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Einreiseverbote

Corona: Dürfen Deutsche nicht mehr nach Deutschland aus der Schweiz?

Das Hauptzollamt von Konstanz und Kreuzlingen an der Autobahnabfahrt der A81. (BIld: Google Maps)

„Es war wie im Krieg, ich bin in letzter Sekunde mit dem Auto über die Grenze in Konstanz gerast“, sagt ein Deutscher, der mit einer Arbeitsgenehmigung und Aufenthaltsgenehmigung B in der Schweiz lebt, die für fünf Jahre gilt.

„Alle Deutschen in der Schweiz sagten mir nach der Erklärung des deutschen Bundesinnenministeriums am Sonntagnachmittag, wonach wir auch als Deutsche nicht mehr aus der Schweiz ausreisen und in unser Heimatland Deutschland einreisen dürften ab Montag 8 Uhr“, erklärt der Deutsche noch in emotionaler Aufruhr.

Pure Panik habe ihn spontan Sonntagnachmittag innerhalb weniger Minuten ins Auto getrieben und aus der Schweiz raus:

„Ich habe meine paar Habseligkeiten gepackt und bin nur noch raus“. Grund für die Panik bei einem Großteil der rund 450.000 Deutschen in der Schweiz war die Chaos-Erklärung des Bundesinnenministeriums in Berlin. Von dort hatte es am Sonntagnachmittag in einer Eilmeldung geheißen:

So habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verschärfte Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, Frankreich, Österreich, Dänemark und Luxemburg angekündigt.

In einer Pressekonferenz um 19 Uhr erklärte Seehofer persönlich, wonach «Reisende ohne triftigen Reisegrund nicht mehr einreisen» könnten.

Lediglich für Berufspendler, sogenannte Grenzgänger – wovon es alleine 60.000 Deutsche gibt, die in der Schweiz arbeiten und täglich die Schweizer Grenze passieren – gelte, dass sie nach wie vor ihrem Beruf nachgehen dürften. Das heißt, die deutsch-schweizer Grenze passieren dürften. Ansonsten gelte aber die Entscheidung für ein umfangreiches Einreiseverbot ab Montag 8 Uhr.

Ein Schock für die rund 400.000 Deutschen in der Schweiz, die nicht als Grenzgänger täglich zwischen Deutschland und der Schweiz pendeln: Dürfen sie nicht mehr aus der Schweiz in ihr Heimatland einreisen? Erst später sickert nach und nach durch, wonach alle Deutschen nach wie vor nach Deutschland reisen dürften – auch aus der Schweiz, Österreich, Frankreich, Liechtenstein und all den anderen Ländern.

«Hätte das Bundesinnenministerium klarer kommuniziert, dass man auch als Deutscher, der kein Grenzgänger ist, aber im Ausland lebt, jederzeit wieder nach Deutschland einreisen kann, hätte ich nicht wie in Kriegspanik meine Sachen gepackt und wäre Sonntagabend nicht nach Deutschland zu Verwandten gerast», erklärt der Deutsche weiter, der im Thurgau arbeitet, wo es bislang lediglich sechs Corona-Fälle gibt.

Erst in der BILD-Zeitung war Sonntagabend gegen 21 Uhr klar geworden: «Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht wieder in ihr Heimatland einzureisen», zitiert das Blatt Bundesinnenminister Seehofer.

Hätte das Bundesinnenministerium von Anfang an eine professionellere Erklärung zu den neuen Einreiseverboten abgegeben, hätten wohl Tausende Deutsche nicht in Panik am Sonntagnachmittag noch schnell ihre Sieben Sachen gepackt, um nach Deutschland zurückzureisen.



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