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Mittwoch, 12. August 2020

Terroranschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin direkt ins Herz der Stadt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Die Berliner Behörden haben den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nicht ausreichend geschützt. (Bild: YouTube-Video)

Kommentar – Dort wo wir Berliner in der Adventszeit zum friedlichen und lustigen Glühweintrinken in Buden zusammenkommen, zum Kauf von gebastelten Papiersternen oder uns Weihrauch für die Räuchermännchen besorgen, schlug der Terrorist aus Pakistan zu.

Der Täter nistete sich als Flüchtling in Deutschland ein, versteckte sich unter Hunderttausenden friedlichen Flüchtlingen. Irgendwann am Montag den 19. Dezember soll er nach Aussagen des polnischen Logistik-Unternehmers, zu welchem der Attentats-Lkw gehört, den Fahrer des Lkws gekidnappt und umgebracht haben. Dann fuhr er in das Herzen Berlins: Zur weltberühmten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Der 22-Jährige Mann hätte sich kein besseres Ziel aussuchen können: Für uns Berliner gehört dieser städtische Abschnitt zu den absoluten Symbolplätzen der Stadt. Hier hatten im Zweiten Weltkrieg amerikanische und britische Flieger-Bomber eine der schönsten Kirchen Deutschlands, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, fast komplett zerstört.

Heute gehört die Kirche, deren Turmspitze zur Mahnung zertrümmert belassen worden ist, zu den wichtigsten Symbolen des schrecklichen Zweiten Weltkriegs. 60 Millionen Menschen verloren damals ihr Leben. Angefangen hatte den Megakrieg 1939 Deutschlands Diktator Adolf Hitler mit seinen Nationalsozialisten.

Er hatte das Deutsche Reich von strangulierenden Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg an die Briten, Franzosen und Amerikaner befreien wollen. Doch am Ende führte er Deutschland in den Untergang und ludt mit dem Holocaust eine Jahrtausend-Schuld auf die Schultern der Deutschen.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche liegt direkt am weltberühmtem Berliner Boulevard Kurfürstendamm. Berliner nennen ihn gern schlicht und schnoddrig Ku’damm. Vergleichbar ist diese Prachtstraße mit der Pariser Avenue Champs-Élysées.

Es ist ein Viewing Point für jeden Tourist, aber auch für die Berliner selber. Die Kirche steht an prominentester Stelle. Direkt gegenüber ist das in die Jahre gekommene Europacenter, ein Einkaufszentrum. Jährlich flanieren viele Millionen Touristen über die Plätze dort. Und auch wir Berliner lieben diesen City-Hotspot.

Der Mann, dem Deutschland Schutz vor Krieg und Terror bieten wollte, stieß Berlin mitten ins Herzen. In die historischen Eingeweide einer Stadt, die von Briten, Amerikanern, Franzosen und Russen 1944 und 1945 zu über 90 Prozent zerstört worden ist, in Schutt und Asche gelegt wurde.

Dann wurde Berlin geteilt, die Russen erhielten als Besatzungsmacht den Osten. Die Amerikaner, Briten und Franzosen besetzten über Jahrzehnte militärisch den Westen. 1961 wurde die Mauer gebaut.

Wenngleich 1989 das Schandwerk fiel, bliebt doch eine Narbe in der Hauptstadt.

Man sagt, wer einmal vom Berlin Virus infiziert ist, will nie wieder weg aus der Stadt. Die Geschichte Berlins ist sicherlich einer der Hauptgründe für unsere große Liebe zu diesem Flecken Erde. Denn wir Berliner sagen uns: Wir werden uns die Stadt nie wieder nehmen lassen.

Dennoch müssen nun auch Fragen gestellt werden. Fragen an die Senate von Berlin, welche von der SPD und den LINKEN regiert werden.

Dass Berlin ins Zentrum von Terroristen geraten würde, ist seit Jahren klar. Und es ist auch seit Jahren den Berlinern selber klar. Beim Gang in die U-Bahnhöfe, über den Ku’damm, den Alexanderplatz, schleicht sich seit Jahren ein ungutes Gefühl ein. Ein Gefühl, das da sagt: Wann schlagen die islamisch-fanatischen Irren hier zu? In einer der bekanntesten Städte der Welt?

So machner, der den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche die vergangenen Jahre besucht hat, fragte sich nicht nur einmal:

Können wir es uns noch leisten, die Weihnachtsbuden direkt an einer der wichtigsten Berliner Durchfahrtsstraßen und an der berühmtesten Prachtstraße der Stadt ungeschützt aufzustellen?

Offensichtlich ist: zahlreiche Holzhütten des bekanntesten Berliner Weihnachtsmarktes sind mit der Rückwand komplett ungeschützt zur Straße. Noch nicht einmal Leitplanken oder Betonblöcke schützen den so schönen wie bunten Advents-Kristallationspunkt. Ein perfektes Angriffsziel für Terroristen also.

Der junge Pakistani hätte Berlin lieben können. Er hätte die Freiheit, den errungenen Wohlstand der Stadt teilen können, sich an der Gastfreundschaft so vieler Menschen erfreuen können.

Doch er entschied sich für Mord an Unschuldigen, die ihm nichts taten. Er tötete mit seinem Lkw-Anschlag 12 Menschen. 48 seiner Opfer wurden zum Teil schwer verletzt. Viele werden ihr Leben Lang Behinderungen und Entstellungen von seiner Wahnsinns-Kriminaltat davontragen.

50 Meter lang soll die Schneiße der Verwüstung sein. Denn der Lkw raste in die weihnachtliche Menschenmenge ohne anzuhalten. Er fuhr einfach weiter.

Auf CNN sagte eine Augenzeugin, eine Amerikanerin, der Anschlag mit dem Lkw wirkte in den ersten Sekunden so, als ob der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hätte.

Heute wissen wir: Es war ein kontrollierter Anschlag. Einer, der ganz offensichtlich von einem Nachahmer des Terroranschlags von Nizza ausgeübt wurde. Das stundenlange Hinhalten der deutschen Ermittlungsbehörden, wie man denn nun den Lkw-Anschlag zu nennen habe, mag diese ja etwas ehren.

Doch das Buhlen um politische Korrektheit wirkt auch etwas lächerlich. Man muss nicht das letzte Haar des letzten Opfers analysiert haben, um zu erkennen, dass hier ein Flüchtling den Schutz Deutschlands missbraucht hat, um Deutsche umzubringen. Das ist die traurige Realität.

Ganz Berlin sieht einen Terroranschlag. Die ganze Welt sieht es. Nur die Behörden, die uns besser hätten schützen sollen, drucksten stundenlang peinlich schweigend herum.

Geradezu skandalös ist es da, dass angesichts des eigenen Versagens ausgerechnet die Berliner Polizei uns aufgefordert haben soll, doch bitte keine Fotos, keine Filme, von dem Terroranschlag ins Internet zu stellen. Das verlas sinngemäß am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr die ARD in ihren Fernsehnachrichten.

Glauben die Berliner Behörden, die deutschen Behörden wirklich, wir ließen uns so leicht den Mund verbieten? Nein! Wer aufklären will, benötigt Bilder.

Doch auch das ist klar: Wir werden uns durch solche Terroranschläge, wie er nun in Berlin geschah, die Freiheit nicht nehmen lassen entspannt über Weihnachtsmärkte zu bummeln. Für den Schutz haben die Behörden zu sorgen.

Das wurde bislang sträflich nicht nur in Berlin vernachlässigt. Wenn jetzt Gemeinderäte sich wegducken und feige sagen, sie sähen sich nicht mehr im Stande, für die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten zu sorgen, ist es genau das, was solche Terroristen wollen. Das muss verhindert werden.

Auch sollten wir nicht vergessen: Weihnachtsmärkte gehören zum Christentum – der in Deutschland dominierenden Religion.

Beklemmend ist, dass der Täter, den Dutzende zwangsläufig auf dem Weihnachtsmarkt gesehen haben müssen, einfach aus seinem Terror-Lkw aussteigen konnte und davonlaufen konnte. Niemand der herumstehenden Feiglinge hat ihn aufgehalten.

Die Berliner haben mal wieder weggeschaut. Desinteressiert vor so viel Mord. Sie schauten weg, wie sie damals im Zweiten Weltkrieg vor dem Genozid an Juden, vor Massenmorden an Schwulen, Linken und Behinderten wegschauten.



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