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Dienstag, 19. Juni 2018

NATO-Kriegs-Propaganda unreflektiert auf Deutscher Welle

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Gäbe es einen Orden für beste Medien-Kriegs-Propaganda, er würde in diesem Jahr zweifelsohne an das westliche Kriegsbündnis NATO gehen, welche in diversen Online-Kommentaren bereits auch als „Nordatlantische Terrororganisation“ bezeichnet wird – beispielsweise unter welt.de. Das ist kein gutes Zeugnis für ein Bündnis das einst im Kalten Krieg zwischen dem Westblock und Ostblock so gut und sinnvoll gestartet war.

Der drastische Imageverlust der NATO ist selbstverschuldet. Sie sollte im Auftrag der UNO, beginnend im Frühjahr dieses Jahres, die libysche Zivilbevölkerung im Osten des Landes vor Übergriffen des Gaddafi-Militärs schützen. Das ausschließliche Mittel, wurde die Weltöffentlichkeit dreist mittels der Massenmedien belogen, sei die Errichtung einer Flugverbotszone. Federführend sollten Frankreich, Großbritannien und die USA sein.

Politiker schwadronierten in prominenten TV-Nachrichtensendungen

Manche Politiker stellten sich sogar vor TV-Kameras und schwadronierten in prominentesten TV-Nachrichtensendungen von elektronischen Störmanövern, welche die Gaddafi-Jets am Starten hindern sollten. Schon damals deutete sich an, dass die Massenmedien sich von der UNO und NATO wohl an der Nase herumführen lassen würden. Dass es aber so schlimm wurde, wie es dann die vergangenen sechs Monate der Fall war, hatten sich Medienbeobachter selbst in ihren kühnsten Gedanken nicht vorstellen können.

Dabei war vom ersten NATO-Kriegstag an in Libyen klar: Die westliche Kriegsbündnis wollte nicht primär die Zivilbevölkerung schützen, sondern mittels gegen das Völkerrecht verstoßender Massenbombardements das unliebsame, von den libyschen West-Clans gestützte Muammar al-Gaddafi-Regime, zu Fall bringen.

Massentötungen und Kriegsverbrechen der NATO

Das ist ihr zwar gelungen – doch nur mittels Massentötungen an Gaddafi-Kämpfern und Zivilisten. Nach Ansicht zahlreicher Kritiker hat sie mit ihren außer Rand und Band durchgeführten Tötungen nicht nur gegen das Völkerrecht verstoßen, sondern auch gegen die ursprüngliche UNO-Resolution zum Schutze der libyschen Zivilbevölkerung – die auch den Schutz der zivilen Gaddafi-Anhänger umschlossen hätte.

Einige gehen sogar noch weiter und werfen auch der NATO zahlreiche Kriegsverbrechen vor – darunter kriegsberichterstattung.com. Grund: Die vorsätzliche oder grob fahrlässige Liquidierung von Tausenden Zivilisten durch die NATO ist für ein von demokratischen Staaten geführtes Kriegsbündnis absolut unakzeptabel.

Kriegs-Propaganda der NATO

Seit Monate agiert das westliche Kriegsbündnis NATO ganz so, als gäbe es für sie kein Recht und Gesetz. Dabei ist ihr fast jedes Mittel Recht – auch das der übelsten Kriegs-Propaganda. Zu ihren Werkzeugen gehören dabei: Die Verbreitung von Verleumdungen, Lügen, Hetze. Der einstmals im Westen hoffierte Gaddafi wird nun plötzlich aus dem NATO-Umfeld als „Ratte“ bezeichnet, als Anführer eines Nestes das ausgeräuchert gehört (so ähnlich stand es sogar kürzlich unter sueddeutsche.de), als „Despot“, als „Tyrann“, als „Verrückter“.

Die Titulierungen in Gossensprache lassen sich beliebig fortführen – die deutschen Massenmedien, wie viele weltweit, nutzen sie in penetrant peinlicher Niveaulosigkeit. Wenn es dabei bliebe, könnte man das noch entnervt hinnehmen und darüber hinwegsehen. Schlimmer wird es, wenn selbst von Gebührengeldern finanzierte Medien-Einheiten eins zu eins unkritisch die NATO-Kriegs-PR verbreiten. Die ARD-Tagesschau stand hier bereits unangenehm im Fokus. Nicht besser ist zu oft leider auch ihre sonst durchaus angesehene Schwester, die Deutsche Welle.

Mangelnde Reflexion der Deutschen Welle

Dabei fällt sie immer häufiger durch eine intellektuell und journalistisch mangelnde Reflexion in ihrer NATO-Kriegsberichterstattung auf. Wie jetzt wieder am Wochenende. Unter der Überschrift „NATO warnt vor schlimmen Zuständen in libyscher Stadt Sirte“ macht sie sich leider zum wiederholten Male unter dem seriösen Deckmantel scheinbar stets objektiven öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Wegbereiter weiterer NATO-Bombardements auf eine der letzten Gaddafi-Hochburgen, die Stadt Sirte. Kostprobe des im Nachrichtenstil gehaltenen Stückes:

„Die NATO hat vor einer gefährlichen Lage in der libyschen Stadt Sirte gewarnt, sollten dort die Truppen von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi noch länger die Kontrolle ausüben. In den vergangenen Tagen hätten sich die Zustände in Gaddafis Heimatstadt laufend verschlechtert, erklärte die NATO in Brüssel. Es gebe seitens der Gaddafi-Getreuen Exekutionen, Geiselnahmen und gezielte Angriffe auf Einzelpersonen und Familien. Sirte ist neben der Wüstenstadt Bani Walid die letzte Hochburg der Gaddafi-Anhänger. Einheiten des libyschen Übergangsrates starteten neue Angriffe gegen beide Städte.“

Wenigstens kennt die Deutsche Welle das grammatikalische Mittel des „Konjunktivs“ in ihrer hier zitierten Berichterstattung, dennoch ist sie journalistisch mangelhaft. Grund: Es kann nicht Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sein, solche unbewiesene NATO-Kriegs-PR ungeprüft zu verbreiten. Da hilft auch nicht das Konjunktiv, welches sonst ein durchaus sinnvolles journalistisches Stilmittel sei kann.

Grund: Die NATO sieht sich selbst der Kritik ausgesetzt, sie habe mit ihren zahlreichen Bombenangriffen auf Sirte alleine dort bereits gut 2000 Menschen umgebracht – Gaddafi-Kämpfer, aber auch unzählige Zivilisten. Zudem: Massen-Exekutionen, Geiselnahmen, Vergewaltigungen, Angriffe auf Einzelpersonen – das haben wir in den vergangenen zwei Wochen weniger von den Gaddafi-Anhängern gehört, als von den Putschisten, wie auch teils die Wochenzeitung DIE ZEIT ausführlich berichtete.

Scharfe Kritik auch an den Putschisten

Die Putschisten, die verharmlosend gerne lediglich als „Rebellen“ oder „Vorkämpfer für Demokratie“ umschrieben werden, führen sich häufig willkürlich-bösartig in den eroberten Städten auf, jagen Schwarze, erschießen massenhaft scheinbare Gaddafi-Sympathisanten. Solche oder ähnliche Aktionen, die ebenfalls kriegsverbrecherisch sind, hat sogar Amnesty International in ungewöhnlich scharfer Form international kritisiert.

Eigentlich müsste ein Journalist – zumal, wenn er für einen Rundfunksender arbeitet, der durch Zwangsgebührengelder finanziert wird – einseitig erscheinende Verlautbarungen von der Kriegs-Front durch eigene oder veranlasste Recherche vor Ort überprüfen. Gerade öffentlich-rechtliche Sender verfügen hierfür über ein dichtes Netz an gut bezahlten internationalen Korrespondenten.

Es ist mehr als verwunderlich, dass gerade die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender sonst jeden Mülleimer, der mit einem Markenlogo in einem drittklassigen Spielfilm eingeblendet wird, schwärzen, um den Anschein irgendwelcher Marken-Propaganda zu vermeiden. Im Falle der Kriegsberichterstattung aus Libyen wird jedoch klaglos auch die haarsträubendste Ungereimtheit des NATO-Kriegs-PR-Apparats prominentest  verbreitet.

Medien haken in ihrer Kriegsberichterstattung nicht nach

Nirgends hört man davon, dass die Medien die Forderung an die NATO stellten, sie solle nicht immer nur behaupten, sondern auch Beweise für ihre Behauptungen zeigen. Gab es im Irak noch Bilder vom Krieg, versteckt die NATO ihre Massentötungen an Gaddafi-Anhängern unter einem schalen Leichentuch. Gleichzeitig streut sie in den Massenmedien ihre Kriegs-PR von vermeintlichen oder tatsächlichen Gräueltaten des Gaddafi-Regimes. Immer kurz bevor die NATO in Libyen wieder bombt, hört man plötzlich von der NATO-Pressestelle neue angebliche Horrorgeschichten aus dem Gaddafi-Lager.

Plumpeste Kriegs-Propaganda der NATO

Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass mindestens 80 Prozent aller NATO-Pressemittelungen plumpeste Lügen-PR von der Kriegsfront sein dürften, um mit Hilfe der Massenmedien einen Freifahrtschein für die NATO in Libyen zu erzielen. Dabei gehören zu diesem üblen Kriegsspiel immer zwei: Der Kriegs-Propagandist, der im Auftrag der Herrschenden agiert und der Journalist, der die Propaganda verbreitet und damit den Weg für die Kriegsführung an der Front entscheidend mit ebnet.

Beschämendes Zeugnis für die Medien

Der Krieg in Libyen ist ein beschämendes Zeugnis des Versagens der journalistischen Zunft in Deutschland genauso wie in der Schweiz, in Österreich oder all den anderen westlich orientierten Ländern. Es reicht nicht aus, hier und da im kaum wahrnehmbaren Promillebereich das NATO-Tun in Libyen kritisch zu begleiten. Die Medien haben eine Kontrollfunktion in Demokratien. Die Recherche-Penetranz, die sie manchmal beim Aufdecken vermeintlicher Skandälchen an den Tag legen – sie ist gerade in Kriegszeiten wirklich angebracht.

Die NATO-Angriffe auf Gadaffi-Stellungen haben mittlerweile nach glaubhaften Auskünften der Rebellen, aber auch nach Hochrechnungen von kriegsberichterstattung.com, mindestens 30.000 Gadaffi-Anhängern – darunter zahlreiche Zivilisten – das Leben gekostet. Insgesamt, das gaben selbst die Putschisten zu, seien bislang weit über 50.000 Menschen im libyschen Bürgerkrieg ums Leben gekommen.
Update, Mo 26.9.2011, 00:45
Über 1000 Medien berichten aktuell von einem bei Tripolis gefundenen Massengrab mit über 1270 Toten. Angeblich sollen es Opfer sein aus einem Gaddafi-Gefängnis. Diese Spekulationen sind zumindest den Medien zu entnehmen. Ob das so ist, oder nicht, konnte nicht verifiziert werden.
So tragisch diese Entdeckung ist, so bleiben doch zahlreiche Fragen offen. Eine davon lautet: Ist es wirklich eine „Entdeckung“ oder nicht ein zielgerichtet genau zum jetzigen Zeitpunkt publizierter Fund, welcher die weiteren NATO-Bombardements rechtfertigen soll?
Denn: In Zeiten, in denen mit Drohnen innerhalb eines Jahres mehr als 2000 Menschen von den USA  ferngesteuert eliminiert werden können, ist es kaum glaubhaft, dass ein solches Massengrab 15 Jahre lang unentdeckt bleiben kann. So lange sollen die Toten bereits in dem Grab verscharrt liegen.
Die NATO plant nach mehreren Berichten eine Großoffensive gegen die letzten Gaddafi-treuen Städte, darunter Sirte. kriegsberichterstattung.com geht von eingen Hundert Toten aus, die die NATO-Angriffe wieder mit sich bringen werden.



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Kommentare (3)


Maximus 29. Oktober 2011 um 10:14

Könntest Du uns dazu einige Video-Links einmal schicken? Danke! viele Grüße….:)

Antworten

rundmc 27. Oktober 2011 um 13:40

Super analysiert! Mehr kann ich nicht hinzufügen. Die Medien haben auch die Aufgabe die Gräueltaten der Rebellen in den Vordergrund zu stellen. In Youtube tauchen jeden Tag neue Videos von Exekutionen seitens der Rebellen auf. Auch werden Menschen aufgehangen wie im Mittelalter und von der Masse verprügelt.

Antworten

A.N. 21. Oktober 2011 um 23:34

The whole world is a greek drama. Somtimes it seems, there is no way out,and we got no choise. A result of dead seven times a day. Sloter is sloter is sloter- meanwhile- what is human?

Antworten

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