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Sonntag, 19. Januar 2020

Waffenlobby USA: Waffen sollen Kinder schützen / Lehrerverbände für Nonnen, Psychologen

Die US-Waffenlobby, die Bürgervereinigung National Rifle Association (NRA), hat gefordert, dass amerikanische Schulen künftig bewaffnetes Sicherheitspersonal positionieren solle, um Schulmassaker wie an der Grundschule „Sandy Hook Elementary School“ in Connecticut, zu vermeiden. Über diese Forderung ist nun in den USA eine hitzige Debatte entbrannt, einige sprechen von einem „Entsetzen“. So wird die Lehrervereinigung von Philadelphia (Philadelphia Federation of Teachers) mit den Worten zitiert, „Waffen und bewaffnetes Personal hilft den Schülern nicht in ihrem täglichen Leben und den damit auftretenden Problemen“. New Yorks Bürgermeisters ist gegen bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Allerdings klingt die Forderung der mächtigen amerikanischen Bürger-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) nur auf den ersten Blick besonders materialistisch. Beim zweiten Blick wird die Forderung etwas klarer. So wünsche man sich entweder Polizisten oder „besonders trainierte“ lokale Bürgerwehr-Mitarbeiter an den Schulen, um die Kinder vor künftigen Schulmassakern zu schützen.

Das Problem ist bislang – und das war es auch an dem Erfurter Schulmassaker vor einigen Jahren in Deutschland so – dass faktisch niemand in einer Schule eine Waffe besitzt und die Amokschützen entsprechend ungehindert auf Schüler, Lehrer oder Eltern schießen können. Die Lehrervereinigung von Philadelphia meint, wonach „Berater, Nonnen, nicht-lehrende Mitarbeiter und Psychologen wesentlich mehr zur Sicherheit der Schüler“ beitragen könnten als bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Polizeichef findet NRA-Vorschlag gut aber unbezahlbar

Ähnlich hätten sich bislang die „National Education Association“ (Nationale amerikanische Bildungsverband) und die „American Federation of Teachers“ (Nationale amerikanische Lehrervereinigung) geäußert, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Demnach sei die Mehrheit angeblich der Überzeugung, dass „Waffen keinen Platz an Schulen haben“. Man müsse alles tun, um Waffen gerade vom Schulgelände fernzuhalten.

Allerdings gibt es auch Befürworter der Forderung der Bürger-Waffenlobby in den USA. Hierzu gehört zum Beispiel der Polizeichef in South Brunswick, welcher gleichzeitig Präsident der Vereinigung von Polizeiverantwortlichen im US-Bundesstaat New Jersey ist („Association of Chiefs of Police“). Er bezeichnete den Vorschlag, bewaffnetem Sicherheitspersonal an Schulen einzusetzen, als ein „gutes Konzept“, nur sei es leider nicht finanzierbar. In einer „idealen Welt hätten wir wesentlich mehr Polizisten, wahrscheinlich auf jeder Straße“, sagte er. Aber in so einer Welt lebe man nicht in den USA.

Der Gedanke von Sicherheitspersonal an US-Schulen ist nicht komplett neu. So gibt es traditionell an vielen Schulen Sicherheitspersonal – nur sind die in der Regel bislang unbewaffnet, berichtet das „Colonial School District“. So habe es beispielsweise Sicherheitspersonal an den amerikanischen Schulen „Plymouth-Whitemarsh High School“ und „Colonial Middle School“ gegeben.

Die USA gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, Österreicher und Schweizer. Jährlich bereisen Tausende Touristen das Land. Gleichzeitig ist es unter den deutschen Schülern eines der beliebtesten Schulaustausch-Länder.



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