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Donnerstag, 17. Januar 2019

Teuflische Drohnen morden in afghanischen Dörfern / Täglich killt der US-Sensemann

Deutschland, beziehungsweise die Bundeswehr, will von den Amerikanern Drohnen kaufen. Doch die Teile sind äußerst umstritten. Denn: Dass Drohnen etwas Teuflisches haben, das weiß man in arabischen Ländern und das wird auch täglich in den Nachrichten dort verbreitet. Bilder von verzweifelten Familien, denen man ihre Kinder genommen hat oder ihr Hab und Gut zerstört hat, sind Alltag. Erst kürzlich berichtete darüber wieder in einem fast ganzseitigen Zeitungsartikel die Kahaleej Times, eine große arabische Tageszeitungen, welche in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheint. So schrieb die Zeitung Ende März 2013: „Afghan villagers flee drones. They are evil things that fly so high you do not see them but all the time you hear them“.

Längst macht der Westen in vielen arabischen Ländern das, was er den dortigen Bürgern vorwirft: Terror pur. Terror mit Drohnen, den teuflischen Teilen, die die US-Militärindustrie auch gleich so nennt. Sie geben ihnen Namen wie „Sensemann“ oder „Hellfire“. Drohnen, bekannt auch als Kampfdrohnen oder drones, verbreiten in unzähligen arabischen oder anderen orientalischen Ländern Tag für Tag Angst und Schrecken, Terror und Tod. So schreibt die arabische Tageszeitung der Vereinigten Arabischen Emirate, die Khaleej Times, am 29. März 2013: „Barely able to walk even with a cane, Ghulam Rasool says he padlocked his front door, handed over the keys and his three cows to a neighbor and fled his mountain home in the middle of the night to escape relentless airstrikes from US drones targeting militants in this remote corner of Afghanistan.“

Die Khaleej Times führt aus, wonach die Drohnen der Amerikaner von den Bürgern in Afghanistan längst mit eigenen Namen bezeichnet würden. So würden sie die Predator Drones „benghai“ nennen. Das heiße in der Pashto Sprache „buzzing of flies“. Das wiederum bedeutet so viel wie Fliegenschwarm. Der Name beruht auf dem ewigen lästigen Geräuschterror einer Drohne. „They are evil things that fly so high you don’t see them but all the time you hear them“, zitiert die Khaleej Times den afghanischen Zivilbürger Rasool. Die Angst sitzt tief bei Millionen Arabern. Der tagtägliche Terror der Amerikaner mit ihren Drohnen hat Spuren hinterlassen. So schreibt die Khaleej Times weiter: „His body is stooped and shrunken with age and his voice barely louder than a whisper“. Dann zitiert sie ihn wieder mit den Worten: „Night and day we hear this sound and then the bombardments starts“.

Das ist die US-Art von US-Präsident Barack Obama, um seinem Friedensnobelpreis gerecht zu werden: Terror gegen Zivilisten in Afghanistan. Kein Wunder, dass sich in arabischen Ländern fast jeder Bürger sicher ist: Der weltberühmte westliche christliche Abschlusssatz einer jeden Kirchen-Predigt, „und Friede sei mit Euch“, wird hier von den Amerikanern Tag für Tag verkehrt in „und Tod sei mit Euch“. Längst weiß niemand mehr, wer zuerst da war: Der Terror der Taliban oder der Terror der Amerikaner. Eines wird aber immer deutlicher. Die Taliban verteidigen ihre militärischen Angriffe damit, dass sie sich in einem Abwehrkampf gegen den täglichen Drohnen-Terror der Amerikaner befänden. Damit haben die USA genau das Gegenteil dessen erreicht, was einst Ziel war: Statt das Land von den Terroraktionen der Taliban zu befreien, haben sich die teuflischen Kräfte beider Seiten – der Taliban wie der USA – erst richtig entfesselt. Keine Seite möchte nachgeben.

Während die USA mit dem Drohnen-Terror die Zivilbevölkerung von Pakistan über den Irak, Somalia bis nach Afghanistan millionenfach terrorisiert, schlagen die Taliban mit ihrem Terror der Bombenzündungen in Zivil- oder Militärgebieten zurück.

Offizielle Zahlen bestätigen, dass die Angriffe der Amerikaner mit Drohnen auf afghanischem Staatsgebiet alleine von 2011 bis 2012 in die Höhe geschnellt seien. So schreibt die Khaleej Times: „The US military is increasingly relying on drone strikes inside Afghanistan, where the number of weapons fired from unmanned aerial aircraft soared from 294 in 2011 to 506 in 2012…. such attacks are now used more for targeted killings and less for supporting ground troops.“

Die afghanische Regierung beklagt sich bitter über die vielen toten Zivilisten durch Drohnen-Angriffe

Gedanken machen sich die Afghanen, ob der westliche Drohnen-Terror auch 2014, also nach dem offiziellen Abzug der westlichen Kriegs-Streitkräfte, aufhört oder weitergeht. Obwohl sich westliche Militärbeobachter einig sind, dass weit über 90 Prozent der Drohnen-Toten harmlose Zivilisten sind, hält sich die in Dubai oder Abu Dhabi erscheinende Tageszeitung „Khaleej Times“ vornehmen zurück, indem sie schreibt: „… .the Gouvernement (of Afghanistan) has complained bitterly about civilian casualities. The (drone) strikes sometimes kill civilians while forcing others to abandon their home-towns in fear, feeding widespread anti-American sentiment“.

Das „sometimes“ hätte man sich sparen können und ersetzen durch das treffender Wort „ständig“. Denn das ist längst die Wahrheit: Ständig werden unbeteiligte Zivilisten von den US-Drohnen ermordet. Oftmals trifft es ganze Familien, die über Nacht ausradiert werden. Manchmal schießen die Amerikaner im Verbund mit dem westlichen Kriegsbündnis NATO sogar auf Schulen in Afghanistan. Es könnte sich dort ja ein Taliban verbarrikadiert halten. Trifft es dann minderjährige Schüler, so wird das abgehakt als unangenehmer Kollateralschaden angeblicher minderwertiger Menschen – eben der Araber.

In einem ganzseitigen Artikel, erschienen in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ und nachgedruckt in den GULF NEWS (am 30. März 2013) wird das Problem auf den Punkt gebracht: „Rassism That Fuels The ‚War on Terror‘. The belief that Muslims are somehow ‚less American‘, or even ‚less human‘, is widespread and is a substantial factor in explaining US policy towards Muslims“, schrieb Glenn Greenwald in einem ganzseitigen Zeitungs-Aufmacher.

Die Amerikaner selber verteidigen ihren Drohnen-Krieg damit, dass man ja einige wichtige strategische Erfolge gegen radikale Islamisten habe erzielen können. So habe die CIA, die die Angriffe mit koordiniert, in den vergangenen zehn Jahren einige führende Terror-Köpfe durch Drohnen-Angriffe eliminieren können – gerade im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Unter den Getöteten sei beispielsweise die Nummer Zwei von Al Qaeda, Abu Yaha Al Libi.

Immerhin kommt das Thema Drohnen-Krieg auch langsam in der UN an. So nimmt sich dem Thema jetzt die „UN Special Rapporteur on Counter Terrorism and Human Rights“ an. Sie ist derzeit dabei eine Untersuchung zum Thema Drohnen-Anschläge und ihre Auswirkungen auf die Zivilisten durchzuführen.

Bis heute leugnen die USA häufig ihre Drohnen-Angriffe. So weigerte sich erst kürzlich die von den USA angeführte „International Security Assistance Force“ (ISAF) einen tödlichen westlichen Angriff, welcher am 24. Februar 2013 geschah und unzähligen tote Zivilisten nach sich zog, als einen Drohnen-Angriff zu bestätigen. Man wolle das weder bestätigen, noch dementieren, verlautbarte lediglich.

Die Amerikaner fahren die PR-Strategie „und täglich grüßt das Murmeltier“

Weit gehen nach wie vor die Meinungen darüber auseinander, ob die USA mit ihrem täglichen Drohnen-Terror tatsächlich Terroristen treffen oder zivile Bürger. Die USA müssen schon aus Eigenschutz täglich behaupten mit den Drohnen-Angriffe einen Krieg gegen den Terror zu führen. Ganz nach dem Motto: „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Doch kommen in einem bedrückenden Ausmaß Tag für Tag immer weitere Details zu Tage, wer die tatsächlichen Opfer von Drohnen-Angriffen oftmals sind. Erst kürzlich wieder, schreibt die Khaleej Times, hätten die USA behauptet, fünf durch Drohnen umgebrachte Afghanen wären Terroristen gewesen, doch erwidertem dem Dorfbewohner gegenüber der Zeitung, wonach es sich ausschließlich um lokale Geschäftsleute gehandelt habe, darunter einen Teppichhändler aus der Region.

Schwierig ist es beim Thema Drohnen-Angriffe auch den großen weltweit tätigen Nachrichten-Agenturen, wie AP, zu glauben. Denn gerade die Nachrichtenagenturen sind zwar teils in den Regionen unterwegs, nur ist ihre Recherche in der Regel von der NATO begleitet und gesteuert. Denn frei kann sich kein Journalist mehr in den Kriegsgebieten bewegen. Es ist einfach zu gefährlich. Wer sich aber dennoch einmal zu weit vorwagt, der muss mit einer gezielten Tötung durch Drohnen-Angriffe rechnen. Denn der Drohnen-Terror macht auch vor Journalisten nicht mehr halt, berichten Kriegsreporter.

Auch die bisherigen UN-Berichte „sind letztlich für die Papiertonne geschrieben“, sagt ein Korrespondent der ARD zu kriegsberichterstattung.com. Meist würden die UN-Reporter die Berichte der NATO ungeprüft übernehmen. „Denn die NATO ist wiederum eine westliche Instanz und der Westen finanziert überwiegend die UN“, folgert der ARD-Mann. So behauptet doch allen ernstes die UN in einem Bericht, schreibt die Khaleej Times, wonach im Jahr 2012 in Afghanistan „just one incident“ passiert sei, „in which civilians were killed“. Das spottet Berichten aus der Region nicht nur Hohn, sondern dürfte nach Ansicht von Millionen Zivilisten, welche vor allem in den Kriegsgebieten in Afghanistan und Pakistan leben, an Faktenverdrehung nicht mehr zu überbieten sein.

So berichtete ein Pakistani kriegsberichterstattung.com, wonach alleine im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan weit über 1.000 Menschen durch Drohnen-Angriffe in den vergangenen zwei Jahren umgekommen seien: „Die meisten waren Zivilisten. Das wissen wir, da wir ja hier leben“, berichtete der Pakistani, ein 21-Jähriger Teppichhändler.



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