nur auf den ersten Blick besonders materialistisch. Beim zweiten Blick wird die Forderung etwas klarer. So wünsche man sich entweder Polizisten oder „besonders trainierte“ lokale Bürgerwehr-Mitarbeiter an den Schulen, um die Kinder vor künftigen Schulmassakern zu schützen.

Das Problem ist bislang – und das war es auch an dem Erfurter Schulmassaker vor einigen Jahren in Deutschland so – dass faktisch niemand in einer Schule eine Waffe besitzt und die Amokschützen entsprechend ungehindert auf Schüler, Lehrer oder Eltern schießen können. Die Lehrervereinigung von Philadelphia meint, wonach „Berater, Nonnen, nicht-lehrende Mitarbeiter und Psychologen wesentlich mehr zur Sicherheit der Schüler“ beitragen könnten als bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Polizeichef findet NRA-Vorschlag gut aber unbezahlbar

Ähnlich hätten sich bislang die „National Education Association“ (Nationale amerikanische Bildungsverband) und die „American Federation of Teachers“ (Nationale amerikanische Lehrervereinigung) geäußert, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Demnach sei die Mehrheit angeblich der Überzeugung, dass „Waffen keinen Platz an Schulen haben“. Man müsse alles tun, um Waffen gerade vom Schulgelände fernzuhalten.

Allerdings gibt es auch Befürworter der Forderung der Bürger-Waffenlobby in den USA. Hierzu gehört zum Beispiel der Polizeichef in South Brunswick, welcher gleichzeitig Präsident der Vereinigung von Polizeiverantwortlichen im US-Bundesstaat New Jersey ist („Association of Chiefs of Police“). Er bezeichnete den Vorschlag, bewaffnetem Sicherheitspersonal an Schulen einzusetzen, als ein „gutes Konzept“, nur sei es leider nicht finanzierbar. In einer „idealen Welt hätten wir wesentlich mehr Polizisten, wahrscheinlich auf jeder Straße“, sagte er. Aber in so einer Welt lebe man nicht in den USA.

Der Gedanke von Sicherheitspersonal an US-Schulen ist nicht komplett neu. So gibt es traditionell an vielen Schulen Sicherheitspersonal – nur sind die in der Regel bislang unbewaffnet, berichtet das „Colonial School District“. So habe es beispielsweise Sicherheitspersonal an den amerikanischen Schulen „Plymouth-Whitemarsh High School“ und „Colonial Middle School“ gegeben.

Die USA gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, Österreicher und Schweizer. Jährlich bereisen Tausende Touristen das Land. Gleichzeitig ist es unter den deutschen Schülern eines der beliebtesten Schulaustausch-Länder.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 24. April 2022

Fake News, aber schöne

Ukraines Präsident Zelensky ‚covers‘ Endless love Song mit Ehefrau Olena Selenska

Er war zu schön, um wahr zu sein: Der Song „Endless love“, angeblich in einer Cover-Version von Ukraines Präsident Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj, in Mitteleuropa bekannt als Wolodimir Selenski, beziehungsweise Volodymyr Zelensky soll mit seiner Ehefrau, der Sängerin Olena Selenska, den wunderbaren Liebessong „Endless love“ gecovert haben. Man nahm natürlich an, dass der Song schon vor Jahren von ihm gecovert wurde. […]

Dienstag, 01. März 2022

Medien

Reporter ohne Grenzen kritisiert Russland wegen Zensur in Kriegsberichterstattung

Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiert Russland wegen Zensur der Kriegsberichterstattung. So schreiben die Journalisten in einer Pressemitteilung: Im Zuge seines Kriegs gegen die Ukraine greife der Kreml noch weiter in die Berichterstattung russischer Medien ein. Die Worte „Krieg“, „Angriff“ und „Invasion“ seien in Russland angeblich ab sofort mit blick auf den Ukrainekrieg Russlands verboten. Erlaubt seien „ausschließlich […]

Sonntag, 15. August 2021

Lukaschenka

Belarus: Aktivisten weiter in Untersuchungshaft in Weißrussland

Mit weiterhin brutaler Staatsgewalt geht der Staatsapparat des weißrussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka [auch: Lukaschenko] gegen Oppositionelle und Gegner vor. Immerhin berichtet nun Amnesty International, dass Nina Labkovich am 23. Juli 2021 freigelassen worden ist. Die Aktivisten Ales Bialiatski, Valyantsin Stefanovich und Uladzimir Labkovich befinden sich nach AI-Informationen aufgrund ihrer Arbeit im Menschenrechtszentrum Viasna weiterhin in Untersuchungshaft. Die strafrechtliche Verfolgung der […]

Sonntag, 29. November 2020

USA

Amnesty International weist Antisemitismus-Verunglimpfung der Trump-Regierung als absurd zurück

Kommentar – Jeder, der sich bei Amnesty International (AI) engagiert, wie auch einige unter uns, ist leider immer wieder mit Israel beschäftigt. Denn Israel besetzt seit Jahrzehnten völkerrechtlich illegal Land und Siedlungsgebiete, welche den Palästinensern gehören. Jetzt sieht sich Amnesty International genötigt, absurden Vorwürfen durch die US-Regierung, man sei angeblich antisemitisch, zurückzuweisen. Israel interniert seit Jahrzehnten Millionen Palästinenser, verhaftet oft […]

Freitag, 16. Oktober 2020

Die Geister, die man rief

Über den Blog kriegsberichterstattung.com und warum wir ihn manchmal schließen wollten

Ursprünglich wurde der Blog kriegsberichterstattung.com 2011 gegründet, um den Kritikern der NATO-Bombardierungen in Libyen eine Stimme geben zu können. Viele, auch wir, haben es der NATO nicht verzeihen können, dass sie sich damals vor dem UN-Sicherheitsrat einen Freibrief in Libyen geben ließ mit der Lüge, man sichere nur eine „Luftverbotszone“, um Kriege des Staates Libyen gegen seine eigene Bevölkerung verhindern […]

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Streit

Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) wirft dubioser „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org falsche CCCZH Impressums-Angabe vor

Ein Vertreter des Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) weist falsche Impressums-Angaben der „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org zurück. In einer Mail an uns schreibt ein Clubvertreter: Für waldstattasphalt.blackblogs.org sei der CCCZH als Ganzes nicht verantwortlich. Impressumsangaben, die das bis vor kurzem behaupteten seien falsch. Laut watson.ch sei „Wald statt Asphalt“ eine „neue Protestwelle“ von Extinction Rebellion. Eine Protest-Organisation, die aus zahlreichen […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »