Skip to main content
Mittwoch, 20. Juni 2018

Serbien: Deutscher Aktivist für Homosexuelle lebensbedrohlich von Hooligans in Belgrad verletzt

Ein 27-Jähriger Deutscher ist in Serbiens Hauptstadt Belgrad in der Brankova Straße in der Nacht zum Samstag gegen 3 Uhr lebensgefährlich von serbischen Hooligans zusammengeschlagen worden. Serbische Medien umschreiben das Opfer mit der Namensabkürzung „DH“. Das Opfer liege, heißt es derzeit, im „Emergency Center“ des „Clinical Center of Serbia“.

Nach Auskunft von Miljko Ristic, dem Direktor des Klinikzentrums Serbien, könne der Deutsche sich derzeit nicht artikulieren, sondern nur Hände und Füße bewegen. Als mögliche Motiv für den schweren Angriff gegen den Deutschen werden sowohl Fremdenfeindlichkeit wie Homosexuellen-Feindlichkeit derzeit vermutet. Grund: Der 27-Jährige Deutsche hatte an einer Konferenz für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen (LGBT) in Belgrad teilgenommen:

Der serbische Notarzt Dusan Jvanovic wird mit den Worten zitiert, wonach der Deutsche Schwulen-Aktivist „mit schweren Kopfverletzungen und Blutungen“ in ein Krankenhaus in Belgrad eingeliefert worden sei.

Mittlerweile sei der Deutsche zwar operiert worden, doch bleibe sein Gesundheitszustand kritisch. Angeblich bemühe sich derzeit die Deutsche Botschaft in Belgrad um eine Aufklärung der mörderischen Tat. Deutscher Botschafter in Belgrad ist Wilhelm Heinz. Aus Polizeikreisen heißt es, wonach angeblich drei tatverdächtige Serben in zwei unterschiedlichen Städten vorläufig festgenommen worden seien und sich in den Händen der serbischen Polizei befänden.

Derweil äußerte sich der serbische Gesundheitsminister Zlatibor Lončar besorgt über den Gesundheitszustand des Deutschen. Sein Gesundheitszustand bleibe „lebensbedrohlich während der nächsten 24 Stunden“. Gleichzeitig betonte er, wonach „Belgrad eine serbische und weltoffene Stadt“ sei.

Nicht klar ist, ob der Angriff gegen Deutschen mit dem Sieg der serbischen Basketball-Spieler über Frankreich zusammen hängen könnte, den Tausende Serben in Belgrad unter Alkoholeinfluss gefeiert hatten, oder ob die Hooligans tatsächlich ausschließlich aus Fremdenfeindlichkeit oder Schwulenfeindlichkeit ihren lebensbedrohlichen Anschlag auf den Deutschen durchführten.

Serbiens Innen- und Polizeiminister Nebojsa Stefanovic sagte, er verurteilte auf schärfste den brutalen Übergriff und fordere umgehend eine eingehende Untersuchung: „Wir werden nicht zulassen, dass solche Dinge ungestraft geschehen. Die bisher festgenommen Täter werden der schlimmsten Verbrechen angeklagt“:

Weiter sagte er, man werde „solche Vorfälle nicht tolerieren“ und werde künftig „durch schnelle und kräftige Reaktionen der Polizei“ gegen alle vorgehen, „die mit den Gesetzen des Landes spielen und glauben, diese nicht einhalten zu müssen“. Weiter sagte Stefanovic, die Polizei werde sich bemühen, die Bürger zu schützen – egal ob es sich um einheimische Bürger handele oder um Bürger aus dem Ausland, „die Zeit in unserem Land verbringen möchten“.

Schon einmal fielen serbische Bürger als äußerst aggressiv im Umgang mit Menschen auf, welche nicht eins zu eins einen Lebensstil führen, wie es radikale Menschen in Serbien gerne hätten. So waren bereits 2010 über 150 Menschen verletzt worden, die für die Rechte von homosexuell oder bisexuell orientierten Menschen demonstriert hatten. Jedoch hatte bereits vor dem jetzigen mörderischen Überfall auf den Deutschen das deutsche Auswärtige Amt gesagt, wonach man „deutschen Staatsangehörigen grundsätzlich“ empfehle, „Menschenansammlungen in Serbien zu meiden“.



Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 13. Juni 2018

Nasa Embera Chamí -

Indigene Gemeinschaft in Kolumbien mit Waffen bedroht und vertrieben

AI, Kolumbien – Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens seien, teilt Amnesty International in einer Urgent Action mit, aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor sei am 8. Juni 2018 ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Dies zeige einmal mehr, dass die Menschen dort dringend mehr […]

Sonntag, 27. Mai 2018

Wegen "Loyalitätsbruch" -

Israel droht Palästinensischer Autonomiebehörde mit Verlust des Aufenthaltsrechts in Jerusalem

Vier Mitgliedern des Palästinensischen Legislativrats droht, teilte Amnesty International (AI) bereits Ende April 2018 mit, der Verlust ihres dauerhaften Aufenthaltsstatus in Jerusalem. Auf der Grundlage eines vom israelischen Parlament (Knesset) verabschiedeten Gesetzes sei das israelische Innenministerium befugt, Personen wegen mutmaßlichen „Loyalitätsbruchs“ das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Am 19. März habe der israelische Innenminister Arye Deri angekündigt, zwölf […]

Donnerstag, 10. Mai 2018

Morde in Kolumbien wegen Staudammprojekt -

Hugo Albeiro George Pérez neues Opfer

Kolumbien – Amnesty International (AI) weist in einer Urgent Agent darauf hin, dass in dem lateinamerikanischen Staat Kolumbien Umweltschützer massiv bedroht, eingeschüchtert, ja sogar ermordet würden. So sei ein Mitglied der Bewegung Ríos Vivos (Lebende Flüsse) am 2. Mai getötet worden. Das sei jener Tag, an welchem die Gruppe einen ganztägigen Protestmarsch gegen das Hidroituango-Staudammprojekt im Departamento Antioquia veranstaltet habe. Mitglieder der […]

Montag, 30. April 2018

Israel ermordete 39 Palästinenser: Amnesty fordert exzessive Gewalt umgehend einzustellen

Die international größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert in einer dringlichen Presseerklärung, dass Israel seine ‚exzessive Gewalt‘ gegen Palästinenser umgehend einstellen solle. Wir zitieren aus der Presserklärung: „Während am Freitag, dem 13. April 2018 die Proteste aufs Neue begannen, erklärte Amnesty International, dass die israelischen Behörden der Anwendung von übermäßiger und tödlicher Gewalt zur Unterdrückung palästinensischer Demonstrationen im Gazastreifen ein […]

Samstag, 14. April 2018

Bomben auf Syrien +++ Der schmutzige Krieg der USA, Frankreichs und Großbritanniens

Kommentar – Es gehört seit Jahrhunderten zum strategischen Repertoire ehemaliger westlichen Kolonialstaaten wie den USA, Frankreichs oder Großbritanniens, die Geschichte immer so umzuschreiben, dass man selbst mit einer angeblich sauberen Weste dasteht. Ganz nach dem Motto: Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Das ist auch beispielsweise mit den Deutschbalten so. 1917, im Zuge der Russischen Revolution, die als „Februarrevolution 1917“ […]

Donnerstag, 12. April 2018

Razzia beim Trump-Anwalt: Wie das FBI in seiner Hexenjagd auf Trump den Rechtsstaat zerstört

Kommentar – Es ist schon unglaublich,wie fachlich unwissend, flach und teils sogar falsch Deutschlands, aber auch die sonstigen weltweiten Massenmedien, über die aktuelle Razza bei einem Rechtsanwalt des US-Präsidenten Donald Trump, bei Michael Cohen, berichten. Sie schwafeln davon, wonach die amerikanische Bundespolizei FBI wegen Trump eine Razzia bei seinem Anwalt gemacht habe. Ganz so, als ob die Razzia wegen Trump […]


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*