Skip to main content

Keine Denkmähler für Fidel Castro: Millionen nehmen trauernd Abschied

Kubas Fidel Castro hat Weltgeschichte geschrieben und gezeigt: Es kann einen sozialistischen Ansatz in der Politik geben. (Bild: YouTube-Video TV1).

Kubas sozialistischer Commandante Fidel Castro wurde am Sonntag den 3. Dezember 2016 in Santiago bestattet. Sein Urne war in einem schlichten grünen Jeep zur Begräbnisstätte verbracht worden.

Die Straßen zum Urnengrab waren von Hunderttausenden Menschen gesäumt worden, wobei viele weinten. Noch eine Woche vor Castros Tod sagte sein Sohn, der Fotograf Alex Castro in einem TV-Interview, dass sein Vater, der von 1926 bis 2016 lebte, keinen Personenkult wolle. So solle es weder Denkmähler auf Kuba geben, die ihn abbilden, noch Straßen nach ihm benannt werden.

Wie lange man das in Kuba wirklich durchhält, wird sich zeigen. Denn Millionen Kubaner trauern ihrem Staatsgründer in tiefer Verbundenheit nach.

War es doch er, der die amerikanische Ausbeuterei beendete und den Versuch der USA seit 1898 aus Kuba eine Art annektiertes Vorland zu machen, Schluss machte. Vor den USA hatten gut 300 Jahre lang die Spanier Millionen Kubaner versklavt und auf Zuckerplantagen ohne Rechte schuften lassen.

In 300 Jahren hatte es nur einen Sklavenaufstand auf Kuba gegeben, der in die Geschichte eingegangen ist. Dabei hatten sich einige Hundert Sklaven gegen die brutalen spanischen Plantagenbesitzer und Politiker gewehrt und einige Dutzend von ihnen umgebracht.

Doch die Rache der Spanier ließ nicht lange auf sich warten. So wurden innerhalb weniger Tage unzählige, vor allem schwarze Sklaven, von der spanischen Armee und den Häschern der Plantageninhaber massakriert. Dies war mit Segen der spanischen Krone und der mit ihr verbunden Adelshäuser und Bürgerhäuser geschehen.

Der Segen kam nicht uneigennützig: Hatten sich die Spanier in ihren weltweiten Kolonien, welche von den Philippinen bis nach Kuba reichten, doch in Jahrhunderten um Hunderte Milliarden Euro bereichert.

Aus heutiger Sicht war die Kolonialpolitik nach spanischem, britischem, portugiesischem, niederländischem oder französischem Schlage eine Politik, welche als kriminelles Staatsschuftentum bezeichnet werden muss, verbunden mit unzähligen Verbrechen gegen die Menschheit.

Im Gegensatz zu geschätzt 90 Prozent der Länder dieser Welt, gibt es in Kuba Dank der sozialistischen Revolutionäre rund um den verstorbenen Fidel Castro für die Bevölkerung zahlreiche garantierte Werte. Auf diese Werte hat jeder Kubaner kostenlosen Anspruch:

Dazu gehören Bildung, eine Gesundheitsversorgung, das Recht auf bezahlbare Lebensmittel mit Lebensmittel-Marken. Diese Marken müssen beim Kauf vorgelegt werden, da Lebensmittel pro Haushalt rationiert sind. Auch gibt es ein Recht auf angemessenen privaten Wohnraum, welcher pro Haushaltseinkommen nicht mehr als 10 Prozent kosten darf.

Kritik gibt es an Kubas Staatsführung, da die Kubaner über Jahrzehnte kaum reisen durften. Zudem hatten in den ersten Jahren der Revolution politisch missliebige Personen in Arbeitslagern arbeiten müssen. Allerdings hatte es auf Kuba unter Fidel Castro keine Foltergefängnisse gegeben und die Bevölkerung tritt bis heute mit einem großen Selbstbewusstsein im Lande auf.

Auch war es Fidel Castro, der homosexuell orientierten Frauen und Männern gleiche Rechte einräumte, wie Heterosexuellen. Allerdings hatte das Jahrzehnte gedauert. Wie in Deutschland konnten Homosexuelle erst ab circa 1990 mit fast gleichen Rechten wie Heterosexuelle ihre Sexualität ausleben.

Kuba hatte über Jahrzehnte enge Beziehungen zu anderen sozialistischen Ländern geführt – darunter auch zur DDR. Schutzpatron war für Castro immer Russland gewesen.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 04. März 2022

Kriege & Lügen

Flugverbotszone NATO in Ukraine hieß 26.000 Bombenangriffe der NATO auf Libyen

Kommentar – War da was? Flugverbotszone? Kennen wir das nicht irgendwoher? Ja: Wir erinnern uns an das Jahr 2011 zurück. Damals stellte der Westen mit seinem „Verteidigungsbündnis“ vor dem UN-Sicherheitsrat schon einmal einen Antrag eine angebliche „Flugverbotszone“ einrichten zu wollen. Nur nicht über der Ukraine, sondern in Libyen. Man überzeugte damals, vor zehn Jahren, den UN-Sicherheitsrat, also auch Russland und […]

Dienstag, 01. März 2022

Krieg

Amnesty International kritisiert russische Invasion der Ukraine scharf: Menschenrechte und Menschenleben gefährdet

Die weltweit tätige Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert scharf den Angriffskrieg des Putin-Regimes, das seit gut 20 Russland regiert. So schreibt Amnesty International: Nachdem Russland begonnen habe, „die gesamte Ukraine anzugreifen“ rufe die größte Menschenrechtsorganisation der Welt „zur unbedingten Einhaltung der internationalen Menschenrechtsnormen und des humanitären Völkerrechts auf“. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Nach wochenlanger Eskalation hat eine russische Invasion […]

Dienstag, 01. März 2022

Trumpf

Nicola Leibinger-Kammüller zur Ukraine Krise: „allzu oft beiseite geschaut“

Die schwäbische Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller hat auf ihrem LinkedIn-Kanal sich zur aktuellen Ukraine-Krise geäußert. Wir geben ihre mahnende und weitblickende Stellungnahme ungekürzt zur Kenntnis: „Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei TRUMPF wir alle sehen an den Bildschirmen seit letzter Woche dramatische Bilder aus dem Osten Europas. Panzer und schwere Artillerie rollen auf den Straßen. Autoschlangen mit Zivilisten bewegen sich aus der […]

Dienstag, 07. September 2021

Terror

Taliban geben Afghanistan neuen Namen ‚Islamisches Emirat Afghanistan‘

Die muslimisch-terroristische Organisation der Taliban haben die Bildung einer neuen „Charakter“-Regierung in Afghanistan angekündigt. Nach Angaben des US-Polizeidienstes FBI handele es sich beim Taliban Regierungsanführer um einen Terroristen. Die Bildung einer Regierung unter der militanten Taliban Terror-Gruppe hatte sich zuvor verzögert. Sie soll zweimal versucht haben, eine neue Regierung zu bilden, nachdem sie mit Terroranschlägen und Terrorgewalt die alte Regierung […]

Samstag, 21. August 2021

Justiz

Forensischen Psychiatrie Münsterlingen in der Kritik wegen Psychopharmaka-Depotspritzen bei Gefangenen

Folter Psychatrien Kommentar – Ein Whistleblower:in der Forensische Abteilung der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Schweizerischen Kanton Thurgau ist Anlass dieser Berichterstattung. Demnach würden von Gerichten in die Psychiatrie Münsterlingen eingewiesene Straftäter angeblich mit Dreimonats-Psychopharmaka-Spritzen so ruhig gestellt, dass sie teils wie „Zombies“ tagelang dort herumliefen. Die Psychopharmaka-Orgien würden angeblich recht pauschal an den derzeit rund 30 Straftätern stattfinden, welche dort […]

Sonntag, 15. August 2021

Lukaschenka

Belarus: Aktivisten weiter in Untersuchungshaft in Weißrussland

Mit weiterhin brutaler Staatsgewalt geht der Staatsapparat des weißrussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka [auch: Lukaschenko] gegen Oppositionelle und Gegner vor. Immerhin berichtet nun Amnesty International, dass Nina Labkovich am 23. Juli 2021 freigelassen worden ist. Die Aktivisten Ales Bialiatski, Valyantsin Stefanovich und Uladzimir Labkovich befinden sich nach AI-Informationen aufgrund ihrer Arbeit im Menschenrechtszentrum Viasna weiterhin in Untersuchungshaft. Die strafrechtliche Verfolgung der […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »