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USA lügen: „2581 durch Drohnen getöteten Zivilisten in Pakistan und nicht 116“

Muss angezweifelt werden: Die angeblichen nur 116 toten Zivlisten durch US-Drohnenangriffe.

Islamabad, Pakistan – Lügen die USA in ihrer Außenpolitik dreist die Weltöffentlichkeit an? Während die von den Demokraten geführte US-Regierung davon spricht, sie räume 64 bis 116 durch amerikanische Drohnen in den Jahren 2009 bis 2015 getötete Zivilisten unter anderem in Pakistan ein, spricht ein ranghoher Oppositionspolitiker in Pakistan von ganz anderen wesentlich glaubhafteren Zahlen.

So sagte der pakistanische Oppositionsführer Imran Khan er gehe alleine auf pakistanischem Boden von 2372 bis 2581 durch U.S.-Drohnen getötete Zivilisten in den vergangenen sieben Jahren aus. Die US-Angaben von angeblich maximal 116 durch US-Drohnen getöteten Zivilisten in Pakistan wies er entsprechend scharf zurück.

Khan erklärte vor dem pakistanischen Parlament, es seien in den vergangenen Jahren nur rund 100 Militante – also des Terrorismus Verdächtiger – durch US-Drohnen nachweislich in Pakistan umgebracht worden und nicht, wie die USA behaupten, bis zu 2713.

Die meisten der von den USA des Terrors Verdächtiger seien letztlich normale Zivilisten in den pakistanischen Bergen gewesen, heißt es aus dem pakistanischen Parlament. Das Parlament in Pakistans Hauptstadt Islamabad hat in der Regel recht guten Zugang zu Informationen aus den traditionellen zivilen Siedlungsgebieten in den pakistanischen Bergen.

Besonders hinsichtlich der Angaben zur Anzahl der getöteten Zivilisten gehen Menschenrechtlicher davon aus, dass die pakistanischen Angaben stimmen und die amerikanischen Angaben schlicht gelogen sind.

Auch die pakistanische Menschenrechtlerin Zohra Yousuf, Mitglied der „Human Rights Commission of Pakistan“ sagte, sie halte die Angaben der USA für diskussionswürdig. Dabei verweist sie auf Recherchen unabhängiger investigativer Journalisten, welche die Angaben des pakistanischen Oppositionsführers ebenfalls decken.

„Nutzlos“, sagt Abdul Ghaffar Aziz

Als „nutzlos“ bezeichnete wiederum Abdul Ghaffar Aziz, der Direktor für ausländische Angelegenheiten in der pakistanischen Partei Jamaat e Islami, die durch die USA angegebene Anzahl der durch Drohen getöteten Zivilisten.

Er sagte: „Welches Gericht gab den USA das Recht, in einem anderen Land Menschen umzubringen ohne dass die zuständige pakistanische Regierung um Erlaubnis gebeten worden ist?“

Etwas gemäßigter kommentierte Afrasiab Khattak, ein Senior-Politiker der pakistanischen Partei Awami National die Diskussionen rund um durch Drohnen getötete Zivilisten in Pakistan: „Objektiv verletzten die Drohnenangriffe unsere Gesetze. Aber die Terroristen sitzen in unserem Land und verletzten unsere Gesetzte ebenfalls“.

Noch 2010 war die Anzahl amerikanischer Drohnenangriffe auf pakistanischem Grund und Boden mit 128 angegeben worden. Für 2015 ist nur noch von 13 die Rede, teilte das „Bureau of Investigative Journalism“ mit.

Die in Washington ansässige, aber nicht sehr transparente Organisation „The New America Foundation“, berichtet davon, wonach es in Pakistan alleine unter US-Präsident Barack Obama (Demokraten) in den Jahren 2008 bis 2016 insgesamt 1907 bis 3067 durch US-Drohnen getötete Bürger in Pakistan gebe (dabei sind noch nicht einmal die Hunderten durch US-Drohnen im Jemen oder Somalia Getöteten berücksichtigt).

Die „The New America Foundation“-Statistik ist besser als nichts, scheint aber in der Einordnung der Drohnen-Leichen willkürlich

Willkürlich und nicht nachvollziehbar wirkt die Einordnung der Opfer in der Drohnen-Statistik der „The New America Foundation“. Ihre Statistik ist zwar besser, als nichts, aber eben doch nicht wirklich hilfreich. So wird die Mehrheit der Getöteten einfach in die Rubrik „Militants Killed“ eingeordnet (1648 – 2684) und in die Rubrik „Civilians Killed“ nur 129 bis 161 Bürger. Das sind letztlich die Angaben, welche nun auch die US-Regierung offiziell bekannt gegeben hat. Daraus kann man aber schlussfolgern:

Die Angaben der pakistanischen Opposition, wonach Tausende Zivilisten durch amerikanische Drohnen getötet worden sind, könnten durchaus zutreffen. Denn es ist kaum zu glauben, dass ferngesteuert festgestellt werden kann, wer nun bei Drohnenangriffen Zivilist ist und wer Militanter.

Möglich ist eine Darstellung der Anzahl der bei einem Drohnenangriffe Getöteten lediglich mit Hilfe von Satelliten-Bildern. Und die haben bekanntlich die USA. Deshalb ist davon auszugehen, dass aus politischen Gründen recht willkürlich die Mehrzahl der durch einen Drohnenangriff auf Fotos auffindbaren Leichen posthum in die Rubrik „Militante“ eingeordnet wird. Mit einer solchen Gruppierung der Leichen lassen sich die US-Drohnenangriffe gegenüber der westlichen und arabisch-islamischen Öffentlichkeit am besten verteidigen.

Je weniger Drohnen-Leichen als „Zivilisten“ eingruppiert werden, desto bessere Kriegs-PR

Dass die Angaben der US-Regierung nicht stimmen können, zeigt sich auch daran, dass die Webseite der „The New America Foundation“ noch am 8. Juni 2013 – also vor drei Jahren – die folgenden Angaben nach Recherchen des Antikriegsportals kriegsberichterstattung.com publiziert hatte:

„The Drone War in Pakistan: The purpose of this database is to provide as much information as possible about the covert U.S. drone program in Pakistan in the absence of any such transparency on the part of the American government. This data was collected from credible news reports and is presented here with the relevant sources. This data was last updated on June 8, 2013: Drone Strike Totals 357. Total killed: 2021 – 3350. Civilians killed: 258 – 307. Militants killed: 1567 – 2713. Unknown killed: 196 – 330.“

Die Organisation „The New America Foundation“ wird unter anderem finanziert durch: Arizona State University, Brown Advisory, Carnegie Corporation of New York, John D. and Catherine T., Mac Arthur Foundation, Open Society Foundations, Smith Richardson Foundation, Chip Kaye, Tom Freston, Fred Hassan, Rita Hauser und Bob Niehaus.

In drei Jahren nur 8 weitere Zivilisten unter den Drohnentoten in Pakistan? Wohl kaum!

Heute, drei Jahre später, gibt die gleiche Webseite der „The New America Foundation“ folgende Zahlen bekannt: Obama Strike Totals: 355. Total Killed: 1907 – 3067. Civilians Killed: 129 – 161. Militants Killed: 1648 – 2684. Unknown Killed: 130 – 222.

Unter Hinzuziehung der durch die Bush-Regierung mit Hilfe von Drohnen in Pakistan getöteten Menschen liest sich die Statistik der „The New America Foundation“ wie folgt:

Pakistan Drone Strikes: 403. Total Killed: 2284 – 3625. Civilians Killed: 255 – 315. Militants Killed: 1853 – 3032. Unknown Killed: 176 – 278.

Glaubt man diesen Zahlen, wären in drei Jahren maximal 8 weitere getötete Zivilisten in Pakistan hinzugekommen – und das bei rund 50 weiteren Drohnenangriffen der USA in Pakistan. Das wirkt schlicht unglaubwürdig.

Man muss kein großer Kriegs-Wissenschaftler sein, um die von den USA aktuell in Umlauf gebrachten Zahlen betreffs angeblich getöteter Zivilisten durch Drohnenangriffe als höchstwahrscheinlich falsch zu bezeichnen, ergo als Kriegspropaganda.

Schlimme US-Staatspropaganda in deutschen Massenmedien

Schlimm ist, dass mal wieder nahezu alle deutschen Massenmedien – von der ARD Tagesschau über BILD bis zu Spiegel-Online – die Mär von den angeblich lediglich 116 getöteten Zivilisten durch US-Drohnenangriffe unkritisch und ungefiltert an die Öffentlichkeit geschoben haben. Am schlimmsten ist die Überschrift von bild.de. Hier ist doch wirklich die Rede von „Obamas Geheimbericht | US-Drohnen töten 116 Zivilisten“.

Geheimbericht? Man sollte lieber sagen „Lügenbericht“. Peinlicher geht es deshalb nicht mehr. Gleichzeitig zeigt es einmal mehr, wie wichtig Blogs wie der unsere sind. Bitte liked uns deshalb in Facebook, teilt unsere Artikel und empfehlt uns weiter. Wir arbeiten alle ehrenamtlich.



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