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Donnerstag, 23. Januar 2020

Serbien: Deutscher Aktivist für Homosexuelle lebensbedrohlich von Hooligans in Belgrad verletzt

Ein 27-Jähriger Deutscher ist in Serbiens Hauptstadt Belgrad in der Brankova Straße in der Nacht zum Samstag gegen 3 Uhr lebensgefährlich von serbischen Hooligans zusammengeschlagen worden. Serbische Medien umschreiben das Opfer mit der Namensabkürzung „DH“. Das Opfer liege, heißt es derzeit, im „Emergency Center“ des „Clinical Center of Serbia“.

Nach Auskunft von Miljko Ristic, dem Direktor des Klinikzentrums Serbien, könne der Deutsche sich derzeit nicht artikulieren, sondern nur Hände und Füße bewegen. Als mögliche Motiv für den schweren Angriff gegen den Deutschen werden sowohl Fremdenfeindlichkeit wie Homosexuellen-Feindlichkeit derzeit vermutet. Grund: Der 27-Jährige Deutsche hatte an einer Konferenz für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen (LGBT) in Belgrad teilgenommen:

Der serbische Notarzt Dusan Jvanovic wird mit den Worten zitiert, wonach der Deutsche Schwulen-Aktivist „mit schweren Kopfverletzungen und Blutungen“ in ein Krankenhaus in Belgrad eingeliefert worden sei.

Mittlerweile sei der Deutsche zwar operiert worden, doch bleibe sein Gesundheitszustand kritisch. Angeblich bemühe sich derzeit die Deutsche Botschaft in Belgrad um eine Aufklärung der mörderischen Tat. Deutscher Botschafter in Belgrad ist Wilhelm Heinz. Aus Polizeikreisen heißt es, wonach angeblich drei tatverdächtige Serben in zwei unterschiedlichen Städten vorläufig festgenommen worden seien und sich in den Händen der serbischen Polizei befänden.

Derweil äußerte sich der serbische Gesundheitsminister Zlatibor Lončar besorgt über den Gesundheitszustand des Deutschen. Sein Gesundheitszustand bleibe „lebensbedrohlich während der nächsten 24 Stunden“. Gleichzeitig betonte er, wonach „Belgrad eine serbische und weltoffene Stadt“ sei.

Nicht klar ist, ob der Angriff gegen Deutschen mit dem Sieg der serbischen Basketball-Spieler über Frankreich zusammen hängen könnte, den Tausende Serben in Belgrad unter Alkoholeinfluss gefeiert hatten, oder ob die Hooligans tatsächlich ausschließlich aus Fremdenfeindlichkeit oder Schwulenfeindlichkeit ihren lebensbedrohlichen Anschlag auf den Deutschen durchführten.

Serbiens Innen- und Polizeiminister Nebojsa Stefanovic sagte, er verurteilte auf schärfste den brutalen Übergriff und fordere umgehend eine eingehende Untersuchung: „Wir werden nicht zulassen, dass solche Dinge ungestraft geschehen. Die bisher festgenommen Täter werden der schlimmsten Verbrechen angeklagt“:

Weiter sagte er, man werde „solche Vorfälle nicht tolerieren“ und werde künftig „durch schnelle und kräftige Reaktionen der Polizei“ gegen alle vorgehen, „die mit den Gesetzen des Landes spielen und glauben, diese nicht einhalten zu müssen“. Weiter sagte Stefanovic, die Polizei werde sich bemühen, die Bürger zu schützen – egal ob es sich um einheimische Bürger handele oder um Bürger aus dem Ausland, „die Zeit in unserem Land verbringen möchten“.

Schon einmal fielen serbische Bürger als äußerst aggressiv im Umgang mit Menschen auf, welche nicht eins zu eins einen Lebensstil führen, wie es radikale Menschen in Serbien gerne hätten. So waren bereits 2010 über 150 Menschen verletzt worden, die für die Rechte von homosexuell oder bisexuell orientierten Menschen demonstriert hatten. Jedoch hatte bereits vor dem jetzigen mörderischen Überfall auf den Deutschen das deutsche Auswärtige Amt gesagt, wonach man „deutschen Staatsangehörigen grundsätzlich“ empfehle, „Menschenansammlungen in Serbien zu meiden“.



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