Skip to main content

Männer-Phobie bei Ursula von der Leyen beim G36? „Wir haben nie rechts gezielt und links getroffen“

?

Kommentar: Es wird langsam eine Schlammschlacht und knietief drinnen ist eine Frau, die gerne Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin beerben möchte und es gut gebrauchen kann, wenn sie es der dreckigen Männerwelt bei der Deutschen Bundeswehr, aber auch der deutschen Industrie einmal richtig zeigen kann: Kriegsministerin Ursula von der Leyen (CDU) – die Frau mit der taffen geföhnten Sturmhaube.

Da ein Gewehr geradezu symbolisch eine Männlichkeit verkörpert, übertreibt man wohl nicht, wenn man sich erlaubt zu sagen, dass man sich nicht wundern muss, warum sich nun ausgerechnet eine Frau auf das Gewehr G36 so einschießt. Nur: Egal welche seriösen Tageszeitungen man aufschlägt: Es kommen immer größere Zweifel an der Glaubhaftigkeit dessen, was von der Leyen sagt: Nämlich, dass es ihr beim G36 vor allem um Sicherheitsbedenken für die Soldaten gehe.

Am Sonntag schrieb bereits die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) in einer bemerkenswerten Analyse, dass seltsamerweise weltweit das G36 von Heckler & Koch in Umlauf sei, aber es bis heute in anderen Ländern keine Beschwerden gegeben habe. Auch könne von der Leyen bis heute keine glaubhaften Kausalzusammenhänge auf den Tisch legen, die belegen könnten, dass das G36 Sturmgewehr wirklich schief schießt. So schrieb PETER CARSTENS in der FAS (am 19. April 2015, S. 3):

„Von der Leyen will unbedingt beweisen, dass sie bei der Bundeswehr aufräumen kann. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern. Sie will es allen zeigen – der Generalswirtschaft im Ministerium, der Industrie und wohl auch den Wählerinnen und Wählern, die sie irgendwann zur Kanzlerin machen können. Und da ist es von besonderem Publikumsvorteil, wenn man gegen ein mittelgroßes Unternehmen vorgeht, das ohnehin keiner leiden kann. So gesehen, ist Heckler & Koch das beinahe ideale Objekt einer politischen Dressur: fiese Produkte, mieses Auftreten, undurchsichtige Führung. Perfekt!“

Landauf landab hört man in der Bundeswehr: Dass es mit dem Gewehr G36 eigentlich nie große Probleme gegeben habe. Klar, wenn man stundenlang bei brütender Hitze ballert, 300 Schuss die Minute, könne es immer zu schwierigen Situationen kommen. Doch wer will allen Ernstes mit einem Sturmgewehr des Kalibers des G36 bei 300 Schüssen die Minute alle auf einen Nagelkopf treffen? Gewehr schuld oder Mann – das ist hier die Frage.

Wer spinnt denn nun? Von der Leyen oder die Soldaten?

Jedenfalls legte am Mittwoch LORENZ HEMICKER in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) nach, indem er schreib:

„Verteidigungsministerin von der Leyen nennt das G36 unbrauchbar. Soldaten, die mit dem Sturmgewehr im Gefecht standen, halten die Kritik für Unsinn – trotz bekannter Mängel. Sie vermuten andere Interessen hinter der Debatte.“

Des Weiteren zitiert die FAZ einen Soldaten, welcher selbst als Bundeswehrsoldat 2010 in der Nähe von Kundus im Afghanistan-Krieg mit dem Sturmgewehr G36 in Gefechten verwickelt gewesen sei: „Wir haben in Feuerkämpfen keine signifikanten Abweichungen festgestellt“, sagt der Oberfeldwebel.

Immerhin gilt das Gefecht der Bundeswehr am Karfreitag 2010, an welchem deutsche Soldaten auf Grund mangelnder Hightech-Ausrüstung (Drohnen etc.), aber nicht mangels des G36 umkamen, als das schwerste und blutigste Gefecht der Bundeswehr in Afghanistan überhaupt.

Damals war eine deutsche Bundeswehr-Patrouille in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kundus in einen Hinterhalt der Taliban geschliddert. Dem folgte ein zehn-stündiges Dauergefecht, bei welchem vier deutsche Soldaten der Bundeswehr ums Leben kamen und andere schwer verletzt wurden. Sie sollen bis heute unter Behinderungen leiden. Insgesamt kostete der deutsche Krieg in Afghanistan – von der CDU-Bundesregierung, also von der Partei Ursula von der Leyens befördert – über 50 deutschen Soldaten das Leben.

Für Dauerfeuer gibt es zudem das MG3 oder MG4

Das G36 ist ein Schnellschuss-Gewehr. Ein durchschnittlicher Bundeswehrsoldat verschoss in Afghanistan während dem berüchtigten Taliban-Überfall zwischen sechs und acht Magazine je Waffe, wobei ein Magazin 30 Patronen enthält. Wir sprechen also von rund 180 bis 300 Schuss – bei über 40 Grad, unter gleisender Sonne. Wer will da noch exakt auf eine Stecknadel treffen? Die FAZ zitiert hier einen Fallschirmjäger: „Wir haben nie rechts gezielt und links getroffen.“ Weiter schreibt das Blatt: „Während der Feuerkämpfe sei es stets möglich gewesen, den Gegner auf den typischen Gefechtsentfernungen zwischen 300 und 400 Metern auch bei großer Hitze zielgenau zu bekämpfen.“

Zudem führt die FAZ aus, wonach „die in den vergangenen Monaten öffentlich geäußerte Kritik“ wohl auf „falschen Annahmen“ basiere. Denn das G36 „wie ein Maschinengewehr zum Niederhalten des Gegners einzusetzen“, sei Schwachsinn, zitiert die FAZ einen Hauptfeldwebel. Das G36 sei „nie dafür gebaut worden, binnen Minuten hunderte Schüsse abzugeben“.

Vielmehr gebe es für solche Dauergefechtsstellungen in brütender Hitze andere Maschinengewehre – wie das MG3 oder das MG4. Setze man aber, schreibt FAZ weiter, das G36 wie ein Maschinengewehr ein, sei eine physische Verformung „inklusive der in den jüngsten Tests beobachteten Präzisionsmängel bei dem Sturmgewehr so vorhersehbar wie bei vergleichbaren Fabrikaten anderer Hersteller auch.“



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 04. März 2022

Kriege & Lügen

Flugverbotszone NATO in Ukraine hieß 26.000 Bombenangriffe der NATO auf Libyen

Kommentar – War da was? Flugverbotszone? Kennen wir das nicht irgendwoher? Ja: Wir erinnern uns an das Jahr 2011 zurück. Damals stellte der Westen mit seinem „Verteidigungsbündnis“ vor dem UN-Sicherheitsrat schon einmal einen Antrag eine angebliche „Flugverbotszone“ einrichten zu wollen. Nur nicht über der Ukraine, sondern in Libyen. Man überzeugte damals, vor zehn Jahren, den UN-Sicherheitsrat, also auch Russland und […]

Dienstag, 01. März 2022

Krieg

Amnesty International kritisiert russische Invasion der Ukraine scharf: Menschenrechte und Menschenleben gefährdet

Die weltweit tätige Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert scharf den Angriffskrieg des Putin-Regimes, das seit gut 20 Russland regiert. So schreibt Amnesty International: Nachdem Russland begonnen habe, „die gesamte Ukraine anzugreifen“ rufe die größte Menschenrechtsorganisation der Welt „zur unbedingten Einhaltung der internationalen Menschenrechtsnormen und des humanitären Völkerrechts auf“. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Nach wochenlanger Eskalation hat eine russische Invasion […]

Dienstag, 01. März 2022

Trumpf

Nicola Leibinger-Kammüller zur Ukraine Krise: „allzu oft beiseite geschaut“

Die schwäbische Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller hat auf ihrem LinkedIn-Kanal sich zur aktuellen Ukraine-Krise geäußert. Wir geben ihre mahnende und weitblickende Stellungnahme ungekürzt zur Kenntnis: „Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei TRUMPF wir alle sehen an den Bildschirmen seit letzter Woche dramatische Bilder aus dem Osten Europas. Panzer und schwere Artillerie rollen auf den Straßen. Autoschlangen mit Zivilisten bewegen sich aus der […]

Dienstag, 07. September 2021

Terror

Taliban geben Afghanistan neuen Namen ‚Islamisches Emirat Afghanistan‘

Die muslimisch-terroristische Organisation der Taliban haben die Bildung einer neuen „Charakter“-Regierung in Afghanistan angekündigt. Nach Angaben des US-Polizeidienstes FBI handele es sich beim Taliban Regierungsanführer um einen Terroristen. Die Bildung einer Regierung unter der militanten Taliban Terror-Gruppe hatte sich zuvor verzögert. Sie soll zweimal versucht haben, eine neue Regierung zu bilden, nachdem sie mit Terroranschlägen und Terrorgewalt die alte Regierung […]

Samstag, 21. August 2021

Justiz

Forensischen Psychiatrie Münsterlingen in der Kritik wegen Psychopharmaka-Depotspritzen bei Gefangenen

Folter Psychatrien Kommentar – Ein Whistleblower:in der Forensische Abteilung der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Schweizerischen Kanton Thurgau ist Anlass dieser Berichterstattung. Demnach würden von Gerichten in die Psychiatrie Münsterlingen eingewiesene Straftäter angeblich mit Dreimonats-Psychopharmaka-Spritzen so ruhig gestellt, dass sie teils wie „Zombies“ tagelang dort herumliefen. Die Psychopharmaka-Orgien würden angeblich recht pauschal an den derzeit rund 30 Straftätern stattfinden, welche dort […]

Sonntag, 15. August 2021

Lukaschenka

Belarus: Aktivisten weiter in Untersuchungshaft in Weißrussland

Mit weiterhin brutaler Staatsgewalt geht der Staatsapparat des weißrussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka [auch: Lukaschenko] gegen Oppositionelle und Gegner vor. Immerhin berichtet nun Amnesty International, dass Nina Labkovich am 23. Juli 2021 freigelassen worden ist. Die Aktivisten Ales Bialiatski, Valyantsin Stefanovich und Uladzimir Labkovich befinden sich nach AI-Informationen aufgrund ihrer Arbeit im Menschenrechtszentrum Viasna weiterhin in Untersuchungshaft. Die strafrechtliche Verfolgung der […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »