Endlich: Boykott Fußball EM in Ukraine von deutschem Sportminister gefordert

3D soccer balls with group D teams flags. UEFA euro football cup 2012. isolated on white
©istockphoto.com/Laurent davoust

Das ist längst überfällig: Endlich hat der deutsche Bundesinnenminister und Sportminister Hans-Peter Friedrich der Ukraine indirekt mit dem Boykott der Fußball EM gedroht – in der Bild-Zeitung. Sie wird in diesem Jahr von der Ukraine und Polen gemeinsam ausgerichtet.

Start der Fußball EM ist der 8. Juni mit dem Eröffnungsspiel in Warschau, Ende der 1. Juli. Gleich nach dem Eröffnungsspiel in Polen ist das zweite Spiel in der Ukraine in der Stadt Charkow.

Man fragt sich schon lange: Wie sind die erheblichen und offensichtlichen Verstöße gegen so fundamentale Grundwerte, wie eine faire Gerichtsbarkeit und eine unabhängige Gerichtsbarkeit, mit dem vereinbar, was derzeit die ukrainische Führung abzieht?

Alle Medien berichten seit Monaten über die ganz offensichtlich völlig willkürliche und mit demokratischen Werten nicht vereinbare Verurteilung der einstigen demokratischen Ikone und Ministerpräsidenten der Ukraine, Julia Timoschenko. Sie wurde zu sieben Jahren verschärfter Haft verurteilt, da sie angeblich Gasliefer-Verträge mit Russland zum erheblichen Nachteil der Ukraine abgeschlossen habe.

Egal, ob die Verträge nun tatsächlich so erheblich nachteilig für die Ukraine sind: Die EU verabschiedet fast täglich Verträge und Erlässe, die ganz erhebliche Nachteile für einzelne EU-Mitglieder bedeuten, auch für Deutschland. Sieben Jahre Haft: Das erhält in Deutschland jemand, der im Affekt jemanden umgebracht hat. Das hohe Strafmaß gegen Timoschenko soll also offensichtlich bei den Menschen nur für einen Eindruck sorgen: Timoschenko steht auf einer Ebene mit Mördern und Totschlägern. Die ukrainische Führung möchte Timoschenko menschlich und politisch vernichten.

Ukrainische Führung agiert bösartig

Die ukrainische Führung agiert teuflisch, sie agiert bösartig, sie agiert widerwärtig. Es ist unerträglich, wenn die EU mit der Ukraine umgeht, als sei alles in bester Ordnung.

Es ist ein unerträglicher Gedanke, dass die Menschen in der EU, in Deutschland, bei einem Bier und Chips abends vor dem Fernseher sitzen, fröhlich und ausgelassen Fußball feiern – während im Austragungsort der Fußball-EM ein Unrechts-Regime so brutal und frech gegen eigene rechtsstaatliche Grundprinzipien verstößt.

Die Fußball-EM darf nicht in der Ukraine ausgetragen werden! Dieses umso mehr, als dass Julia Timoschenko erkrankt ist und nach Angabe ihrer Anwälte dringend professionelle medizinische Hilfe benötigt. Dass diese in der Ukraine nicht unbedingt erhältlich ist, ist nachvollziehbar.

Die ukrainische Führung hat, um ihr eigenes Gesicht wahren zu können, nur noch eine Chance: Julia Timoschenko in das Land ihres Wunsches, nach Deutschland, für eine medizinische Behandlung reisen zu lassen. Dass sie dann erst einmal nicht mehr zurück in die Ukraine reist, ist klar, aber auch verständlich. Doch es geht nicht nur um Timoschenko bestmögliche

medizinische Behandlung. Sie fordert das auch für all die anderen Regierungsmitglieder, die die jetzige ukrainische Führung ins Gefängnis hat werfen lassen.

Geradezu peinlich benimmt sich derweil der ukrainische Boxer Vitali Klitschko. Er forderte doch allen Ernstes: „Ich möchte alle Fans bitten, zur EM in die Ukraine zu reisen und ihr Team zu unterstützen – trotz der traurigen Lage von Julia Timoschenko“, teilte er via „Bild“-Zeitung mit. „Die Menschen in der Ukraine hätten es nicht verdient, wenn sie jetzt international isoliert werden.“ Warum denn nicht? Wer eine solche Regierung hat, kann nicht erwarten, dass man sich damit im Westen Verbündete macht.

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