Skip to main content
Dienstag, 21. Mai 2019

Syrien: Assad – es geht um Leben oder Tod / Schon vor 2000 Jahren westliche Kolonie

In Syrien (Syrian Arab Republic) spitzt sich der Bürgerkrieg zwischen der seit bald zwei Jahren terroristisch agierenden Freien Syrischen Armee – einer Ansammlung von Islamisten, Al Quaida Kämpfern und wahrscheinlich vom Westen sowie Katar und Saudi Arabien finanzierten Söldnern – immer weiter zu. Nun hat Syriens Staatschef Baschar al-Assad in einem dramatischen Appell während einer Fernsehansprache – der ersten seit sieben Monaten – seine Landsleute aufgerufen in den Kampf zu ziehen. Es gehe um Leben oder Tod.

Derweil scheinen entweder westliche Geheimdienste oder die internationale Hackergruppe Anonymous fast alle zentralen staatlichen syrischen Homepages, aber auch die wichtige Webseite der syrischen Nachrichten-Agentur SANA, lahmgelegt gelegt zu haben. Sie ist bereits seit Wochen nicht mehr erreichbar. Das ist für die Kriegsberichterstatter letztlich eine Katastrophe, da so kaum mehr offizielle Statements der Regierung von Syrien abrufbar sind. Noch vor Monaten war das über sana.sy möglich.

Dass der Westen gerade in Syrien massiven Einfluss ausüben möchte, liegt auch an der wichtigen strategischen Lage des Landes. So ist Syrien zwischen Bosporus (Türkei) und dem Iran ein Bindeglied. Gleichzeitig ist Syrien das letzte Land, das sich dem Einfluss der USA in der Region widersetzt. Wenn Syrien fällt, verfügen die USA vom Irak über Afghanistan, Ägypten, Saudi-Arabien, Katar, Israel und Syrien über eine einzige zusammenhängende geografische Karte des politischen Einflusses. Damit hätten die USA auch Russland in der Region Schachmatt gelegt. Syrien gilt seit über 200 Jahren als enger Verbündeter Russlands, auch der christlichen russischen Kirche (Stichwort: Christenverfolgung durch islamische Freie Syrische Armee).

Dann wäre der Iran endgültig umzingelt. Bereits im Jahr 64 vor Christus war Syrien – damals als Syria bekannt – eine Provinz des damaligen Römischen Weltreiches. Fast 700 Jahre währte die Besetzung Syriens durch den Westen – also Roms – bis ins Jahr 630. Dann kamen die Araber und unterwarfen Syrien. Die Araber sind bis heute die dominierende – aber sehr zersplitterte – Volksgruppe in Syrien.

Schwer zu sagen, wer in Syrien die Macht hat derzeit

Derzeit ist es fast nicht möglich, objektiv sagen zu können, wer in Syrien die Macht hat: Die Terroristen oder das Regierungs-Regime. Einige sagen, die Terroristen hätten lediglich die historische und antike Region Aleppo unterjocht. Andere sagen, die Macht der islamischen Freien Syrischen Armee erstrecke sich auch auf andere Gebiete. Unbekannt ist bislang auch, wie viele Flüchtlinge der Bürgerkrieg in Syrien erforderte. Die Zahlen gehen bis hin zu 100.000 Personen. Sie halten sich in der Türkei, Jordanien oder Ägypten auf. Um die Armut der syrischen Flüchtlinge etwas zu mildern, hat nun ein ägyptischer Geschäftsmann der Management-Gesellschaft „Cleopatra“ bekannt gegeben, er wolle in Ägypten 500 bis 1.000 syrischen Flüchtlingen eine Arbeit anbieten.

Dessen ungeachtet scheint dennoch der Krieg in Syrien in eine neue Runde zu gehen. Bereits am Samstag war in diversen syrischen Medien spekuliert worden, dass Syriens Staatschef Bashar al-Assad eine wichtige Rede an die Nation halten wolle. Das hat er nun am Sonntag gemacht. Er sagte, es gehe nun in der letzten großen Schlacht um die Frage des Kampfes des syrischen Vaterlandes gegen seine Feinde.

Das was bislang aus der Visions-Rede bekannt ist, ist aber eher dürftig. So heißt es, Assad habe die vom Westen mit über 300 Mio. Euro finanzierte islamische Freie Syrische Armee als eine Ansammlung von Killern und Al-Kaida-Terroristen bezeichnet. Auch wenn in den westlichen Massenmedien – auch in deutschen – gerne so getan wird, als würde ganz Syrien gegen Assad sein, so ist das in der Realität doch nicht so. Nach wie vor genießt er auch unter Millionen Syrern hohen Respekt – nicht nur unter seinen Religionsgenossen, den Alawiten. Große Gegner hat er vor allem unter den Millionen Sunniten, die seit über 40 Jahren nicht mehr Bestandteil einer Regierung sind. Während seiner jetzigen Rede an die Nation, wird berichtet, sei Assad mit den Worten „Gott schütze Dich“ und tosendem Applaus empfangen worden.

Allerdings räumte Assad ein, dass es keine Sicherheit und Stabilität mehr auf den syrischen Straßen gebe, was eine Katastrophe sei. Dabei sagte er, dass Syrien allen Bürgern gehöre und deshalb auch von allen Syrern geschützt werden müsse – nicht nur von der syrischen Armee.

Nach Schätzungen hat der syrische Krieg bislang rund 60.000 Menschen das Leben gekostet. Im Krieg in Libyen – der maßgeblich vom westlichen Kriegsbündnis NATO geführt worden war – gehen die Schätzungen von 50.000 durch die Kriegsmaßnahmen ermordeten Menschen.

Zu empfehlende Nachrichtenseite aus Syrien: sama-syria.com (im Internet-Browser auf automatische Übersetzung klicken).



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Sonntag, 28. April 2019

Todesfall UKE Hamburg + Wollte Ärztin Psychopharmaka mit Gewalt in den Mund stopfen lassen?

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versinkt in einem Skandal. Wie die linksalternative Tageszeitung taz berichtet, habe sich ein unglaublicher Vorfall an der „Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ mit Todesfolge eines Patienten ereignet.[i] Für die psychiatrische Klinik des UKE verantwortlich wird auf der Homepage des UKE Klinikdirektor Univ-Prof. Dr. Jürgen Gallinat genannt.[ii] Der Arzt lässt sich auch auf der […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]