Skip to main content
Montag, 14. Oktober 2019

Verbrecherstaat Mexiko: 43 Studenten ermordet, Polizisten Mittäter in Iguala

Die immer mysteriöseren Umstände um die 43 seit Wochen vermissten Studenten und Studentinnen aus Mexiko sind einigermaßen aufgeklärt. Die Studenten seien nach bisheriger Erkenntnis von Polizisten während einer Busfahrt oder Demonstration festgehalten und nach einer scheinheiligen Kontrolle angeblich gekidnappt und an Gangster übergeben worden. Auftraggeber soll das örtliche Bürgermeister-Ehepaar gewesen sein.

Drei angebliche Tatbeteiligten hätten nun gestanden. Das sagte Mexikos Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam. Sie hätten die Studenten nach der Bus-Entführung im südlichen Bundesstaat von Mexiko, in Guerrero, in der Nähe eines „municipal garbage dump“ (kommunale Mülldeponie) erschossen. Anschließend hätten sie die Leichen in einem gigantischen Höllenfeuer verbrannt und die Überreste in den Fluss San Juan in Cocula, einer Stadt in der Nähe von Iguala, gekippt. Diese neue Erkenntnis dürfte unter Millionen Mexikanern – einem seit Jahren von blutigsten Drogenkriegen gebeutelten Land – einmal mehr die Seele aufreißen. Seit Wochen gingen Tausende auf die Straßen und hatten für die Studenten gebetet:

In unzähligen Videos und Fotos hatte Mexikos Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam vor unzähligen versammelten Journalisten Hunderte Bilder gezeigt von Körperresten, Knochen, Zähnen. Die menschlichen Überreste hatten die Staatsanwaltschaft und Ermittlungsbehörden in Hundertschaften aus dem Fluss und den Rändern des Flussbettes gefischt.

Die jungen Opfer

Schwierig sei es nun, erklärte Mexikos oberster Staatsanwalt, die menschlichen Überreste eines nach derzeitigem Stand bestialischen Massenmordes mittels der DNA-Technik den zahlreichen unzähligen jungen Opfern namentlich zuzuordnen. Insgesamt 14 quälende Stunden habe nach bisheriger Erkenntnis die bestialische Hinrichtung der – nach allem was man annehmen darf – verzweifelten und wehrlosen Studenten gedauert.

„Ich weiß, dass diese Informationen ihren Familien enormen Schmerz bereiten werden, genauso, wie wir alle sehr leiden“, erklärte Chef-Ankläger Karam. Zur Aufklärung würden nun, so Karam, internationale Experten hinzugezogen.

Bislang stehen 74 Menschen unter Verdacht, in die Entführung und den anschließenden Massenmord in Mexiko – einer von unzähligen in den vergangenen Jahren – verwickelt gewesen zu sein. Dabei ist nicht klar, wer wie viel wusste. Vor allem ist nicht klar, ob auch den Polizisten – die wohl auf Anweisung des Bürgermeister-Ehepaares, das in Drogengeschäfte verwickelt war – gehandelt hatten, wussten, dass sie die Vorhut zur Hölle für die Studenten waren.

Im Glauben auf staatlichen Schutz waren sie den Polizisten gefolgt

Die Polizisten hatten angeblich am 26. September Studenten, die zu einer Demonstration fahren wollten oder bereits auf einer Demonstration waren, „attackiert“. Was unter „attackiert“ zu verstehen ist, ist bislang nicht klar, da die Informationslage nach wie vor diffus ist. Zunächst hatte es bereits vor Wochen geheißen, die Polizisten hätten einen Bus mit den Studenten kontrolliert und diese dann in eine falsche Richtung fahren lassen.

Jetzt heißt es, die Polizisten hätten 49 demonstrierende Studenten und Studentinnen in der mexikanischen Stadt Iguala umstellt und attackiert und angeblich bereits an Ort und Stelle 6 Studenten getötet und 43 Studenten und Studentinnen anschließend weggebracht. Diese waren wahrscheinlich zunächst im Glauben, es geschehe alles unter dem Schutze des Staates von Mexiko, den Polizisten gefolgt. Handyanrufe waren zu diesem Zeitpunkt wohl schon nicht mehr möglich, so dass auch keine Notanrufe verzeichnet wurden.

Bekannt ist bislang auch, dass nicht alle verbliebenen 43 jungen Studenten erschossen, verbrannt und in den Fluss gekippt worden waren. Einige der wochenlang verschwundenen Studenten habe man auch in „clandestine graves“, also versteckten Gräbern, gefunden. Die Gräber sollen von Frauen und Männer, welche in die wahrscheinlichen Morde im August verwickelt gewesen sein sollen, gescharrt worden sein.

Zweifel, ob auch der Generalstaatsanwalt alles sagt oder alles weiß

Derweil gibt es nach wie vor Zweifel daran, dass die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko wirklich die ganze Wahrheit bislang mitgeteilt hat oder in der Lage war, diese zu ermitteln. Denn der Massenmord war offensichtlich von ganz oben angeordnet worden. Ob die obersten Auftraggeber tatsächlich „nur“ das örtliche Bürgermeisterpaar waren, ist ebenfalls bislang ungeklärt. Gerade in Ländern wie Mexiko wird niemand Bürgermeister, ohne einen entsprechenden Rückhalt in der sonstigen regionalen oder überregionalen, oft auch nationalen Elite.

Dies zeigt einmal mehr, wie tief auch Mexikos Elite in Drogengeschäfte verwickelt ist. Seit Jahren kursieren in Mexiko Gerüchte, dass in Mexiko selbst bekannteste Milliardärsfamilien durch solche Geschäfte megareich geworden seien.

Unter Anklage steht derzeit unter anderem der ehemalige Bürgermeister von Iguala, Jose Luis Abarca sowie seine Frau, Maria de los Angeles Pinesa. Sie waren am Dienstag beim Versuch, im kaum überschaubaren Randgebiet von Mexiko City unterzutauchen, verhaftet worden.

Was bleibt, sind nun trauernde Eltern, Bekannte, Freunde, Mitschüler der bestialisch und menschenverachtend ermordeten Studenten der betroffenen Schule – der Rural Normal School of Ayotzinapa. Sie hatten seit zwei Monaten vor der Schule gecampt und bis zu Letzt auf die Freilassung der gekidnappten Jugendlichen gehofft.

Kommentar Massenmord in Mexiko:

Mexikos Staatsführung kann offensichtlich oder will nicht, mit aller Härte gegen Korruption, Drogengeschäfte und Massenmorde vorgehen. Anders sind diese perversen und grauenvollen Entführungen und der Massenmord nicht zu erklären. Es muss einfach zu viele Mitwisser, Mit-Organisatoren geben, als dass man hier zu einer Tagesordnung normaler Ermittlungsarbeit übergehen könnte.

Der erneute Massenmord ist ein Skandal höchster Güte und wirft auf Mexiko den Schatten eines übelst geführten Landes, das längst die Mafia in allen Ebenen an Bord hat. Gegen Mexiko scheinen selbst Mörder- und Erpresserorganisationen wie die Cosa Nostra aus Italien „gemäßigt“.

Mexiko steht immer mehr im Verdacht, ein durch und durch von der Mafia durchzogener Verbrecher-Staat zu sein. Man fragt sich: Wie nur konnte es soweit kommen? Dass Mexikos Staatsführung bislang immer wieder versucht hat, dem täglichen Grauen von Massenmorden und Einzelhinrichtungen Herr zu werden, ist bekannt.

Doch ganz offensichtlich genügen die Gesetze und bisherigen Maßnahmen nicht. Wenn Mexikos Staatschef jetzt nicht endlich deutlich und mit aller Härte handelt, gehört auch ein Land wie Mexiko auf eine Liste, auf der Kriegsverbrecher-Staaten stehen. Dieser erneute Massenmord an wehrlosen Jugendlichen hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Freitag, 11. Oktober 2019

Menschenrechte

Kasachstan lässt Serikzhan Bilasham frei: Er darf China aber nicht mehr kritisieren

Egal ob in entlegensten Ortschaften in Afrika oder eben im russischen Nachbarland Kasachstan: China ist überall und macht überall Geschäfte. Das hat nun auch Serikzhan Bilasham zu spüren gekommen. Er war verhaftet worden, da er öffentlich zu laut in Kasachstan die mangelnden Menschenrechte in China anprangerte. Fünf lange Monate hielt man den Menschenrechtler per «Hausarrest» in einem anonymen Haus im […]

Samstag, 28. September 2019

US-Politik pervers

Joe Bidens Sohn kassierte 45.000 Euro monatlich in Ukraine und Trump soll Amtsenthoben werden

Welcher Normalsterbliche schafft es in seinem Leben auf einen Monatslohn von rund 45.000 Euro, was umgerechnet 540.000 Euro in einem Jahr wäre? So viel Geld wird oft nicht einmal an deutsche Geschäftsführer bezahlt. Die Chefs von Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern bekommen hierzulande häufig Gehälter zwischen 300.000 und 350.000 Euro im Jahr – maximal. Doch ausgerechnet der Sohn des demokratischen […]

Freitag, 06. September 2019

Vertreiber

Diktator Robert Mugabe, Schlächter der Weißen, ist in Simbabwe mit 95 gestorben

Simbabwes Diktator, Robert Mugabe, ist tot. Er starb mit 95 Jahren in seinem Heimatland. Er galt für viele Schwarze als Ikone des Freiheitskampfes. So war er einer von Hunderttausenden, die vor allem in den 1970er Jahren für die Unabhängigkeit Simbabwes von der brutalen Kolonialmacht Großbritannien kämpften. Erst 1980 konnte das Ziel erreicht werden und Simbabwe erlangte seine Unabhängigkeit. Simbabwe liegt […]

Samstag, 03. August 2019

Peking

Chinas Ex Premier Li Peng mit 91 gestorben – er ließ 1989 den Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz niederschlagen

Er war über viele Jahre das Gesicht Chinas in der Welt: Premierminister Li Peng. Jetzt starb er auf Grund einer Krankheit mit 91 Jahren in Peking. Das schreibt die auch an deutschen Flughäfen kostenlos ausliegende englischsprachige China Daily Tageszeitung. Li Peng sei bereits am 22. Juli 2019 um 11.11 Uhr verstorben. Er sei, heißt es in klassischer kommunistisch sozialistischer Staatssprache, […]

Freitag, 05. Juli 2019

Öltanker

Großbritanniens Piraterie in Gibraltar gegen Iran und Syrien ist völkerrechtlich krimineller Akt

Kommentar – Großbritannien hat in einem Akt internationaler Piraterie auf Bitte der rechtspopulistischen Regierung der USA einen Öltanker militärisch aufgerieben und festgehalten. Der Öltanker hatte in der Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer vorstoßen wollte. Angeblich gehöre der Öltanker zum Iran, der Öl nach Syrien habe transportieren wollen. Sowohl das Mittelmeer als auch die Straße von Gibraltar sind öffentlich zugängliche Gewässer, […]

Wikimedia Commons, the free media repository. Public domain der United States. Freitag, 14. Juni 2019

Brennende Öltanker: USA führten seit 1775 über 80 Kriege oder wer einmal lügt dem glaubt man nicht

Kommentar – Die USA haben in den vergangenen 250 Jahren so oft gelogen, wenn es um Kriege ging, dass man ihnen nicht mehr glauben mag. Es ist müßig, alle Kriege aufzuzählen, in welche die USA verwickelt waren. Kriege, die in der Mehrheit durch die USA aggressiv und federführend auf Grund eigener wirtschaftlicher oder geopolitisch-expansiver Interessen durchgeführt wurden. Wikipedia Deutschland nennt […]