Skip to main content
Montag, 25. März 2019

Verhaftet Justiz Offenbach Schläger-Schwein, das Mark Herbert in Rollstuhl geprügelt haben soll?

Kommentar – Millionen, die das Schicksal des von einem schwerkriminellen Offenbacher Schläger vom Kopf ab gelähmt geprügelten Mark Herbert, heute 25, in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst am 12. August 2015 gesehen hatten, waren schockiert, wie auch wir schockiert waren. Geschockt über die Justiz in Offenbach, die es nicht auf die Reihe gebracht hatte, den namentlich bekannten Täter – ein Fußballfan von Kickers Offenbach – in drei Jahren zu verhaften. Und das, wo der Name des dringend Tatverdächtigen bekannt war.

Schuld an dem Ermittlungs-Dilemma seien, behauptet zumindest die Kriminalpolizei in Offenbach, wohl auch Offenbacher Zeugen gewesen, die zu feige waren, gegen die Kriminellen namentlich auszusagen. Jetzt wurde Offenbachs brutalstes und eiskaltes Schläger-Schwein verhaftet – endlich, sagen viele. Es ist auch eine späte Ehrenrettung für die Staatsanwaltschaft in Offenbach.

Seit drei quälenden langen Jahren wartet Mark Herbert, der heute im Rollstuhl sitzt und spastische Lähmungen an den Händen aufweist, auf Gerechtigkeit, die es in so einem Fall eh kaum geben kann. Doch jetzt passiert offensichtlich, was Menschen, die an einen Rechtsstaat und Rechtsstaatlichkeit glauben, gehofft hatten: Dass ein Mann, der anderen Menschen so etwas antut, wie es Mark Herbert passiert ist, sich vor Gericht verantworten muss und zur Rechenschaft für sein Tun gezogen wird.

Neuen Ermittlungs-Schwung im Fall Mark Herbert kam durch einen Hilfeaufruf der Kriminalpolizei Offenbach in der ZDF-Sendung Aktenzeichen xy ungelöst. Eine Welle der Solidarität ging durchs Land. Gleichzeitig – und das war das wichtigste – fassten Zeugen endlich Mut, Mut gegen das Monster, das gegen seine Gewalt-Opfer keine Gnade kennt, auszusagen.

Nach der ZDF-Sendung seien Hunderte Hinweise bei der Kripo in Offenbach eingegangen, heißt es. Erst die namentlichen Zeugenaussagen haben nun zur Verhaftung des Tatverdächtigen 29-Jährigen Kraftfahrers geführt. Der mutmaßliche Täter soll auf dem Offenbacher Turmfest im August 2012 auf sein Opfer losgegangen sein, soll es so brutal zu Boden getreten haben, dass Mark Herbert dabei das Genick gebrochen wurde und er seitdem gelähmt ist.

Der Schläger nahm einem jungen Mann seine Zukunft, sein Lebensglück. Das Motiv liegt bis heute im Dunkeln. Vieles deutet darauf hin, dass bei dem Mann viele versagt haben, dass er hochgradig gestört ist und kein Mitgefühl für andere Menschen kennt. Ein Mann, den man nicht als Nachbarn, nicht als Kollegen, nicht als Fan in der Fankurve eines Fußballspiels, erst Recht nicht als Freund haben möchte.

Bereits am Donnerstag habe man den verdächtigen 29 verhört, wurde jetzt bekannt. op-online (Autor: Daniel Schmitt) schreibt, die Verhaftung sei „an seinem Arbeitsplatz unweit des Stadions am Bieberer Berg“ durchgeführt worden (dabei fragen wir uns: Welche Firma beschäftigt eigentlich einen solchen Mann!?). Bislang schweigt er, versucht sich durch Wegducken seiner Verantwortung zu entziehen. Angeblich hätten sich Täter und Opfer, so viel ist bislang bekannt, vor der mörderischen Attacke gegen Herbert nicht gekannt haben. Beide sind aber Bürger von Offenbach. Einer Stadt, die in Kriminalstatistiken immer wieder auftaucht – vor allem weit unten auftaucht, da die Aufklärungsquoten oft unterdurchschnittlich schlecht sind.

Zeuge brachte Polizei auf die Spur der Schläger-Freundin

Zuletzt lag die Belohnung, die zur Ergreifung des Täters angesetzt worden war, bei 36.260 Euro. Viele ZDF-Zuschauer und sonstige Bürger hatten nach Bekanntwerden dieses Falles spontan privates Geld gespendet, um dem Rechtsstaat auf die Beine zu helfen, um Menschen zu ermutigen, endlich auszusagen.

Auch die Eltern von Mark Herbert haben ein Spendenkonto eröffnet, auf welches noch gespendet werden kann (Spendenkonto Mark Herbert / Sparkasse Offenbach / IBAN DE76505500200007037104 / BIC HELADEF1OFF). Denn Mark Herbert wird bis an sein Lebensende auf fremde Hilfe angewiesen sein. Für immer dürfte er sich an jenen dunklen Tag, als jeglicher Schutz am Bieberer Aussichtsturm abhandenkam, erinnern. Heute ist für ihn wahrscheinlich zum ersten Mal wieder ein einigermaßen guter Tag.

Möglich war die Verhaftung wohl nur deshalb, da einer der Zeugen den Namen einer der Frauen genannt hatte, mit welcher der Schläger auf dem Offenbacher Turm gewesen war. Möglicherweise war auch der Namen des Kindes, das anwesend war, Emely, dabei hilfreich. Jedenfalls erklärte der engagierte Kriminalbeamte Stefan Racic von der Kripo Offenbach: „Heute wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Ich bin sicher, die Angaben der Zeugen reichen nicht nur für die U-Haft sondern auch für eine Verurteilung.“

Der Tatverdächtige Sven R. sei mehrmals wegen Gewaltdelikten aufgefallen. Die Justiz wirft ihm vor, er sei  ein stadtbekannter brutaler Mann, der gerne auf andere Männer einprügelte, die bereits alkoholisiert waren, damit sie sich anschließend nicht mehr an ihn erinnern konnten. Gleichzeitig wirft der Fall aber auch erneut kein gutes Licht auf Offenbach. So hatte das Antikriegsportal kriegsberichterstattung.com geschrieben:

„Hessens fünftgrößter Ort Offenbach ist jene 120.000 Einwohner Stadt, in welcher schon einmal eine Unschuldige, die 22-Jährige Türkin Tugce Albayrak, zu Tode geprügelt worden ist…. Skandalös: Bis heute war von Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) im Fall des Offenbachers Mark Herbert nichts Großes zu hören – zumindest nichts, was man in der deutschen oder Offenbacher Öffentlichkeit besonders wahrgenommen hätte. Dabei wäre der Fall Mark Herbert durchaus ein Fall für Offenbachs SPD-Oberbürgermeister Horst Schneider: Immerhin decken nicht wenige Offenbacher einen hochkriminellen dubiosen Schläger und das seit langen quälenden drei Jahren.“

Es ist gut, wenn dieses Schauerstück aus Offenbach endlich ein juristisch gutes Ende findet. Doch sollte dabei nicht vergessen werden: Für Mark Herbert bedeutet die Begegnung mit Offenbachs brutalem Schläger lebenslang. Deshalb ist zu hoffen, dass die Justiz dieses in ihrem Gerichtsurteil berücksichtigt.



Kommentare (5)


Mani 31. Januar 2016 um 12:06

Ich vermute mal, dass das einer ist der sich die Opfer gezielt aussucht. Sprich Leute bei denen er sicher ist, oder zumindest sicher zu sein glaubt, dass er sie verprügeln kann. Und wenn die dazu noch alkoholisiert sind, sieht er vermutlich die Chance seine Asozialitäten auszuleben dieser Schmock.

Ich beweifle dass er sich mit dir anlegen würde, genauso wie mit vielen anderen. Dazu braucht es noch nicht mal die Erfahrung die du vorzuweisen hast. 😉

Antworten

charly 24. September 2015 um 23:34

ich hoffe das das Schlägerschwein vom Gericht die Höchststrafe bekommt.

Am besten wäre lebenslänglich,und zwar bis zum Tode.
Solch ein Mensch hat für mich alle Rechte verloren.

Am besten Einbuchten,Sschlüssel wegwerfen und sich gar nicht mehr darum kümmern.

Antworten

twobi 7. September 2015 um 14:37

Er soll sich auch glücklich schätzen, dass er nicht an mich geraten ist….
Hoffentlich kommt er nach dem Knast in eine ewige Sicherheitsverwahrung……

Antworten

Endlich! 4. September 2015 um 20:45

Antworten

Thomas Reinecke 5. September 2015 um 15:58

Schade, dass er nicht an mich gekommen ist. Ehemaliger Boxer, deutscher Vizemeister 1989, Ex- Türsteher, Weltmeisterbezwinger im Halbschwergewicht, Et cetera pp. Für mich gibt es nur ein Urteil für so ein Schwein. Lebenslang oder Todesstrafe. aber zumindest die Höchststrafe von 15 Jahren ohne Bewährung.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Montag, 25. März 2019

Israel lässt Ayman Nasser seit 30 Jahren regelmäßig im Gefängnis schmoren

Amnesty International berichtet, wonach am 10. März 2019 ein israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Haftverlängerung für den NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser angeordnet habe. Die Haft gegen Ayman Nasser werde um lange weitere sechs Monate aufgestockt. Die Haft setzt eine lange Kette von vorherigen Verhaftungen des Menschenrechtlers in den vergangenen 25 Jahre fort. Amnesty moniert, dass der NGO-Mitarbeiter bereits […]

Pixabay License / Pixabay License Sonntag, 10. März 2019

Palästinensische Politikerin Khalida Jarrar freigelassen

Amnesty International Deutschland teilte mit, wonach die bekannte palästinensische Politikerin und Parlamentsabgeordnete Khalida Jarrar am 28. Februar 2019 aus dem israelischen HaSharon-Gefängnis entlassen worden sei.

Die Politikerin habe 20 Monate, beziehungsweise 660 lange Tage, ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Verwaltungshaft verbracht. Nach ihrer Freilassung habe sich Khalida Jarrar bei Amnesty International und allen Unterstützer)nnen für ihren Einsatz mit den Worten bedankt

:

„Ich danke euch allen dafür, dass ihr euch für meine Rechte und für die Rechte anderer palästinensischer Gefangener einsetzt. Während meiner Zeit im Gefängnis hatte ich keinen Zweifel daran, dass die Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer von Amnesty weltweit erneut die willkürliche Verwaltungshaft anprangern und meine Freilassung fordern würden.“

Zudem habe sie gesagt: „Ich bin jetzt frei, doch mindestens 48 weibliche palästinensische Gefangene befinden sich nach wie vor in Israel hinter Gittern. Sie haben es unglaublich schwer und leiden sehr. Ich hoffe, dass Amnesty sich weiterhin für palästinensische Gefangene einsetzt und gegen das Unrecht ankämpft.“

Die Unterstützung und Mobilisierung solle bis zur Freilassung aller palästinensischen politischen Gefangenen fortgesetzt werden, erklärte die Politikerin

.

Am 2. Juli 2017 war Khalida Jarrar in ihrer Wohnung in Ramallah im besetzten Westjordanland festgenommen worden, so Amnesty International. Am 12. Juli 2017 habe dann der israelische Militärkommandant des Westjordanlandes sechs Monate Verwaltungshaft gegen sie angeordnet.

Die Haftanordnung sei seitdem dreimal verlängert worden: am 31. Dezember 2017, am 17. Juni 2018 und am 25. Oktober 2018.

Obwohl die maximale Haftdauer für eine Verwaltungshaftanordnung sechs Monate in Israel betrage, könne diese nach israelischem Recht aber beliebig oft verlängert werden.

Khalida Jarrar hat sich als palästinensische Parlamentarierin immer wieder kritisch zu den israelischen Besetzungen der palästinensischen Gebiete geäußert.

Zudem kritisiere sie die Zusammenarbeit der palästinensischen Behörden mit dem israelischen Militär im Sicherheitsbereich, so AI.

Die Palästinenserin werde wegen ihres politischen und menschenrechtlichen Engagements bereits seit Jahrzehnten von den israelischen Behörden „drangsaliert und eingeschüchtert“.

Seit 1998 dürfe sie Israel nicht mehr verlassen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Israel schickt Beduine Sayyah Abu Mdeighim al-Turi 10 Monate ins Gefängnis

In einer Urgent Action teilt Amnesty International (AI) mit, wonach am 25. Dezember 2018 Scheich Sayyah Abu Mdeighim al-Turi eine zehnmonatige Haftstrafe in Israel habe antreten müssen. Amnesty schreibt zu dem Gerichtsurteil, dieses sei auf Grund der Tatsache gefällt worden, da der Verurteilte seine Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit für ein Beduinendorf wahrgenommen habe. Sayyah Abu Mdeighim al-Turi büße seine Haftstrafe derzeit […]

Mittwoch, 16. Januar 2019

Prozess, Alfamir Castillo

Schüsse auf Aktivistin in Kolumbien wegen Armee-Mordvorwürfen

Am 11. Januar 2019 hätten zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Auto der Aktivistin Alfamir Castillo geschossen. Der Täter habe von einem Motorrad aus geschossen. Das berichtet nun Amnesty International Deutschland. Das Anschlags-Opfer sei in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen gewesen, welche von der „Behörde für Schutzmaßnahmen“, der „Unidad Nacional de Protección“ gestellt […]

Samstag, 08. Dezember 2018

Wegen Land

Kolumbien – Menschenrechtsverteidiger Enrique Cabezas mit Mord bedroht

Amnesty International teilt in einer Urgent Action mit, wonach Enrique Cabezas, der Leiter der „Kollektivs Afro-Kolumbianischer Gemeinschaften“ in Curvaradó im Departamento Chocó im Westen Kolumbiens bedroht werde. Auch Morddrohungen stünden im Raum. Grund: Er setze sich für die Landrechte einiger kolumbianischen Gemeinden ein. Zudem kämpfe er für das Recht der dort lebenden Menschen sich aus einem seit Jahren bestehenden bewaffneten […]

Donnerstag, 29. November 2018

Mark Herbert in Rollstuhl geprügelt: Schläger aus Offenbach ‚Peter Brecht‘ in ‚Aktenzeichen XY… ungelöst‘ ist ein Fakename

Kommentar – Es ist schon bemerkenswert: Wenn ausländische Terroristen in Deutschland oder Frankreich Menschen umbringen oder Anschläge planen, stehen die Täter oder Tatverdächtigen meist mit komplettem Vor- sowie Nachnamen und ungepixeltem Bild in deutschen Medien. Wenn aber ein lokaler deutscher Serientäter, der seinen Mitbürgern lebensgefährliche Verletzungen zufügt, seine Mitbürger mit Killerattacken einschüchtert, Angst und Schrecken, blanken Horror, ja lokalen Terror […]