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Deutscher Klaus Iohannis will Präsident in Rumänien werden / Bürgermeister von Hermannstadt

Einstmals wohnten über 3 Millionen Deutschstämmige in osteuropäischen Ländern wie Russland, Rumänien (Siebenbürgen), Polen, Ungarn oder Bulgarien. Vor gut 300 Jahren machten sie sich auf, um in Osteuropa ein neues Zuhause zu finden.

Auch heute noch leben Hunderttausende Deutschstämmige dort. Dabei ist es kein Geheimnis, dass Ortschaften, die von Deutschen in Osteuropa bewohnt werden, oft etwas besser funktionieren, als andere. Das zeigt auch Klaus Iohannis in der rumänischen Stadt Hermannstadt, in Rumänien bekannt unter dem Namen Sibiu. Dort arbeitet er seit zehn Jahren als Bürgermeister. Jetzt möchte der Deutsche, von Beruf Physiklehrer, sich zur Wahl um das Präsidentenamt bewerben, schreibt Jan Sternberg in der Leipziger Volkszeitung (LVZ):

Dass von Deutschen bewohnte Städte in Ländern wie Rumänien immer noch gut funktionieren, bestätigt Beatrice Ungar, die 51-Jährige Chefredakteurin der „Hermannstädter Zeitung“ gegenüber der LVZ. Man sei „ein Leuchtturm für unser Land“, so ihr Fazit. Die deutschsprachige „Hermannstädter Zeitung“ erreicht in Rumänien immerhin eine Auflage von 2.100 Exemplaren.

Doch sollte man die Präsenz von Deutschstämmigen in Osteuropa, auch in Rumänien, nicht überschätzen. In Hermannstadt, beziehungsweise Sibiu, in Siebenbürgen gelegen, sind gerade noch 1,6% der 147.000 Einwohner Deutsche. Doch diese, schreibt die Leipziger Volkszeitung, dominierten nach wie vor das politische Leben in der Stadt, entsprechend auch den Stadtrat.

Seine Motive, warum Klaus Iohannis nach seiner Tätigkeit als Bürgermeister von Sibiu nun Staatschef von Rumänien werden möchte, erklärte er gegenüber der LVZ mit den folgenden Worten: „Ich möchte nach Bukarest, um die Politik in Rumänien zu ändern. Die ganze Art und Weise, wie sie gemacht wird. Es gibt zu viel Lärm, zu wenig Analyse. Zu viel Show, zu wenig Resultate. Das möchte ich ändern, und das kann ich ändern.“ Wichtig sei auch die Bekämpfung von Korruption. So erschüttert Rumänien gerade einmal mehr ein Korruptionsskandal rund um Fujitsu Siemens und Microsoft.

Sein Motiv begründet er auch damit, wonach es ihm als Bürgermeister von Hermannstadt gelungen sei, Investoren zu holen: „Die Art, wie ich Investoren nach Hermannstadt geholt habe, ist allgemeingültig. Man muss klare Linie fahren, verlässlicher Partner sein, Korruption ausschalten. Die Art, Probleme zu lösen, ist auch überall gleich. Egal, ob man eine große Firma führt, eine Stadtverwaltung oder ein Präsidialamt.

Bereits im Jahr 2003 gründete der Hannoveraner Autozulieferer Continental (Conti) in der seit Jahrhunderten von Deutschen geprägten rumänischen Stadt Hermannstadt eine Niederlassung. Damals habe Conti immerhin 22 Hektar Gewerbefläche zum Selbstkostenpreis übernommen, heißt es in der LVZ. Heute würden dort knapp 3000 Menschen arbeiten, darunter 900 Ingenieure. Sie bauten beispielsweise Brems- und Türelektroniksysteme für Autobauer wie VW oder Porsche.

Man darf wohl davon ausgehen, dass rumänische Städte wie Hermannstadt vom zum 1. Januar 2015 geltenden neuen deutschen gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn profitieren werden. Denn ab dann gilt ein Mindestlohn von monatlich rund 1450 Euro für alle Arbeitnehmer und Praktikanten. Ausnahmen stellen lediglich Praktikanten dar, die kein Pflichtpraktikum absolvieren – wovon in Deutschland aber auch Millionen Studenten betroffen sind. Für sie dürfte die Jobsuche künftig erheblich schwieriger werden. Denn viele Firmen haben schlicht nicht das Geld, 1450 Euro monatlich auch an Praktikanten zu bezahlen, die lediglich ein paar Monate in der Firma mitarbeiten, um erste Berufserfahrungen zu sammeln.



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