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Freitag, 29. Mai 2020

Österreicher wollen Bundesheer-Wehrpflicht wegen Zivildienst beibehalten

Die Österreicher möchten ihr Berufsheer weiterhin mit einer Wehrpflicht versehen. Das ist das Ergebnis einer vom Rundfunksender ORF mit Hilfe der SORA/ISA durchgeführten Wahltagsbefragung. Allerdings scheint es nicht so zu sein, dass die Österreicher eine Wehrpflicht wirklich wünschten, vielmehr spielte es wohl eine zentrale Rolle, dass mit dem Ende der seit Jahrzehnten geltenden Wehrpflicht auch der wichtige soziale Zivildienst abgeschafft worden wäre. Diese Erfahrung hat man derzeit in Deutschland zu verarbeiten.

Während die Gesamtbevölkerung in Österreich sich eindeutig für einen Behalt der Wehrpflicht aussprachen, sieht das politischer Lager diese Frage differenzierter. So sagten die konservativen Parteien ÖVP und FPÖ sie wären für eine Beibehaltung der Wehrpflicht, während die eher linksliberalen Parteien SPÖ und Grüne sich nach modernem deutschen Vorbild für den Aufbau eines Berufsheeres einsetzen.

An der nun veröffentlichten Militär-Umfrage hatten sich in Österreich zwischen dem 17. und 20. Januar (Jänner) 1.000 Stimmberechtigte beteiligt. Insgesamt hatten sich 63 Prozent der 16- bis 29-Jährigen für das Berufsheer ausgesprochen, während die älteren eindeutig sich für das alte Modell der Wehrdienst-Armee aussprachen – zwischen 60 und 70 Prozent. Keine großen Unterschiede gab es im Hinblick auf die Geschlechter – auch wenn etwas weniger Frauen (55 Prozent) als Männer für die Beibehaltung der Wehrpflicht (64 Prozent) waren.

Wie in einer ähnlichen Untersuchung in Deutschland vor wenigen Jahren, sagten auch in Österreich die meisten der Befragten, sie wären für eine Beibehaltung der Wehrpflicht vor allem deshalb, da die Jugendlichen vor allem mit dem Zivildienst einen wichtigen sozialen Beitrag (Pflege von Alten oder Behinderten) leisteten. Nicht zu unterschätzen ist der Zivildienst in Österreich aber auch für den Katastrophenschutz (Lawinen etc.). So sagten 74 Prozent der Befürworter der Wehrpflicht, es sei besonders begrüßenswert, dass die Zivildienstleistenden (günstig) im Katastrophenschutz des Alpenlandes tätig seien.



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