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Sonntag, 25. September 2022

Wird Großbritannien die erste Kolonie der Europäischen Union

Der britische Regierungschef David Cameron hat gestern ganz in englischer Manier der Europäischen Union seine Bedingungen diktiert und sich dabei ein Eigentor geschossen. Umjubelt von seinen politischen Gegner aus der konservative Partei trat er damit in die Fußstapfen von Margaret Thatcher, genaugenommen sind seine Fußstapfen seit gestern sogar noch größer.

Einst hatte Margaret Thatcher für den Ausstieg aus der Europäischen Währungssystem (EWS) gesorgt, jetzt stellt Cameron sogar die EU-Mitgliedschaft in Frage. Er hat gestern Großbritannien ein Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft versprochen. David Cameron hatte dabei angemerkt, dass er seinem Volk nur dann zu einem Verbleib in der EU raten wird, wenn die EU weitreichende Zugeständnisse an Großbritannien machen wird. Mit ähnlichen Methoden hatte damals Margaret Thatcher der EU weitreichende Zugeständnisse abgerungen – nur hat David Cameron dieses Mal schlechte Karten – die EU-Mitgliedsstaaten zeigen Geschlossenheit.

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist somit seit Gestern sehr wahrscheinlich. Aber wen stört das wirklich, hatten die Britten doch schon die ganze Zeit nicht so richtig mitgemacht, nicht beim Euro und zukünftig soll es bei den Briten auch keine Finanztransaktionssteuer geben. Zur Finanztransaktionssteuer hatten sich erst vor ein paar Tagen die Finanzminister von 11 EU-Statten, darunter auch Deutschland, geeinigt. Schwerwiegend ist dabei, dass gerade der bedeutendste Finanzstandort London nicht mitmachen wird.

Auf der anderen Seite wird es Frankfurt stärken, denn ohne London wird es keine Konkurrenz mehr innerhalb der EU um den wichtigsten Börsenstandort geben. Die Wirtschaft der Briten schwächelt schon seit Jahren und nach einen EU-Austritt wird es auch keine Hilfen aus Richtung Europa mehr geben. Spannend wird dann aber auch die Frage um die Verteilung wichtiger Ressourcen wie Erd-Öl und Erd-Gas, da wird es zukünftig Spannungsfelder geben, auch der freie Handel ohne Zölle mit Großbritannien wird dann nicht mehr möglich sein. Großbritannien wird sich isolieren.

Wie lange wird sich die EU die Sonderrolle Großbritanniens anschauen. Betrachtet man das militärische Kräfteverhältnis, dann kann die Insel auch schnell zu einer Kolonie der Europäischen Union werden, und es wäre auch das erste Land, das da wohl dafür in Frage kommen wird. Dann bekommen die Britten den Euro zwangsverordnet und eine Kolonialregierung, die ihren Sitz in Brüssel haben wird. Mag sein, der Grundgedanke der EU ist friedlicher Natur, aber der gilt zuerst dem Verhältnis der Mitglieder untereinander. Bleibt nur zu hoffen, dass die Britten schlauer sind als Ihr Premier.



Kommentare (2)


Redaktion 25. Januar 2013 um 11:58

Danke für den Hinweis, wir haben den Text korrigiert.

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H. A. Lunke 25. Januar 2013 um 11:55

Europäisches Währungssystem ESM oder besser EWS?

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