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Mittwoch, 25. November 2020

Über LinkedIn, Xing & Co

Wie die dubiose Stellenbörse „Jobleads“ Kunden in unnütze Abos lockt und abzockt

So sah Jobleads beispielsweise in Großbritannien Mitte Februar 2020 aus. Unten sieht man Klar: Freischaltung von Jobs gegen Zahlung im Rahmen eines angeblichen "Premium"-Accounts.

Kommentar – Das umstrittene Jobportal „Jobleads“ von der Hamburger JobLeads GmbH in der Brandstwiete 4 steht seit Jahren massiv in der Kritik. Lautete früher der Vorwurf „fiese Abofalle“, hat das Portal hier zwar nachjustiert und schreibt nun deutlicher hin, was was kostet. Aber seriös ist das Portal deshalb noch lange nicht. Viele fühlen sich geneppt in teure angebliche „Premium“-Accounts. 

Durch aggressives Newsletter-Marketing in XING, LINKEDIN & Co., aber auch Einbindungen auf anderen Portalen sowie durch GOOGLE-Anzeigen landen nach unseren Schätzungen täglich Tausende, wenn nicht Zehntausende unfreiwillig auf dem Portal und in deren Marketing-Fänge, das so Millionen umsetzt.

Viele der auf das Portal gelockten Verbraucher sind Manager und Akademiker – denn an sie wendet sich Jobleads besonders. Der Trick: Dubiose angebliche Top-Gehalts-Angaben, die man den Anzeigen hinzustellt sowie der Aussicht angeblich über Jobleads besonderen Zugang zu Headhuntern zu bekommen.

Höchste Zeit deshalb das Treiben von Jobleads etwas näher zu beleuchten. So beschwert sich beispielsweise ein «Cliente» vom 23. März 2020 auf Trustpilot, einem der weltgrößten Online-Bewertungsportale (Dank Google) über Jobleads mit den folgenden Worten:

Zahlreiche Verbraucher-Beschwerden

«Schlecht: Geben Sie Ihr Geld nicht dafür aus, es ist das Geld nicht wert, es ist nur ein Filter der Hauptangebote, die Sie selbst finden können… Der Gehaltsfilter ist nicht zuverlässig, er ist eher erfunden», laute der Eindruck des Nutzers.

Ein anderer, ein Peter Z. (Name teils geändert), schreibt auf Englisch (übersetzt mit deepl.com) mit Datum «Updated Feb 27, 2020»:

«Meiner persönlichen Meinung nach sind sie zum K…. Nach einiger Korrespondenz erklärte sich JobLeads bereit, die Hälfte der im Jahr 2 erhobenen Gebühren zu erstatten (die im Jahr 1 DOPPELT waren). Ich denke, dieser Kompromiss ist besser als gar nichts, aber meiner Meinung nach macht er ihre Dienstleistung immer noch nicht das Geld wert. Ursprüngliche Post: Meiner persönlichen Meinung nach ist dieser Dienst nicht das Geld wert, es gibt so gut wie keinen Kundenservice und sie handeln unethisch.»

Weiter führt der verärgerte Jobleads-Nutzer aus: «Ich habe versucht, den Support von Jobleads zu verstehen, aber bisher ohne Erfolg. Kurz gesagt, ich war überrascht und entsetzt, als ich feststellte, dass meine Kreditkarte mit 346,80 AU$ für einen Dienst belastet wurde, den ich seit fast einem Jahr nicht mehr in Anspruch genommen habe, weil er nutzlos war.»

Er habe festgestellt, dass, «weil ich diesen Dienst nicht gekündigt hatte, eine automatische Verlängerung mit dem ZWEIfachen des ursprünglich gezahlten Betrags berechnet» worden sei. Für ihn sei es «inakzeptabel, «die Kreditkarte von jemandem ohne vorherige Ankündigung oder Warnung mit einem nicht unbedeutenden Betrag zu belasten». Er habe dann versucht, «eine Rückerstattung zu erhalten». Bislang vergebens.

Auch mit Anzeigen in Google geht Jobleads auf Kundenfang. Hier eine Google Adwords-Anzeige, in der man sich stilvoll „Premium“ nennt. Andere titulieren das Portal anders: Abzockfalle.

Das sind nur zwei Meinungen von zahlreichen weiteren wenig erquicklichen. Denn im Internet tummeln sich auf diversen Portalen Kundenerfahrungen mit den Bewertungen „mangelhaft“ bis „ungenügend“ zu Jobleads. Und auch so mancher Anwalt war schon in der Spur in den vergangenen Jahren. Einer von vielen Gründen:

Die 3. Zahlungsmahnung von Jobleads an einen Verbraucher und der Androhung eines Inkassoverfahrens. Perfider und dreister Weise ist das auch noch mit „herzliche Grüße Ihre JobLeads Buchhaltung“ unterschrieben. Das beklagt gegenüber einem Anwalt ein „Dr. A. W.“ beispielsweise auf yourexpert,de.

Dubioses angebliches „Headhunter-Matching“. Nutzer halten das in Bewertungen für wenig seriös.

Nun wundern sich Beobachter schon länger, warum plötzlich auf dem von Google stark geförderten dänischen Bewertungsportal «Trustpilot» immer mehr negative Einträge zu Jobleads wieder verschwinden. Jetzt scheint es die Lösung zu geben:

Jobleads versucht die Kommentatoren von negativen Bewertungen massiv über Trustpilot unter Druck zu setzen und unterstellt negativen Kommentatoren offensichtlich, ihre Erfahrungen würden mit Jobleads nicht stimmen.

Bewirbt sich gerne als angebliches Jobportal für angebliche „Premium“-Jobs, die man aber zu einem Großteil einfach von anderen kostenlosen Jobportalen kopiert hat. Auch Google blendet das umstrittene Portal groß ein.

So liegt uns jetzt ein Vorgang vor, in dem ein Schweizer Manager auf Trustpilot die folgende Bewertung zu Jobleads geschrieben hatte (weiter unten von uns eingeblendet). Der Text war dann circa eine Woche im März 2020 online, wurde dann aber wieder von Trustpilot offline genommen – auf Antrag von Jobleads.

Kein Wunder: Immerhin verdient Trustpilot sein Geld damit, dass negativ bewertete Unternehmen einen Firmen-Account eröffnen und an Trustpilot Geld zahlen (Screenshot). In seiner Stellungnahme uns gegenüber sagte er:

Unternehmen zahlen häufig an Trustpilot Geld, damit sie ihre Präsenz dort verbessern können. Denn negative Bewertungen werden in Google besonders gerne weit vorne eingeblendet. Trustpilot ist also für die Unternehmen massiv geschäftsfördernd oder geschäftsschädigend. Man spricht von einer hohen SEO-Relevanz, also einer hohen Relevanz im Search Engine Optimization.

«Ich habe mich selten über ein Jobportal so geärgert wie über das Hamburger Portal Jobleads, das fleißig einen zuspamt über Job-Newsletter von Drittportalen wie Xing, LinkedIn, Indeed oder Glassdoor.

Auf Trustpilot wimmelt es zum Hamburger Jobportal Jobleads vor negativen Kommentaren. Wie Jobleads seit einigen Monaten zu deutlich mehr positiven Bewertungen kommt, ist Beobachtern, auch uns, schleierhaft.

Als er aber auf einen Button geklickt habe, welcher ihm über einen  LinkedIn-Newsletter in einer von Jobleads beworbenen Stellenanzeige eingeblendet worden war, sei er direkt zu Jobleads weitergeleitet worden:

Zu einem kostenpflichtigen Stellenangebot von Jobleads, auf das er sich erst nach Abschluss eines teuren Premium-Accounts habe bewerben können.

Doch die Anzeige habe den Eindruck erweckt, als könne er sich „direkt“ beim Unternehmen bewerben, welche die Stelle zu besetzen habe.

Auch sei die Firma bis zum Abschluss des teuren Premium-Accounts auf Jobleads gar nicht eingeblendet worden.

So schreibt der Manager in dem derzeit von Trustpilot auf Antrag von Jobleads offline genommenen Kommentar weiter:

Er habe sich „erst bei Jobleads anmelden“ müssen (und einen Premium-Account abschließen, wie er uns sagt), ehe man ihm „den Firmennamen des Arbeitgebers gezeigt“ habe:

«In gutem Glauben habe ich dann meinen Lebenslauf hochgeladen, da ich den Versprechen geglaubt habe, es gäbe ein ordentliches Matching mit Headhuntern – aber es kam nur Müll raus. Absolutes Waste of money.»

Tolles Headhunter-Matching? Kunden sehen das anders. Viel mehr als eine willkürlich erscheinende Listung irgendwelcher Headhunter, gebe es nicht, wenn man sich zum Bezahl-Account auf Jobleads anmelde, um diesen angeblichen Vorteil zu genießen. Oftmals passten die Treffer nicht mal ansatzweise zum Lebenslauf wird moniert.

Zudem ärgert sich der Manager, wonach man sich «auf immer mal wieder groß in Job-Newslettern wie von Xing, LinkedIn, Glassdoor oder Neuvoo von Jobleads beworbene Jobs fast immer nur nach Abschluss eines teuren Abzock-Accounts bewerben“ könne.

Das sei «eine Frechheit und Abzocke pur», wenn man bedenke, «dass die Stellenanzeigen» nach seinen Einschätzungen «zu über 99 Prozent auch kostenlos auf anderen Jobportalen» seien. Also auf Portalen wie stepstone.de, monster.de, jobs.ch etc.

Finden viele Nutzer irreführend: Jobleads tut in dieser auf LinkedIn geschalteten Stellenanzeige so, als könne man sich direkt beim Unternehmen bewerben, das die Stellenanzeige zu besetzen hat. Das soll zumindest der LinkedIn-Button „Auf Firmenwebseite bewerben“ suggerieren. Ein Nutzer sagte uns: Er sei direkt bei Jobleads rausgekommen und man habe die Stellenanzeige erst freigeschaltet, sofern er bereit sei, ein teures Premium-Paket bei Jobleads abzuschließen.

„Schindluder über Newsletter-Marketing mit Arbeitslosen“

Hier werde «Schindluder über Newsletter-Marketing mit Arbeitslosen und sonstigen dringend Jobsuchenden gemacht, denen man» vorgaukaukele, «als sei irgendein Job von den Unternehmen direkt auf Jobleads geschaltet worden, obwohl es halt meist von anderen Portalen kopierte Jobs» seien. ER wolle deshalb Jobleads «NIE WIEDER!!!» nutzen:

Zudem wundert er sich, wie Jobleads plötzlich «auf Trustpilot zu so vielen positiven Bewertungen» käme. Er fragt: «Zahlen sie dafür? Lassen sie dafür Nachlass bei den Abos, in die man die Leute mit falschen Versprechen gelockt hat? Bitte um Antwort direkt von Jobleads! Unseriös ohne Ende!»

Redaktionelle Anmerkung: Den massenhaften Löschanträgen von Jobleads an Trustpilot bezüglich negativer Kommentare, welchen von dem Bewertungsportal auch stattgegeben wurde, können unter dem folgenden Link eingesehen werden: https://www.trustpilot.com/review/jobleads.de/activity.

  • Seit Trustpilot massenhaft negative Kommentare zu Jobleads gelöscht hat, kletterte Jobleads von unter zwei Sternen auf fast 5. Eine Verzerrung ohne Ende, die man aber bei Trustpilot, hieß es von der zuständigen dänischen Pressestelle, als normal ansehe. Kritiker monieren massive Verfälschungen des wahren Unternehmensbildes, welches so auf Trustpilot angegeben werde.
  • Ob wohl das kostenpflichtige Trustpilot Business-Paket-Abonnement, welches Jobleads bei Trustpilot abgeschlossen hat, geholfen hat? Ein Schelm, wer so etwas denkt…

Finden viele Nutzer irreführend: Jobleads tut in dieser auf LinkedIn geschalteten Stellenanzeige so, als könne man sich direkt beim Unternehmen, das die Stellenanzeige zu besetzen hat, bewerben. Doch ein Nutzer sagte uns: Er sei direkt bei Jobleads rausgekommen. Dort habe man die Stellenanzeige erst freischalten wollen, sofern er bereit sei, ein teures Premium-Paket bei Jobleads abzuschließen.

Hinter dem Portal stehen Christian von Ahlen, Jan Hendrik von Ahlen und Martin Schmidt

Ergänzend erwähnt er in seinem Kommentar, dass die Verantwortlichen bei Jobleads laut letztem veröffentlichten Geschäftsbericht auf Bundesanzeiger.de «Christian von Ahlen, Jan Hendrik von Ahlen und Martin Schmidt» seien, beziehungsweise diese drei den auf bundesanzeiger.de veröffentlichten Jahresabschluss in Millionenhöhe namentlich unterzeichnet hätten (Screenshot).

Das Abzockgeschäft mit von anderen Jobportalen kopierten Anzeigen und dem teuren Weiterverkauf an Arbeitslose und sonstige Jobsuchende scheint sich zu lohnen. Hier ein Screenshot aus bundesanzeiger.de.

Öffentlich auf Trustpilot hat Jobleads bislang keine Stellungnahme zum negativen Kommentar des Schweizer Managers abgegeben. Ein Grund dürfte sein: Man hat ja bislang erfolgreicher gleich die ganze Offline-Nehmung des unbequemen Kommentars bei Trustpilot erreicht.

  • Zuvor hatte Jobleads versucht durch E-Mails, die man über Trustpilot an den Kommentarschreiber hatte absetzen lassen, an den Klar-Namen des Kommentarschreibers zu kommen.

„Die versuchen gerne mit Anwälten zu schießen und Leute mundtot zu machen“, sagt ein Kenner des Portals.

„Jobleads.de hat Ihre Bewertung gemeldet“

Unten nun die von Trustpilot an den Kommentarschreiber, einen promovierter Schweizer Manager, abgesendete E-Mail:

«Sehr geehrte Herr xy,

vielen Dank für Ihre Bewertung von jobleads.de.

«jobleads.de hat Ihre Bewertung gemeldet, weil das Unternehmen der Auffassung ist, dass die Bewertung nicht auf einer echten Kauf- oder Serviceerfahrung beruht. Der Inhalt Ihrer Bewertung ist daher für andere Nutzer vorübergehend nicht sichtbar.

Um Ihre Bewertung schnellstmöglich wieder freischalten zu können, benötigen wir von Ihnen einen Nachweis zur Verifizierung Ihrer Kauf- oder Serviceerfahrung mit jobleads.de.»

Trustpilot empfehle, man solle bitte «folgende Schritte» machen:

  1.  «Eine Auftragsbestätigung, Rechnung, Versandbestätigung oder – wenn Sie eine Dienstleistung in Anspruch nehmen oder genommen haben – einen Screenshot Ihrer Nutzerregistrierung/Ihres Nutzerprofils o.Ä. an Trustpilot zu Jobleads schicken.»
  2. Der Nachweis solle die folgenden Daten enthalten: «Den Namen des Unternehmens, den Namen des Käufers der Ware bzw. des Nutzers der Dienstleistung, das Datum des Kaufs bzw. der Bereitstellung/Nutzung und eine Referenz- oder Bestellnummer.»

Man könne die Nachweise «als weitergeleitete E-Mail, PDF-Datei oder Screenshot in der Antwort auf diese E-Mail» an Trustpilot schicken.

Sobald Trustpilot «den Nachweis» zur Jobleads-Nutzung erhalten haben, werde man «ihn überprüfen» und sich dann «bei Ihnen zurückmelden». Man teile «Ihren Nachweis nicht mit Dritten».

Und auch das vergisst das Bewertungsportal nicht mitzuteilen: Man würde «dem bewerteten Unternehmen» jedoch «Ihre Referenznummer» zur Verfügung stellen, sofern man als Nutzer dem nicht ausdrücklich «widerspreche».

Mit dieser Signatur schreibt Trustpilot Tausende Nutzer an, und bittet diese ihren Klarnamen kenntlich zu machen, wenn Unternehmen negativ bewertet wurden. Trustpilot lebt davon, dass Unternehmen letztlich an Trustpilot Gelder zahlen und mit dem Bewertungsportal zusammenarbeiten.

Ob das aber überhaupt mit dem europäischen Datenschutz in Einklang steht, wird sicherlich irgendwann noch einmal vor Gericht zu klären sein. Denn eigentlich ist die Rechtslage so: Daten dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung der Verbraucher gar nie an Dritte weitergegeben werden.

Obendrein macht Trustpilot bei dem Kommentarschreiber Zeitdruck: Man solle die Nachweise zu Jobleads in einer extrem kurzen Frist zusenden – in nur 7 Tagen. Unterschrieben ist die Mail vom «Content-Integrity-Team».

Angeschriebene erwartet, dass Trustpilot die negative Bewertung wieder online nimmt

Der so Angeschriebene erwiderte in Bezug auf Jobleads, wonach er keinesfalls seine negative Bewertung zurücknehmen wolle. Auch untersage er Trustpilot, seine Referenznummer oder andere Daten an Jobleads weiterzugeben.

Jobleads lebt davon, dass das Portal Arbeitslosen oder sonstigen dringend Jobsuchenden über Newsletter-Marketing, ausgespielt beispielsweise über XING, LinkedIn oder Neuvoo anlockt.

In den Anzeigen wird häufig mit angeblichen Top-Jobs und hohen Gehältern geworben. Jobleads geht beispielsweise in der Schweiz auf Kundenfang, indem in Newslettern via Xing, LinkedIn, Neuvoo behauptet wird, man schätze, dass der jeweilige Job mit beispielsweise rund 100.000 bis 200.000 Franken bezahlt würde.

Ähnlich dubios geht das Portal beispielsweise in den folgenden Ländern vor, glaubt man den zahlreichen Beschwerden aus den dortigen Ländern auf Trustpilot:

  • Deutschland.
  • Großbritannien.
  • Italien.
  • Spanien.
  • Frankreich.

Da das Portal in Großbritannien auf Englisch ist, landen auch Kunden aus Australien auf Jobleads, welche in Europa einen Job suchen. Unsere zu Textanfang eingeblendete Verbraucherbeschwerde zu Jobleads scheint beispielsweise aus Australien zu kommen. Ähnlich ist das in den Niederlanden, wo viele Französisch sprechen und dann auch auf Jobleads landen (Stichwort: Jobleads Netherlands Vor allem aus Großbritannien gibt es massenhaft negative Bewertungen zu Jobleads mit der Aussage von vielen: Finger weg!

Wie sich Jobleads der Marke XING bedient um Leute in eigentlich nutzlose Abos zu treiben

Allerdings bleiben in unserem Beispiel unten (Screenshot), in den Stellenanzeigen, welche Jobleads via XING-Newsletter bewirbt, Angaben, dass es nur Gehalts-Schätzwerte sind, an dieser Stelle außen vor. Auch tut Jobleads in den hier abgebildeten XING-Jobbewerbungen so, als stelle Jobleads selber in Ulm ein (Leiter Kommunikation) oder in Basel (Head of Communications).

Doch das ist falsch: Diese Stellenanzeigen wurden von den Firmen, welche diese Stellen wirklich zu besetzen haben, auf anderen Jobportalen kostenlos publiziert. Jobleads hat sie nur übernommen und will Leute in teure Abos treiben – indem man XING-Newsletter bucht, die an Arbeitslose oder sonstige Jobsuchende von XING verschickt werden.

Die Gründer von Jobleads verstehen, wie man Arbeitslose oder sonstige Jobsuchende aufs Portal mit dubiosen Gehalts-Versprechen schickt und das am besten übers Newsletter-Marketing angesehener Portale, wie hier XING von Burda Media.

Die dreiste Masche mit den angeblichen Top-Gehältern, die man gerne Anzeigen einfach zustellt

Wie Jobleads zu den angeblichen Gehältern kommt, die im XING-Newsletter fett beworben werden, ist unklar. Denn die Unternehmen publizieren in der Regel in der Schweiz oder Deutschland nicht, wie viel sie zahlen möchten (im Gegensatz zu Österreich). Einige sehen in solchen Bewerbungen von Stellenanzeigen Irreführung oder «Betrug», sagt ein Betroffener.

Auch in Großbritannien und einigen anderen Ländern geht das Abzockportal Jobleads mit ähnlichen Methoden auf Kundenfang. Besonders dreist:

Nach Schätzungen von Marktkennern seien „wahrscheinlich gut 98 Prozent der von Jobleads verkauften und auf Xing, LinkedIn & Co groß beworbenen Stellenanzeigen eigentlich kostenlos von anderen Jobportalen kopiert“, schätzen zwei Betroffene. Jobleads hat sich zur Frage, in welchem Umfang man von anderen Jobportalen Stellenanzeigen kopiert und weiterverkauft, bislang öffentlich noch nicht geäußert, räumt aber ein, dass man sich fleißig anderer Quellen bediene.

Tests, die Nutzer gemacht haben und uns vorliegen bestätigen diesen Eindruck.

Jobleads-Spezialität: Mit oft willkürlich erscheinenden Gehaltsangaben, die man dann als Bandbreite kennzeichnet, Kunden auf die Plattform locken. Doch: Die meisten Unternehmen geben gar keine Gehaltsangaben in Deutschland oder der Schweiz an. Auch nicht auf Jobleads – obgleich man den Eindruck bekommen könnte, als würden die Gehalts-Angaben von Jobleads Realität sein.

Aufruf

Hast auch Du negative Erfahrungen mit dem unter anderem in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Spanien oder Italien tätigen Hamburger Jobportal Jobleads? Teile Deine Erfahrungen gerne hier in einem Kommentar mit anderen Nutzern. Möchtest Du uns Interna über Jobleads mitteilen? Wir versichern Dir absolutes Vertrauen zu! Schreibe gerne an: redaktion@kriegsberichterstattung.com.

Auch ein Klassiker: Wieder stellt Jobleads irgendwelche angeblichen Gehälter der Stellenanzeige bei, obwohl die Unternehmen, welche die Stellen zu besetzen haben, in der Regel gar keine Gehaltsangaben machen. Doch Jobleads weiß: Mit Speck fängt man Mäuse. Seriös sieht anders aus. Ob das Portal wirklich durch das deutsche Bundesministerium der Wirtschaft ausgezeichnet wurde und das Logo so verwenden darf oder durfte, wie oben eingeblendet- dazu läuft derzeit eine Presseanfrage an das Bundeswirtschaftsministerium.

Mit Kostenlos-Versprechen lockt Jobleads gerne Kunden aufs Portal. Ist man aber erstmal drinnen, muss man löhnen, um sich bewerben zu können – oft auf Jobs, die auf anderen Portalen kostenlos gewesen wären.

Viele meinen: Das viel von Jobleads beworbene eigene angebliche Headhunter-Matching sei Mumpitz. „Außer Spesen nichts gewesen“, lauten zahlreiche Urteile sauerer Jobleads-Nutzer, die dafür teuer bezahlen mussten.

Zu guter Letzt

Auch den folgenden negativen Trustpilot-Kommentar eines Managers hatte Jobleads offensichtlich versucht löschen zu lassen. Sonst wäre der Kommentar jetzt nicht als „verifiziert“ gekennzeichnet.

Das heißt: Hier hatte der Kommentarschreiber seine Unterlagen an Trustpilot geschickt, möglicherweise darüber dann auch freiwillig oder unfreiwillig an Jobleads, hat aber Rückgrat gezeigt und ist bei seinem öffentlichen Urteil geblieben. Es fasst das Abzockmodell geradezu vorbildlich zusammen, weshalb wir das hier publizieren: Kommentar auf Trustpilot vom 20. Feb. 2019 von Stephan M.:

„Andere können es besser und dazu noch kostenlos“

Jobleads wurde mir von Bekannten empfohlen. Ich habe eine erste Anmeldung getätigt und das Profil vielleicht zu 10% ausgefüllt. Sofort wurde ich mit Mails bombardiert, dass ein Recruiter sich mein Profil angeschaut hatte und 99% Übereinstimmung herrschte. Wie das mit leerem Profil passieren kann, ist mir schleierhaft. Weiteres nur bei Abschluss einer Premium Mitgliedschaft. Das klang schon sehr komisch. Auch wurden mir viele Treffer an Jobangebote geschickt, natürlich waren die Ausschreibungen verschleiert. Weiteres nur nach Abschluss einer Premium Mitglieschaft. Dubios daran, dass viele Angebote weit ausserhalb des Umkreises meiner Suche lagen.

Das Gehaltsniveau lag auch ziemlich daneben. Da mir die Seite empfohlen wurde, habe ich mich schlussendlich für eine Mitgliedschaft entschieden und dann kam es wie befürchtet zur Ernüchterung. Bei den meisten Jobangeboten verlinkt Jobleads einfach auf andere Job-Plattformen. Diese sind sogar kostenfrei. Also handelt es sich bei Jobleads nur um einen Suchroboter, der Stellenausschreibungen von freien Seiten sammelt und zusammenführt und verkauft.

Auch er fühlt sich abgezockt und schreibt eine vernichtende Kritik.

Woher Jobleads die Gehaltsangaben her hat ist auch nicht nachvollziehbar. Auf den verlinkten Stellenausschreibungen steht rein gar nichts über die Salärkonditionen. Wie durch ein Wunder, sind nach Abschluss der Mitgliedschaft die Jobangebote per Mail praktisch auf Null zurückgegangen. Vorher bekam ich mehrere Mails am Tag. in den drei Wochen Mitgliedschaft habe ich vielleicht 2 oder 3 bekommen. Auch hat sich kein einziger Recruiter mein Profil angeschaut, geschweige denn es herrscht irgendeine Übereinstimmung. Alles sehr dubiös.

Von freien Jobplattformen bekomme ich täglich eine gute Zusammenfassung, ohne zu bezahlen.

Mein Fazit, Jobleads braucht man nicht unbedingt. Andere kostenfreie Plattformen machen es wesentlich besser. Die Kosten für 6 Monate Mitgliedschaft sehe ich als Lehrgeld und als Preis, für die „kostenlose“ Überprüfung des Lebenslaufs. Diese Überprüfung ist erfolgt. Das Niveau ist aber sehr tief. Die kann nur jemandem helfen, der von Lebenslauf – Schreiben überhaupt keine Ahnung hat…. Wahrscheinlich wird die vom gleichen Roboter gemacht, der die Jobs im Netz zusammenkratzt.

Mir war aber vollkommen neu, dass man CVs mit Datum unterschreiben sollte. Das ist eine Praxis, die ich in meiner Karriere noch nie erlebt habe, weder als Arbeitsuchender noch als Arbeitgeber. Das Geld ist besser wo anders angelegt. Die Mitgliedschaft habe ich sofort wieder gekündigt, unter Einhaltung aller fristen, bevor hier die Abofalle zuschnappt und sich die Mitgliedschaft automatisch verlängert. Die Kündigungsbestätigung habe ich innerhalb weniger Stunden bekommen. Hier ist Jobleads vorbildlich gewesen. Die Bestätigung bewahre ich jetzt sorgfältig auf. Man weiss ja nie, was kommt.“ Quelle: Trustpilot.

Jobleads-Abo kündigen

Wer sich nicht getraut oder in dem Wirrwarr rund um Jobleads nicht weiß, wie er rechtsverbindlich das Portal kündigen kann, kann sich an folgende Institutionen wenden:

Update #1

Zwischenzeitlich erreichte uns aus Dänemark am 26. März 2020 eine englischsprachige E-Mail von Alexander Tolstrup, “Director of Communications – Europe" von Trustpilot. Wie glaubhaft das in der Mail Dargestellte ist oder nicht, muss jeder selbst für sich entscheiden: Wir geben euch die Mail jedenfalls als Stellungnahme von Trustpilot zum Artikel hier zur Kenntnis: «Ob ein Unternehmen ein zahlender Kunde bei Trustpilot ist oder nicht, hat keinerlei Einfluss darauf, wie seine Bewertungen behandelt werden. Und alle Unternehmen - zahlende oder nicht zahlende - haben Zugang zu genau den gleichen Berichterstattungsinstrumenten - und unser Compliance-Team arbeitet unabhängig vom Rest der Organisation. Wir haben auch eine branchenweit erste Initiative mit der Bezeichnung Transparente Kennzeichnungsfunktion eingeführt, die es jeder Person ermöglicht, zu sehen, wie oft Unternehmen Überprüfungen kennzeichnen und was mit ihnen geschieht, wenn sie einmal untersucht worden sind. Wenn man sich den Artikel ansieht, scheint es zu behaupten, dass Unternehmen dafür bezahlen können, dass negative Bewertungen entfernt werden. Das ist kategorisch nicht korrekt. Wenn Sie Beweise für diese Behauptung haben, teilen Sie sie uns bitte mit, da dies gegen das verstoßen würde, wofür wir stehen, und wir würden gründlich ermitteln. Ansonsten hoffe ich, dass Sie den Artikel noch einmal durch die Linse der Ihnen gerade zur Verfügung gestellten Informationen betrachten werden." Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Update #2



Kommentare (1)


Konrad Mensch 11. Mai 2020 um 23:39

Toller Bericht!

Antworten

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