Skip to main content
Mittwoch, 18. Juli 2018

Waffenlobby USA: Waffen sollen Kinder schützen / Lehrerverbände für Nonnen, Psychologen

Die US-Waffenlobby, die Bürgervereinigung National Rifle Association (NRA), hat gefordert, dass amerikanische Schulen künftig bewaffnetes Sicherheitspersonal positionieren solle, um Schulmassaker wie an der Grundschule „Sandy Hook Elementary School“ in Connecticut, zu vermeiden. Über diese Forderung ist nun in den USA eine hitzige Debatte entbrannt, einige sprechen von einem „Entsetzen“. So wird die Lehrervereinigung von Philadelphia (Philadelphia Federation of Teachers) mit den Worten zitiert, „Waffen und bewaffnetes Personal hilft den Schülern nicht in ihrem täglichen Leben und den damit auftretenden Problemen“. New Yorks Bürgermeisters ist gegen bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Allerdings klingt die Forderung der mächtigen amerikanischen Bürger-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) nur auf den ersten Blick besonders materialistisch. Beim zweiten Blick wird die Forderung etwas klarer. So wünsche man sich entweder Polizisten oder „besonders trainierte“ lokale Bürgerwehr-Mitarbeiter an den Schulen, um die Kinder vor künftigen Schulmassakern zu schützen.

Das Problem ist bislang – und das war es auch an dem Erfurter Schulmassaker vor einigen Jahren in Deutschland so – dass faktisch niemand in einer Schule eine Waffe besitzt und die Amokschützen entsprechend ungehindert auf Schüler, Lehrer oder Eltern schießen können. Die Lehrervereinigung von Philadelphia meint, wonach „Berater, Nonnen, nicht-lehrende Mitarbeiter und Psychologen wesentlich mehr zur Sicherheit der Schüler“ beitragen könnten als bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Polizeichef findet NRA-Vorschlag gut aber unbezahlbar

Ähnlich hätten sich bislang die „National Education Association“ (Nationale amerikanische Bildungsverband) und die „American Federation of Teachers“ (Nationale amerikanische Lehrervereinigung) geäußert, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Demnach sei die Mehrheit angeblich der Überzeugung, dass „Waffen keinen Platz an Schulen haben“. Man müsse alles tun, um Waffen gerade vom Schulgelände fernzuhalten.

Allerdings gibt es auch Befürworter der Forderung der Bürger-Waffenlobby in den USA. Hierzu gehört zum Beispiel der Polizeichef in South Brunswick, welcher gleichzeitig Präsident der Vereinigung von Polizeiverantwortlichen im US-Bundesstaat New Jersey ist („Association of Chiefs of Police“). Er bezeichnete den Vorschlag, bewaffnetem Sicherheitspersonal an Schulen einzusetzen, als ein „gutes Konzept“, nur sei es leider nicht finanzierbar. In einer „idealen Welt hätten wir wesentlich mehr Polizisten, wahrscheinlich auf jeder Straße“, sagte er. Aber in so einer Welt lebe man nicht in den USA.

Der Gedanke von Sicherheitspersonal an US-Schulen ist nicht komplett neu. So gibt es traditionell an vielen Schulen Sicherheitspersonal – nur sind die in der Regel bislang unbewaffnet, berichtet das „Colonial School District“. So habe es beispielsweise Sicherheitspersonal an den amerikanischen Schulen „Plymouth-Whitemarsh High School“ und „Colonial Middle School“ gegeben.

Die USA gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, Österreicher und Schweizer. Jährlich bereisen Tausende Touristen das Land. Gleichzeitig ist es unter den deutschen Schülern eines der beliebtesten Schulaustausch-Länder.



Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí -

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch" -

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt -

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Donnerstag, 22. März 2018

Türkei feiert Ermordung von kurdischen Frauen +++ Merkel nennt Türkei-Krieg in Syrien inakzeptabel

Unterschiedlicher könnte die völkerrechtlich illegale türkische Militärinvasion im geschundenen Nachbarland Syrien nicht wahrgenommen werden: Während türkische Medien den Endsieg und Völkermord an den Kurden in Syrien feiern, hagelt es im Ausland Kritik, wie jetzt von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). So schrieb beispielsweise das türkische Medium „1 Stunde vor dem Morgen“ wonach „Die Anführer der PKK und YPJ eins nach […]

Dienstag, 20. März 2018

Israelische Besatzer verurteilen Friedensaktivist Munther Amira zu fünf Jahre Bewährung und Haft

Am 12. März 2018 verurteilte ein israelisches Militärgericht den palästinensischen Menschenrechtler Munther Amira zu sechs Monaten Haft, fünf Jahren Bewährung und einer Geldstrafe. Er wurde, wie zehntausende andere in den vergangenen Jahrzehnten, aufgrund von Anklagepunkten verurteilt, welche sich auf eine friedliche Teilnahme an Protestveranstaltungen beziehen. Der palästinensische Aktivist und Menschenrechtler Munther Amira sei am 12. März 2018 vom Militärgericht in Ofer im […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*