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Dienstag, 23. Juli 2019

Drogerie-Gigant SCHLECKER schließt hunderte Filialen

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Die deutsche Drogerie-Handelskette Schlecker kämpft ums Überleben. Nach einem Bericht des Printmagazins DER SPIEGEL sollen auf Grund von drastischen wirtschaftlichen Problemen nun Hunderte Fillialen geschlossen werden. Betroffen sein soll jede 8. Filiale, insgesamt bis zu 600.

Zudem behaupten Branchenspekulationen, SCHLECKER habe sich bislang recht vergebens um Bankenkredite oder Investoren-Einstiege bemüht, um die mittelfristige Zahlungsunfähigkeit der Gruppe abzublocken. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, zeigt dies einmal mehr, dass zahlreiche Banken ihrem Job, für nötige liquide Mittel auch des größeren Mittelstandes zu sorgen, nicht nachkommen.

Europäische Banken geben Firmen häufig nur dann Kredit, wenn sie eh schon im Geld schwimmen

Kredite geben sie häufig nur denen, die sowieso schon im Geld schwimmen. Deshalb wird die Kritik an den Banken auch immer lauter. Dies vor allem deshalb, da das Verhalten zahlreicher europäischer Banken in grotesker Gegenbewegung zur Tendenz der Zentralbanken steht, den Banken liquide Mittel so günstig wie noch nie zur Verfügung zu stellen.

SCHLECKER ist im Bereich von Waschmitteln, Putzmitteln und Toilettenpapier all das, was ALDI im Lebensmittelbereich ist. Jahrzehntelang gehörte ein Besuch in der Drogerie SCHLECKER zu den wöchentlichen Routinebesuchen jeder Hausfrau.

In Kritik geriet die Drogeriemarktkette vor einigen Jahren, nachdem diverse Gewerkschaften den angeblich rüden Umgangston sowie angeblich überzogene Kontrolloptionen von SCHLECKER gegenüber seinen Mitarbeitern scharf kritisiert hatten. Vor allem mit Kontrollen gegenüber der eigenen Belegschaft habe SCHLECKER unter anderem die hohe Diebstahlsquote reduzieren wollen, heißt es.

Dabei war es durchaus unter Beschäftigten ein offenes Geheimnis, ähnlich wie bei ALDI, dass Diebstähle durch die Belegschaft kein seltenes Unterfangen waren (und sind). Als Gewinner der SCHLECKER-Krise gehen derzeit vor allem die im Schnitt wohl eher etwas teureren Drogeriemärkte dm und Rossmann hervor.

Deutscher Top-Marke droht das Aus

Die SCHLECKER-Krise zeigt aber auch ganz klar, dass der Schlecker-Sohn Lars Schlecker bislang es nicht geschafft hat, in die Erfolgsspur seines Vaters einzutreten. Möglicherweise muss ihm deshalb auch die Kompetenz als Unternehmer abgesprochen werden. Fachleute werfen Schlecker-Junior vor, er habe zu Lange an altbewährten Konzepten festgehalten, die aber nach Ansicht zahlreicher Konsumenten einfach in die Jahre gekommen seien. SCHLECKER habe seine Kunden lange Zeit nicht mehr wirklich überrascht. Doch genau das gehöre zu einer guten Handelskette in den Internetzeiten unabdingbar dazu.

So ähneln die heutigen Geschäfte nahezu unverändert denen aus den 80er Jahren. Weder im Digitalgeschäft noch im Produkte-Geschäft gelang es SCHLECKER in den vergangenen Jahren für die Branche maßgebende Akzente zu setzen. Ganz anders ALDI: Besonders durch seine zahlreichen günstigen NON-FOOD-PRODUKTE ist ALDI im Bewusstsein zahlreicher Konsumenten nach wie vor einen Besuch wert. Außerdem gelten die dort verkauften Lebensmittelprodukte, besonders auch das Gemüse, als erstklassig.

Zwar versucht SCHLECKER zunehmend Produkte ins Sortiment zu nehmen, die es fast NUR bei Schlecker so günstig gibt  – aktuell beispielsweise einen USB-STICK mit einer sehr guten 16 GB Speicherkapazität für unter 10 Euro – doch wird dies nicht in ausreichendem Maße den Verbrauchern kommuniziert. Niemand bringt derzeit SCHLECKER mit solchen Top-Angeboten beispielsweise im Technik-Bereich in Verbindung.

Wenn SCHLECKER nicht bald den turnaround schafft und die Banken nicht endlich ihrer Aufgabe nachkommen, für ausreichende Liquidität auch des größeren Mittelstandes zu sorgen, droht einer der erfolgreichsten deutschen Nachkriegs-Handelsketten und einer der größten deutschen Top-Marken das Aus. Das wäre für die Verbraucher ein großer Verlust. Denn nach wie vor ist Schlecker nach Ansicht von Branchenfachleuten in zahlreichen Drogerie-Segmenten deutlich billiger als dm, Rossmann & Co.

Schlecker - einer großen deutschen Top-Marke droht das aus.


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