Skip to main content
Dienstag, 23. Juli 2019

Waffenlobby USA: Waffen sollen Kinder schützen / Lehrerverbände für Nonnen, Psychologen

Die US-Waffenlobby, die Bürgervereinigung National Rifle Association (NRA), hat gefordert, dass amerikanische Schulen künftig bewaffnetes Sicherheitspersonal positionieren solle, um Schulmassaker wie an der Grundschule „Sandy Hook Elementary School“ in Connecticut, zu vermeiden. Über diese Forderung ist nun in den USA eine hitzige Debatte entbrannt, einige sprechen von einem „Entsetzen“. So wird die Lehrervereinigung von Philadelphia (Philadelphia Federation of Teachers) mit den Worten zitiert, „Waffen und bewaffnetes Personal hilft den Schülern nicht in ihrem täglichen Leben und den damit auftretenden Problemen“. New Yorks Bürgermeisters ist gegen bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Allerdings klingt die Forderung der mächtigen amerikanischen Bürger-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) nur auf den ersten Blick besonders materialistisch. Beim zweiten Blick wird die Forderung etwas klarer. So wünsche man sich entweder Polizisten oder „besonders trainierte“ lokale Bürgerwehr-Mitarbeiter an den Schulen, um die Kinder vor künftigen Schulmassakern zu schützen.

Das Problem ist bislang – und das war es auch an dem Erfurter Schulmassaker vor einigen Jahren in Deutschland so – dass faktisch niemand in einer Schule eine Waffe besitzt und die Amokschützen entsprechend ungehindert auf Schüler, Lehrer oder Eltern schießen können. Die Lehrervereinigung von Philadelphia meint, wonach „Berater, Nonnen, nicht-lehrende Mitarbeiter und Psychologen wesentlich mehr zur Sicherheit der Schüler“ beitragen könnten als bewaffnetes Sicherheitspersonal.

Polizeichef findet NRA-Vorschlag gut aber unbezahlbar

Ähnlich hätten sich bislang die „National Education Association“ (Nationale amerikanische Bildungsverband) und die „American Federation of Teachers“ (Nationale amerikanische Lehrervereinigung) geäußert, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Demnach sei die Mehrheit angeblich der Überzeugung, dass „Waffen keinen Platz an Schulen haben“. Man müsse alles tun, um Waffen gerade vom Schulgelände fernzuhalten.

Allerdings gibt es auch Befürworter der Forderung der Bürger-Waffenlobby in den USA. Hierzu gehört zum Beispiel der Polizeichef in South Brunswick, welcher gleichzeitig Präsident der Vereinigung von Polizeiverantwortlichen im US-Bundesstaat New Jersey ist („Association of Chiefs of Police“). Er bezeichnete den Vorschlag, bewaffnetem Sicherheitspersonal an Schulen einzusetzen, als ein „gutes Konzept“, nur sei es leider nicht finanzierbar. In einer „idealen Welt hätten wir wesentlich mehr Polizisten, wahrscheinlich auf jeder Straße“, sagte er. Aber in so einer Welt lebe man nicht in den USA.

Der Gedanke von Sicherheitspersonal an US-Schulen ist nicht komplett neu. So gibt es traditionell an vielen Schulen Sicherheitspersonal – nur sind die in der Regel bislang unbewaffnet, berichtet das „Colonial School District“. So habe es beispielsweise Sicherheitspersonal an den amerikanischen Schulen „Plymouth-Whitemarsh High School“ und „Colonial Middle School“ gegeben.

Die USA gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, Österreicher und Schweizer. Jährlich bereisen Tausende Touristen das Land. Gleichzeitig ist es unter den deutschen Schülern eines der beliebtesten Schulaustausch-Länder.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]