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Donnerstag, 16. Januar 2020

Eiserne Lady Margaret Thatcher aus Großbritannien mit 87 Jahren gestorben

Sie hat Geschichte geschrieben: Die britische Eiserne Lady, Margaret Thatcher, die jetzt im Alter von 87 Jahren an klassischer Altersschwäche gestorben ist. Doch bis zu Letzt hatte sie bei vielen den Eindruck hinterlassen, als würde sie irgendwann einfach wieder, nach ihrem Sturz im Jahr 1990, auf den Premier-Thron zurücksteigen. Sie war es, die die deutsche Einheit gemeinsam mit dem französischen Präsidenten François Mitterand verhindern wollte, sich aber dem deutschen Einheitskanzler Helmut Kohl geschlagen geben musste.

Margaret Thatcher ist eine der umstrittensten europäischen Politiker. Sie polarisierte nicht nur in Europa, sondern weltweit. Vor allem ihre Wutreden gegen die Europäische Union sind legendär. Für Aufsehen sorgte sie, als sie im Streit mit Argentinien die Falklandinseln in den 80er Jahren bombardieren lies. Das sorgte weltweit für wütende Proteste unter Schülern und Studenten. Erst kürzlich haben allerdings die Bewohner der Falkland-Inseln abgestimmt und entschieden, dass sie doch weiterhin zu Britannien gehören möchten.

Angefangen hatte Thatcher in den 70er Jahren – als britische Bildungsministerin. Da setzte sie doch allen Ernstes die traditionelle kostenlose Milch für die Schulkinder ab. Dass ausgerechnet eine Frau das tat, sorgte für einen enormen Aufschrei bei Eltern, den Medien und in der Politik. Doch Margaret Thatcher blieb hart: Milch musste ab sofort bezahlt werden. Dafür investierte Thatcher aber stärker ihren Etat in Schulbücher. Doch bis heute nennen einige Briten Thatcher „Die Milchräuberin“.

Den Namen von Margaret Thatcher wird man wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit mit Perestroika und Glasnost, der Öffnung der Sowjetunion in den Jahren 1985 bis 1989, verbinden. Damals war Michael Gorbatschow Staatsführer in der UDSSR und wollte den Ostblock aus seiner Isolation herausführen. Erst Glasnost machte die Wiedervereinigung der DDR mit der BRD möglich. Allerdings hatte Thatcher stets ihr tiefes Misstrauen gegenüber Gorbatschow der Presse in die Blöcke notiert. Gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagen befeuerte sie ein Wettrüsten zwischen dem Westblock und dem Ostblock, wie man es bis dahin nicht gekannt hatte. Ihr Ziel: Durch Aufrüstung die UDSSR kippen. Das hatte sie nicht geschafft. Letztlich war es die behutsame Demokratisierung des Ostens, die Gorbatschow zuließ, die es auch Deutschland ermöglichte, 1990 die Wiedervereinigung zu feiern. Letztlich, das zeigte dann die Realität, hatte Thatcher bei Glasnost keine gute historische Nase.

Die britische Tabloid, „The Sun“, hat Recht, wenn sie schreibt, wonach Thatcher Britannien für immer geändert hat. Sie hatte wie kein britischer Premierminister vor ihr, auch die Trennung zwischen Parlament und britischen Königshaus vehement betrieben. Auch brach sie die bis in die späten 80er Jahre hinein völlig überdimensionierte Macht der Britischen Gewerkschaften und machte Britannien damit für Investoren attraktiver und bereitete die Insel auf eine globalisierte Weltwirtschaft vor. Allerdings gibt es nun nach Thatchers Tod auch wieder zunehmend Kritik an ihr. So soll ein britischer Gewerkschaftsboss gesagt haben, es sei ein dramatischer Fehler von Thatcher gewesen, der britischen Arbeiterschaft die Gewerkschaften kaputt zu machen. Ähnlich hat sich wohl der Londoner Bürgermeister geäußert.

Doch damit nicht genug, so schreibt das englisches Portal dailyrecord.co.uk: „HUNDREDS of people joined a party to ‚celebrate‘ the death of Baroness Thatcher in Glasgow’s George Square this evening…. A crowd of two or three hundred people assembled in the square where in 1989 protests to the introduction of Thatcher’s poll tax took place.“. Mit dabei seien unter anderem die „Anti-Bedroom Tax Federation, the Communist Party, the Socialist Party, the Socialist Working Party“ sowie „the International Socialist Group“.

Eines konnte Thatcher besser, als alle ihre farblosen Nachfolger nach 1990: Die seltsame Mischpoke aus britischer „Upper-Class“ und Konservativen hinter sich vereinen. Als sie 1990 von konkurrierenden Männern zum Rücktritt gezwungen wurde (wie dem unfähigen Nachfolger John Major), hatte sie Tränen in den Augen, als sie in ihren Dienst-Jaguar stieg. Tränen werden in den heutigen Tagen auch viele Briten haben, denn mit dem Tod von Margaret Thatcher wird einmal mehr die Endlichkeit des Seins, des Lebens deutlich. Denn auch Eiserne müssen last but noch least irgendwann einmal abtreten. Doch in der Erinnerung wird Thatcher als die „Standhafte“ nach wie vor Millionen Menschen ein Vorbild an Disziplin und Rückgrat sein.



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