Skip to main content
Dienstag, 21. Mai 2019

Heckler & Koch weist Kritik an G36 Sturmgewehr durch Ursula von der Leyen zurück

Trotz der Kritik am Sturmgewehr G36 hat nun der Waffenhersteller Heckler & Koch gesagt, die Vorwürfe würden nicht zutreffen.

Die in der Deutschen Bundeswehr umstrittene Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Heckler & Koch über ihr Ministerium vorgeworfen, wonach das Sturmgewehr – eingesetzt in zahlreichen Krisenherden – nicht treffsicher sei. Doch Heckler & Koch sagte, dass dieses eine nicht zutreffende Behauptung sei.

Derzeit ist allerdings nicht klar, ob sich Heckler & Koch einem Komplott von Konkurrenten gegenübersieht, oder ob an den Vorwürfen etwas dran sein könnte. Jedenfalls sagte Heckler & Koch, wonach eigene Prüfungen „diametral“ zu den aus Berlin verlautbarten Behauptungen stünden. Weiter heißt es, wonach Heckler & Koch „keine durch die Bundeswehr ermittelten Negativergebnisse zum Gewehr G36“ vorliegen habe, welche sich „auf eine vermeintlich fehlende Tauglichkeit des Sturmgewehrs zum vorgesehenen Gebrauch beziehen“ würden.

Dem entgegnete von der Leyen, sie habe festgestellt, wonach „das G36… offenbar ein Präzisionsproblem bei hohen Temperaturen, aber auch im heißgeschossenen Zustand“ habe. Angeblich würde deshalb das Sturmgewehr in Afghanistan oder Mali nur noch eingeschränkt genutzt. Man überlege derzeit, so von der Leyen, das Sturmgewehr ganz aus dem Bundeswehr-Sortiment zu nehmen.

Heckler & Koch kritisiert Stil des Umgangs in einer Pressemeldung

Heckler & Koch ist auch über den Stil der CDU-Verteidigungsministerin irritiert. So schickte das Unternehmen die folgenden Pressemitteilung an Medien, welche wir in Auszügen widergeben:

„…Bedauerlicherweise hat Heckler & Koch erstmalig über Presseanfragen von den aktuellen Äußerungen der Bundeswehr zum Gewehr G 36 erfahren. Trotz mehrfacher Angebote von Heckler & Koch, die auf eine Einbeziehung des weitreichenden und über viele Jahrzehnte hinweg entwickelte Know-How des Unternehmens gerichtet waren, hat die Bundeswehr Heckler & Koch in keiner Weise in die Untersuchungen eingebunden.

Im Gegenteil kommuniziert die Bundeswehr zum Thema G 36 seit rund einem halben Jahr nicht mit Heckler & Koch über die konkret untersuchten Vorwürfe zum G 36 als weltweit anerkanntes, technologisch führendes Sturmgewehr. Insofern war es Heckler & Koch leider nicht möglich, an einer sachgerechten Aufklärung der Vorwürfe mitzuwirken.“

Kommentar: Eine Frau, die mit der Übernehme des Verteidigungsministeriums als eine der ersten Amtshandlungen erklärte, sie wolle Kitas auf Bundeswehrgeländen einführen, hängt sich nun erstaunlich weit aus dem Fenster – mit Äußerungen, die verwundern.

Wenn ein Auto ein Defizit hat, geht es zurück in die Werkstatt, aber kein Politiker fordert gleich die komplette Eliminierung des Autos. Insofern fragt man sich: Geht es der Ministerin wirklich um das Sturmgewehr oder nicht darum einem Waffenhersteller zu schaden, um einen anderen in Position zu bringen?

Es wäre sowohl für das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der deutschen Bundesverteidigungsministerin – die sowieso nicht den besten Ruf in den Reihen der Bundeswehr hat – als auch für Heckler & Koch dringend geraten, wenn hier unabhängige weitere Prüfinstanzen hinzugezogen würden.

Dass die Bundeswehr in Afghanistan keine gute Figur abgegeben hat – das lag sicherlich nicht an dem Sturmgewehr von Heckler & Koch. Vielmehr steht die gesamte Bundeswehr im Ruf, auf einem schlechten technischen Niveau zu agieren. Ein Sturmgewehr dürfte dabei nicht die oberste Priorität in der Ausstattung der Armee sein.



Kommentare (2)


G.I.J.B. 31. März 2015 um 16:32

HK’s eigene ergebnise zum Thema bereits 2013 veröffentlicht.
http://www.heckler-koch.com/de/presse/detail.html?tx_z7protecteddownloads_pi1%5Bfile%5D=Sturmgewehr_G36_Technischer_Untersuchungsbericht_16.12.2013.pdf

Antworten

G.I.J.B. 31. März 2015 um 16:29

HK hat bereits 2013 ein Dokument seiner Studien zu dem Thema zugänglich gemacht.
Was einige Personen leider übersehen sind auch folgende kriterien die mit berücksichtig werden müssen.
1. Waffe dehnt sich natürlich bei wärme aus damit muss sie neu beschossen werden um die Zieleinrichtungen weiter verwenden zu können sonst verringert sich die Präzision.
2. Die Präzision des Schützen kann sich auf grund veränderter Witterungsbedingungen auch verschlechtern (Ausrüstung ,Wärme ,Einsatzstress).
3. Wurde letztes Jahr angegeben das diese Probleme zum Teil auf Grund von Munitions wechsel im vergleich zur vorgesehenen Munition zurück zu führen sind.
4. Kommt dieses Thema jedes Jahr hoch…

Hier der link zu HK’s ergebnisen als pdf.

http://www.heckler-koch.com/de/presse/detail.html?tx_z7protecteddownloads_pi1%5Bfile%5D=Sturmgewehr_G36_Technischer_Untersuchungsbericht_16.12.2013.pdf

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*


Das könnte Sie interessieren

Mittwoch, 15. Mai 2019

Zündeln

Iran-Krise um angebliche Drohnenangriffe und die Lügenkriege

Kommentar – Es ist immer das gleiche: Wenn eine Nation gegen eine andere mit kriegerischen Aggressionen auf Grund politischer Dissonanzen vorgehen möchte, beginnt als erstes der PR-Lügenkrieg. Damit möchte man die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Das war im Zweiten Weltkrieg so, als Polen und Großbritannien den deutschen Diktator Adolf Hitler bewusst über die Danzig-Frage 1939 monatelang provozierten. Und damit […]

Mittwoch, 01. Mai 2019

Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz will am 19. Mai gegen Verschärfung des Waffenrechts entsprechend EU-Vorgaben stimmen

Auch wenn es in der EU zahlreiche Gegner von Waffen in privaten Händen gibt: In der Schweiz wollen am 19. Mai in einer Volksabstimmung zahlreiche Bürger nach wie vor für ihr Waffenrecht stimmen. Dabei gibt es aber hitzige Diskussionen ob das alte Waffenrecht erhalten bleiben soll oder ob es entsprechend des Schengener Euro-Abkommens überarbeitet, also verschärft werden soll. Die Anhänger […]

Sonntag, 28. April 2019

Todesfall UKE Hamburg + Wollte Ärztin Psychopharmaka mit Gewalt in den Mund stopfen lassen?

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versinkt in einem Skandal. Wie die linksalternative Tageszeitung taz berichtet, habe sich ein unglaublicher Vorfall an der „Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ mit Todesfolge eines Patienten ereignet.[i] Für die psychiatrische Klinik des UKE verantwortlich wird auf der Homepage des UKE Klinikdirektor Univ-Prof. Dr. Jürgen Gallinat genannt.[ii] Der Arzt lässt sich auch auf der […]

Freitag, 26. April 2019

Trauer

Asylsuchende aus Pakistan und Afghanistan werden in Sri Lanka wegen Terroranschlägen von verzweifelten Christen bedroht

Kommentar – Nach den Terroranschlägen von Sri Lanka, denen am höchsten Fest der Christen, dem Ostersonntag, rund 250 bis 300 Menschen zum Opfer fielen, kommen weitere Details ans Tageslicht. Alleine in der christlichen Kirche St. Sebastians in der Katuwapitiya Straße im sri-lankischen Städtchen Negombo[i] sollen 93 betende Christen von den Terroristen massakriert worden sein. Unter den in der alten Kirche […]

Freitag, 12. April 2019

Kamera im USB-Stick

Wikileaks US Botschaften Einkaufsliste anlässlich der Verhaftung von Julian Assange

Anlässlich der Verhaftung von Julian Assange, des „australischen politischen Aktivisten, investigativen Journalisten, ehemaligem Computerhackers, Programmierers und Sprechers der Enthüllungsplattform WikiLeaks“ (O-Ton Wikipedia Deutschland) publizieren wir hier die letzte Pressemeldung, welche Wikileaks im Dezember 2018 auf seiner deutschen Plattform publizierte. Assange hatte sieben lange Jahre seines Lebens geopfert, um für sein Projekt, die maximale Transparenz auf Regierungsebene über die Enthüllungsplattform Wikileaks […]

Sonntag, 07. April 2019

Deutsch Ostafrika

Ehemalige deutsche Kolonie Ruanda – 800.000 Menschen wurden 1994 ermordet

Es ist einer der schlimmsten Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent: Jener, den fanatische Hutu 1994 an rund 800.000 Menschen in Ruanda, einer ehemaligen deutschen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) begangen haben sollen. Noch heute erinnert man sich beispielsweise in der Ortschaft Mabare an den April 1994. Es war der Beginn vor der langen Regenzeit. Die Berghänge, schreibt Al Jazeera auf seinem Onlineportal aljazeera.com, hätten […]