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Sonntag, 19. Januar 2020

Keine Denkmähler für Fidel Castro: Millionen nehmen trauernd Abschied

Kubas Fidel Castro hat Weltgeschichte geschrieben und gezeigt: Es kann einen sozialistischen Ansatz in der Politik geben. (Bild: YouTube-Video TV1).

Kubas sozialistischer Commandante Fidel Castro wurde am Sonntag den 3. Dezember 2016 in Santiago bestattet. Sein Urne war in einem schlichten grünen Jeep zur Begräbnisstätte verbracht worden.

Die Straßen zum Urnengrab waren von Hunderttausenden Menschen gesäumt worden, wobei viele weinten. Noch eine Woche vor Castros Tod sagte sein Sohn, der Fotograf Alex Castro in einem TV-Interview, dass sein Vater, der von 1926 bis 2016 lebte, keinen Personenkult wolle. So solle es weder Denkmähler auf Kuba geben, die ihn abbilden, noch Straßen nach ihm benannt werden.

Wie lange man das in Kuba wirklich durchhält, wird sich zeigen. Denn Millionen Kubaner trauern ihrem Staatsgründer in tiefer Verbundenheit nach.

War es doch er, der die amerikanische Ausbeuterei beendete und den Versuch der USA seit 1898 aus Kuba eine Art annektiertes Vorland zu machen, Schluss machte. Vor den USA hatten gut 300 Jahre lang die Spanier Millionen Kubaner versklavt und auf Zuckerplantagen ohne Rechte schuften lassen.

In 300 Jahren hatte es nur einen Sklavenaufstand auf Kuba gegeben, der in die Geschichte eingegangen ist. Dabei hatten sich einige Hundert Sklaven gegen die brutalen spanischen Plantagenbesitzer und Politiker gewehrt und einige Dutzend von ihnen umgebracht.

Doch die Rache der Spanier ließ nicht lange auf sich warten. So wurden innerhalb weniger Tage unzählige, vor allem schwarze Sklaven, von der spanischen Armee und den Häschern der Plantageninhaber massakriert. Dies war mit Segen der spanischen Krone und der mit ihr verbunden Adelshäuser und Bürgerhäuser geschehen.

Der Segen kam nicht uneigennützig: Hatten sich die Spanier in ihren weltweiten Kolonien, welche von den Philippinen bis nach Kuba reichten, doch in Jahrhunderten um Hunderte Milliarden Euro bereichert.

Aus heutiger Sicht war die Kolonialpolitik nach spanischem, britischem, portugiesischem, niederländischem oder französischem Schlage eine Politik, welche als kriminelles Staatsschuftentum bezeichnet werden muss, verbunden mit unzähligen Verbrechen gegen die Menschheit.

Im Gegensatz zu geschätzt 90 Prozent der Länder dieser Welt, gibt es in Kuba Dank der sozialistischen Revolutionäre rund um den verstorbenen Fidel Castro für die Bevölkerung zahlreiche garantierte Werte. Auf diese Werte hat jeder Kubaner kostenlosen Anspruch:

Dazu gehören Bildung, eine Gesundheitsversorgung, das Recht auf bezahlbare Lebensmittel mit Lebensmittel-Marken. Diese Marken müssen beim Kauf vorgelegt werden, da Lebensmittel pro Haushalt rationiert sind. Auch gibt es ein Recht auf angemessenen privaten Wohnraum, welcher pro Haushaltseinkommen nicht mehr als 10 Prozent kosten darf.

Kritik gibt es an Kubas Staatsführung, da die Kubaner über Jahrzehnte kaum reisen durften. Zudem hatten in den ersten Jahren der Revolution politisch missliebige Personen in Arbeitslagern arbeiten müssen. Allerdings hatte es auf Kuba unter Fidel Castro keine Foltergefängnisse gegeben und die Bevölkerung tritt bis heute mit einem großen Selbstbewusstsein im Lande auf.

Auch war es Fidel Castro, der homosexuell orientierten Frauen und Männern gleiche Rechte einräumte, wie Heterosexuellen. Allerdings hatte das Jahrzehnte gedauert. Wie in Deutschland konnten Homosexuelle erst ab circa 1990 mit fast gleichen Rechten wie Heterosexuelle ihre Sexualität ausleben.

Kuba hatte über Jahrzehnte enge Beziehungen zu anderen sozialistischen Ländern geführt – darunter auch zur DDR. Schutzpatron war für Castro immer Russland gewesen.



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