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Donnerstag, 17. Januar 2019

Bombe tötet Geheimdienstchef des Libanon und 7 weitere Personen in Beirut

Die Gewalt in Syrien – sie schwappt nun immer mehr auch in das Nachbarland Libanon über. Bei einem massiven Autobomben-Angriff in Libanons Hauptstadt Beirut, genauer im christlichen Viertel Achrafieh, starben nun 8 Personen. Darunter soll auch der Chef des Geheimdienstes des Libanon (head of the intelligence division of Lebanon’s domestic security forces), Brigade General Wissam al-Hassan, sein. Sein Körper scheint komplett von der Bombe zerrissen worden zu sein.

Der Stadtteil, in dem die mörderische Riesenbombe hochging, sieht auch Stunden nach dem Anschlag aus, als ob mehrere Raketen eingeschlagen hätten. Das ganze Gebiet ist ein Kriegsfeld, der Schock sitzt entsprechend tief bei den Libanesen. Sie waren bislang froh, dass der Bürgerkrieg aus Syrien nicht in den Libanon übergegriffen war. Nun scheint das aber Stück für Stück doch der Fall zu werden.

Bislang sind die Motive zum Autobomben-Angriff komplett im Dunkeln. Einige meinen mal wieder, es könne sich um Al Quaida handeln. Nur: Immer wenn man den Täter nicht genau benennen kann, wird weltweit gerne Al Quaida als möglicher Urheber benannt – selbst in solchen Fällen, in denen die islamische Terrororganisation gar nichts damit zu hat. Al Quaida steht also immer mehr für alles, was mit Terror zu tun hat.

Neben den 8 Toten gibt es auf Grund des Autobomben-Anschlags auch einige Dutzend Schwerverletzte, ist aus dem Libanon zu hören. Der Anschlag gilt als schlimmster innerhalb der vergangenen Jahre in Beirut. Entsprechend sind die Trümmer des Anschlags nicht nur am Boden zu finden, sondern Balkone wurden teils gesprengt, Fenster gingen Hundertfach zu Bruch.

Es heißt, der nun getötete Geheimdienstchef Al-Hassan habe eine Kommission geleitet, welche den syrischen Präsidenten Bashar Assad unterstützt habe. Der von den Terroristen nun ermordete al-Hassan kam erst am Freitag zurück aus Paris, wo er seine Familie besucht hatte. Deshalb gibt es auch Spekulationen dass möglicherweise Frankreich in irgendeiner Weise in diesen Anschlag involviert sein könnte – und sei es „nur“ durch Weitergabe wichtiger Informationen rund um die Reise Al-Hassans.

Denn offensichtlich wussten die Attentäter exakt, wann der Geheimdienstchef aus Paris kommend landet und wohin es anschließend im nicht kugelsicheren Auto ging. Frankreich ist ehemalige Kolonialmacht in der Region und setzt traditionell eigene Ziele durchaus auch mit Gewalt durch.

Die ebenfalls wegen ihrer Gewaltaktionen scharf kritisierte Schiitische Hezbollah Organisation verurteilte ebenso wie die Regierung des Libanon den Mordanschlag mit den Worten, man befinde sich in einem großen Schock „über diese schrecklichen terroristischen Attacke“. Auch der Präsident des Libanon, General Michel Sleiman, verurteilte den Anschlag. Er sprach gleichzeitig den Angehörigen sein Beileid aus. Den Verletzten wünsche er baldige Genesung. Zudem kündigte er eine umfangreiche Untersuchung aller Sicherheits-Behörden des Landes an.

Derweil weisen auch die USA jegliche Verantwortung für den Anschlag weit von sich. So verlautet aus Washington, man wisse selber nicht, wer in diesen schlimmen Anschlag involviert sein könnte.

Das Verhältnis zwischen dem Libanon und Syrien gilt als sehr komplex. So gibt es Fraktionen, besonders unter den libanesischen Shiites, die hinter dem Assad-Regime stehen und andere – besonders die libanesischen Sunniten (Sunni) – die die islamische terroristische „Freie Syrische Armee“ (Free Syrian Armee) unterstützten.

Webseite der Regierung des Libanon:

presidency.gov.lb



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