Die Gewalt in Nordafrika – sie hört nicht auf. Jetzt stürmte ein aufgebrachter Mob die israelische Botschaft in Ägyptens Hauptstadt Kairo mit solch brutaler Gewalt, dass sogar der israelische Botschafter Itzhak Levanon fluchtartig Ägypten verlassen habe, heißt es, da er um sein Leben gebangt habe.

Mehr als 500 Ägypter seien während der Auseinandersetzungen verletzt worden. Grund für den Zorn Tausender Ägypter: Israelische Wachsoldaten hatten fünf ägyptische Grenzsoldaten erschossen, die sie mit palästinensischen Terroristen verwechselt haben sollen.

Beobachter überrascht der Gewaltausbruch in Ägypten nicht wirklich: Wird doch neuerdings Gewalt und Krieg als Mittel zur Durchsetzung von Interessen vom Westen als legitim bezeichnet und gefördert – besonders von U.S-Präsident Barack Obama, seiner Außenministerin Hillary Clinton (beide Demokratische Partei), dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, dem britischen Premierminister David Cameron sowie von allen großen deutschen bundespolitischen Parteien (CDU, FDP, SPD sowie BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN).

Seit Monaten zeigt der Westen diese neue politische Leitlinie auch in Form ihres Kriegsbündnisses, der NATO. Sie habe im vergangenen halben Jahr, wird berichtet, in Libyen mittels Tausender abgeworfener Bomben mehr als 30.000 Menschen umgebracht – darunter waren nicht „nur“ Soldaten des alten libyschen Gaddafi-Regimes, sondern Hunderte Zivilisten. Die NATO wird auch von deutschen Steuergeldern finanziert. Welcome in the New World of Chaos.

Randnotiz: Der alte ägyptische Präsident Husni Mubarak war stets um Ausgleich mit Israel und dem Westen bemüht. Damit dürfte es nun im Land der Pharaonen auch vorbei sein, zumal viele fanatische Ägypter vom ägyptischen Militärrat einen generellen Kurswechsel gegenüber Israel fordern. Dem Westen fällt derweil nichts anderes ein, als – kruder geht es nicht mehr – nun der neuen ägyptischen Führung vorzuwerfen, sie tue nicht genug zur Sicherheit des Landes und der ausländischen Botschaften. Die Geister die sie riefen, werden sie nun nicht mehr los.

Dabei wird immer deutlicher: Es ist ein geschichtliches Desaster, Barack Obama zu Anfang seiner Amtszeit den Friedensnobelpreis verliehen zu haben. Denn Frieden hat Obama bislang genauso wenig in die Welt gebracht, wie sein Vorgänger Georg Bush (republikanische Partei) – im Gegenteil: Der Flächenbrand greift immer weiter um sich: Irak, Afghanistan, Ägypten, Jemen, Libyen, Algerien, Marokko, Syrien…

Der Wunsch überall demokratische Systeme zu installieren – er fordert nicht nur einen hohen Blutzoll, er führt augenscheinlich in vielen Regionen ins pure Chaos. Doch davon möchte der Westen dann nichts mehr wissen.

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