Skip to main content
Mittwoch, 17. Juli 2019

Russischer Oligarch Boris Berezovsky tot in London – Gerüchte um Selbstmord oder Herzinfarkt

Der russische Oligarch Boris Berezovsky (Борис Березовский) und ehemalige scharfe Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin soll nach einer These bei London Selbstmord begangen haben, eine andere These nennt die Möglichkeit eines Herzinfarktes. Berezovsky wurde lediglich 67 Jahre alt. Bislang gibt es keine Bestätigung zu den Umständen des Todes. Klar scheint aber zu sein, dass der russische Milliardär wirtschaftlich angeblich in Schwierigkeiten steckte und Putin ihm eine Zurückreise nach Russland verwehrt hatte. Zuvor soll Berezovsky an Putin ein Entschuldigungsschreiben gesendet haben, in dem er eigene Verfehlungen eingestanden habe und um Vergebung gebeten habe.

Boris A. Berezovsky war einst der reichste und mächtigste russische Oligarch. Er hatte sich bereits sehr früh in den 90er Jahren nach dem Ende der Soviet Union an die Spitze der neuen russischen Elite gesetzt. Wie so oft, ist nicht ganz klar, wie es Berezovsky schaffte, ein zeitweilig auf mehrere Milliarden Euro umfassendes Vermögen zu kommen.

Zum finanziellen Verhängnis scheint Berezovsky letztlich eine teure juristische Auseinandersetzung mit einem anderen russischen Milliardär, Roman A. Abramovich, geworden zu sein. Abramovich soll neben einigen anderen Wohnsitzen auch in der Nähe des deutschen Skiortes Garmisch-Partenkirchen eine Villa besitzen. Der Prozess zwischen Berezovsky und Abramovich soll um die 250 Mio. US-Dollar verschlungen haben. Da aber Berezovsky nach London ins Exil gegangen war – einge sprechen davon, er sei vor einigen Jahren „geflohen“ -, soll er angeblich kaum mehr Zugang zu seinem einstigen Milliarden-Vermögen gehabt haben, berichten zumindest Medien.

Von dem Tod Boris A. Berezovsky berichtete als erstes sein Schwiegersohn Egor Schuppe auf seiner Facebook-Seite und zwar in russischer Sprache. Schuppe gilt als deutschstämmiger Russe. Es gibt auf Schuppes Facebook-Präsenz bereits zahlreiche Kondolenz-Einträge.

Derzeit werden die genauen Todesumstände von Berezovsky untersucht, berichten britische Medien. Auch wenn Berezovsky zuletzt nicht mehr finanziell als so solvent galt, wie früher, so führte er doch einen typisch russisch-protzigen Lebensstil. So wird berichtet, am liebsten sei er in einem Maybach Sedan gefahren und habe sich von einem Range Rover folgen lassen, in dem dunkel gekleidete Bodyguards gesessen hätten.

In der Vergangenheit habe er aber zunehmend sich von persönlichem Besitz getrennt – darunter beispielsweise von dem Andy Warhol-Kunstwerk „Red Lenin“, angeblich um seine Schulden aus dem teuren Prozess mit Abramovich begleichen zu können. In dem Rechtsstreit war es um Anteile an der russischen Ölfirma Sibneft gegangen. Boris A. Berezovsky hatte diesen teuren Prozess gegen Abramovich spektakulär verloren.

Putin, der seit 2000 in Russland regiert, hatte neben Berezovsky auch einen zweiten russischen Milliardär und Putin-Gegner zur Strecke gebracht: Mikhail B. Khodorkovsky, einen Öl-Tycoon, der derzeit eine längerfristige Haft in Sibirien verbringt, was weltweit auf harte Kritik gestoßen war.

In dem Buch „The Oligarchs: Wealth and Power in the New Russia“, hatte Autor David E. Hoffman detailliert Einblick in die seltsame Welt der russischen Oligarchen gegeben. Darin hatte er auch geschrieben, wonach Berezovsky nicht nur Reichtum anhäufen hätte wollen, sondern angeblich auch politische Macht.



Kommentare (1)


Kiat Gorina 27. März 2013 um 11:42

So wie es ausschaut, hat er den Freitod gewählt! Er soll völlig pleite gewesen sein! Das ist seine persönliche Entscheidung gewesen. Ich maße mir darüber kein Urteil an.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]

Donnerstag, 06. Juni 2019

D-Day

Winston Churchills Buch The Second World War: Zwischen Wahrheit und verdrehten News oder warum der Brexit so gefährlich ist

In der Normandie, im Norden Frankreichs, kamen am Donnerstagvormittag den 6. Juni 2019 Hunderte geladene Besucher gemeinsam mit rund 10 britischen Veteranen zusammen. Man gedachte den schrecklichen Ereignissen am 6. Juni 1944, die man damals als „Operation Neptune“ oder auch „Operation Overlord“ bezeichnete. Damals, vor 75 Jahren, waren an einem einzigen Tag weit über 100.000 Soldaten in einem brutalen Krieg […]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Sonntag, 28. April 2019

Todesfall UKE Hamburg + Wollte Ärztin Psychopharmaka mit Gewalt in den Mund stopfen lassen?

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versinkt in einem Skandal. Wie die linksalternative Tageszeitung taz berichtet, habe sich ein unglaublicher Vorfall an der „Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ mit Todesfolge eines Patienten ereignet.[i] Für die psychiatrische Klinik des UKE verantwortlich wird auf der Homepage des UKE Klinikdirektor Univ-Prof. Dr. Jürgen Gallinat genannt.[ii] Der Arzt lässt sich auch auf der […]