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Donnerstag, 21. Juni 2018

AfD-Landeschef Hampel: „Schwarzmeerflotte immer schon Teil von Russlands Verteidigungssystem“

Die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) treibt Deutschland und die EU immer mehr auf Kollisionskurs mit Russland – sowohl politisch wie wirtschaftlich. Derweil hat Russland im US-Sicherheitsrat ein Veto gegen eine Krim-Resolution der UNO eingelegt.

Dessen ungeachtet möchte Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen der Krim-Diskussion starke Wirtschaftssanktionen mit der EU gegen Russland ins Feld führen. Das stößt bei Wirtschaftsverbänden, wie dem BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.), auf deutliche Kritik. Sanktionen gegen Russland schadeten auch erheblich Deutschlands Wirtschaft und damit Deutschlands Arbeitsplätzen, heißt es aus den Reihen des BDI. So umfasst das Handelsvolumen zwischen Russland und Deutschland jährlich 80 Milliarden Euro. Neben dem BDI sind auch Politiker der Partei AfD (Alternative für Deutschland) gegen Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Die AfD tritt zur Europawahl an.

Aus den Reihen der AfD hat sich nun beispielsweise Armin-Paul Hampel (56), Mitbegruender des ARD-Hauptstadtstudios Berlin und ehemaliger Korrespondent der ARD, zu Wort gemeldet, schreibt beispielsweise die russische Zeitung vz.ru. Zuletzt war Hampel Leiter des ARD-Studios Südasien (in Neu Delhi) und engagiert sich derzeit als Vorsitzender des AfD Landesverbandes Niedersachen. Er gilt als guter Kenner Russlands, Indiens und Asiens. Mit Blick auf den Krim-Konflikt, schreibt die russische Wirtschaftszeitung vr.ru, habe Hampel nun erklärt: „Die Schwarzmeerflotte war immer schon Teil des Verteidigungssystems von Russland“, dies müsse „man bei diesem Thema bedenken“.

Außerdem solle der AfD-Politiker Hampel zudem geäußert haben, schreibt vz.ru, wonach er sich vorstellen könne, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auch auf Druck der USA derzeit sich stark gegen russische Krim-Interessen in der Öffentlichkeit stelle.

Dass gefühlt eine große Mehrheit der Deutschen durchaus Verständnis für Russland und seine Krim-Interessen habe, schreibt vz.ru, könne daran liegen, dass die Deutschen nicht vergessen hätten, dass es russische Politiker wie Michail Gorbatschow gewesen seien, die erst die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht hätten (Anmerkung Redaktion: England und Frankreich waren dagegen).

40% des Erdgas erhält Deutschland aus Russland

Außerdem weise Hampel darauf hin, schreibt vz.ru, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland auch in wirtschaftlichen Belangen bedeutend seien. So entfielen 30 bis 40 Prozent der Erdgasversorgung Deutschlands auf russische Lieferungen, bestaetigt Hampel gegenüber dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com.

Neben dem Gas als wichtiger Ankerpoint zwischen Deutschland und Russland verweise Hampel laut vz.ru darauf, wonach sowohl Deutschland wie Russland erheblich gegenseitige Investitionen tätigten.

Hampel solle zudem, schreibt vz.ru, darauf verwiesen haben, dass der Westen auch widersprüchlich agiere. So habe Bundeskanzlerin Merkel einerseits betont, wie wichtig eine friedliche Beilegung des Krim-Konfliktes sei. Auf der anderen Seite gebe es Berichte, dass die NATO an der Grenze zu Ukraine Militärflugzeuge aufsteigen lasse – wie 16-Flugzeuge und „AWACS Fernaufklärer aus Geilenkirchen – also von deutschem Boden aus“, so Hampel.

Weiter ergänzt der AfD-Chef von Niedersachsen: „Es ist wichtig, zunächst mit allen Gruppen und Nationalitäten in der Ukraine zu sprechen, um vor allem unbedingt zu einer friedlichen Loesung zu kommen.“ Erst dann könne man „über Milliarden-Foerderungen sprechen“. In den Konsultationen müssten „aber extreme Parteien der Rechten wie Linken ausgespart bleiben“, ist Hampel überzeugt.

Bereits Anfang Januar 2014 hatte Hampel in einem Interview mit dem russischen aber englischsprachigen Fernsehsender Russia Today (RT) darauf verwiesen, dass das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen Oligarchen wie Michail Chodorkowski immerhin dazu geführt habe, dass die Oligarchen seit gut zehn Jahren keinen erheblichen Einfluss mehr auf Russlands Politik hätten. Dies bekräftigte Armin-Paul Hampel auch gegenüber dem Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com noch einmal: „Chodorkowski beispielsweise ist auch kein Freiheitskämpfer, sondern ein Businessmann“.

Milliardär Chodorkowski – kein Freiheitskämpfer sondern ein eiskalter Geschäftsmann

Obwohl Chodorkowski kurz nach seiner durch den russischen Präsidenten Vladimir Putin veranlassten Entlassung aus einer mehrjährigen Haft mitgeteilt hatte, er halte sich aus der Politik heraus, war er kürzlich dennoch grinsend in der Ukraine aufgetreten und hatte gegen Russland Stimmung gemacht.

Die historischen Hintergründe zum jetzige Konfliktherd Krim sind in Deutschland bislang kaum bekannt und werden von den deutschen Massenmedien auch mehr oder weniger totgeschwiegen. So dürfte den wenigsten in Deutschland bekannt sein, dass die Krim über 200 Jahre zum russischen Staatsgebiet gehörte. Die Krim wurde der Ukraine in den 1950er Jahren von Russland lediglich als autonomes Gebiet überlassen. Damals konnte in Russland niemand ahnen, dass die Sowjetunion Ende der 1980er Jahre zusammenbrechen würde. Die in den 1950er Jahren erfolgte autonome Überlassung der Krim an die Ukraine, erweist sich seit Jahren für Russland als erheblichen strategischen Fehler. Putin scheint diesen Fehler nun rückgängig machen zu wollen.

Grund: Ohne die Krim hat Russland keinen Zugang zum strategisch und militärisch wichtigen Gebiet des Schwarzen Meers und hat somit keinen Zugriff auf die für Russland seit Jahrzehnten wichtige Schwarzmeerflotte. Gelingt Russland es nicht, sich dauerhaft einen Zugang zum Schwarzen Meer zu sichern, hat mal wieder der Westen – die NATO – die Nase vorn. Denn sie hat sich faktisch den kompletten Mittelmeerraum und auch das Schwarzen Meer als militärisch-strategisches Gebiet weitgehend gesichert.

Als Problem kommt hinzu: Obwohl Deutschland als Dankeschön für die durch Russland ermöglichte deutsche Wiedervereinigung unzählige Male erklärte, man akzeptiere Russlands strategische Interessen in Osteuropa und dehne deshalb weder die NATO noch die EU an Russlands Grenze aus, geschieht seit gut 20 Jahren genau das Gegenteil: Der Westen rückt Russland immer mehr auf die Pelle. Selbst mit der Ukraine werden seit Jahren Gespräche über einen Nato-Beitritt oder einen EU-Beitritt geführt.

Auch aus Frankreich kommen kritische Töne gegen die westliche Großmannssucht in der Krim-Frage. So hatte der ehemalige Berater des französischen Außenministeriums und des Ministeriums für Innere Angelegenheiten, Alain Corvo, erklärt, wonach der Westen die Krim als Faustpfand in einem großen geopolitischen Spiel nutze, um Russland zu schwächen.

Weite Front der Kritik am Westen – von Valery Giscard d’Estaing bis Gerhard Schröder

Das sieht auch der ehemalige Französisch Präsident Valery Giscard d’Estaing so. Er sagte, die derzeitige Politik der westlichen Länder, insbesondere der US-Regierung, diente ausschließlich dazu, Russland und insbesondere den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu schwächen.

Ebenfalls kritische Töne kommen vom ehemaligen Stabschef des ehemaligen US-Außenminister Colin Powell, Lawrence Wilkerson. Er sagte, dass die US-Behörden sehr stark die Krise in der Ukraine mit ausgelöst hätten und von Anfang an als strategisches Ziel verfolgt hätten. So ist der jetzige an die Macht geputschte ukrainische Übergangs-Präsident Arseni Jazenjuk bereits seit Monaten ein Ziehkind der US-Regierung. Auf seiner Webseite macht er daraus keinen Hehl, indem er dort sogar Logos von US-Ministerien, die ihn förderten, veröffentlicht.

Auch der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kritisiert die Politik der Europäischen Union. Er sagte sinngemäß, wonach die Polarisierungspolitik des Westens, indem man die Ukraine vor die Wahl stelle – entweder Russland oder die EU – falsch sei. Außerdem verweist Schröder darauf, dass man sich in Brüssel auf Seiten der EU überhaupt nicht bewusst gewesen sei und bewusst sei, wie groß die kulturellen Unterschiede innerhalb der Ukraine seien.

Das russische Außenministerium hat wiederholt erklärt, wonach der Westen gezielt den Putsch in der Ukraine gefördert habe, indem man radikale Elemente finanziell und logistisch unterstützt habe. Wie stark sich die USA in der Ukraine engagieren, lässt daran ablesen, dass sich seit Tagen der ehemalige amerikanische Präsidentschaftskandidat John McCain (Republikaner) in der Ukraine aufhält und den Konflikt zwischen dem Westen und Russland weiter anheizt.

Am 16. März soll nun auf der Ukraine eine Volksabstimmung zur Frage stattfinden, ob sich die autonome Region der Krim offiziell von der Ukraine abspaltet und zurück in die Russische Föderation geht. Im Gegensatz zur EU und den USA erklärte das russische Außenministerium, es halte die Volksabstimmung des Krim-Parlaments – also das Referendum – für völkerrechtlich legitim. Grund: Niemand könne in einem Vielvölkerstaat wie der Ukraine gezwungen werden, einem Land bis in alle Ewigkeit zuzugehören. Zudem anklicken und lesen: „Russland angelogen: Gabriele Krone-Schmalz und Klaus von Dohnanyi attackieren Westen in Anne Will Talk“



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