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Sonntag, 17. März 2019

Armut

Amnesty International ruft zu Urgent Action für Indianer in Kolumbien auf

Bild: pixabay.com | CC0 Creative Commons
In Lateinamerika werden immer wieder Indianer bedroht.

Die deutsche Sektion der weltweit tätigen Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) ruft zu einer sogenannten Urgent Action, Sofortigen Handlung, zu Gunsten der indigenen Bevölkerung in dem lateinamerikanischen Land Kolumbien auf. AI bezieht sich auf eine Mitteilung des Dachverband indigener Gemeinschaften in Kolumbien (Organización Nacional Indígena de Colombia – ONIC).

Demnach hätten Menschen in der kolumbianischen Gemeinde Uribia im Departamento La Guajira im Norden Kolumbiens Flugblätter mit Drohungen erhalten. Die Drohungen gingen dahingehend, dass gewarnt sei, wer sich für die in Kolumbien immer noch lebenden Ureinwohner, die Indianer, einsetze, mit Konsequenzen rechnen müsse.

  • Die Flugblätter hätten sich gegen VertreterInnen der in La Guajira ansässigen Organisationen Wayúu Nación, Wayúu Araurayu und Observatorio Fuerza de Mujeres Wayúu gerichtet.
  • Die drei Organisationen setzten sich für die letzten aus der brutalen spanisch-portugiesischen Kolonialzeit überlebenden Indianer ein.

In einer öffentlichen Erklärung habe der Dachverband der indigenen Bevölkerung Kolumbiens, der ONIC, die paramilitärische Gruppe der Aguilas Negras (Schwarze Adler) für die Flugblätter verantwortlich gemacht.

Paramilitärische Gruppe Bloque Capital

Amnesty International berichtet, wonach der in der Region aktive bewaffnete Teil der paramilitärischen Gruppe der Aguilas Negras als Bloque Capital bekannt sei.

Die Flugblatt-Verteiler werfen wiederum den Indianer-Organisationen vor, sie würden die Entwicklung der Region im Departamento La Guajira behindern.

Die Diskussion schreibt AI einer Gesetzesänderung zu. So führt Amnesty in seiner Mitteilung aus:

„Die Vorfälle ereigneten sich nur wenige Tage, bevor sich das kolumbianische Verfassungsgericht und die Generalstaatsanwaltschaft des Landes erneut damit beschäftigten, in wie weit die Regierung Kolumbiens einer Gerichtsentscheidung aus dem Jahre 2017 (Entscheidung T-302) nachgekommen ist. Mit der Entscheidung aus 2017 waren massive und systematische Verletzungen der Grundrechte der indigenen Gemeinschaft der Wayúu bestätigt worden.“

Weiter heißt es von AI, wonach die in den Flugblättern genannten Organisationen „immer wieder den fehlenden Schutz der Rechte auf Leben, Gesundheit, Bildung, sauberes Wasser, Land und eine intakte Umwelt in der Region“ anprangerten.

Hintergrundinformationen

In dem im Norden Kolumbiens gelegenen Departamento La Guajira befinde sich, so AI, die größte Wüstenregion des Landes.

  • Das Departamento zeichne sich durch einen Reichtum an natürlichen Ressourcen wie Kohle, Gas und Salz aus.
  • Darüber hinaus befänden sich zahlreiche Windparks in La Guajira.
  • Auch fehlten Lebensmittel, was wiederum der Entwicklung von Kindern schade.
  • Vor 10 Jahren, 2008, seien angeblich 4770 Kinder an Mangelernährung in dieser kolumbianischen armen Region gestorben, habe die interamerikanische Menschenrechtskommission berichtet, so AI.
  • Doch auch in anderen Regionen Kolumbiens würden Kinder immer noch wegen Mangelernährung sterben und wohl auch Erwachsene leiden.

Von Bedrohungen betroffen sei vor allem die indigenen Gemeinschaft der Wayúu in La Guajira.

Amnesty International fordert seine Mitglieder auf, an diverse Verantwortliche in Kolumbien höflich zu schreiben und ein „Ende der Bedrohungen“ gegen die Indianer zu fordern und ebenso eine Untersuchung der Vorfälle, wobei die Verantwortlichen vor Gericht gestellt gehörten.

Appelle

Appelle seien an folgende kolumbianische Verantwortliche zu richten:

Den Generalstaatsanwalt, Nestor Humberto Martinez, Fiscal General de Colombia, Diagonal 22B No. 52-01 Bogotá, D.C, KOLUMBIEN (Anrede: Dear Attorney General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt). E-Mail: contacto@fiscalia.gov.co, denuncie@fiscalia.gov.co, despacho.fiscal@fiscalia.gov.co.

Zudem an die Innenministerin Nancy Patricia Gutiérrez, Ministra del Interior, Calle 12 B No. 8 – 46, Bogotá D.C, KOLUMBIEN, (Anrede: Dear Minister / Sehr geehrte Frau Ministerin), E-Mail: servicioalciudadano@mininterior.gov.co.

Kopien solle man schicken an:

Ombudsmann für Menschenrechte, Carlos Negret, Carrera 9 Núm.16 – 21, Bogotá D. C., KOLUMBIEN, E-Mail: servicioalciudadano@mininterior.gov.co.

Zudem solle man schreiben an:

Die deutsche Botschaft der Republik Kolumbien, I. E. Frau María, Elvira Pombo Holguin, Taubenstr. 23, 10117 Berlin, Fax: 030-2639 6125, E-Mail: ealemania@cancilleria.gov.co.

Indianer in Kolumbien



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