Skip to main content
Sonntag, 25. September 2022

Ungarns Regierungschef Viktor Orban will Militär-Grenzzaun gegen Flüchtlinge weiter ausbauen

Verzweifelt versuchen Tausende Flüchtlinge den Militärzaun, welchen Ungarns Regierungschef Viktor Orban derzeit weiter bauen lässt, noch zu überwinden. Doch von Tag zu Tag wird es schwieriger. Denn Orban möchte seinen Grenzzaun zügig weiter ausbauen. Er sagt, er wolle damit Ungarn schützten, sei aber auch in der Pflicht, die EU-Grenzen zu überwachen.

Bald wird der neue kaum überwindbare Grenzzaun in Ungarn über 200 Kilometer lang sein. Die Stacheldrahtrollen, welche Ungarn derzeit gegen Flüchtlinge einsetzt, werden aber eigentlich genutzt, um militärisches Sperrgebiet abzusichern. Eines der betroffenen Stacheldraht-Gebiete ist der Bereich zwischen Ungarn und dem serbischen Dorf Hajdukovo. Hier versuchen seit Tagen Tausende Flüchtlinge – die meisten aus Syrien oder Libyen, dem Irak oder Pakistan – ungarisches Staatsgebiet zu betreten und damit ein mögliches Bleiberecht auf Grund und Boden der Europäischen Union zu erreichen.

Derzeit fahren Dutzende Züge und bringen die Flüchtlinge, die in der EU als Asylanten akzeptiert werden möchten, von Ungarn in Richtung Deutschland und Österreich. Doch immer wieder werden die Züge durch ungarische Polizisten angehalten, die dort Kontrollen durchführen. Generell möchte die ungarische Regierung, dass von allen Flüchtlingen Fingerabdrücke abgegeben werden. Das soll auch die Sicherheit der Europäischen Union unterstützten, als auch die behördliche weitere Bearbeitung der Asylanträge.

Dass es Viktor Orban mit dem Grenzzaun in Ungarn wichtig ist, machte der Staatschef einmal mehr in der Dienstag-Ausgabe der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung Magyar IDOK (Ungarische Times) klar. Dort hatte er in einem Interview erklärt, wonach er gemeinsam mit seinem Stabschef Janos die Grenzsicherheit in Ungarn deutlich ausbauen wolle. Er plane, sagte Orban, dass der militärische Stacheldrahtzaun auf vier Meter Höhe aufgetürmt werden solle und derzeit bereits 174 Kilometer umfasse. Kritik kommt dabei vom ungarischen Verteidigungsminister Csaba Hende. Er sagte, der Zaunbau gehe ihm trotz allem nicht schnell genug voran, er erwarte, dass das ungarische Militär sein Tempo erhöhe.

Auch in Griechenland kämpf die Küstenwache mit einem nicht versiegenden Strom von Kriegs- und Armutsflüchtlingen an der EU-Grenze. So sagte die griechische Regierung, wonach alleine am Dienstag griechische Patrouillenschiffen weitere 500 Migranten im Rahmen von 11 Such- und Rettungseinsätzen aus dem Mittelmeer gerettet hätten. Hauptanlaufpunkte der Flüchtlinge sind nach wie vor die griechischen Urlaubsinseln Samos, Kos oder Agathonissi.

Auf diesen Inseln strandet fast jeder zweite Flüchtling. Aber auch die griechische Insel Lesbos ist ein von Flüchtlingen gerne angesteuertes Zwischenziel. So sind alleine in den vergangenen Tagen weitere 15.000 Flüchtlinge dort angekommen. Sie möchten aber nicht auf Lesbos bleiben, sondern weiter in Richtung Nord-Europa – durch Mazedonien, Serbien und Ungarn. Ihre Hoffnung: In einem der wohlhabenden Länder wie Deutschland Asyl erhalten zu können.

Die Flüchtlingswelle hat längst biblische Ausmaße erreicht. Es ist der größte Flüchtlingstrack seit Ende des Zweiten Weltkrieges, WWII, zu welchem auch Millionen Deutsche als Flüchtlinge und Vertriebene vor allem Osteuropa und Russland verlassen mussten.

Täglich kommen jetzt Tausende Flüchtlinge in Deutschland an. In München bereiteten Hunderte Bürger den Flüchtlingen herzliche Empfänge, gaben ihnen Kinderspielzeug, zu essen und zu trinken. Auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Thüringen sind in den vergangenen Tagen Tausende Flüchtlinge aufgenommen worden. Alleine am Sonntag waren in der bayerischen Hauptstadt München nach Schätzungen 10.000 angekommen.

Doch Deutschland ist nicht alleine in seinem Engagement, den Flüchtlingen Schutz zu geben: So nahm die Türkei in den vergangenen vier Jahren nach eigenen Angaben angeblich rund 1,9 Millionen Flüchtlinge, viele davon aus Syrien, auf. Auch der Libanon gibt derzeit 1 Millionen Flüchtlingen – die meisten sind Syrer – Schutz. Derweil nimmt aber die Kritik an den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) zu. Denn die Emirates haben bislang nicht einem einzigen Flüchtling öffentlich Schutz gegeben, sprich Asyl gewährt. Dafür sollen aber die UAE Tausenden Syrern Arbeitsplätze und eine Aufenthaltserlaubnis per Visa erteilt haben.

Die deutsche Bundesregierung taxiert derzeit die Kosten für die 500.000 bis eine Millionen zusätzlichen Flüchtlinge, welche in Deutschland aufgenommen werden sollen, auf 6,6 Milliarden Euro – pro Jahr. Doch, so Angela Merkel, könne sich Deutschland sowohl die Anzahl an Flüchtlingen leisten, als auch die dafür notwendigen investierten Steuergelder. Es seien keine Steuererhöhungen notwendig.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 02. September 2022

Mafia

Dicker Rip Deal Mörder überfährt mit Mercedes deutschen Unternehmer-Sohn Fabian Esser (33) in den Niederlanden und klaut 100.000 Euro – Stammen Täter aus Italien, sind sie Roma?

Und wieder langen sie zu: Europas Betrugs-Mafia Nummero Eins, die Rip Deal-Gangster. Ihr Opfer dieses Mal: Ein sympathischer deutscher Bauunternehmern-Sohn, Fabian Esser, 33. Beim Versuch, die von den Tätern ihm geklauten 100.000 Euro zurückzuholen, hängte sich Fabian im Juni 2022 in den Niederlanden, dem Ort des monströsen kriminellen Betrugs, mutig an die Türe des wegfahrenden dicken Mercedes. In der schicken […]

Dienstag, 09. August 2022

Angriffskrieg

Anzahl Tote im Krieg in der Ukraine in ersten fünf Monaten

Von Tag zu Tag steigt die Anzahl der auf ukrainischer und russischer Seite getöteten Menschen, Soldaten, Zivilisten im von Russland durchgeführten Angriffskrieg auf die Ukraine. Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) seien seit Beginn des Krieges in der Ukraine vor rund einem halben Jahr bis zum 31. Juli 2022 (24. Februar bis 31. Juli 2022) mindestens 5.327 Todesopfer alleine […]

Freitag, 04. März 2022

Kriege & Lügen

Flugverbotszone NATO in Ukraine hieß 26.000 Bombenangriffe der NATO auf Libyen

Kommentar – War da was? Flugverbotszone? Kennen wir das nicht irgendwoher? Ja: Wir erinnern uns an das Jahr 2011 zurück. Damals stellte der Westen mit seinem „Verteidigungsbündnis“ vor dem UN-Sicherheitsrat schon einmal einen Antrag eine angebliche „Flugverbotszone“ einrichten zu wollen. Nur nicht über der Ukraine, sondern in Libyen. Man überzeugte damals, vor zehn Jahren, den UN-Sicherheitsrat, also auch Russland und […]

Dienstag, 01. März 2022

Krieg

Amnesty International kritisiert russische Invasion der Ukraine scharf: Menschenrechte und Menschenleben gefährdet

Die weltweit tätige Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert scharf den Angriffskrieg des Putin-Regimes, das seit gut 20 Russland regiert. So schreibt Amnesty International: Nachdem Russland begonnen habe, „die gesamte Ukraine anzugreifen“ rufe die größte Menschenrechtsorganisation der Welt „zur unbedingten Einhaltung der internationalen Menschenrechtsnormen und des humanitären Völkerrechts auf“. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Nach wochenlanger Eskalation hat eine russische Invasion […]

Dienstag, 01. März 2022

Trumpf

Nicola Leibinger-Kammüller zur Ukraine Krise: „allzu oft beiseite geschaut“

Die schwäbische Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller hat auf ihrem LinkedIn-Kanal sich zur aktuellen Ukraine-Krise geäußert. Wir geben ihre mahnende und weitblickende Stellungnahme ungekürzt zur Kenntnis: „Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei TRUMPF wir alle sehen an den Bildschirmen seit letzter Woche dramatische Bilder aus dem Osten Europas. Panzer und schwere Artillerie rollen auf den Straßen. Autoschlangen mit Zivilisten bewegen sich aus der […]

Dienstag, 07. September 2021

Terror

Taliban geben Afghanistan neuen Namen ‚Islamisches Emirat Afghanistan‘

Die muslimisch-terroristische Organisation der Taliban haben die Bildung einer neuen „Charakter“-Regierung in Afghanistan angekündigt. Nach Angaben des US-Polizeidienstes FBI handele es sich beim Taliban Regierungsanführer um einen Terroristen. Die Bildung einer Regierung unter der militanten Taliban Terror-Gruppe hatte sich zuvor verzögert. Sie soll zweimal versucht haben, eine neue Regierung zu bilden, nachdem sie mit Terroranschlägen und Terrorgewalt die alte Regierung […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »