Skip to main content
Mittwoch, 27. Januar 2021

Eiserne Lady Margaret Thatcher aus Großbritannien mit 87 Jahren gestorben

Sie hat Geschichte geschrieben: Die britische Eiserne Lady, Margaret Thatcher, die jetzt im Alter von 87 Jahren an klassischer Altersschwäche gestorben ist. Doch bis zu Letzt hatte sie bei vielen den Eindruck hinterlassen, als würde sie irgendwann einfach wieder, nach ihrem Sturz im Jahr 1990, auf den Premier-Thron zurücksteigen. Sie war es, die die deutsche Einheit gemeinsam mit dem französischen Präsidenten François Mitterand verhindern wollte, sich aber dem deutschen Einheitskanzler Helmut Kohl geschlagen geben musste.

Margaret Thatcher ist eine der umstrittensten europäischen Politiker. Sie polarisierte nicht nur in Europa, sondern weltweit. Vor allem ihre Wutreden gegen die Europäische Union sind legendär. Für Aufsehen sorgte sie, als sie im Streit mit Argentinien die Falklandinseln in den 80er Jahren bombardieren lies. Das sorgte weltweit für wütende Proteste unter Schülern und Studenten. Erst kürzlich haben allerdings die Bewohner der Falkland-Inseln abgestimmt und entschieden, dass sie doch weiterhin zu Britannien gehören möchten.

Angefangen hatte Thatcher in den 70er Jahren – als britische Bildungsministerin. Da setzte sie doch allen Ernstes die traditionelle kostenlose Milch für die Schulkinder ab. Dass ausgerechnet eine Frau das tat, sorgte für einen enormen Aufschrei bei Eltern, den Medien und in der Politik. Doch Margaret Thatcher blieb hart: Milch musste ab sofort bezahlt werden. Dafür investierte Thatcher aber stärker ihren Etat in Schulbücher. Doch bis heute nennen einige Briten Thatcher „Die Milchräuberin“.

Den Namen von Margaret Thatcher wird man wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit mit Perestroika und Glasnost, der Öffnung der Sowjetunion in den Jahren 1985 bis 1989, verbinden. Damals war Michael Gorbatschow Staatsführer in der UDSSR und wollte den Ostblock aus seiner Isolation herausführen. Erst Glasnost machte die Wiedervereinigung der DDR mit der BRD möglich. Allerdings hatte Thatcher stets ihr tiefes Misstrauen gegenüber Gorbatschow der Presse in die Blöcke notiert. Gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagen befeuerte sie ein Wettrüsten zwischen dem Westblock und dem Ostblock, wie man es bis dahin nicht gekannt hatte. Ihr Ziel: Durch Aufrüstung die UDSSR kippen. Das hatte sie nicht geschafft. Letztlich war es die behutsame Demokratisierung des Ostens, die Gorbatschow zuließ, die es auch Deutschland ermöglichte, 1990 die Wiedervereinigung zu feiern. Letztlich, das zeigte dann die Realität, hatte Thatcher bei Glasnost keine gute historische Nase.

Die britische Tabloid, „The Sun“, hat Recht, wenn sie schreibt, wonach Thatcher Britannien für immer geändert hat. Sie hatte wie kein britischer Premierminister vor ihr, auch die Trennung zwischen Parlament und britischen Königshaus vehement betrieben. Auch brach sie die bis in die späten 80er Jahre hinein völlig überdimensionierte Macht der Britischen Gewerkschaften und machte Britannien damit für Investoren attraktiver und bereitete die Insel auf eine globalisierte Weltwirtschaft vor. Allerdings gibt es nun nach Thatchers Tod auch wieder zunehmend Kritik an ihr. So soll ein britischer Gewerkschaftsboss gesagt haben, es sei ein dramatischer Fehler von Thatcher gewesen, der britischen Arbeiterschaft die Gewerkschaften kaputt zu machen. Ähnlich hat sich wohl der Londoner Bürgermeister geäußert.

Doch damit nicht genug, so schreibt das englisches Portal dailyrecord.co.uk: „HUNDREDS of people joined a party to ‚celebrate‘ the death of Baroness Thatcher in Glasgow’s George Square this evening…. A crowd of two or three hundred people assembled in the square where in 1989 protests to the introduction of Thatcher’s poll tax took place.“. Mit dabei seien unter anderem die „Anti-Bedroom Tax Federation, the Communist Party, the Socialist Party, the Socialist Working Party“ sowie „the International Socialist Group“.

Eines konnte Thatcher besser, als alle ihre farblosen Nachfolger nach 1990: Die seltsame Mischpoke aus britischer „Upper-Class“ und Konservativen hinter sich vereinen. Als sie 1990 von konkurrierenden Männern zum Rücktritt gezwungen wurde (wie dem unfähigen Nachfolger John Major), hatte sie Tränen in den Augen, als sie in ihren Dienst-Jaguar stieg. Tränen werden in den heutigen Tagen auch viele Briten haben, denn mit dem Tod von Margaret Thatcher wird einmal mehr die Endlichkeit des Seins, des Lebens deutlich. Denn auch Eiserne müssen last but noch least irgendwann einmal abtreten. Doch in der Erinnerung wird Thatcher als die „Standhafte“ nach wie vor Millionen Menschen ein Vorbild an Disziplin und Rückgrat sein.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Vorwürfe

Abdullah Khalifa Al Marri: Dubai und Abu Dhabi sollen willkürlich Touristen oder Gastarbeiter wegen angeblichem Drogenhandel verhaften

Es ist der Nightmare von jedem Tourist oder Gastarbeiter: In einem entfernten Land verhaftet werden mit dem Vorwurf: Drogenbesitz oder Drogenhandel. So geschehen nun in Dubai. Das berichtet Lethu Nxumalo, Autor des mit 11 Millionen Lesern führende südafrikanische Nachrichtenportals „Independent Online“, kurz IOL. Demnach habe in Dubai ein Mitbewohner einer Wohngemeinschaft seinen südafrikanischen Mitbewohner, einen Gastarbeiter, bei der Polizei von […]

Sonntag, 29. November 2020

USA

Amnesty International weist Antisemitismus-Verunglimpfung der Trump-Regierung als absurd zurück

Kommentar – Jeder, der sich bei Amnesty International (AI) engagiert, wie auch einige unter uns, ist leider immer wieder mit Israel beschäftigt. Denn Israel besetzt seit Jahrzehnten völkerrechtlich illegal Land und Siedlungsgebiete, welche den Palästinensern gehören. Jetzt sieht sich Amnesty International genötigt, absurden Vorwürfen durch die US-Regierung, man sei angeblich antisemitisch, zurückzuweisen. Israel interniert seit Jahrzehnten Millionen Palästinenser, verhaftet oft […]

Mittwoch, 25. November 2020

Fußballstar

Argentinien verfügt drei Tage Staatstrauer um Maradona

Argentinien weint um seinen größten Weltstar: Das Fußballgenie Maradona starb am Mittwoch mit nur 60 Jahren. Die Fahnen hängen in ganz Argentinien auf Halbmast. Maradona ist eine der einflussreichsten argentinischen Persönlichkeiten in der Geschichte. Diego Armando Maradonas Tod wird mit einer Herzdekompensation angegeben. Die Staatstrauer gab Argentiniens Präsident Alberto Fernández am Mittwoch bekannt. Zuvor war bekannt geworden, dass mehrere Krankenwagen […]

Sonntag, 08. November 2020

457 Fälle in Texas

Wahlbetrug USA – “Trump hat mit Sicherheit Recht“, sagt Max Otte in Video

Nach einer jahrelangen Schlammschlacht der US-Partei der „Demokraten“ gegen die Partei der „Republikaner“ wurde nun offiziell der Demokraten-Kandidat Joe Biden zum nächsten Präsidenten der USA gekürt. Die Wahl ging für ihn denkbar eng aus. So waren nach bisherigem Stand 71 Millionen Stimmen für den amtierenden Präsidenten Donald Trump abgegeben worden. 76 Millionen Stimmen gingen für Joe Biden ein. Der 78-jährige […]

Sonntag, 18. Oktober 2020

Covid 19

Wir sind an der Seite der Corona Shutdown Gegner – Freiheit größer als das Virus

Kommentar – Die Schweizer sind nicht gerade für Rambazamba bekannt. Viele leben in ihrem lokalen Wohlstand. Die Altersvorsorge klappt mit dem Dreisäulenprinzip besser als in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Das Arbeitslosengeld ist in der Schweiz erheblich höher – maximal 400 Franken brutto pro Tag und bis zu maximal 21,7 Arbeitstage-Geldern pro Monat. Doch ein drohender zweiter Lockdown wegen Corona […]

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Streit

Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) wirft dubioser „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org falsche CCCZH Impressums-Angabe vor

Ein Vertreter des Chaos Computer Club Zürich (CCCZH) weist falsche Impressums-Angaben der „Wald statt Asphalt“-Webseite waldstattasphalt.blackblogs.org zurück. In einer Mail an uns schreibt ein Clubvertreter: Für waldstattasphalt.blackblogs.org sei der CCCZH als Ganzes nicht verantwortlich. Impressumsangaben, die das bis vor kurzem behaupteten seien falsch. Laut watson.ch sei „Wald statt Asphalt“ eine „neue Protestwelle“ von Extinction Rebellion. Eine Protest-Organisation, die aus zahlreichen […]

Du kannst das Setzen nicht funktionaler Cookies hiermit unterbinden. Hier klicken um dich auszutragen.
Translate »