Skip to main content
Mittwoch, 19. September 2018

Eiserne Lady Margaret Thatcher aus Großbritannien mit 87 Jahren gestorben

Sie hat Geschichte geschrieben: Die britische Eiserne Lady, Margaret Thatcher, die jetzt im Alter von 87 Jahren an klassischer Altersschwäche gestorben ist. Doch bis zu Letzt hatte sie bei vielen den Eindruck hinterlassen, als würde sie irgendwann einfach wieder, nach ihrem Sturz im Jahr 1990, auf den Premier-Thron zurücksteigen. Sie war es, die die deutsche Einheit gemeinsam mit dem französischen Präsidenten François Mitterand verhindern wollte, sich aber dem deutschen Einheitskanzler Helmut Kohl geschlagen geben musste.

Margaret Thatcher ist eine der umstrittensten europäischen Politiker. Sie polarisierte nicht nur in Europa, sondern weltweit. Vor allem ihre Wutreden gegen die Europäische Union sind legendär. Für Aufsehen sorgte sie, als sie im Streit mit Argentinien die Falklandinseln in den 80er Jahren bombardieren lies. Das sorgte weltweit für wütende Proteste unter Schülern und Studenten. Erst kürzlich haben allerdings die Bewohner der Falkland-Inseln abgestimmt und entschieden, dass sie doch weiterhin zu Britannien gehören möchten.

Angefangen hatte Thatcher in den 70er Jahren – als britische Bildungsministerin. Da setzte sie doch allen Ernstes die traditionelle kostenlose Milch für die Schulkinder ab. Dass ausgerechnet eine Frau das tat, sorgte für einen enormen Aufschrei bei Eltern, den Medien und in der Politik. Doch Margaret Thatcher blieb hart: Milch musste ab sofort bezahlt werden. Dafür investierte Thatcher aber stärker ihren Etat in Schulbücher. Doch bis heute nennen einige Briten Thatcher „Die Milchräuberin“.

Den Namen von Margaret Thatcher wird man wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit mit Perestroika und Glasnost, der Öffnung der Sowjetunion in den Jahren 1985 bis 1989, verbinden. Damals war Michael Gorbatschow Staatsführer in der UDSSR und wollte den Ostblock aus seiner Isolation herausführen. Erst Glasnost machte die Wiedervereinigung der DDR mit der BRD möglich. Allerdings hatte Thatcher stets ihr tiefes Misstrauen gegenüber Gorbatschow der Presse in die Blöcke notiert. Gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagen befeuerte sie ein Wettrüsten zwischen dem Westblock und dem Ostblock, wie man es bis dahin nicht gekannt hatte. Ihr Ziel: Durch Aufrüstung die UDSSR kippen. Das hatte sie nicht geschafft. Letztlich war es die behutsame Demokratisierung des Ostens, die Gorbatschow zuließ, die es auch Deutschland ermöglichte, 1990 die Wiedervereinigung zu feiern. Letztlich, das zeigte dann die Realität, hatte Thatcher bei Glasnost keine gute historische Nase.

Die britische Tabloid, „The Sun“, hat Recht, wenn sie schreibt, wonach Thatcher Britannien für immer geändert hat. Sie hatte wie kein britischer Premierminister vor ihr, auch die Trennung zwischen Parlament und britischen Königshaus vehement betrieben. Auch brach sie die bis in die späten 80er Jahre hinein völlig überdimensionierte Macht der Britischen Gewerkschaften und machte Britannien damit für Investoren attraktiver und bereitete die Insel auf eine globalisierte Weltwirtschaft vor. Allerdings gibt es nun nach Thatchers Tod auch wieder zunehmend Kritik an ihr. So soll ein britischer Gewerkschaftsboss gesagt haben, es sei ein dramatischer Fehler von Thatcher gewesen, der britischen Arbeiterschaft die Gewerkschaften kaputt zu machen. Ähnlich hat sich wohl der Londoner Bürgermeister geäußert.

Doch damit nicht genug, so schreibt das englisches Portal dailyrecord.co.uk: „HUNDREDS of people joined a party to ‚celebrate‘ the death of Baroness Thatcher in Glasgow’s George Square this evening…. A crowd of two or three hundred people assembled in the square where in 1989 protests to the introduction of Thatcher’s poll tax took place.“. Mit dabei seien unter anderem die „Anti-Bedroom Tax Federation, the Communist Party, the Socialist Party, the Socialist Working Party“ sowie „the International Socialist Group“.

Eines konnte Thatcher besser, als alle ihre farblosen Nachfolger nach 1990: Die seltsame Mischpoke aus britischer „Upper-Class“ und Konservativen hinter sich vereinen. Als sie 1990 von konkurrierenden Männern zum Rücktritt gezwungen wurde (wie dem unfähigen Nachfolger John Major), hatte sie Tränen in den Augen, als sie in ihren Dienst-Jaguar stieg. Tränen werden in den heutigen Tagen auch viele Briten haben, denn mit dem Tod von Margaret Thatcher wird einmal mehr die Endlichkeit des Seins, des Lebens deutlich. Denn auch Eiserne müssen last but noch least irgendwann einmal abtreten. Doch in der Erinnerung wird Thatcher als die „Standhafte“ nach wie vor Millionen Menschen ein Vorbild an Disziplin und Rückgrat sein.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Donnerstag, 13. September 2018

NATO

Naturwissenschaftler lehnen deutsche Kriegsbeteiligung in Syrien ab

NaturwissenschaftlerInnen in dem Berliner privaten Friedensbündnis „Abrüsten statt aufrüsten“ schicken uns eine Presseerklärung zum Syrienkrieg, die wir hier veröffentlichten. Demnach fordere man umgehend die Einstellung der seit 2011 anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen. Der aktuelle Krieg in Syrien steht im Glied einer langen Reihe brutaler Kampfhandlungen dort. Denn seit 2000 Jahren gibt es hier regelmäßig kriegerische Auseinandersetzungen. Schon vor 2000 Jahren waren […]

Sonntag, 09. September 2018

Mobbing

ETI Schauspielschule-Berlin | Europäisches Theaterinstitut: Trieb Mobbing Daniel Küblböck in AIDA-Selbstmord?

An der Berliner privaten Schauspielschule „Europäisches TheaterInstitut e.V. Schauspielschule Berlin“ (ETI; bzw. ETI Berlin oder ETI Schauspielschule Berlin) war RTL-DSDS-Star Daniel Küblböck, 33, Schauspielschüler. Jetzt ist er tot. Er soll sich nach bisherigen Medienberichten Sonntagfrüh wohl vor 3 Uhr aus dem 5. Stock eines AIDA-Kreuzfahrtschiffes vor der Küste Kanadas in das nur 10 Grad eiskalte Meer gestürzt haben. Entsprechend medizinischer […]

Sonntag, 09. September 2018

Mailand

Rip Deal auf willhaben.at: Österreicher um 75.000 Euro im „Amrâth Grand Hotel de l’Empereur“ in Maastricht bestohlen

Rip Deals in Europa: Ein Geschwür breitet sich aus und Interpol schaut zu, da die Justiz in Italien zuschaut und Dank Korruption in Millionenhöhe seit Jahrzehnten schweigt und den Opfern nicht hilft. Aus Österreich schreibt uns jetzt ein weiteres Opfer, Josef T., das Folgende zu einem Immobilien Rip Deal auf willhaben.at (Motto: „Kostenlose Kleinanzeigen, Immobilien, Gebrauchtwagen, Jobs..“). Das Portal ist ein […]

Montag, 27. August 2018

Bauernfänger?

Renditetip.com – Warnung vor Portal durch Finanztest | Rainer von Holst im Verdacht

In Zeiten niedriger Zinsen suchen immer mehr Privatanleger oder Unternehmer nach neuen Investitionsmöglichkeiten auch im Internet. Doch oftmals verstecken sich hinter den im Netz gefundenen hohen Renditeversprechen dubiose Gaukler, windige Betrüger oder Personen aus dem Mafia-Milieu, die ihre Geschäftsfelder ins Internet verlagert haben. Jetzt warnt die staatlich geförderte deutsche Stiftung Warentest aus Berlin über seine weit verbreitete Zeitschrift „Finanztest“ eindringlich […]

Sonntag, 08. Juli 2018

Palästina, Israel

Hamas und Abas-Regierung sollen auf friedliche Demonstranten eingedroschen haben

Bereits Ende Juni veröffentlichte die deutsche Amnesty International-Sektion in Köln einen Bericht über ein angeblich massives Vorgehen bis hin zu Misshandlungen gegen Palästinenser. Dieses Mal aber nicht durch israelisches Militär, sondern unter anderem durch die palästinensische Hamas-Partei selber. Der Bericht stützt sich auf eine englischsprachige Version (1; vgl. zudem Fußnotenverweis 2). Das pazifistische Portal kriegsberichterstattung.com kann den AI-Bericht nicht verifizieren. […]

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]