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Dienstag, 21. Mai 2019

UK Schikane: Partner von Snowden-Enthüller festgenommen – Miranda 9 Stunden hin Haft

Um homosexuelle Diskriminierungen in Europa festzustellen, muss man nicht nur nach Russland zu Wladimir Putin schauen, sondern auch in die Europäische Union nach Großbritannien (UK). Wie jetzt bekannt wurde, hielten britische Polizisten des Londoner Flughafens Heathrow den Lebenspartner des Edward Snowden-Enthüllers Glenn Greenwald, den Brasilianer David Miranda (28), nach dessen Berlin-Trip insgesamt neun Stunden am Flughafen gefangen – das Maximum der möglichen Zeit.

Staatsterror der übelsten Sorte unter dem britischen Premier David Cameron – dem Mann mit der schwülen Haartolle im Gesicht. Angeblich, teilten nun die britischen Behörden mit, habe man den Lebenspartner des Guardian-Journalisten Glenn Greenwald, David Miranda, auf Grund des „Terrorism Act“ die neun Stunden festgehalten. Man hätte einige Fragen an ihn gehabt. Der Journalist der britischen Tageszeitung The Guardian, Glenn Greenwald, wohnt mit seinem Freund in Rio de Janeiro in Brasilien und hatte tausende Gesetzesverstöße der U.S.-Stasibehörde N.S.A. („National Security Authority“) öffentlich gemacht und für nachhaltige Verstimmungen auch zwischen der deutschen Regierung sowie Washington gesorgt.

David Miranda war morgens gegen 8.05 Uhr von Berlin kommend in London plötzlich festgenommen worden – angeblich auf Grund des britischen Terrorism Act 2000. Gemäß diesem Gesetz dürfen britische Staatsbeamte an Flughäfen jeden Fluggast ohne gerichtliche Anordnung bis zu neun Stunden festhalten, befragen, untersuchen. Voraussetzung ist aber, dass es einen erheblichen und glaubhaften Verdacht gibt, dass die betroffene Person in terroristische Aktionen verwickelt sein könnte.
Jährlich hält die britische Flughafenpolizei am Airport Heathrow sage und schreibe 2.000 Menschen fest und befragt sie nach möglichen Terrorplänen.

Im Falle von David Miranda „beschlagnahmte“ nun die britische Flughafenpolizei die Fotokamera des brasilianischen Freundes von Glenn Greenwald, Memory Sticks, DVD, eine Game Console, den Computer, das Handy – Staatsterror pur, Willkür Pur. Man darf getrost die Vermutung anstellen, dass es dabei nicht nur um eine Untersuchung im Falle Snowden ging, sondern um öffentliche, schamlose und unverschämte Homosexuellen-Diskriminierung übelster Güte.

In Berlin hatte Miranda die US-Regisseurin Laura Poitras getroffen, welche gemeinsam mit dem Guardian-Journalisten Glenn Greenwald die Enthüllungen rund um Barack Obamas Stasi-Methoden gegen die Europäer vorangetrieben hatte.

Die brasilianische Regierung äußerte nun „ernsthafte Sorgen“ rund um die ungewöhnlichen Aktionen der britischen Behörden im Umgang mit brasilianischen Staatsbürgern am Flughafen Heathrow. So sagte die brasilianische Regierung, wonach die von der Regierung David Cameron veranlasste neunstündige Verhaftung des Lebenspartners des Guardian-Journalisten „ohne Rechtsbasis“ gewesen sei. Weiter erwarte die brasilianische Regierung, dass sich solche Vorfälle in Großbritannien gegen brasilianische Bürger nicht wiederholten.

Widney Brown, der Direktor von Amnesty International sagte: „Es ist unmöglich, dass David Michael Miranda, ein Brasilianer, welcher sich im Transitbereich des Londoner Flughafens legal aufgehalten hat… so lange festgehalten wird.. Das ist entgegen des Ursprungs-Gedankens des Gesetzes und indiskutabel. Hier wurde erheblich gegen Menschenrechte verstoßen… es zeigt einmal mehr, dass dieses Gesetz auch massiv missbraucht werden kann… Es gibt nicht einmal ansatzweise Gründe, weshalb die britische Polizei hätte annehmen können, dass David Michael Miranda in terroristische Aktionen verwickelt sein könnte.“

Der jetzt bekannt gewordenen Vorgang hat in der britischen Öffentlichkeit für massive Kritik gesorgt. Alleine der Guardian-Artikel zu der Festnahme wurde fast 10.000 über Twitter empfohlen, sowie über 20.000 Mal auf Facebook.



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