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Massengräber: Genozid an Tutsi in Burundi unter Präsident Pierre Nkurunziza?

Bujumbura in Burundi – Die südafrikanische Tageszeitung Sunday Argus berichtete am 31. Januar 2016 in einem ganzseitigen Artikel auf Seite 17 (Autorin: Shannon Ebrahim), dass in Burundi angesichts der anstehenden Wahlen ein Genozid an den Tutsi im Gange sei. Für den Artikel reiste die Autorin eigens nach Burundi und sprach dort auch mit Regierungsmitgliedern.

Auftraggeber oder Täter scheinen Schergen rund um den regierenden Hutu-nahen Präsidenten Pierre Nkurunziza zu sein. Doch der kämpft scheinbar einen Zweifrontenkrieg und steht im Verdacht auch oppositionelle Hutu umbringen zu lassen und zwar in Form von „targeted killings“, also gezielten Ermordungen, heißt es mehr oder weniger deutlich in dem Bericht der großen südafrikanischen Tageszeitung The Argus.

The Argus schreibt, dass der Genozid an den Tutsi von Burundi langsam aber stetig durch die Mehrheit der durch die Hutu-nahen Regierung aufgehetzten Hutu-Bevölkerung durchgeführt werde.

Zum Genozid gegen die Tutsi aufgehetzt hätten Regierungsanhänger um Burundis Präsident Präsident Pierre Nkurunziza. Er lässt angeblich in seinem Umfeld behaupten, die Tutsi wollten wieder die Macht im Lande übernehmen, weshalb es nun Zeit sei, an die „Arbeit zu gehen“.

Dies ist in Afrika, so auch in Burundi, eine Umschreibung dafür, andere umzubringen. In dem Fall die Tutsi. Mal seien es in Burundis Hauptstadt Bujumbura sechs ermordete Tutsi am Tag, dann 20. Die Opfer gehen mittlerweile auch von der UN bestätigt in die Hunderten.

Der Volksstamm der Tutsi befindet sich in Burundi in der Minderheit und regierte das Land vor der Machtübernahme durch Hutu über Jahrzehnte. Vor rund 20 Jahren kam es zum Machtwechsel zu Gunsten der Hutu. Kommt es zu neuen Wahlen im Land spitzt sich der Konflikt der Bevölkerungsgruppen gefährlich zu. Drahtzieher sind meist Regierungs-Mitglieder, die Angst haben, abgewählt zu werden.

Seit gut einem Jahr hetzt nun wieder die Hutu-nahe Regierung gegen die Tutsi (Minderheit), was wiederum zu Massenmorden an Tutsi, durchgeführt durch Hutu, führte und führt.

So gebe es auch jetzt wieder, schreibt die Zeitung The Argus, Massengräber in Burundi. Die UNO spreche von neun. Die Hutu-Regierung verteidigt diese lapidar mit den Worten, man müsse sich ja verteidigen können, wenn ein Tutsi mit einer Pistole einen Polizisten angreife.

Derweil diskutiert die multinationale afrikanische Eingreiftruppe AU (African Union) in Addis Ababa, ob sie Friedenstruppen nach Burundi schicken soll – die Rede sind 5000 Mann – um die Tutsi vor einem weiteren Genozid zu schützen. Doch veröffentlichte die BBC erst am 31. Januar 2016 einen Artikel, dass sich die AU vorerst nicht dazu habe durchringen können, Soldaten nach Burundi zu schicken. Dem waren massive Proteste des seit 2005 regierenden Präsidenten Pierre Nkurunziza vorausgegangen.

Burundis Präsident Pierre Nkurunziza kämpft derzeit um eine dritte Amtsperiode und heizt deshalb die Ressentiments von Burundis Hutu-Bevölkerung gegen die Tutsi-Bevölkerung weiter an. Möglich sei dieses, schreibt der Argus aus Südafrika weiter, da die meisten Hutu-Führer in Burundi noch die Schrecken durch zwei Genozide an der Hutu-Bevölkerung vor Augen hätten. So seien sowohl 1972 als auch 1992 Tausende Hutu durch das Tutsi-Regime umgebracht worden. Die Rede ist von angeblich bis zu 300.000 ermordeten Hutu in Burundi.

Dies führe heute, schreibt The Argus zudem, dazu, dass die führende Regierung in Burundi – bestehend überwiegend aus Hutu – die damaligen Genozide nutze, um in einem schleichenden Prozess durch Massenmorde an der Tutsi-Bevölkerung ein für allemal diesen Teil der Bevölkerung in Burundi auszulöschen.

The Argus schreibt zudem, dass der Senatspräsident von Burundi, Reverien Ndikuriyo, nicht nur die Hutu aufgefordert habe, „an die Arbeit zu gehen“ („gukora“), sondern auch ihre Nachbarschaft sauber zu machen – also von Tutsi zu befreien. Da seit Ruanda klar ist, was mit „an die Arbeit zu gehen“ gemeint sei, wisse man, dass in Burundi dieses bedeute, mit Macheten oder was auch immer Tutsi umzubringen. Weiter heißt es in dem Argus-Bericht, dass Hutu, die gute Arbeit vollbringen würden, mit Land belohnt würden.

Mitte 2015 machten Gerüchte die Runde, dass ein Sicherheitschef und enger Verbündeter des regierenden Präsidenten von Burundi, von Pierre Nkurunziza, angeblich erschossen worden sein soll. Ob es sich dabei um Realität oder ein gezielt gestreutes Gerücht zum Schaden der Tutsi handelt, konnte nicht verifiziert werden.

In Burundi leben 10,4 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern beträgt in dem zweitärmsten Land der Welt lediglich 50 Jahre. 85% der Bevölkerung sind Mitglieder des Volksstammes der Hutu, 14% Tutsi. In Burundi sind auf Grund des schleichenden Völkermordes an den Tutsi zahlreiche lokale Journalisten, die darüber berichtet hatten, verschwunden oder geflüchtet. Unter den verhafteten Journalisten sind auch ein Brite und ein Franzose.



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