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Dienstag, 15. Oktober 2019

Mallorca: Mehr Polizei gegen Kriminalität / Kritik an Willkür der Polizei und Justiz im Fall Frank Hanebuth

Die deutschsprachige Wochenzeitung auf Mallorca, das Mallorca Magazin vom 5. Juni 2014 (Seite 11), berichtet, wonach in Mallorca in relativ naher Zukunft zur Eindämmung der Kriminalität möglicherweise mehr Polizei im Einsatz sein solle. Gleichzeitig gibt es aber auch Kritik an der Willkür von Polizei und Justiz auf Mallorca – beispielsweise im Falle des ehemaligen Chefs der Hells Angels Hannover, Frank Hanebuth. Er sitzt auf Mallorca unter dubiosen Umständen seit 10 Monaten in U-Haft.

Jedenfalls solle möglicherweise bereits im Sommer 2014 an besonders von Touristen gerne und viel frequentierten Ortschaften und Stränden mehr Polizei Flagge für die Sicherheit der Gäste zeigen. Dies habe nun, so das Mallorca Magazin, der für die Innere Sicherheit zuständige spanische Minister, Francisco Martinez, El secretario de Estado de Seguridad, gesagt. Martinez ist auch oberster Chef der spanischen Polizei, der Guardia Civil, ist (www.guardiacivil.es). Als Grund gab er an, wonach der Tourismus für Spanien eine sehr wichtige Einnahmequelle sei. Dennoch steht Spaniens Polizei und Justiz auch im kritischen Fokus: Wer einmal in deren Fänge gerät, kann sehr große Probleme bekommen, da das Justizsystem dort willkürlicher ist als in Deutschland:

Das berichtet sinngemäß nun auch das deutsche Magazin STERN in einer großen Titel-Reportage (vom 5.6.2014; Autoren: Kuno Kruse, Nicolas Büchse, Andreas Albes) über den ehemaligen Chef des Rockerclubs Hells Angels Hannover, Frank Hanebuth. Der umstrittene Rocker sitzt unter immer dubioser erscheinenden Umständen bereits seit über 10 Monaten in U-Haft auf Mallorca.

Weder gibt es bislang eine Anklage, noch Beweise, dass er in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Die spanische Justiz wirft ihm vor in Drogengeschäfte möglicherweise verwickelt zu sein, was Hanebuths Anwalt aber bestreitet und wofür es bislang auch keine Beweise gibt. Dennoch macht die Justiz Spaniens keine Anstalten, den Deutschen Hanebuth aus der U-Haft wieder zu entlassen.

Das Mallorca Magazin berichtet jedenfalls mit Blick auf die Justiz und Polizei in Mallorca, wonach besonders im Sommer aus allen möglichen Teilen Spaniens Polizeikräfte zusätzlich nach Mallorca beordert würden, um eine möglichst hohe Sicherheit der Touristen zu gewährleisten. Mallorca gehört traditionell zu den beliebten Touristen-Inseln der Deutschen. Viele haben dort auch ihre private Finca oder Zweitwohnung.

Laut spanischem Innenminister gelte es, den Tourismus und die Sicherheit auf Mallorca zu gewährleisten: „Die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft steht völlig außer Frage, deshalb müssen wir ihn verteidigen wie einen Wirtschaftszweig mit strategischer Bedeutung“. Wie viele Polizisten zusätzlich nach Mallorca verlegt werden sollen, ist noch nicht klar. Im Gespräch sind möglicherweise einige Hundert.

Gleichzeitig möchte die Regierung von Mallorca für Touristen größere neue Informations-Zentren installieren – sogenannte SATEs, eine Abkürzung für Servicío de Atención al Turista Extranjero. Hier sollen Urlauber in ihrer jeweiligen Landessprache Hilfe bei Problemen erhalten. Als Orte sind unter anderem die berühmte Playa de Muro im Gespräch, aber auch Can Picafort. Fast in allen Hotels und Restaurants ist das Personal auf Mallorca zweisprachig – also katalanisch sowie deutsch oder auch englisch.

Auch wenn das spanische Innenministerium berichtet, wonach auf Mallorca seit 2003 die Kriminalitätsrate angeblich kontinuierlich sinke (angeblich sei sie um 30% zurückgegangen), so gibt es daran auch Zweifel. Spanien ist nicht unbedingt dafür bekannt, im Bereich der staatlichen Statistiken einwandfreie Zahlen zu liefern.

Wie fragwürdig und auch dubios jedenfalls die spanische Justiz teils auch auf Mallorca arbeitet, lässt sich aus dem letzten Absatz der großen Hells Angels Reportage im STERN ablesen. So schreibt das Magazin unter Bezugnahme auf Hannovers Rockerkönig Frank Hanebuth, der seit 10 Montan wohl eher unschuldig auf der bekannten Touristeninsel in Mallorca in U-Haft gehalten wird:

„Die Polizei hält sich weiter an die (Anmerkung Redaktion: abgehörten) Telefonate. ‘ Alles ist bei 180′, hörten sie in einem Gespräch von Hanebuths Freundin mit Khalil Y.s Frau. ‚Das soll ich so weitergeben?‘, fragt die. Wieder ein Geheimcode? ‚Ein Übersetzungsfehler‘, sagt sein Anwalt. Offensichtlich hatte sich Hanebuth darüber Luft gemacht, was er von den Verstrickungen Khalils und anderer Neurocker hält. Frank, sagt der Anwalt, habe Khali ausrichten lassen: ‚Ich bin auf 180‘.“
Übersetzt heißt das im Deutschen aber schlicht: Der regt mich sehr auf oder auch: Ich bin sehr verärgert. In Spanien können in U-Haft-Befindliche bis zu zwei Jahre oder länger im Gefängnis gehalten werden – selbst wenn sich die Vorwürfe anschließend als falsch erweisen sollten.



Kommentare (2)


Sachsenpaule 28. Juni 2014 um 10:57

…für F.H. ist das alles doch nur eine Urlaubsverlängerung, also was soll eigentlich die ganze Aufregung…?

Antworten

Mafiapizzastasispitzel 15. Juni 2014 um 2:49

Er ist also so ziemlich unschuldig seit nem knappen Jahr in Spanien inhaftiert und die Deutsche Regierung kümmert sich überhaupt nicht darum. Heftige Nummer. Na wenn es ihnen damit Genugtuung gibt, weil sie unfähig waren ihm hier seine angebliche Kriminalität nachzuweisen….

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