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Freitag, 19. Oktober 2018

Schildbürger-Streich der Deutschen Bahn am Flughafen Leipzig / Ein Ticketautomat sorgt für verärgerte Fahrgäste

Touristen, Geschäftsreisende oder sonstige Reisende sind schon seit längerem verärgert am Flughafen Leipzig / Halle. Grund: Das Chaos rund um den dortigen Öffentlichen Nahverkehr, insbesondere die Deutsche Bahn – auch beim Fahrkartenkauf.

Nicht nur dass die Regionalbahn des öfteren zu spät kommt, nein: Obendrein wurden auch zahlreiche Verbindungen gestrichen, so dass die Reisenden teils bis zu einer Stunde abends oder tagsüber warten müssen, bis mal wieder ein ICE oder eine rote Regionalbahn eintrudelt. Bis vor rund einem Jahr hatte es noch eine private Bahn gegeben, so dass es zumindest sichergestellt war, dass spätestens alle 30 Minuten ein Zug insbesondere in die Messestadt Leipzig rein oder zum Flughafen raus fuhr. Aber auch das ist nun passé.

Taxifahren könnte eine Alternative sein, nicht aber für die meisten Reisenden in Leipzig. Denn rund 30 Euro für eine einfache Fahrt von der Leipziger City zum Flughafen Leipzig/Halle oder vom Flughafen in die Leipziger Innenstadt sind kein Pappelstil. Der Gipfel ist aber, dass es am Bahngleis des Flughafen Leipzig in die Innenstadt von Leipzig nur einen Ticketautomaten gibt. So verpassen viele Reisende auch noch den Zug, der sie in die Innenstadt bringen könnte.

So auch geschehen am Sonntagabend Anfang Oktober 2012. Es ist circa 19.30. Eine Regionalbahn der Deutschen Bahn trudelt ein. Rechts stehen aber noch rund 15 Fahrgäste, die gerade mit dem Flugzeug angekommen waren und noch ein Ticket für rund 3,60 Euro in die Innenstadt von Leipzig lösen möchten. Doch sie können es nicht.

Grund: Es gibt nur einen Fahrkartenautomaten. So stehen sie und warten bis die Vornestehenden am Ticketautomaten der Deutschen Bahn das Ticket lösen. Einige Reisende springen schnell noch in die rote Regionalbahn der Deutschen Bahn um sich dort dann vom Schaffner des Schwarzfahrens bezichtigen lassen zu müssen, da sie es nicht mehr geschafft hatten ein Ticket zu lösen. Hätte man früher noch in der Bahn ein Ticket lösen können, so ist das in den Regionalbahnen nicht mehr möglich.

Während die einen Reisenden wohl oder übel in die Regionalbahn in die Innenstadt Leipzig schlechten Gewissens springen und Angst vor einer Schwarzfahrt-Anzeige der Bahn haben, stehen die anderen noch immer vor dem Ticketautomaten am Bahnsteig des Flughafen Leipzig/Halle und schauen verärgert dem Regionalzug der Deutschen Bahn nach. Die Verärgerung ist zu Recht: Denn jetzt müssen sie rund 45 Minuten in der Kälte am Bahngleis auf den nächsten Zug der Deutschen Bahn warten.

Dabei ist es eine Randnote, dass auch die Ticketautomaten der Deutschen Bahn AG trotz zahlreicher Software-Optimierungen immer noch nicht perfekt laufen. Dass beispielsweise erst die Tickets im Schneckentempo ausgedruckt werden, ehe die EC-Karte wieder frei gegeben wird vom Automaten, ist eine Programmier-Nachlässigkeit der Software-Entwickler der Deutschen Bahn AG. Grund: Der Reisende denkt in dem Moment nicht unbedingt mehr an seine EC-Karte, da die komplette Konzentration bei seinen Ticketbelegen liegen dürfte, die lähmend langsam ausgespuckt werden. Ebenso nachlässig von der Bahn-Software der Ticketautomaten ist die Tatsache, dass der Automat die EC-Karte nicht einmal erkennt – das muss immer erst bestätigt wird, dass es eine EC-Karte ist.

Mangelnder Service des Software-Programms

Doch damit nicht genug der Programmier-Nachlässigkeiten der Software-Entwickler der Deutschen Bahn AG: Schlecht ist auch der Umstand, dass der Automat, sollte die Freilassung der EC-Karte schließlich erfolgen, noch nicht einmal piept zur Erinnerung, dass man bitte nachdem man sich die Bahntickets aus dem dünnen Schlitz des Automaten heraus gefingert hat, doch bitte auch noch daran denkt, die EC-Karte mitzunehmen. Nervig und unverschämt ist zudem, dass beispielsweise am Flughafen Frankfurt am Main die Bahn-Automaten für die S-Bahn keine 20-Euro-Scheine akzeptieren. Doch: Gerade internationale Touristen, die Geld am Flughafen abgehoben haben und damit bezahlen möchten, verfügen oft noch nicht über Kleingeld. Auch sie zwingt die Bahn so regelrecht zum Schwarzfahren. Denn es ist eine Zumutung zu erwarten, dass sich die Reisenden erst einmal ein Brötchen kaufen, um anschließend Wechselgeld zu haben für den Ticketkauf der S-Bahn der Deutschen Bahn. Auch verfügen viele Touristen über keine EC-Karten.

Gerade in der Eile von Reisenden wären solche kleinen aber wichtigen Verbesserungen an den Bahnautomaten sehr wünschenswert.

Bezüglich des Schildbürgerstreichs der DEUTSCHEN BAHN AG am Flughafen Leipzig bezüglich des dürftigen einsamen Ticketautomatens läuft eine Anfrage an die Pressestelle der Deutschen Bahn. Wir halten Sie auf dem Laufenden.



Kommentare (1)


Torsten Weyers 10. Oktober 2012 um 10:51

Wie? Im Ankunftsbereich des Flughafens, wo man eh auf das Gepäck auf dem Band wartet hat der Flughafenbetreiber keine Bahn-Automaten aufgestellt, so dass die Reisenden sich dort bereits in Ruhe ein Ticket kaufen können. Idealerweise werden doch heute dort auch auf einer Anzeige die aktuellen Abfahrten am Flughafenbahnhof angezeigt! Oder ist der Flughafen Leipzig/Halle Provinz und die Chefs fahren nur S-Klasse?

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