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Kritik an Virenscanprogramm-Test: Stiftung Warentest steht mal wieder im Feuer

In den vergangenen Jahren war die Stiftung Warentest des Öfteren harter Kritik ausgesetzt: Nicht selten sind die Stichproben erstaunlich gering und würden in wissenschaftlichen Tests wohl kaum bestehen (wie unlängst in einem Online-Flugkostentest), dann verbreitet sie auch übelste Vorwürfe gegen die Industrie ohne vorher Stellungnahmen einzuholen. Aktuell steht die Stiftung im Feuer, da sie nach Angaben von Herstellern von Virenscan-Programmen unzureichend 18 Sicherheitspakete für Computer getestet haben soll.

Kritik: Der aktuelle Test der Stiftung Warentest sei „völlig veraltet, praxisfern und methodisch fragwürdig“. Besonders hart gingen die etablierten Virusscan-Hersteller McAfee, Trend Micro und Symantec mit der Stiftung Warentest ins Gericht. Auch Panda Software gehöre zu den Test-Kritikern heißt es. Alle waren auf den hintersten Plätzen gelandet. McAfee ist beispielsweise auf zahlreichen neuen deutschen Computern als Probeversion kostenlos vorinstalliert.

Die vier Anbieter setzten besonders stark auf Technologien, welche Datenbanken oder Cloud-Angebote in ihre Virusscanprogramme einsetzen. Das angesehene IT-Onlinemagazin ZDNnet schreibt: „Außerdem setzen alle vier darauf, Malware vor allem über verhaltensbasierende Methoden und Techniken als über Signaturen auf die Spur zu kommen, um die Systemleistung möglichst wenig zu beeinträchtigen.“ Glaubt man jedoch den Ergebnissen der Stiftung Warentest, gelänge ihnen das „jedoch nur völlig unzureichend“.

Doch genau diesen Vorwurf wollen die angesehenen Virenscan-Hersteller nicht auf sich sitzen lassen und verweisen darauf, dass die aus ihrer Sicht modernen Scan-Methoden im Testszenario der Stiftung Warentest ausgehebelt worden seien. So sei teils ohne Webanbindung getestet worden, was den Vorteil ihrer Produkte zunichte gemacht habe, zumal immer mehr Menschen mit Computern, auch Smartphones, rund um die Uhr online sind und damit ein großes Einfallstor für Viren oder Malware bieten.

Der zuständige Testredakteur Marcus Pritsch von der Stiftung Warentest verteidigte sich in ZDNnet mit den Worten, man habe „sehr wohl mit Internetanbindung getestet“. „Ohne Webzugang zu testen wäre wirklich nicht mehr zeitgemäß.“ Daher seien auch Vergleiche möglich: Panda fände offline laut den Testergebnissen ein Drittel weniger Schädlinge als online. Bei McAfee sinke die Erkennungsrate ohne Internet um 11 Prozent, bei Norton um 3 Prozent. „Schon eine bösartige Datei, die es auf den Rechner schafft, ist eine zu viel. Und wir hatten kein Programm im Test, das alle gefasst hat“, wird Pritsch in ZDNnet weiter zitiert. Getestet worden seien 1800 Schadprogramme. Doch auch hiergegen richtet sich die Kritik der Virenscan-Hersteller: Angesichts von Millionen Viren im Netz seien das zu wenige Test-Viren, Trojaner, Malware oder sonstige Schadprogramme gewesen.



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