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Russischer Oligarch Boris Berezovsky tot in London – Gerüchte um Selbstmord oder Herzinfarkt

Der russische Oligarch Boris Berezovsky (Борис Березовский) und ehemalige scharfe Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin soll nach einer These bei London Selbstmord begangen haben, eine andere These nennt die Möglichkeit eines Herzinfarktes. Berezovsky wurde lediglich 67 Jahre alt. Bislang gibt es keine Bestätigung zu den Umständen des Todes. Klar scheint aber zu sein, dass der russische Milliardär wirtschaftlich angeblich in Schwierigkeiten steckte und Putin ihm eine Zurückreise nach Russland verwehrt hatte. Zuvor soll Berezovsky an Putin ein Entschuldigungsschreiben gesendet haben, in dem er eigene Verfehlungen eingestanden habe und um Vergebung gebeten habe.

Boris A. Berezovsky war einst der reichste und mächtigste russische Oligarch. Er hatte sich bereits sehr früh in den 90er Jahren nach dem Ende der Soviet Union an die Spitze der neuen russischen Elite gesetzt. Wie so oft, ist nicht ganz klar, wie es Berezovsky schaffte, ein zeitweilig auf mehrere Milliarden Euro umfassendes Vermögen zu kommen.

Zum finanziellen Verhängnis scheint Berezovsky letztlich eine teure juristische Auseinandersetzung mit einem anderen russischen Milliardär, Roman A. Abramovich, geworden zu sein. Abramovich soll neben einigen anderen Wohnsitzen auch in der Nähe des deutschen Skiortes Garmisch-Partenkirchen eine Villa besitzen. Der Prozess zwischen Berezovsky und Abramovich soll um die 250 Mio. US-Dollar verschlungen haben. Da aber Berezovsky nach London ins Exil gegangen war – einge sprechen davon, er sei vor einigen Jahren „geflohen“ -, soll er angeblich kaum mehr Zugang zu seinem einstigen Milliarden-Vermögen gehabt haben, berichten zumindest Medien.

Von dem Tod Boris A. Berezovsky berichtete als erstes sein Schwiegersohn Egor Schuppe auf seiner Facebook-Seite und zwar in russischer Sprache. Schuppe gilt als deutschstämmiger Russe. Es gibt auf Schuppes Facebook-Präsenz bereits zahlreiche Kondolenz-Einträge.

Derzeit werden die genauen Todesumstände von Berezovsky untersucht, berichten britische Medien. Auch wenn Berezovsky zuletzt nicht mehr finanziell als so solvent galt, wie früher, so führte er doch einen typisch russisch-protzigen Lebensstil. So wird berichtet, am liebsten sei er in einem Maybach Sedan gefahren und habe sich von einem Range Rover folgen lassen, in dem dunkel gekleidete Bodyguards gesessen hätten.

In der Vergangenheit habe er aber zunehmend sich von persönlichem Besitz getrennt – darunter beispielsweise von dem Andy Warhol-Kunstwerk „Red Lenin“, angeblich um seine Schulden aus dem teuren Prozess mit Abramovich begleichen zu können. In dem Rechtsstreit war es um Anteile an der russischen Ölfirma Sibneft gegangen. Boris A. Berezovsky hatte diesen teuren Prozess gegen Abramovich spektakulär verloren.

Putin, der seit 2000 in Russland regiert, hatte neben Berezovsky auch einen zweiten russischen Milliardär und Putin-Gegner zur Strecke gebracht: Mikhail B. Khodorkovsky, einen Öl-Tycoon, der derzeit eine längerfristige Haft in Sibirien verbringt, was weltweit auf harte Kritik gestoßen war.

In dem Buch „The Oligarchs: Wealth and Power in the New Russia“, hatte Autor David E. Hoffman detailliert Einblick in die seltsame Welt der russischen Oligarchen gegeben. Darin hatte er auch geschrieben, wonach Berezovsky nicht nur Reichtum anhäufen hätte wollen, sondern angeblich auch politische Macht.



Kommentare (1)


Kiat Gorina 27. März 2013 um 11:42

So wie es ausschaut, hat er den Freitod gewählt! Er soll völlig pleite gewesen sein! Das ist seine persönliche Entscheidung gewesen. Ich maße mir darüber kein Urteil an.

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