Skip to main content
Montag, 06. April 2020

Organisierte Kriminalität

Sinti & Roma und Rip Deals: Xing-Opfer um 140.000 Euro Goldbarren gebracht

Nach Ermittler-Erkenntnissen stehen Gruppierungen aus den Sinti und Roma häufig hinter schwerer Organisierter Kriminalität, die als "Rip Deals" seit Jahren in den Medien bekannt ist.

Der Kampf gegen sogenannten #Vorkassenbetrug, sogenannte Rip Deals, gehört zu einem unserer journalistischen Anliegen. Mit Rip Deals werden nach unserer Erkenntnis in Europa jährlich über 100 Millionen Euro ergaunert.

Täter von Rip Deals sind meist Angehörige mehrsprachiger Sinti- und Roma-Clans, was aus zahlreichen Ermittlungsverfahren seit über 20 Jahren bekannt ist. „Nach außen hin leben solche Täter gerne im Verbund klassischer Zigeuner-Karavanen, verfügen aber über ein internationales Netzwerk“ erklärt ein deutscher Ermittler. Diese Verbünde würden leicht „einige Tausend Mitglieder“ umfassen, welche „das kriminelle Geschäft mit Rip Deals beherrschen, wie Kinder das Seilhüpfen“.

Wagt aber ein Medium, Sinti und Roma-Mitglieder als Tätergruppen zu erwähnen, müssen Journalisten in Deutschland gleich mit einer Rüge des privaten sogenannten „Presserats“ rechnen, der tendenziell stark linkslastig ist. So geschah es kürzlich der BILD-Zeitung, als diese über eine schwer kriminelle Frau berichtete und erwähnte, dass sie eine Roma war und in Deutschland Rentner um 1,5 Millionen Euro betrogen hatte. Die Journalisten im Presserat waren der Meinung: Die Roma-Zugehörigkeit sei angeblich gänzlich uninteressant, was aber wohl die Mehrheit der Deutschen angesichts der Schwere des Kriminalfalls eher nicht so sehen dürfte.

Vertreter von Sinti und Roma reisen in Europa noch häufig gerne mit Wohnwagen von Land zu Land. Viele Gemeinden, auch in Ländern wie der Schweiz, weisen den Clans exklusive Campingplätze zu – beispielsweise in Kreuzlingen im Thurgau. Doch ihr Zuhause ist nicht zwangsläufig eine Wohnwagen-Burg.

Einige Sinti oder Roma-Clanchefs verfügen gleichzeitig über Luxus-Immobilienbesitz und wohnen heimlich in Villen in Rumänien, Kroatien, Wien oder Bulgarien. „Luxus, den sie sich nicht selten im Rahmen schwerer Organisierter Kriminalität ergaunert haben. Immer unter dem Schutzmantel der Mär, man gehöre in Europa immer noch zu den Verfolgten“, erläutert der deutsche Ermittler weiter.

Einschub – sind wir rassistisch? Nein!

Natürlich gibt es auch Tausende Sinti und Roma die in bitterster Armut in Baracken in Ländern wie Rumänien leben müssen, am Rande der Gesellschaft, ohne Chance auf eine Zukunft. Und viele Sinti und Roma wollen mit kriminellen Vertretern überhaupt nichts zu tun haben, auch nichts mit traditionellen Gewohnheiten eines Fahrenden Volkes, das viele immer noch lieben.

Wir verweisen beispielsweise auf ein Interview im SPIEGEL mit dem Titel „Diskriminierung im Job „Alles ist besser, als ‚Zigeuner‘ zu sein“.

Doch es muss auch Opferschutz geben. Dazu gehört, dass Tätergruppierungen auch beim Namen genannt werden. Das Totschlagargument, jeder, der so etwas mache, sei angeblich“Rassist“, ist dumm. Es hat zudem irgendwann etwas faschistoides, da es etwas gefährlich fanatisch-besserwisserisches hat und bevormundend ist, ja entmündigend. Es dient letztlich einer Strategie, alle mundtot zu machen.

Auch dagegen muss man sich in einer Demokratie, die eben bunt und streitfähig sein sollte und sein muss, wehren. Insofern: Nein, wir sind nicht rassistisch und sind selber sogar eher links- als rechtslastig. Das hindert uns aber nicht daran, über Missstände offen zu sprechen.

Schwere Kriminalität

So schildert uns ein weiteres Opfer eines üblen Rip Deals, ebenfalls ein Deutscher, der für eine Firma mit Goldbarren professionell handelt, wie er von der Organisierten Kriminalität vor zwei Jahren, 2018, übel hereingelegt wurde. Er ist einer von Tausenden, die Jahr für Jahr mit Rip Deals ausgeraubt werden, oft um ihre Existenz gebracht werden. Auch in dem unten geschilderten Fall sagte einer der fünf Rip-Deal-Gangster später gegenüber dem Opfer, er sei Roma und komme aus Rumänien.

Zudem soll er gesagt haben, wonach in die Rip Deals Zehntausende Personen als Täter involviert seien und man sich gegenseitig Kick-Backs für erfolgreiche Rip Deals zuschanze. Nicht immer sei man hierbei aber mit den anderen Gangstern verwandt. Vielmehr sehe man das als Sport an. Hier der Bericht des Opfers, welchen er an uns Mitte März 2020 schickte:

„Es lief folgendermaßen ab. Kontakt wurde über XING hergestellt. Es wurde telefoniert und besprochen, dass 20.000€ in Gold getauscht werden sollen. Vereinbart wurde ein Termin in Nizza in einer Hotellobby. Dort traf ich 3 junge Männer im Alter zwischen 30-40 und wir haben Smalltalk gehalten.“

Anschließend sei ein Ort genannt worden, wo dem Opfer 140.000€ für den Verkauf seiner Goldbarren versprochen wurden. Geld, das rund 20% über dem damals üblichen Marktpreis lag. Doch als es zur Geldübergabe kommen sollte, hatten die Gauner eine Ausrede parat:

Angeblich sei es doch nicht möglich, in der Hotellobby, das Gold gegen Geld zu tauschen. Angeblich müsse deshalb „der Bruder meines Ansprechpartners hinzugeholt werden, um den Deal perfekt zu machen“, schildert das Opfer:

„Als ich dort eintraf und Stunden gewartet hatte und ich den Dealer nicht mehr erreichen konnte war mir klar geworden, dass ich reingelegt wurde“. Die Goldbarren im Wert von 140.000 Euro waren also weg, gestohlen.

Weiter schildert er, wonach einige Zeit später erneut Kontakt mit ihm aufgenommen worden sei und sich die Täter für ihre angeblichen „Missverständnisse“ entschuldigten – „in einer Tonlage, als wäre nichts gewesen“.

Zweites Treffen

Gleichzeitig sei ihm versprochen worden, „dass wir uns ein zweites Mal treffen und ich dann die doppelte Summe bekomme“ solle.

„Ich sollte für das nächste Treffen 4 kg Gold mitbringen und der angebliche Käufer wolle „Fotos sehen“:

„Das habe ich natürlich nicht gemacht und der Kontakt war somit beendet. Nach 2 Jahren circa meldete sich erneut via XING jemand mit dem Namen Daniel Goldbach und ich wusste sofort Bescheid über seine Masche“.

Dieses Mal habe er „das Spielchen mitgemacht“. Er könne berichten, dass er sich mit jenem ominösen angeblichen „Daniel Goldbach“ getroffen habe und sogar ein gutes Foto gemacht habe.

Dieses Mal habe der angebliche Deal in Holland stattgefunden. Allerdings habe er bis auf das Foto nicht viel machen können. Nur so viel: Hereingelegt habe man ihn dieses Mal nicht.

+++Update, 16.3.2020: In diesen Fall waren circa 5 Rip-Deal-Gangster involviert. Einer von ihnen sagte zu dem Goldbarren-Opfer, er sei Roma. Er sprach akzentfrei deutsch.++

Einschub zwei: Wie mit Zahlen Politik gemacht wird – wie viele Roma und Sinti gibt es eigentlich in Europa?

Dass die große Mehrzahl der Sinti und Roma ganz normaler geregelter Arbeit nach geht, steht außer Frage und dürfte klar werden, wenn man sich die Angaben zur Anzahl der Sinti und Roma in Europa anschaut. Auch wenn viele dieser kursierenden Zahlen sicherlich Schätzwerte sind und teils arg übertreiben: Alleine die Angaben zur Anzahl der Sinti und Roma in Deutschland variieren von 70.000 (offizielle Angabe des deutschen Bundesinnenministeriums) bis hin zu 120.000.

In Ganz Europa könnten zwischen circa drei und 6,6 Millionen Sinti und Roma leben, lauten weitere Schätzungen. Vor allem der Europarat ist Meister darin, immer wieder Zahlen in die Öffentlichkeit zu werfen, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren. So spricht er von angeblich gar bis zu 15 Millionen Sinti und Roma in Europa. Wie der Europarat zu dieser Zahl kommt, ist nicht transparent, weshalb mit solchen Zahlen äußerst vorsichtig umgegangen werden sollte. Auch sollte nicht vergessen werden: Zahlen dienen immer auch der politische Instrumentarisierung.

Doch egal wie viele Sinti und Roma nun wirklich in Europa leben: „Das kann und darf nicht über auch kriminelle Aktionen der schweren Organisierten Kriminalität diverser Gruppierungen unter den Sinti und Roma hinwegtäuschen, deren Umfang auf einige Tausend Mitglieder geschätzt wird“, erläutert der deutsche Ermittler weiter.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 03. April 2020

Ältester Überlebender

104-jähriger Weltkriegsveteran erholt sich von Corona COVID-19

Ein Licht in so dunklen Zeiten und natürlich aus dem Land der unendlichen Möglichkeiten nach oben wie nach unten: Aus den USA. Mehrere US-Medien berichten, wonach ein U.S.-Amerikaner aus dem U.S.-Bundesstaat Oregon nun seinen 104. Geburtstag gefeiert habe – mit Mundschutz natürlich. Zuvor sei er aber an Corona erkrankt, also COVID-19. Davon habe sich der rüstige Rentner, der in einem […]

Montag, 30. März 2020

Vom Wahnsinn & Co

Gewinner Coronakrise: Ganz klar China, der Westen durchgeht Katharsis

Kommentar – Die Corona-Krise im Westen wird wahrscheinlich Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz kosten und Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende Unternehmen, darunter viele Einzelunternehmen, Mittelständler oder Konzerne in den Konkurs treiben. Doch es gibt auch Gewinner der Krise: Käufer billiger Aktien und billiger Bitcoins beispielsweise oder Besitzer von Immobilien, welche die Nerven behalten. Ein großer Gewinner dürfte ebenso China sein, möglicherweise zudem […]

Dienstag, 24. März 2020

Wie das dubiose Portal Jobleads auf Trustpilot negative Bewertungen versucht löschen zu lassen und Kunden in eher unnütze Abos lockt

Kommentar – Das umstrittene Jobportal „Jobleads“ von der Hamburger JobLeads GmbH in der Brandstwiete 4 steht seit Jahren massiv in der Kritik. Lautete früher der Vorwurf „fiese Abofalle“, hat das Portal hier zwar nachjustiert und schreibt nun deutlicher hin, was was kostet. Aber seriös ist das Portal deshalb noch lange nicht. Viele fühlen sich geneppt in teure angebliche „Premium“-Accounts.  Durch […]

Samstag, 14. März 2020

Grenzgänger & Sonstige

Wie irre ist Jens Spahn? Er will halbe Millionen Deutsche in Schweiz in Quarantäne schicken

Kommentar: Wie irre ist Jens Spahn? Bislang ist Deutschlands Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) in der Corona-Krise nicht durch allzu viele sinnvolle Aktionen aufgefallen. An den Flughäfen gibt es kein kostenloses Desinfektionsmittel, auch keine Infostände. Selbst Argentinien hat das. Nicht so in Deutschland: Hier durfte die Lufthansa noch bis Mitte Februar 2020 Tausende Menschen von China nach Deutschland fliegen und zurück. Einflugsperren […]

Samstag, 14. März 2020

Russland Grenze

Gemeinsame Erklärung zum NATO-Manöver «Defender 2020»

Uns erreichte am Wochenende die folgende Mitteilung, die sich gegen NATO-Manöver an der russischen Grenze wendet: «Mit großer Sorge» sähen «zivilgesellschaftliche Organisationen und Personen, die sich im demokratischen Sinn als außerparlamentarische Opposition in Deutschland» verstünden, «die großen militärischen Mobilmachungen zu einem Militärmanöver mit dem irreführenden Namen ‘Defender Europe 2020’ an der Grenze zu Russland». Dieses Manöver sei «nach unserer Ansicht […]

Samstag, 14. März 2020

Argentinien nimmt deutsche Urlauber in Zwangs Quarantäne wegen Corona Virus | Einreiseverbot für Deutsche in Bolivien

So hatte sich ein Berliner seinen 14-tätigen Urlaub in Argentinien nicht vorgestellt: Als er vor zwei Tagen von Argentinien nach Deutschland zurückfliegen wollte, hatte er erfahren, dass seine Airline kurzfristig den Flug gestrichen hatte. Doch nicht nur das. In einer Mail an Freunde schreibt er am Freitag den 13. März: So sei sein Rückflug von Argentinien nach Deutschland kurzfristig gestrichen […]

Translate »