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Krieg im Nahen Osten: Video zeigt angeblich keinen Weißen Phosphor in Gaza, sondern mutmaßlich Angriff auf ukrainische Stadt

VonTom

Okt 21, 2023

Correctiv warnt davor im Eifer des Gefechts Falschmeldungen zu verbreiten. (Unser fiktives Bild zum Einsatz von Weißem Phosphor entstand über die Google Grafik KI midjourney.app)

Correctiv warnt davor im Eifer des Gefechts Falschmeldungen zu verbreiten. (Unser fiktives Bild zum Einsatz von Weißem Phosphor entstand über die Google Grafik KI midjourney.app)

CORRECTIV, 20. Oktober 2023 – Ein Video, das in sozialen Medien verbreitet wird und den Einsatz von weißem Phosphor im Gazastreifen zeigen soll, soll veraltet sein und einen Angriff auf die ukrainische Stadt Wuhledar aus dem März 2023 zeigen. Das geht auf Recherchen von CORRECTIV zurück.

Das Video zeigt eine dichte Rauchwolke, die sich über einer Stadt ausbreitet. Laut ersten Befürchtungen in den Kommentaren und Medienberichten, auch von Verlautbarungen von Menschenrechtsorganisationen hätte es sich möglicherweise um einen Angriff der israelischen Luftwaffe auf den Gazastreifen mit dem schlimmen Kriegsmaterial Weißer Phosphor handeln können.

Correctiv berichtet, dass eine Bilderrückwärtssuche mit einem Standbild des Videos angeblich zu einem YouTube-Video des indonesischen Nachrichtenmediums Tribunnews vom 14. März 2023 geführt haben soll. Aus dem Titel des Videos sei hervorgegangen, dass die Aufnahmen einen Angriff Russlands auf die ukrainische Stadt Wuhledar darstellen würden.

Fazit

Das Video, das in sozialen Medien verbreitet wird, ist ein Beispiel für eine Falschmeldung, die sich im Zuge des aktuellen Konflikts im Nahen Osten verbreitet. Es ist wichtig, sich vor der Verbreitung von solchen Falschmeldungen zu informieren und auf seriöse Quellen zu achten.

Allerdings gilt auch das: Sowohl Regierungen als auch Terrororganisationen verbreiten in Kriegszeiten häufig Falschmeldungen. Denn kriegsentscheidend ist nicht selten auch der Krieg über die Medien gegen den Gegner. Letztlich kann man aber davon ausgehen, dass der Bericht über den möglichen Einsatz von weißem Phosphor nicht vorsätzlich verbreitet wurde, sondern aus Angst vor einem Einsatz von weißem Phosphor gegen die Zivilbevölkerung.

Hintergrund Correctiv

Correctiv ist ein Recherchezentrum mit Sitz in Essen und einem weiteren Standort in Berlin1. Es wurde von David Schraven gegründet, der auch die Geschäftsführung innehat1. Correctiv ist das erste spendenfinanzierte Medium in Deutschland23. Die Finanzierung erfolgt durch ein Drei-Säulen-Modell: Spenden von Bürgern, institutionelle Unterstützer wie Stiftungen, Institutionen und Unternehmen, und durch die Arbeit, die nach einer ersten kostenfreien Testphase inzwischen von Facebook bezahlt wird31. Bei Correctiv arbeiten rund 60 Mitarbeiter1, und es hat rund 80 Mitarbeitende an 6 Standorten4.

Wie gefährlich ist Weißer Phosphor?

Weißer Phosphor ist die reaktivste Modifikation des Phosphors12Er entzündet sich bei Kontakt mit Luftsauerstoff selbst (pyrophor) und brennt dann mit einer 1300 Grad Celsius heißen Flamme unter starker Entwicklung von weißem Rauch (Phosphorpentoxid), der gesundheitsschädlich ist12.

Die Entdeckung von weißem Phosphor wird Jöns Jakob Berzelius* zugeschrieben, der vermutete, dass es sich um eine Modifikation des weißen Phosphors handelte. Dies wurde jedoch erst 1847 von Anton Schrötter** von Kristelli in Wien nachgewiesen, der die Substanz isolierte und analysierte2.

Weißer Phosphor wurde in verschiedenen Kontexten eingesetzt. Er wurde in Brandbomben während des Zweiten Weltkriegs verwendet1Darüber hinaus gibt es Berichte über den Einsatz von weißem Phosphor durch das israelische Militär im Gazastreifen und im Libanon3.

Weißer Phosphor ist sehr gefährlich. Er ist nicht nur sehr leicht entzündlich, sondern auch sehr giftig. Um einen erwachsenen Menschen umzubringen, reichen bereits 50 Milligramm. Umso gefährlicher ist es, wenn Kleinkinder mit weißem Phosphor in Kontakt kommen4Bei der Verbrennung von Phosphor werden sehr hohe Temperaturen erreicht, was zu schwer heilenden und sehr schmerzhaften Wunden führt45.

Wie lange bleibt Weißer Phosphor gefährlich?

Weißer Phosphor ist sehr langlebig und bleibt über lange Zeiträume hinweg gefährlich. Im Boden kann Weißer Phosphor mehrere Tage verbleiben, bevor er in ungefährlichere Substanzen umgewandelt wird1In großer Tiefe und am Grund von Flüssen und Seen kann er jedoch bis zu tausend Jahren erhalten bleiben1.

Es gibt immer noch Funde von weißem Phosphor aus den Weltkriegen. Insbesondere an den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein werden immer wieder kleine Stücke an deutsche Strände gespült2Sie stammen von Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, in denen Phosphor als Brandmittel eingesetzt wurde2. Viele dieser Bomben liegen heute auf dem Grund der Ostsee und beginnen mit der Zeit zu rosten. Dabei wird der giftige Stoff freigesetzt2. Es gibt auch Berichte, dass Brocken von weißem Phosphor, die wie Bernstein aussehen, insbesondere bei Usedom an deutsche Strände gespült werden. Sie stammen von Brandbomben, die während des Zweiten Weltkriegs ins Meer gelangten34.

Gibt es noch heute Opfer von Weißem Phosphor aus den Weltkriegen an den Küsten Deutschlands?

Ja, es gibt immer noch Opfer von weißem Phosphor aus den Weltkriegen. Insbesondere an den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein werden immer wieder kleine Stücke an deutsche Strände gespült1Sie stammen von Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, in denen Phosphor als Brandmittel eingesetzt wurde1. Viele dieser Bomben liegen heute auf dem Grund der Ostsee und beginnen mit der Zeit zu rosten. Dabei wird der giftige Stoff freigesetzt1. Es gibt auch Berichte, dass Brocken von weißem Phosphor, die wie Bernstein aussehen, insbesondere bei Usedom an deutsche Strände gespült werden. Sie stammen von Brandbomben, die während des Zweiten Weltkriegs ins Meer gelangten1.

Es ist wichtig zu beachten, dass Weißer Phosphor sehr gefährlich ist. Er ist nicht nur sehr leicht entzündlich, sondern auch sehr giftig. Um einen erwachsenen Menschen umzubringen, reichen bereits 50 Milligramm. Umso gefährlicher ist es, wenn Kleinkinder mit weißem Phosphor in Kontakt kommen. Bei der Verbrennung von Phosphor werden sehr hohe Temperaturen erreicht, was zu schwer heilenden und sehr schmerzhaften Wunden führt.

Jöns Jakob Berzeliu*

Jöns Jakob Berzelius, auch bekannt als (Jöns) Jacob Berzelius, wurde am 20. August 1779 in Väversunda, Östergötland, Schweden geboren und starb am 7. August 1848 in Stockholm1Er war ein schwedischer Mediziner und Chemiker und gilt als Vater der modernen Chemie1.

Berzelius führte die chemische Symbolsprache mit den Buchstaben für die chemischen Elemente ein und bestimmte erstmals eine Vielzahl der Atommassen von Elementen genau1Er entwickelte ein erstes Modell zum Verständnis der Elektrolyse und zu Stoffumsetzungen durch die Annahme einer positiven und einer negativen Ladung in jedem Teilchen (dualistische Theorie)1.

Er entdeckte die Elemente Cer, Selen und Thorium, andere Elemente wurden von ihm erstmals in elementarer Form dargestellt (Silicium, Zirconium, Titan, Tantal, Vanadium)1.

**Anton Schrötter von Kristelli

Anton Schrötter von Kristelli (* 26. November 1802 in Olmütz***; † 15. April 1875 in Wien) war ein österreichischer Chemiker und Mineraloge1Er studierte nach Absolvierung des Gymnasiums in Olmütz ab 1821 Medizin an der Universität Wien, wandte sich aber 1824 ganz der Mathematik und den Naturwissenschaften zu2.

Er war Assistent beim Mathematiker Andreas von Ettinghausen und dem Physiker Andreas von Baumgartner in Wien21830 erhielt er eine Professur für Chemie und Physik am Joanneum in Graz2. Ab 1843 arbeitete er als Professor für technische Chemie am k.k. Polytechnisches Institut und übernahm dort 1845 die Professur für allgemeine Chemie12.

Schrötter war neben Baumgartner, Ettingshausen und Haidinger einer der Begründer der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien und wurde 1850 ihr Generalsekretär12Er beschrieb erstmals den ungiftigen roten Phosphor und schuf so eine neue Grundlage für die Zündstoffindustrie2.

*** Olmütz

Olmütz, auch bekannt als Olomouc auf Tschechisch, ist eine Stadt in der Tschechischen Republik1Sie liegt im östlichen Teil des Landes, in der Region Mähren1Die Stadt befindet sich in einer Ebene, die von Westen und insbesondere von Osten von höheren geomorphologischen Formationen umgeben ist1. Die Stadtmitte liegt auf einer Höhe von 219 m ü. M1. Die Stadt Olmütz gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn1Nach dem Krieg wurde die Markgrafschaft Mähren, zu der Olmütz gehörte, Teil der neu gegründeten Tschechoslowakei1.

Olmütz ist heute die sechstgrößte Stadt Tschechiens und der Verwaltungssitz der Olmützer Region1. Sie war bis ins 17. Jahrhundert das historische Zentrum Mährens und ist heute ein Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum1Die Stadt ist Sitz eines Erzbistums, der zweitältesten tschechischen Universität und eines der beiden tschechischen Obergerichte1.

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Von Tom

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