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Dienstag, 19. Juni 2018

Heckler & Koch weist Kritik an G36 Sturmgewehr durch Ursula von der Leyen zurück

Trotz der Kritik am Sturmgewehr G36 hat nun der Waffenhersteller Heckler & Koch gesagt, die Vorwürfe würden nicht zutreffen.

Die in der Deutschen Bundeswehr umstrittene Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Heckler & Koch über ihr Ministerium vorgeworfen, wonach das Sturmgewehr – eingesetzt in zahlreichen Krisenherden – nicht treffsicher sei. Doch Heckler & Koch sagte, dass dieses eine nicht zutreffende Behauptung sei.

Derzeit ist allerdings nicht klar, ob sich Heckler & Koch einem Komplott von Konkurrenten gegenübersieht, oder ob an den Vorwürfen etwas dran sein könnte. Jedenfalls sagte Heckler & Koch, wonach eigene Prüfungen „diametral“ zu den aus Berlin verlautbarten Behauptungen stünden. Weiter heißt es, wonach Heckler & Koch „keine durch die Bundeswehr ermittelten Negativergebnisse zum Gewehr G36“ vorliegen habe, welche sich „auf eine vermeintlich fehlende Tauglichkeit des Sturmgewehrs zum vorgesehenen Gebrauch beziehen“ würden.

Dem entgegnete von der Leyen, sie habe festgestellt, wonach „das G36… offenbar ein Präzisionsproblem bei hohen Temperaturen, aber auch im heißgeschossenen Zustand“ habe. Angeblich würde deshalb das Sturmgewehr in Afghanistan oder Mali nur noch eingeschränkt genutzt. Man überlege derzeit, so von der Leyen, das Sturmgewehr ganz aus dem Bundeswehr-Sortiment zu nehmen.

Heckler & Koch kritisiert Stil des Umgangs in einer Pressemeldung

Heckler & Koch ist auch über den Stil der CDU-Verteidigungsministerin irritiert. So schickte das Unternehmen die folgenden Pressemitteilung an Medien, welche wir in Auszügen widergeben:

„…Bedauerlicherweise hat Heckler & Koch erstmalig über Presseanfragen von den aktuellen Äußerungen der Bundeswehr zum Gewehr G 36 erfahren. Trotz mehrfacher Angebote von Heckler & Koch, die auf eine Einbeziehung des weitreichenden und über viele Jahrzehnte hinweg entwickelte Know-How des Unternehmens gerichtet waren, hat die Bundeswehr Heckler & Koch in keiner Weise in die Untersuchungen eingebunden.

Im Gegenteil kommuniziert die Bundeswehr zum Thema G 36 seit rund einem halben Jahr nicht mit Heckler & Koch über die konkret untersuchten Vorwürfe zum G 36 als weltweit anerkanntes, technologisch führendes Sturmgewehr. Insofern war es Heckler & Koch leider nicht möglich, an einer sachgerechten Aufklärung der Vorwürfe mitzuwirken.“

Kommentar: Eine Frau, die mit der Übernehme des Verteidigungsministeriums als eine der ersten Amtshandlungen erklärte, sie wolle Kitas auf Bundeswehrgeländen einführen, hängt sich nun erstaunlich weit aus dem Fenster – mit Äußerungen, die verwundern.

Wenn ein Auto ein Defizit hat, geht es zurück in die Werkstatt, aber kein Politiker fordert gleich die komplette Eliminierung des Autos. Insofern fragt man sich: Geht es der Ministerin wirklich um das Sturmgewehr oder nicht darum einem Waffenhersteller zu schaden, um einen anderen in Position zu bringen?

Es wäre sowohl für das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der deutschen Bundesverteidigungsministerin – die sowieso nicht den besten Ruf in den Reihen der Bundeswehr hat – als auch für Heckler & Koch dringend geraten, wenn hier unabhängige weitere Prüfinstanzen hinzugezogen würden.

Dass die Bundeswehr in Afghanistan keine gute Figur abgegeben hat – das lag sicherlich nicht an dem Sturmgewehr von Heckler & Koch. Vielmehr steht die gesamte Bundeswehr im Ruf, auf einem schlechten technischen Niveau zu agieren. Ein Sturmgewehr dürfte dabei nicht die oberste Priorität in der Ausstattung der Armee sein.



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Kommentare (2)


G.I.J.B. 31. März 2015 um 16:32

HK’s eigene ergebnise zum Thema bereits 2013 veröffentlicht.
http://www.heckler-koch.com/de/presse/detail.html?tx_z7protecteddownloads_pi1%5Bfile%5D=Sturmgewehr_G36_Technischer_Untersuchungsbericht_16.12.2013.pdf

Antworten

G.I.J.B. 31. März 2015 um 16:29

HK hat bereits 2013 ein Dokument seiner Studien zu dem Thema zugänglich gemacht.
Was einige Personen leider übersehen sind auch folgende kriterien die mit berücksichtig werden müssen.
1. Waffe dehnt sich natürlich bei wärme aus damit muss sie neu beschossen werden um die Zieleinrichtungen weiter verwenden zu können sonst verringert sich die Präzision.
2. Die Präzision des Schützen kann sich auf grund veränderter Witterungsbedingungen auch verschlechtern (Ausrüstung ,Wärme ,Einsatzstress).
3. Wurde letztes Jahr angegeben das diese Probleme zum Teil auf Grund von Munitions wechsel im vergleich zur vorgesehenen Munition zurück zu führen sind.
4. Kommt dieses Thema jedes Jahr hoch…

Hier der link zu HK’s ergebnisen als pdf.

http://www.heckler-koch.com/de/presse/detail.html?tx_z7protecteddownloads_pi1%5Bfile%5D=Sturmgewehr_G36_Technischer_Untersuchungsbericht_16.12.2013.pdf

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