Skip to main content
Freitag, 23. Oktober 2020

250 Mio: Amazon-Gründer Bezos kauft Washington Post von Graham Familie

Damit hatte nun wahrlich niemand gerechnet: Das Flaggschiff des amerikanischen Journalismus, die Washington Post (Washington Post Co.) wird ausgerechnet von einem Online-Milliardär gekauft – und zwar von keinem geringeren als dem 49-Jährigen Amazon-Gründer Jeffrey P. Bezos. Damit zieht sich die legendäre Graham-Familie aus dem Verlegergeschäft zurück. Vier Generationen hatten die Washington Post durch das schwierige 19. und 20. Jahrhundert geführt. Zuletzt war Donald Graham am Ruder. Davor war Katharina Graham die Verlegerin. Berühmt wurde die Washington Post mit dem Aufdecken der Watergate-Affäre Richard Nixons durch die Journalisten Robert Woodward und Carl Bernstein.

Der jetzige Verkauf der Washington Post ist der vorläufige dramatische Höhepunkt des drohenden Zeitungssterbens. So hatte erst kürzlich Friede Springer, die Hauptaktionären der Axel Springer AG (Bild, Welt), sich von der Berliner Morgenpost und dem Hamburger Abendblatt getrennt, kurz davor hatte die New York Times ihre kleine Schwester, das Traditionsblatt Boston Globe, abgestoßen. Zudem hatte vor drei Jahren der Deutsch-Amerikaner Nicolas Berggruen die spanische angesehen Tageszeitung „El País“ übernommen.

Wie es heißt, habe Amazon-Gründer Bezos recht überschaubare 250 Mio. US-Dollar an die Graham-Family bezahlt für die Washington Post – und zwar bar. Das ist für ein solches Traditionsblatt nicht wirklich viel und zeigt, wie angeschlagen die Washington Post gewesen sein muss, wenn sie für einen solchen Preis nun verkauft wird. Vor einigen Jahren hatte die Braunschweiger Zeitung nicht viel mehr gekostet.

Nixon Resigns

Der Onlinehändler Amazon legt Wert auf die Feststellung, wonach nicht das Unternehmen nun die Washington Post kaufe, sondern Bezos privat – und zwar möglicherweise bereits in den nächsten 60 Tagen. Wie es heißt, würde die Washington Post künftig innerhalb einer publicly traded company verlegt.

CEO Graham wird anlässlich des Verkaufs der Washington Post mit den Worten zitiert: „Die Post hätte unter dem Mantel der Company überleben können und wäre auch für die absehbare Zukunft weiterhin profitabel gewesen. Aber wir wollten mehr tun, als überleben. Ich sage nicht, dass der jetzige Verkauf Erfolg garantieren wird, aber es gibt eine wesentliche größere Chance, dass die Zeitung weiterhin besteht.“

Die Washington Post Co.’s newspaper division hatte in den vergangenen sechs Jahren 44 Prozent ihrer Umsätze verloren – also fast die Hälfte. Hinzu kommt der drastische Abfall der Auflage. So brachen die Verkaufszahlen alleine im ersten Halbjahr 2013 um 7 Prozent ein.

Allerdings kommt der jetzige Verkauf nicht völlig überraschend heißt es von Seiten der Washington Post. Vielmehr habe die Graham-Familie schon vor Wochen Allen & Co. engagiert, um potentielle Käufer auszuloten.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Sonntag, 18. Oktober 2020

Covid 19

Wir sind an der Seite der Corona Shutdown Gegner – Freiheit größer als das Virus

Kommentar – Die Schweizer sind nicht gerade für Rambazamba bekannt. Viele leben in ihrem lokalen Wohlstand. Die Altersvorsorge klappt mit dem Dreisäulenprinzip besser als in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Das Arbeitslosengeld ist in der Schweiz erheblich höher – maximal 400 Franken brutto pro Tag und bis zu maximal 21,7 Arbeitstage-Geldern pro Monat. Doch ein drohender zweiter Lockdown wegen Corona […]

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Streit

Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) wirft dubioser „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org falsche CCCZH Impressums-Angabe vor

Ein Vertreter des Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) weist falsche Impressums-Angaben der „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org zurück. In einer Mail an uns schreibt ein Clubvertreter: Für waldstattasphalt.blackblogs.org sei der CCCZH als Ganzes nicht verantwortlich. Impressumsangaben, die das bis vor kurzem behaupteten seien falsch. Laut watson.ch sei „Wald statt Asphalt“ eine „neue Protestwelle“ von Extinction Rebellion. Eine Protest-Organisation, die aus zahlreichen […]

Donnerstag, 24. September 2020

Diktaturen

Bahrain lässt Jugendliche nach acht Jahren Haft frei

Auch wenn viele einen Friedensvertrag zwischen Israel und Bahrain feiern, eingetütet durch U.S.-Präsident Donald Trump, so bleibt doch festzuhalten: Bahrain ist ein diktatorisches Regime. Das zeigt sich einmal mehr an einer Meldung von Amnesty International Deutschland (AI). So teilte Amnesty mit: Am 23 Mai 2020 sei Ebrahim Ahmed Radi al-Moqudad (15 Jahre bei der Festnahme im Jahr 2012; heute also […]

Samstag, 01. August 2020

Anti-Korruptions Demonstrationen

Amnesty International fordert Palästinensische Aktivisten müssen von Behörden in Ramallah freigelassen werden.

Am 19. Juli 2020 nahmen die im Westjordanland stationierten palästinensischen Streitkräfte in der Stadt Ramallah 19 Aktivisten fest, die friedlich gegen die Korruption im Land protestierten. Dies teilte nun Amnesty International Deutschland mit und schreibt: „Während drei von ihnen wieder freigelassen wurden, wurden 16 angeklagt, zehn von ihnen befinden sich weiterhin in Haft“. Alle zehn Palästinenser sind aus Protest gegen […]

Montag, 29. Juni 2020

Türkei

Corona machts möglich: Urlaub für 32 Euro im 5 Sterne Hotel

Zahlreiche Reise-Start-Ups stehen wegen der Corona-Krise mit dem Rücken zur Wand, vielen droht der Ruin – auch unter den großen Reiseanbietern. Nach wie vor sehr günstig ist die Türkei. Doch das hat seine Schattenseiten. Denn Millionen Bürger aus Europa meiden seit Jahren die Türkei als Tourismusgebiet, da willkürliche Verhaftungen drohen. Vor allem wenn jemand in Social Media seine Sympathien mit […]

Freitag, 03. April 2020

Ältester Überlebender

104-jähriger Weltkriegsveteran erholt sich von COVID-19

Ein Licht in so dunklen Zeiten und natürlich aus dem Land der unendlichen Möglichkeiten nach oben wie nach unten: Aus den USA. Mehrere US-Medien berichten, wonach ein U.S.-Amerikaner aus dem U.S.-Bundesstaat Oregon nun seinen 104. Geburtstag gefeiert habe – mit Mundschutz natürlich. Zuvor sei er aber an Corona erkrankt, also COVID-19. Davon habe sich der rüstige Rentner, der in einem […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »