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Dienstag, 23. April 2019

USA Angriff Syrien: Arabische Liga wirft Westen Einmischung in Innere Angelegenheiten vor

Zwar streitet der syrische Präsident Baschar Hafiz al-Assad (arabisch ‏ بشار حافظ الأسد ‎, DMG Baššār Ḥāfiẓ al-Asad) den Einsatz von Chemiewaffen gegen die Terrorbanden der Freien Syrischen Armee (FSA) ab, doch immer mehr Regierungen der Welt nutzen die Gerüchte rund um Chemiewaffen, um aus unterschiedlichsten Interessen in Syrien Fäden zu ziehen und Nutznießer des Bürgerkrieges zu sein. Dazu gehört auch die Arabische Liga unter Federführung von Saudi Arabien. So teilte am Dienstag der saudische Außenminister, Prinz Saud al-Faisal, mit, wonach das syrische Regime seine arabische Identität verloren habe. Gleichzeitig machte der saudische Außenminister recht offen den Westen für die aufbrechenden Konflikte in arabischen Ländern erheblich mit verantwortlich.

So sagte Prinz Saud al-Faisal man weise Versuche der äußeren Einmischung in arabische Fragen zurück. Das könnte als eine recht deutliche arabische Zurückweisung der US-Plänen gewertet werden, mittels Bombenangriffen und Raketenangriffen auf Damaskus in den syrischen Bürgerkrieg einzugreifen.

Dennoch attackierte Prinz Saud al-Faisal, Außenminister von Saudi-Arabien, auch unmissverständlich Assads syrische Regierung. Sie stehe „in keinster Weise mehr für die syrische Zivilisation“, die aber „seit jeher für das Herz des Arabismus“ gestanden habe.

Saudi-Arabien: „Palästinensische Frage in Israel bleibt für Arabische Liga die wichtigste“

Gleichzeitig teilte Saudi-Arabien mit, wonach die zentralste Frage der Arabischen Liga sei, die Sicherheit der palästinensischen Araber zu gewährleisten. Die Frage der Palästinenser – beispielsweise in Israel – bleibe die wichtigste Frage der Araber überhaupt. Dabei ziele man auf einen unabhängigen palästinensischen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem ab.

Alleine in Syrien lebten bis zum Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges rund 500.000 Palästinenser. Tausende von ihnen wurden von Terrorbrigaden der syrischen islamischen Opposition in den vergangenen zwei Jahren umgebracht (Stichwort: Yarmouk Camp Syrien).

Besonders stört sich die Arabische Liga nach Mitteilung des arabischen Außenministers Prinz Saud al-Faisal daran, dass das syrische Regime sich komplett weigere mit jedweden Friedens-Initiativen zusammenzuarbeiten und stattdessen schreckliche Massaker am eigenen Volk begehe. So habe man – wie die U.S.-Regierung – mittlerweile keine Zweifel mehr, dass in Syrien verbotene Chemische Waffen eingesetzt würden. Man fordere deshalb die Welt nun auf, „die menschliche Tragödie des syrischen Volkes zu stoppen“. Wen er mit der „Welt“ meinte, blieb unklar.

„Viele der Krisen in den arabischen Staaten entstanden durch Einmischung von außen in die arabischen Angelegenheiten“

Recht klar wurde er hingegen in seinen weiteren Attacken gegen den Westen. So sagte der arabische Außenminister Al-Faisal indirekt aber recht deutlich, wonach „viele der Krisen… in den arabischen Staaten durch Einmischung von außen in die arabischen Angelegenheiten“ angeheizt worden seien, obgleich man sehe, dass Konflikte „auch aus dem Inneren stammen“. Dennoch sei man überzeugt, dass „viele der Konflikte das Ergebnis der eklatanten äußeren Einmischung in unsere Angelegenheiten und unsere Fragen der Arabischen Welt“ seien.

Seine ungewöhnlich offene Kritik am Westen verbindet der Außenminister von Saudi-Arabien mit dem Appell, wonach die Araber wieder viel stärker zusammenarbeiten sollten und für die Integration aller arabischen Völker kämpfen sollten.

Dabei solle es die oberste Herausforderung sein, die „Aufrechterhaltung von Sicherheit und Stabilität unserer Länder“ zu gewährleisten und eine „Einmischung von außen zu verhindern“. Dies gelte auch für die Arabischen Republik Ägypten, welche zurück finden müsse zur „Ruhe, Sicherheit und Stabilität“.



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