Der Kampf gegen sogenannten #Vorkassenbetrug, sogenannte Rip Deals, gehört zu einem unserer journalistischen Anliegen. Mit Rip Deals werden nach unserer Erkenntnis in Europa jährlich über 100 Millionen Euro ergaunert. Jetzt wurde einem Deutschen aus Düsseldorf im Rahmen eines Rip Deals ein Goldbarren-Paket im Wert von 140.000 Euro entwendet. Das Opfer erklärte gegenübrer kriegsberichterstattung.com: „Es ist ein echtes Trauma für mich“.

So schildert uns das Opfer des Goldbarren-Rip Deals, ein Deutscher aus Düsseldorf, der für eine Firma mit Goldbarren professionell handelt, wie er von der einer kriminellen Vereinigung rund um Rip Deals im Rahmen schwerer internationaler EU-weiter Organisierter Kriminalität 2018 übel hereingelegt wurde.

Er ist einer von Tausenden, die Jahr für Jahr mit Rip Deals ausgeraubt werden, oft um ihre Existenz gebracht werden. Auch in dem unten geschilderten Fall sagte einer der fünf Rip-Deal-Gangster später gegenüber dem Opfer, er sei Roma und komme aus Rumänien.

Hier der Bericht des Opfers, welchen er an uns Mitte März 2020 schickte:

„Es lief folgendermaßen ab. Kontakt wurde über XING hergestellt. Es wurde telefoniert und besprochen, dass 20.000€ in Gold getauscht werden sollen. Vereinbart wurde ein Termin in Nizza in einer Hotellobby. Dort traf ich 3 junge Männer im Alter zwischen 30-40 und wir haben Smalltalk gehalten.“ Einer hieß Stefan Kleemann (Fake Name), der eine britische Wegwerf-Telefonnummer nutzte mit den Ziffern +44-7397943737 (0044-7397943737) und über WhatsApp kommunizierte.

Anschließend sei ein Ort genannt worden, wo dem Opfer 140.000€ für den Verkauf seiner Goldbarren versprochen wurden. Geld, das rund 20% über dem damals üblichen Marktpreis lag. Doch als es zur Geldübergabe kommen sollte, hatten die Gauner eine Ausrede parat:

Angeblich sei es doch nicht möglich, in der Hotellobby, das Gold gegen Geld zu tauschen. Angeblich müsse deshalb „der Bruder meines Ansprechpartners hinzugeholt werden, um den Deal perfekt zu machen“, schildert das Opfer:

„Als ich dort eintraf und Stunden gewartet hatte und ich den Dealer nicht mehr erreichen konnte war mir klar geworden, dass ich reingelegt wurde“. Die Goldbarren im Wert von 140.000 Euro waren also weg, gestohlen.

Weiter schildert er, wonach einige Zeit später erneut Kontakt mit ihm aufgenommen worden sei und sich die Täter für ihre angeblichen „Missverständnisse“ entschuldigten – „in einer Tonlage, als wäre nichts gewesen“.

Zweites Treffen

Gleichzeitig sei ihm versprochen worden, „dass wir uns ein zweites Mal treffen und ich dann die doppelte Summe bekomme“ solle.

„Ich sollte für das nächste Treffen 4 kg Gold mitbringen und der angebliche Käufer wolle „Fotos sehen“:

„Das habe ich natürlich nicht gemacht und der Kontakt war somit beendet. Nach 2 Jahren circa meldete sich erneut via XING jemand mit dem Namen Daniel Goldbach und ich wusste sofort Bescheid über seine Masche“.

Dieses Mal habe er „das Spielchen mitgemacht“. Er könne berichten, dass er sich mit jenem ominösen angeblichen „Daniel Goldbach“ getroffen habe und sogar ein gutes Foto gemacht habe.

Dieses Mal habe der angebliche Deal in Holland stattgefunden. Allerdings habe er bis auf das Foto nicht viel machen können. Nur so viel: Hereingelegt habe man ihn dieses Mal nicht.

Rip Deals liegen zu fast 100% in den Händen von Roma, so Polizeibehörden aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz einhellig

Täter von Rip Deals sind meist Angehörige mehrsprachiger Sinti- und Roma-Clans, was aus zahlreichen Ermittlungsverfahren seit über 20 Jahren bekannt ist. Wobei Ermittler gegenüber kriegsberichterstattung.com erklärten: „Die Täter sind zu fast 100% mersprachige Roma, meist ansässig in und um Italiens Metropole Mailand“. Da ihre Clans europaweit aktiv sind, begünstigt das sehr die Gründung von kriminellen Vereinigungen in Europa.

Auch das deutsche Bundeskriminalamt umschrieb bereits 2002 in seinem Jahresbericht Roma als Tätergruppen:

„Die international agierenden Täter, überwiegend Sinti- und Roma-Angehörige mit Herkunft Italien oder Jugoslawien, verfügen regelmäßig über einschlägige Erfahrungen in diesem Deliktsbereich [Red. Anmerkung: im Bereich von Rip Deals]. Durch die interne Struktur ergeben sich klare Unterstellungsverhältnisse und gegenüber anderen Gruppen erkennbare Gebietszuordnungen.“ (Quelle: BKA „Jahresbericht Wirtschaftskriminalität 2002“,  (Seiten 158, 159; hier herunterzuladen: sinti-roma-rip-deals—bundeskriminalamt-bericht-2002).

Ebenfalls vor Jahren, 2004, berichtete DER SPIEGEL über Roma als Tätergruppen bei Rip Deals unter der Schlagzeile „Revolver im Koffer“. Im Text heißt es:

„Mit einer neuen Betrugsmasche legen ausländische Banden wohlhabende Deutsche aufs Kreuz: Wer etwa eine Villa, edle Pferde oder teure Yachten verkaufen will, muss damit rechnen, bündelweise Falschgeld angedreht zu bekommen. Fahnder sind nahezu machtlos.“

Rip Deal Gangster aus Ex-Jugoslawien und Italien

Weiter führt das Nachrichtenmagazin aus Hamburg aus: „Es sollte das Geschäft des Jahres werden. Wie schon oft hatten die Pferdezüchter Christiane und Eric Vogel aus dem niedersächsischen Rotenburg an der Wümme in den Fachblättern ‚Pferdemarkt‘ und ‚Pferdebörse‘ Annoncen aufgegeben – diesmal meldete sich ein Interessent, der einen geradezu traumhaften Deal anbot: Gleich zwölf Tiere wollte der Mann, der sich Sharmann nannte, erwerben, für 160 000 Euro. Reitpferde, Zuchtstuten, Zweijährige und Fohlen, angeblich für einen geplanten Reiterhof in der Schweiz.“

Zudem schreibt DER SPIEGEL:

Bekannt sei, „dass die Gangster ‚überwiegend Sinti- und Roma-Angehörige mit Herkunft Italien oder Jugoslawien‚ sind“, wie das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) festgehalten habe. Nur selten gelinge es aber Täter festzunehmen, habe der Leitender Oberstaatsanwalt im rheinländischen Bad Kreuznach, Horst Hund, erklärt:

„Hunds Strafverfolger führen ein Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Rip-Dealer Damir D., 36. Sie kennen seine Passnummer und fanden heraus, dass er in Aulnay-sous-Bois bei Paris gemeldet ist. ‚Aber wir wissen nicht, wo er ist, er tritt unter sechs AliasNamen auf‘, sagt Hund.“ [Red. Anmerkung: Die Pässe oder angeblichen Diplomaten-Ausweise sind oft gefälscht aus allen möglichen Ländern).

Auch aus Wien oder Zürich ist von der Kriminalpolizei zu hören, „Rip Deals sind eine Spezialität von Roma“. Wagt aber ein Medium, Sinti oder Roma-Mitglieder als Tätergruppen zu erwähnen, müssen Journalisten in Deutschland gleich mit einer Rüge des privaten sogenannten „Presserats“ rechnen, der tendenziell stark linkslastig ist. So geschah es kürzlich der BILD-Zeitung, als diese über eine schwer kriminelle Frau berichtete und erwähnte, dass sie eine Roma war und in Deutschland Rentner um 1,5 Millionen Euro betrogen hatte.

Die Journalisten im Presserat waren der Meinung: Die Roma-Zugehörigkeit sei angeblich gänzlich uninteressant, was aber wohl die Mehrheit der Deutschen angesichts der Schwere des Kriminalfalls eher nicht so sehen dürfte.

Einschub – sind wir rassistisch? Nein!

Natürlich gibt es auch Tausende Sinti und Roma die in bitterster Armut in Baracken in Ländern wie Rumänien leben müssen, am Rande der Gesellschaft, ohne Chance auf eine Zukunft. Und viele Sinti und Roma wollen mit kriminellen Vertretern überhaupt nichts zu tun haben, auch nichts mit traditionellen Gewohnheiten eines Fahrenden Volkes, das viele immer noch lieben.

Wir verweisen beispielsweise auf ein Interview im SPIEGEL mit dem Titel „Diskriminierung im Job „Alles ist besser, als ‚Zigeuner‘ zu sein“.

Doch es muss auch Opferschutz geben. Dazu gehört, dass Tätergruppierungen auch beim Namen genannt werden. Das Totschlagargument, jeder, der so etwas mache, sei angeblich“Rassist“, ist dumm. Es hat zudem irgendwann etwas faschistoides, da es etwas gefährlich fanatisch-besserwisserisches hat und bevormundend ist, ja entmündigend. Es dient letztlich einer Strategie, alle mundtot zu machen.

Auch dagegen muss man sich in einer Demokratie, die eben bunt und streitfähig sein sollte und sein muss, wehren. Insofern: Nein, wir sind nicht rassistisch und sind selber sogar eher links- als rechtslastig. Das hindert uns aber nicht daran, über Missstände offen zu sprechen.

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