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Hitlers Buch Mein Kampf wird Schulbuch in Bayern

Das Buch Mein Kampf ist bis zum heutigen Tage in Deutschland verboten. Nun soll Adolf Hitlers umstrittenes Propaganda-Werk erstmals seit Kriegsende (1945) wieder in die deutschen Buchläden kommen. In Bayern plant der Freistaat sogar für 2015 eine offizielle kritische kommentierte Ausgabe.

70 Jahre lang lagen die Veröffentlichungsrechte beim Freistaat Bayern, der penibel darauf achtete, dass keine Zeile aus dem Nazi-Titel verbreitet wurde. Das Buch „Mein Kampf“ gilt als intellektueller Wegbereiter Adolf Hitlers für die gesamten Verbrechen, die ab 1933 mit der Machtergreifung Hitlers in Europa begangen wurden – inklusive dem Holocaust an rund 6 Millionen Menschen.

Die radikale Kehrtwende des Freistaats Bayerns verwundert. Noch vor kurzem hieß es, der Freistaat Bayern werde alles tun, um die Verbreitung der Hitler-Hetzschrift zu verhindern. Und nun möchte sie sogar CSU-Politiker Markus Söder als „Kommentierte Ausgabe“ in den Regalen der Buchläden nicht nur akzeptieren sondern offensiv verbreiten. Der Freistaat wolle, so Söder, dafür sorgen, dass es eine wissenschaftlich kommentierte kritische Schrift von „Mein Kampf“ gebe, auch, um der Kommerzialisierung von „Mein Kampf“ Einhalt zu gebieten.

Kommerzialisierung wolle man verhindern

Das bayerische Finanzministerium teilte mit, man sei bereits recht weit mit der kritischen Kommentierung von „Mein Kampf“. Das Ziel solle jedoch sein, dazu beizutragen, das Hitler-Buch „Mein Kampf“ zu „entmystifizieren“.

Ob das wirklich gelingt? Man darf gespannt sein. Für Überlebende des Holocausts in den Nazi-Konzentrationslagern steht das Buch „Mein Kampf“ immer noch als eine der ursächlichen Schriften, die erheblich zu ihrem Leid geführt haben. Für sie dürfte es ein schweres Kreuz bedeuten, die Veröffentlichung dieses Buches offiziell noch miterleben zu müssen.

Jedoch räumte die CSU ein, dass sie selbst gar nichts mehr gegen eine Veröffentlichung von „Mein Kampf“ tuen könne, da eben die Urheberrechte nach 70 Jahren komplett abgelaufen seien. Das gilt für alle künstlerischen Werke. Bereits ab 2016 werde das Buch dann sowieso frei verkäuflich im Buchhandel sein – stationär wie online. Fachleute gehen davon aus, dass das Buch innerhalb weniger Tage bereits mehr als 100.000 Mal verkauft sein dürfte. Das Interesse dürfte gigantisch sein. Grund: Wissen doch bis heute Millionen Deutsche fast nichts davon, was denn in „Mein Kampf“ tatsächlich geschrieben wurde.

Auch für Schulen

Der Freistaat möchte neben der wissenschaftlich kommentierten Ausgabe von „Mein Kampf“ auch eine für Schulen aufbereiten. Man wolle die jungen Menschen frühzeitig mit dem Hasswerk auseinandersetzen, hieß es. „Wir wollen in allen Veröffentlichungen deutlich machen, welch großer Unsinn darin steht – allerdings mit fatalen Folgen“, so CSU-Mann Söder.

Hitler selbst hatte „Mein Kampf“ im Jahr 1924 in der Festung Landsberg während seiner Haft geschrieben. Er saß ein, da er an einem Putsch gegen die bayerische Regierung beteiligt gewesen war.

In dem Buch entwickelte er seine abstrusen Rassentheorien, versuchte sich an einer neuen Darwinismus-Lehre und erklärte, warum der „Arier“-Mensch der überlegener wäre. Die Juden bezichtigte Hitler in seinem Buch hätten „bislang“ eine „verderbliche Rolle in der Geschichte der Menschheit gespielt“. Als das Buch 1925 schließlich in den Handel kam, wurden gigantische 9,8 Millionen Exemplare innerhalb weniger Jahre verkauft. Nach der Erstveröffentlichung hatte es 1926 und 1933 weitere Auflagen gegeben.

Dass die Auflage von „Mein Kampf“ allerdings so hoch war, lag auch daran, dass jeder, der ab 1933 heiratete, automatisch vom Staat „Mein Kampf“ als Ehegeschenk bekam. Bis 1945 wurde das Buch in 16 Sprachen übersetzt. Nach 1945 durfte es in Deutschland noch nicht einmal mehr im Antiquariat verkauft werden.



Kommentare (1)


Antonius Theiler 26. Mai 2012 um 11:49

An alle die wollen, dass Bayern weiß-blau bleibt: Lasst uns anfangen zwei Stunden Geschichtsunterricht in Deutschland-Bayern über den Stammbaum von Hitler zu streichen, denn es ist nicht wichtig, ob er diese oder jene Vorfahren hatte und wie er zustande kam. Dieser Unterricht ist rassistisch. Wichtig ist, wer hat diesem Verbrecher nach 1918 geholfen. Am 27.01.2012 habe ich Herrn Dr. Thomas Goppel (Redaktions-Anmerkung: email-Adresse genügt, bitte keine weiteren Kontaktangaben) informiert ber info@thomas-goppel.de, auch telefonisch verständigt, dass ich diesen sonderbaren Unterricht an drei Schulen feststellen konnte, mit dem Ergebnis dass sich bei den Jugendlichen eines besonders festsetzte, „ Da war bei den Vorfahren Hitlers auch ein Jude dabei“.
Dass die Jugendlichen dabei auch auf Braune Seiten im www Gelockt werden ist zusätzlich zu registrieren. Wen dieser Unterricht vom Bayrischen Kultusministerium so gewünscht wird, kann es mich nicht mehr weiter berühren, Schwamm darüber. Da kommt das Verbot der Weiß Blauen Fahne auch nicht Überraschend. Am 06.02.2012 sagte mir die Sekretärin von Herrn Dr. Thomas Goppel dass das Kultusministerium erklärt habe, der Unterricht findet so nicht statt. Die Adresse vom Herrn Dr. Goppel stammt aus einer Veröffentlichung vom CCC http://nazi-leaks.net/ auch darüber habe ich Herrn Dr. Goppel unterrichtet. Mit freundlichen Grüßen. Antonius Theiler geb.1941

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