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Donnerstag, 21. Juni 2018

ZDF heute Journal manipuliert zu EU-Sanktionen gegen Russland / Mittelstands-Verband BVMW ist gegen EU-Sanktionen

Einerseits wendet sich das ZDF gerne öffentlichkeitswirksam gegen den angeblich bösen Einfluss der Politiker auf den Sender. Auf der anderen Seite sind die ZDF-Nachrichten, insbesondere die Sendungen ZDF heute und ZDF heute Journal, ähnlich wie die ARD Tagesthemen oder die ARD Tagesschau, in zentralen politischen Fragen längst Staatsfernsehen pur. Das zeigte sich einmal mehr in einem Bericht zu dem Beschluss der EU-Botschafter, dass man nun Russland, einen wichtigen Wirtschaftspartner Deutschlands und der EU, mit EU-Sanktionen überziehen möchte.

So teilte uns die ZDF-Autorin am Dienstagabend in ihrem Beitrag zu den geplanten EU-Sanktionen sinngemäß mit, wonach – zumindest musste man diesen Eindruck nach ihrem Beitrag so bekommen – faktisch die Mehrheit der deutschen Wirtschaft für den EU-Sanktions-Terror gegen Russland sei:

Um ihre staatsnahe Anti-Russland-Propaganda auch noch zu untermauern, ließ die ZDF-Autorin im ZDF heute Journal eine Unternehmerin zu Wort kommen. Klar, dass diese die Sanktionen gegen Russland unterm Strich natürlich im Sinne der ZDF-Staatspropaganda „gut“ findet und obendrein gerne bereit sei, auch auf Umsatz zu verzichten. Wenn es doch nur „dem Frieden“ diene. Natürlich kommt auch vorwiegend ein Handelsverbands-Vertreter zu Wort, der die Sanktionen gegen Russland zu begrüßen scheint (ob er damit aber seinen Mitgliedern entsprechend agiert, steht auf einem anderen Blatt).

Wie manipulativ die Fragerei der ZDF-Autorin war, um diesen O-Ton in den Kasten zu bekommen, möchten wir gar nicht erst detailliert wissen. Es wäre zumindest nicht das erste Mal, dass Fragen suggestiv vom ZDF an Interviewpartner gestellt werden. Ebenso wie es nicht das erste Mal wäre, dass beispielsweise ARD-Reporter oder Kameraleute im Umgang mit Interviewpartnern dreist behaupten, die Kameras wären aus und dennoch wird heimlich weitergefilmt, wobei das heimlich und illegal aufgezeichnete Material dann später auch noch ausgestrahlt wird.

Dass die Mehrheit der deutschen Wirtschaft durchaus nicht so geschlossen hinter EU-Sanktionen steht, wie es die Autorin im ZDF heute Journal manipulativ und suggestiv am Dienstagabend den 29. Juli 2014 versuchte dem Zuschauer einzureden, stört das ZDF im Staatspropaganda-Bericht nicht im geringsten.

Fakt ist aber: Saubere Recherche und sauberer Journalismus – den man von mit Milliarden GEZ Zwangsgeldern finanzierten Sendern erwarten darf – sieht jedenfalls erheblich anders aus.

So hatte nämlich am gleichen Tag – am 29. Juli 2014, beispielsweise die Leipziger Volkszeitung gleich auf der Titelseite geschrieben: „Wirtschaftssanktionen gegen Russland – in sächsischen Firmen wächst die Angst“ (LVZ-Autoren: Andreas Dunte, Ulrich Milde). Von einer großen Freude und Zustimmung zu EU-Sanktions-Terror gegen Russland von Seiten der Wirtschaft war dort jedenfalls nichts zu lesen.

Im Gegenteil: In einem umfangreichen vierspaltigen Artikel auf Seite 6, direkt im Wirtschaftsteil, äußerte sich in der Leipziger Volkszeitung beispielsweise Mario Ohoven, selber Unternehmer und Präsident des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft (BVMW). In dem größten deutschen Mittelstandsverband sind immerhin 270.000 deutsche Unternehmen mit neun Millionen Beschäftigten engagiert. Das Spektrum der Mitglieder variiert von klassischen Handwerksbetrieben bis hin zu Firmen im E-Commerce-Bereich mit über 1.000 Beschäftigten.

Im Gegensatz zur ZDF-Anti-Russland-Propaganda sagte Mario Ohoven in der Leipziger Volkszeitung beispielsweise: „Wir beobachten die Entwicklung (in der Ukraine) mit Sorge. Die politischen Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland belasten schon jetzt unsere Exporte. Man muss dazu wissen, dass 98 Prozent der insgesamt 350.000 deutschen Exporteure mittelständische Unternehmen sind. Wirtschaftssanktionen gegen Russland würden auf jedes vierte davon zurückschlagen. Insgesamt rechne ich für 2014 mit einem Rückgang der deutschen Ausfuhren nach Russland um zehn Prozent. Das sind vier Milliarden Euro.“

Auf die LVZ-Frage, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland auf Grund des EU-Sanktions-Terrors gegen Russland bedroht sein könnte, sagte Ohoven: „Akut sind 25.000 Arbeitsplätze bei uns gefährdet. Insgesamt hängen sogar rund 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland am Russland-Geschäft. Das sollten alle bedenken, die einen Wirtschaftsboykott Moskaus fordern. Käme es durch Handelssanktionen über einen längeren Zeitraum zu einer Rezession in Russland, könnte uns das 0,5 Prozentpunkte Wachstum kosten.“

Mario Ohoven vom Mittelstandsverband sagt im LVZ-Interview zudem, wonach der deutsche Mittelstand besonders von EU-Sanktionen gegen Russland betroffen sei. So sei die Mehrzahl der 6.300 deutschen Unternehmen, welche sich auf dem russischen Markt engagierten, dem eher Klein- bis Mittelbetriebs-Spektrum zuzuordnen. Schon jetzt hätten einige von diesen Unternehmen „aus Angst vor Gegenmaßnahmen Investitionen reduziert“ und forderten folglich „weniger Material aus Deutschland an“.

Deshalb gäbe es bei einem Wirtschaftsboykott Russlands zwei Verlierer: Den deutschen Mittelstand und die russische Bevölkerung. Gewinner, so Ohoven, sei China. Dabei sei, erklärt der Präsident des Bundesverbandes mittelständischer Unternehmen (BVMW), die Verlagerung der Wirtschaftskraft in den Osten, speziell nach China, erst der Anfang: „Die in jüngster Zeit unterzeichneten Lieferverträge von Rosneft, Gazprom und Novatec mit chinesischen Großkunden sind erst der Anfang“.

Zwar, so Ohoven, seien die Menschenrechte das wichtigste „bei allen Verhandlungen“. Allerdings lässt sich aus Ohovens Interview mit der Leipziger Volkszeitung auch sehr klar herauslesen, dass wohl die überwältigende Mehrheit des deutschen Mittelstandes gegen EU-Sanktions-Terror gegen Russland ist – in Deutschland forciert durch die deutschen Bundesregierungs-Parteien CDU und SPD.

Dieses dürfte umso mehr gelten, als dass es neuerdings durchaus auch dieses Gerücht in höchsten Berliner politischen Kreisen gibt, auch wenn offiziell niemand sich dazu äußern mag: Dass der Passagierjet über der Ukraine nicht von den russischen Separatisten abgeschossen worden ist, sondern dass man auch nicht ausschließen könne, dass die amerikanische CIA hier involviert sei:

Ein Berliner Politologe sagt dazu: „Wer hat denn bitte ein Motiv an dem Abschuss eines in über 10.000 Meter Höhe fliegenden Flugzeugs, das sehr leicht als Passagierflugzeug wohl auch erkennbar ist: Russland wohl nicht, um nicht weiter unter Druck zu geraten. Die Separatisten wohl auch nicht. Aus dem gleichen Grund.“

Der einzige Profiteur des schrecklichen Abschusses der Passagiermaschine seien derzeit „die USA“. Hinzu komme, dass „die russischen Separatisten wohl kaum in der Lage“ seien, mit einem solch komplexen Gerät umzugehen, das notwendig sei, ein Passagierflugzeug aus über 10.000 Metern Höhe vom Himmel zu schießen. Da seien „Vollprofis am Werk gewesen“, die vor allem geopolitische Ziele vor Augen hätten.



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Kommentare (1)


Ignatz Wrobel 2. August 2014 um 22:21

Pfui pfui pfui – warum berichten ARD und ZDF scheinheilige und gleichgeschaltet wie die Medien der früheren DDR? Im angestrebtem fast täglich neu provoziertem Wirtschaftskrieg gegen Russland
schürend und den Völkermord an den Palästinensern verschweigend bzw. nur superkurz berichten und dann auch noch Lügen. Am 1.8.2014, es gäbe auf beiden Seiten viele Tote. Was sollte diese Lüge? Und warum?
Die wenigen jüdischen Soldaten (die auf fremdem Gebiet palestinensische Kinder ermorden) mit den zig-tausenden Palästinensern ohne Schutzräume, Raketenabwehr, Wasser, Strom, Medikannte und Nahrungsmittel gleichzusetzen?
Wieso ist der jährliche Stau auf den Autobahnen den GEZ Sendern wichtiger als der Völkermord in Palästina oder die schäbige Kriegsführung der Kiew-Regierenden?
Seit Gauck sagte Deutschland soll wieder Krieg führen? Deshalb Russland erst mal finanziell und
wirtschaftlich mürbe machen? Pfui – statt neutral zu informieren – Wegen der Krim gab es antirussische Sondersendungen, obwohl da das Volk der Krimbewohner abgestimmt hatte.
In Palästina gibt es wegen der Schikane der Juden, seit Jahren begrenzt und jetzt durch bomben- und Raketenterror obwohl Palästina keine Schutzräume, kein Rakenabwehr, keine Flugzeuge hat, kein Strom und Wasser mehr. Die jahrzehntelange Blockade, illegale Siedlungsbauten und UNO Resolutionen gegen Israel werden totgeschwiegen. Wer sich traut wie der Ex-Arbeitsminister oder unser Literaturnobelpreisträger, werden nie mehr erwähnt. Pfui – es ist zum Fremdschämen was hier mit GEZ-Abzocke getrieben wird.
Über hundert spanische Künstler um Javier Bardem, Penélope Cruz und Pedro Almodóvar
haben in einer Facebook-Petition Israel scharf kritisiert. In dem „Kommuniqué der Kultur gegen den
Völkermord an Palästinensern“ fordern sie den sofortigen Waffenstillstand.

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